Ich habe selber ja nur positive Gefühle wenn ich an Schweini, Lahm und Co denke. Klar wegen CL13 und WM14. Aber ich denke viele verklären diese Generation mittlerweile zu sehr. Erinnert ihr euch noch an die ganzen medialen Diskussionen und Dramen: Schweini als "Chefchen", Querpass-Toni kann eh nix, Höwedes als AV eine Katastrophe, Klose eh zu alt und bei Lahm das ständige Gezeter, weil er ja ohnehin falsch eingesetzt würde (LV vs RV vs ZM).
Du es geht mir gar nicht um die positiven Gefühle mein "Fandasein"/Interesse an der deutschen Nationalmannschaft hat irgendwann zwischen 2011/2012 angefangen zu sinken und mit "Der Mannschaft" Anno 2015 entwickelte es sich zu völligem emotionslosen Verfolgen. Deswegen sehe ich das weitgehendst Neutral

Aber zum eigentlichen Thema: Mir geht es gar nicht um das medial aufgebauschte was vor/während der WM war, weil ich nicht das Gefühl hatte, es hat einen Effekt auf die Mannschaft. Jetzt könnte man natürlich sagen, die Mannschaft von 2014 war auch Robuster gegen äußere Einflüsse

aber
wenn alles stimmt was man über Nagelsmann so liest, kamen ja viele Einflüsse der Mannschaft ja von innen schon.
Insgesamt ging mir ja rein um das körperliche/robuste Spiel, das man im Zweikampf nicht mehr so gegenhalten kann und dadurch sich weniger Durchsetzt (offensiv wie defensiv), da man zwar jetzt in vielen Bereichen technisch besser ist aber eben andere Attribute vernachlässigt hat zu trainieren/fördern...
Ist mir ein bisschen zu einfach. Das gilt doch eigentlich IMMER im Fussball. Wenn im Pokal ein unterklassiger Verein auf einen Bundesligisten trifft, dann ist es doch schon immer so, dass der Kleinere nur eine Chance hat, wenn sie über Kampf/Einsatz/Fouls/Nicklichkeiten die eigentlich besseren Techniker nerven. Mit dieser Spielweise muss eine Spitzenmannschaft umgehen können. Ja, selbstverständlich. Aber wenn zB Bayern gegen einen Viertligisten auscheidet, dann kann doch auch nicht die Lösung sein für die nächste Saison mehr auf "Zerstörer-Typen" zu setzen als auf verweichlichte Techniker wie Olise. (Ich übertreibe bewusst, und will dir nicht unterstellen das so gesagt zu haben).
Der DFB ist doch der größte Verein der Welt. Wir haben unglaublich viele Spieler und da sind auch viele Gute dabei. Nur, und da geb ich dir natürlich recht, muss es neben den Technikern in jeder Mannschaft auch noch die Kämpfer und Beißer geben. Das stimmt sicherlich auch.
Ich setzt hier mal weiter an: Es geht mir nicht um DFB-Pokal bzw. höherklassig gegen unterklassig, sondern grad um die Entwicklung auf anderen Kontinenten wie Südamerika und das dort ein gewisses Umdenken stattgefunden hat. Das mit den "kleineren Nationen" war von mir im Nachhinein blöd ausgedrückt, sorry dafür. Es ist doch ersichtlich das grad die südamerikanischen Teams in den letzten 10-20 Jahren für sich entdeckt haben, dass es nicht reicht nur technische, wendige, trickreiche gute Spieler sondern sie auch im Fußball der heutigen Zeit andere Spielertypen benötigen. Diese Entwicklung der Teams dauert natürlich auch einige/viele Jahre und kommt jetzt immer mehr bei diesen Teams zu tragen. Gibt natürlich auch Ausnahmen wie Uruguay die schon immer einen robusteren Spielstil hatten. Jetzt kommt ich zu meinem kritisierten Punkt, welchen ich oben im letzten Absatz kritisiert hab und zwar die vermehrte unausgewogene Ausbildung in Deutschland und dass da die "kleinen Nationen" von Früher einfach einen besseren Job machen.
Dein vorletzter Satz ist genau die Meinung die ich auch vertrete und auf die ich eigentlich hinaus wollte, wir sind da glaube ich nicht mal so weit voneinander entfernt. Für mich ist eben diese Ausgewogenheit der verschiedenen Spielertypen nicht mehr da, die noch zB 2014 geherrscht hat und das diese im Nachwuchs nicht mehr so gefördert wird um diese wieder herzustellen bzw. auch wieder vermehrt andere Spielertypen zu haben. Daher der Satz "es muss alles spielerisch gelöst werden".
