🇩🇪 DSV-Adler


Danke für die Statistik @Benjamin 👍🏻
Sie ist ja irgendwie eine Antwort auf meinen Post. Und da möchte ich doch etwas zu schreiben.
Es ist uns - glaube ich - allen bewusst, dass es für das deutsche Team noch viel Arbeit mit Blick auf den Saisonstart gibt. Klingenthal hat uns das vor Augen geführt. Es ist uns auch bewusst, dass aus dem Nachwuchsbereich im Moment zu wenig nachkommt, um auch Druck auf die Etablierten zu machen. Ja, es ist klar, dass Wellinger, Geiger und Paschke Ü30 sind, aber wir werden uns wohl noch auf sie verlassen müssen, bis die ganz Jungen wie Bayer und Unglaube den Sprung ins A-Team schaffen. Vielleicht gelingt Roth doch noch der Sprung nach oben, wie es Hoffmann vergangenes Jahr gelungen ist oder davor Paschke. Ja, Raimund ist derjenige, der zunächst einmal die Hoffnungen tragen muss. Aber da muss auch er erst einmal das bestätigen, was ihm vergangene Saison gelungen ist.
Vielleicht müssen wir uns auch daran gewöhnen, dass wir mal kleinere Brötchen backen müssen. Wer weiß… (ich hoffe es nicht).

Ja, so ähnlich sehe ich das ja auch; und das dürften auch die Befürchtungen von @Schwarz-Rot-Gold-Adler und @Steigerwald sein. Nur wenn Adler so etwas schreibt, dann ist die Standardreaktion eben oft, dass ihm Pessimismus unterstellt wird, und das, obwohl er mit seinen Einschätzungen meist gar nicht so weit daneben liegt. Das wollte ich mit der Statistik verdeutlichen: Die kleineren Brötchen backen wir eigentlich schon seit mehreren Jahren - wenn sie noch kleiner werden, dann landen wir wirklich irgendwann wieder in der Rohwein-Zeit.

Ich will dabei auch sicher nicht die Olympische Goldmedaille von Philipp Raimund vergessen. Aber gefühlt ist es eben auch in den letzten Jahren so gewesen, dass man irgendwie darauf gehofft hat, dass man bei der Medaillenentscheidung von der Normalschanze eine eher mäßige Saison noch retten kann. Das hat mehrmals auch geklappt, aber man kann sich eben - wie du ja auch schreibst, nicht darauf verlassen, dass das so weiter geht.

Und das ist eben der Punkt: Ich kann mir gut vorstellen, dass Max Unglaube, Ben Bayer und Luca Roth die beste Saison ihrer bisherigen Karriere springen. Aber wenn Philipp Raimund und Andreas Wellinger nicht zünden, dann fürchte ich, dass uns der für die Stimmung so wichtige Spitzenmann fehlen wird.

Mich stört etwas anderes. Es gibt also eine Info zu einem Lehrgang. Eine simple Info, die man nicht einordnen kann, weil man eben nicht weiß, was sich seit Klingenthal getan hat, im DSV und bei den anderen Nationen. Aber allein der Fakt, dass es Paschke war, der der Beste beim heutigen Tag war, ist natürlich ein Albtraum und lässt mal wieder einige schwärzer als schwarz malen.

Ich kann das - gerade weil ich ja weiß, dass du Pius Paschke gern magst - gut verstehen: Es wird gepostet, dass Pius Paschke im Training der Beste war, und die erste Reaktion darauf ist negativ. Und es ist nicht das erst Mal, dass das vorkommt.

Meiner Ansicht nach ist das aber nicht negativ gegenüber Pius Paschke gemeint, sondern es steckt die Befürchtung dahinter, dass er mit seinen 36 Jahren nicht mehr in der Lage sein wird, absolute Spitzenplätze im Weltcup zu belegen. Und wenn dann die anderen schwächer springen als er, dann muss man befürchten, dass sie ebenfalls ein gutes Stück von der Spitze entfernt sind. Und das ist der Grund, warum das negativ aufgefasst wird.

