Biathlon-Fan
Bankspieler
- Beiträge
- 20.199
- Punkte
- 113
Einleitung
Noch 21 Tage: Dann starten die Biathleten mit der Mixed-Staffel in die Olympischen Spiele 2026 in Mailand–Cortina. Erstmals werden die Athleten dabei nicht gemeinsam mit anderen Sportarten in einem zentralen Olympischen Dorf untergebracht sein, sondern etwas abseits im wunderschönen Antholzertal wohnen. Denn auch wenn die Südtirol Arena offiziell zum sogenannten Cortina-Cluster gehört, liegen rund 1:30 Stunden Fahrzeit zwischen der Arena und dem Olympischen Dorf in Cortina. Entsprechend haben sich viele Teams Unterkünfte in unmittelbarer Nähe der Wettkampfstätte gesichert.
Nach 20 Jahren kehren die Olympischen Spiele damit nach Mitteleuropa zurück. Wie bereits 2006 finden die Winterspiele erneut in Italien statt – dieses Mal jedoch verteilt auf die Regionen Mailand und Cortina, während die Spiele 2006 noch kompakt in Turin in der Region Piemont ausgetragen wurden.
Austragungsort, Strecken & Schießstand
Antholz ist eine kleine Gemeinde im Osten Südtirols mit knapp 3.000 Einwohnern, östlich von Bruneck gelegen. Alljährlich finden hier Biathlon-Weltcuprennen statt, nun darf sich Antholz erstmals auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele freuen. Für dieses Großereignis wurde das Stadion umfassend modernisiert und erweitert. Die markanteste Neuerung ist der neue Zieleinlauf, der – ähnlich wie am Holmenkollen – direkt oberhalb des Schießstandes entlangführt. An den Strecken selbst wurde hingegen nichts verändert. Nach dem Testweltcup im vergangenen Jahr fiel das Fazit durchweg positiv aus.
Die Strecken liegen auf knapp 1.600 Metern Höhe und bewegen sich damit auf einem vergleichbaren Niveau wie die vergangenen Olympiaorte Zhangjiakou, Krasnaja Poljana oder San Sicario. Vom Profil her sind sie jedoch deutlich einfacher, wodurch das gesamte Feld läuferisch eng zusammenrücken wird.
Entschieden werden die Wettbewerbe daher vor allem am Schießstand in der Arena, die Platz für rund 19.000 Zuschauer bietet. Der Schießstand gilt im Vergleich zu den Strecken als einer der anspruchsvollsten im Biathlon. Zum einen kommen die Sportler aus einem Anstieg direkt ins Stadion, zum anderen sorgt die dünne Höhenluft für eine höhere körperliche Belastung. Auch die teils starken und wechselnden Winde haben in der Vergangenheit immer wieder für einige Fehler gesorgt.
Um sich optimal an die Höhe zu gewöhnen, haben die Teams den gesamten Sommer über zahlreiche Trainingslager in der Höhe absolviert. Auch die unmittelbare Olympiavorbereitung werden die meisten Athleten erneut in Höhenlagen bestreiten.
Wettkampfprogramm
Das Wettkampfprogramm der Biathleten ist weitgehend identisch mit jenem von Peking vor vier Jahren. Die wichtigsten Änderungen bestehen darin, dass die Wettbewerbe erst einen Tag später, am Sonntag, den 8. Februar 2026, beginnen. Zudem entfällt ein Ruhetag zwischen Einzel und Sprint. Zudem absolvieren dieses mal zunächst die Herren ihre Rennen, bevor die Frauen am Folgetag starten. Dadurch wird auch die Mixed-Staffel in einer neuen Reihenfolge ausgetragen: Erstmals eröffnen die Herren den Wettbewerb, während die Frauen die Staffel beenden. In diesem Format wird die Mixed-Staffel somit erstmals bei Olympischen Spielen gelaufen.
Auf die Mixed-Staffel folgen die Einzelrennen, ehe am zweiten Wochenende Sprint- und Verfolgungswettbewerbe auf dem Programm stehen. In der zweiten Woche werden die Staffelrennen ausgetragen, bevor die Olympischen Spiele am dritten und letzten Wochenende mit den Massenstarts ihren Abschluss finden.