P.S. Erstmal sorry für die sehr späte Antwort aber ich war im Urlaub und da möchte ich ungern lang am Handy/Laptop sein. Ich bin jetzt auch nicht jemand der ständig die Zeit hat für lange antworten, da ich gern ausführlicher schreibe und nicht nur 1-2 Zeiler.
Keine Sorge wegen deiner "Übertreibung" ich hab das schon rausgelesen wie du es gemeint hast und verstehe das bestimmt nicht als Unterstellung. Keine Sorge ich bin nicht wirklich empfindlich was das angeht.
Okay!?
Das machen wir lieber nicht.
Ich wollte eigentlich damit ausdrücken, dass ich bei vielen deiner Ansichten sogar in die gleiche Richtung mitgehen.
Nachdem du mich aber wieso schon in eine Schublade gesteckt hast lassen wir das wirklich lieber.
Das sehe ich so nicht. Auch früher haben kleiner Teams schon auf Kraft und Athletik gesetzt. Sehe da keinen Unterschied zu früher.
Der Hauptunterschied ist, dass die kleinen Teams sich Taktisch ganz anders verhalten und nun verstanden haben wie man im Team verteidigt, Abstände, Räume, etc....
Das sich diese Teams auch im taktischen Bereich sehr große Fortschritte, habe ich nie bestritten aber wie du sagst es liegt nicht allein an Kraft und Athletik, sage ich es liegt nicht allein am taktischen Verhalten/Verständnis.
Fußballprofis haben doch im Normalfall eine auf ihr Spiel zugeschnittene Robustheit. Wenn man einem Flo Wirtz sagt, pack 10 kg Muskelmasse drauf, dann ist das ein anderer Spieler. Und das deutsch Team hatte auch genügend "Büffel", mit Tah, Rüdiger Nmecha, Pavlovic ist jetzt auch nicht schmal.
Wenn man härte will kann man Dominik Kohr mitnehmen, der kann dann mit Rüdiger das Duo der Irren bilden.
Ob jetzt ein Schweinsteiger oder Khedira vor einem Nmecha oder Pavlovic sind, wage ich mal zu bezweifeln. Bei den Verteidigern sowieso nicht.
Naja die zugeschnittene Robustheit, entspricht auch der Robustheit die ein Trainer(team) möchte bzw. auch in gewissermaßen der Spieler.
Nochmal es geht mir um Nichten darum und hab ich auch nie geschrieben, 11 Büffel auf dem Spielfeld zu haben.
Ich hab mir mal die Mühe gemacht und verschiedene Stammspieler von der WM 2014 und WM 2026 positionstreu zu vergleichen:
| 2014 | Größe / Gewicht | 2026 | Größe / Gewicht | Unterschied |
|---|
| Jérôme Boateng | 1,92 m / 90 kg | Jonathan Tah | 1,95 m / 98 kg | Tah +3 cm, +8 kg |
| Bastian Schweinsteiger | 1,83 m / 79 kg | Aleksandar Pavlović | 1,88 m / 80 kg | Pavlović +5 cm, +1 kg |
| Sami Khedira | 1,89 m / 90 kg | Felix Nmecha | 1,90 m / 80 kg | Nmecha +1 cm, −10 kg |
| Toni Kroos | 1,83 m / 76 kg | Jamal Musiala | 1,84 m / 72 kg | Musiala +1 cm, −4 kg |
| Miroslav Klose | 1,84 m / 83 kg | Kai Havertz | 1,93 m / 82 kg | Havertz +9 cm, −1 kg |
Mit Tah hast du recht, hätte ich auch nie gedacht, dass er so einen Unterschied zu Boateng hat, daher Asche über mein Haupt.
Es fehlt an einem Plan oder wie es der oben genannte Schweinsteiger bei afrikanischen Teams ausdrückt, es ist wild.
Da widerspreche ich dir auch in keinster Weise aber mir ging es jetzt erstmal allein um das Thema Robustheit/Zweikampf etc. und nicht allein um Härte wie du mir mit deinem Dominik Kohr-Vergleich andichten wolltest. Wie oben geschrieben es ging mir um die Balance der Spielertypen innerhalb der Mannschaft.