Ja, ich bin auch etwas skeptisch, wie sich das entwickeln wird. Aber dass ich hier gleich die Entlassung von Mitter nach einer Saison prophezeie, ist halt einfach überzogen.
Ja, womöglich muss man die Nachwuchsarbeit hinterfragen. Warum schaffen wir es nicht, mehr jüngere Springer ins Team zu integrieren und an die Weltspitze zu führen? Etwas, was den Österreichern im Gesamten gelingt. Aber auch die Norweger mit Lindvik und Forfang haben Athleten im Alter von Hoffmann und Wellinger. Die Polen leb(t)en jahrelang von Stoch, Kubacki, Żyła. Erst Tomasiak konnte das durchbrechen. Domen Prevc ist da separat zu sehen, aber ansonsten sind es Lanišek und mit Abstrichen Zajc, die das Team tragen, aber ansonsten kommt auch da von anderen zu wenig.
Wir haben nun mal im Moment die Situation so wie sie ist. Klar, kann ich lamentieren, nur kritisieren, den Untergang heraufbeschwören. Aber nur lamentieren ist auch keine Lösung. Wird auch Athleten wie Welli und Karle, die lange Jahre für Erfolge gesorgt haben, nicht gerecht.

Wobei mich gerade bei den Slowenen wundert, dass deren Aussichten oft so schlecht beurteilt werden. Ja, sie waren in der letzten Saison von der mannschaftlichen Breite her erstaunlich schwach - aber das war eigentlich eher eine Ausnahme. Hinzu kommt, dass bei ihnen einige vielversprechende Talende wie Oblak, Faletic, Jancar oder Kramer in den Startlöchern stehen; dazu gibt es eine Zwischengeneration mit Mogel, Kos, Masle, die alle (?) jünger sind als beispielsweise Luca Roth. Das heißt, wenn man ihn nicht abschreibt - was man nicht tun sollte - dann sollte man es bei den betreffenden Slowenen auch nicht tun. Auch bei den Norwegern gibt es den ein oder anderen jüngeren Springer wie Langmo. Bei den Polen entwickeln sich die jungen Springer so allmählich; neben Tomasiak und Joniak machen da ja auch Waszek und mittelfristig Lukasczyk Hoffnung.
 
Paschke ist es halt auch oft nicht gelungen, die gute Form dann wirklich auch lange zu halten. Ich denke schon, dass er stärker sein wird als letztes Jahr, aber für was reicht das dann wirklich? Über Plätze zwischen 10 und 15 kann man schon glücklich sein. Ich erwarte ihn zum Start so um Platz 15.
Ich meine den Pessimismus, den ich hier sicherlich etwas übertrieben zur Schau gestellt habe, stammt jetzt nicht unbedingt aus den von tiger geschilderten Trainingseindrücken. Vielmehr ist es das Wochenende in Klingenthal, das skeptisch stimmt. Ja, auch da hatte Paschke einen sehr guten Trainingssprung, aber alles in allem gab es da keinerlei Ausreißer nach oben, sei es von Wellinger, Geiger, Hoffmann oder Raimund. Das war einfach durch die Bank viel zu wenig. Klingenthal ist meist schon ein ziemlich guter Indikator, ganz im Gegensatz zu den August-Wettbewerben, die meiner Meinung nach sehr wenig aussagen.

Das ganz große Problem sind halt die körperlichen Problemen von Raimund. Der ist einfach der Einzige, dem ich wirklich zutraue, da vorne mitzuspringen. Bei Hoffmann glaube ich eher an eine Ausreißer-Saison und Plätze um die 15 bis 20. Das können Wellinger und Geiger auch schaffen, aber da ist es schon etwas enttäuschend, dass die positive Tendenz aus dem letzten Winter offenbar im Sommer nicht angehalten hat. Gerade bei Wellinger sehe ich seit den neuen Anzügen schlichtweg kein ausreichendes Vertrauen in das System in der Phase nach dem Absprung.

Beyer und Unglaube sind die hoffnungsvollsten Springer in Hinblick auf die Zukunft, aber die Kohlen müssen andere aus den Feuer holen.


Die Abwärts-Tendenz dauert im Team schon länger an. Die Normalschanzen-Medaillen haben das in den letzten beiden Saisons etwas überdeckt, auf der Großen hatten wir auch da deutliche Probleme. So kannste weder bei der Tournee noch im Gesamt-Weltcup was reißen
 
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