In den Disziplinen Einzel, Sprint und Verfolgung dürfen die Nationen jeweils bis zu vier Athleten stellen. Für den Massenstart qualifizieren sich die Medaillengewinner, die Top 15 des Weltcups sowie die punktbesten Athleten der Olympischen Spiele. Auch hier sind maximal vier Starter pro Nation zugelassen – es sei denn, eine Nation stellt mehr als vier Medaillengewinner, in diesem Fall dürfen alle Medaillengewinner antreten.
Favoriten
Klare Favoriten für die Einzel- und Staffelrennen zu benennen, ist in dieser Saison eine echte Herausforderung. Bei den Herren standen bislang bereits 13 verschiedene Athleten auf dem Podium, bei den Frauen sogar 14. In den Staffelrennen erreichten bei den Herren vier unterschiedliche Nationen das Podest, bei den Frauen waren es sogar sechs. Eine Mixed-Staffel wurde bisher erst einmal ausgetragen, sodass hier bislang lediglich drei Nationen Podestplätze verbuchen konnten.
Für das deutsche Team gelten drei bis vier Medaillen als realistisches Ziel. Diese Einschätzung wurde unter anderem auch von ARD-Experte Arnd Peiffer als Wunschmarke formuliert.
Favoriten Herren
Gesamtweltcupstand Herren nach Ruhpolding:
Auch wenn es keine klaren Favoriten gibt, gehen bei den Herren die Norweger dennoch als absolute Topfavoriten in diese Olympischen Spiele. Bei den vergangenen Spielen in Peking gewannen sie mit sieben Medaillen die meisten Medaillen im Herren-Biathlon. Und obwohl in dieser Saison die Bø-Brüder fehlen, standen mit Johan-Olav Botn, Martin Uldal, Vetle Sjåstad Christiansen, Johannes Dale-Skjevdal und Isak Leknes Frey gleich fünf verschiedene Norweger auf dem Podium. Hinzu kommt mit Sturla Holm Lægreid der Gesamtweltcupsieger der Vorsaison, sodass eine ähnliche Medaillenausbeute wie vor vier Jahren keineswegs überraschend wäre.
Als größter Herausforderer gilt der aktuelle Gesamtweltcupführende Tommaso Giacomel. Der Italiener konnte in dieser Saison bereits vier Rennen gewinnen und wird zusätzlich vom Heimvorteil profitieren. Doch auch die laufstarken Schweden um Sebastian Samuelsson und Martin Ponsiluoma standen in dieser Saison mehrfach auf dem Podest und wollen in Antholz nach Medaillen greifen. Gleiches gilt für die starken Franzosen um Éric Perrot, Émilien Jacquelin und Quentin Fillon Maillet, die nicht nur in dieser Saison, sondern insbesondere bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in der Lenzerheide gezeigt haben, dass sie stets zu den Medaillenkandidaten zählen.
Aus deutscher Sicht liegen die größten Einzelchancen bei Philipp Nawrath und Philipp Horn, die in dieser Saison beide bereits Podestplätze feiern konnten. Die besten Medaillenaussichten haben die deutschen Herren jedoch in der Staffel. Betrachtet man die bisherigen Ergebnisse, dürfte es hier vor allem zu einem Dreikampf mit Schweden und Italien um die Bronzemedaille kommen. Die Staffeln aus Norwegen und Frankreich gelten auf dem Papier als zu stark, doch bei Olympischen Spielen ist alles möglich, sodass auch diese Teams ihre Medaille noch lange nicht sicher haben.
Favoriten Frauen
Gesamtweltcupstand Frauen nach Ruhpolding:
Bei den vergangenen Olympischen Spielen in Zhangjiakou war Norwegen mit sechs Medaillen die erfolgreichste Nation im Frauenbiathlon. Diese Medaillenzahl zu wiederholen, dürfte diesmal jedoch eine große Herausforderung werden. In der laufenden Saison konnte nur Maren Kirkeeide überzeugen, die damit in nahezu jedem Rennen zum engen Favoritenkreis zählt.
Blickt man auf die jüngsten Ergebnisse im Januar, kommen die Topfavoritinnen aktuell wohl aus Schweden – allen voran die Öberg-Schwestern. Sie konnten in Oberhof und Ruhpolding drei der vier Rennen für sich entscheiden. Hanna ist bereits Olympiasiegerin und weiß, wie man sich optimal auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet, während Elvira in Peking ebenfalls zwei Einzelmedaillen gewinnen konnte.
Ebenfalls zu beachten sind die Französinnen, die insbesondere bei den letzten Weltmeisterschaften in Nove Mesto und der Lenzerheide in überragender Form waren und die Medaillenentscheidungen dominierten. An erster Stelle steht dabei die aktuelle Gesamtweltcupführende Lou Jeanmonnot. Hinzu kommen Justine Braisaz-Bouchet, derzeit die schnellste Läuferin im Feld, sowie Julia Simon, die in Oberhof aufsteigende Form bewies, zuletzt jedoch angeschlagen war. Auch die jungen Camille Bened und Océane Michelon standen in dieser Saison bereits auf dem Podest und träumen von ihrer ersten Olympiamedaille.
Ganz oben auf der Rechnung stehen zudem die beiden Italienerinnen Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi, die sich in dieser Saison so stark präsentieren wie seit Langem nicht mehr und bereits mehrfach auf dem Podium standen. Ergänzt wird der Favoritenkreis durch die Saisonsiegerinnen Lisa Theresa Hauser und Suvi Minkkinen. Besonders Letztgenannte beeindruckt mit großer Konstanz und herausragenden Schießleistungen.
Aus deutscher Sicht verlief diese Weltcupsaison bislang alles andere als überzeugend. Noch keine Athletin konnte in diesem Winter das Podest erreichen. Eine Einzelmedaille wäre daher bereits eine große Überraschung, auch wenn Franziska Preuß zuletzt wieder ansteigende Form zeigte und bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr alle überstrahlte.
Große Hoffnungen setzt das deutsche Team in die Frauenstaffel. Eine Medaille zu gewinnen wird jedoch so schwierig wie lange nicht mehr. Mit Frankreich, Italien, Tschechien, Schweden, Norwegen und Deutschland standen in dieser Saison bereits sechs Nationen auf dem Podest. Zudem verpassten Finnland und Österreich die Top drei nur knapp, sodass man realistisch mindestens acht Teams als Medaillenkandidaten für die Staffel einplanen muss.
Favoriten Mixed-Staffel
Relativ offen dürfte auch die Medaillenvergabe in der Mixed-Staffel sein, zumal diesmal die Frauen den Wettbewerb abschließen. Als erster Anwärter auf Gold gilt das italienische Heimquartett um Tommaso Giacomel, Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi. Der entscheidende Faktor dürfte hier der zweite Mann sein, der voraussichtlich Lukas Hofer heißen wird.
Als zweiter Topfavorit geht Norwegen ins Rennen, vor allem aufgrund der starken Männer und Maren Kirkeeide. Der Schlüssel zum Erfolg dürfte hier die zweite Frau sein, die nach den bisherigen Saisonleistungen entweder Marthe Johansen oder Karoline Knotten sein dürfte.
Hoch im Kurs steht auch Weltmeister Frankreich. Mit Quentin Fillon Maillet und Éric Perrot verfügt man bei den Herren über zwei äußerst starke Staffelläufer, während auf Frauenseite Lou Jeanmonnot gesetzt ist. Das Fragezeichen bleibt auch hier die zweite Frau. Nach den bisherigen Eindrücken dürfte die Wahl entweder auf die laufstarke Justine Braisaz-Bouchet oder auf die schießstarke Julia Simon fallen.
Obwohl Schweden bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr nur Fünfter wurde, zählt das Team in dieser Saison vielleicht sogar zu den heißesten Geheimfavoriten auf die Goldmedaille. Mit Martin Ponsiluoma, Sebastian Samuelsson, Elvira Öberg und Hanna Öberg stellen die Skandinavier das vermutlich schnellste Quartett im Feld, der Erfolg wird also maßgeblich vom Schießen abhängen.
Als Außenseiter geht auch das deutsche Quartett in die erste Medaillenentscheidung der Spiele. Mit Justus Strelow, Philipp Nawrath und Franziska Preuß dürften drei Viertel der Staffel bereits feststehen, das große Fragezeichen bleibt die zweite Frau. Medaillenchancen sind für das deutsche Team durchaus vorhanden, auch wenn andere Nationen aktuell etwas höher einzuschätzen sind.
Noch 21 Tage: Dann starten die Biathleten mit der Mixed-Staffel in die Olympischen Spiele 2026 in Mailand–Cortina. Erstmals werden die Athleten dabei nicht gemeinsam mit anderen Sportarten in einem zentralen Olympischen Dorf untergebracht sein, sondern etwas abseits im wunderschönen Antholzertal wohnen. Denn auch wenn die Südtirol Arena offiziell zum sogenannten Cortina-Cluster gehört, liegen rund 1:30 Stunden Fahrzeit zwischen der Arena und dem Olympischen Dorf in Cortina. Entsprechend haben sich viele Teams Unterkünfte in unmittelbarer Nähe der Wettkampfstätte gesichert.
Nach 20 Jahren kehren die Olympischen Spiele damit nach Mitteleuropa zurück. Wie bereits 2006 finden die Winterspiele erneut in Italien statt – dieses Mal jedoch verteilt auf die Regionen Mailand und Cortina, während die Spiele 2006 noch kompakt in Turin in der Region Piemont ausgetragen wurden.
Austragungsort, Strecken & Schießstand
Antholz ist eine kleine Gemeinde im Osten Südtirols mit knapp 3.000 Einwohnern, östlich von Bruneck gelegen. Alljährlich finden hier Biathlon-Weltcuprennen statt, nun darf sich Antholz erstmals auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele freuen. Für dieses Großereignis wurde das Stadion umfassend modernisiert und erweitert. Die markanteste Neuerung ist der neue Zieleinlauf, der – ähnlich wie am Holmenkollen – direkt oberhalb des Schießstandes entlangführt. An den Strecken selbst wurde hingegen nichts verändert. Nach dem Testweltcup im vergangenen Jahr fiel das Fazit durchweg positiv aus.
Die Strecken liegen auf knapp 1.600 Metern Höhe und bewegen sich damit auf einem vergleichbaren Niveau wie die vergangenen Olympiaorte Zhangjiakou, Krasnaja Poljana oder San Sicario. Vom Profil her sind sie jedoch deutlich einfacher, wodurch das gesamte Feld läuferisch eng zusammenrücken wird.
Entschieden werden die Wettbewerbe daher vor allem am Schießstand in der Arena, die Platz für rund 19.000 Zuschauer bietet. Der Schießstand gilt im Vergleich zu den Strecken als einer der anspruchsvollsten im Biathlon. Zum einen kommen die Sportler aus einem Anstieg direkt ins Stadion, zum anderen sorgt die dünne Höhenluft für eine höhere körperliche Belastung. Auch die teils starken und wechselnden Winde haben in der Vergangenheit immer wieder für einige Fehler gesorgt.
Um sich optimal an die Höhe zu gewöhnen, haben die Teams den gesamten Sommer über zahlreiche Trainingslager in der Höhe absolviert. Auch die unmittelbare Olympiavorbereitung werden die meisten Athleten erneut in Höhenlagen bestreiten.
| Streckenlänge | Wettbewerb | Höhenmeter | Toleranzbereich |
|---|---|---|---|
| 2,0km | Mixed-Staffel, Verfolgung Frauen, Staffel Frauen | 65 Höhenmeter | 55 bis 80 Höhenmeter |
| 2,5km | Sprint Frauen, Verfolgung Herren, Staffel Herren, Massenstart Frauen | 82 Höhenmeter | 70 bis 100 Höhenmeter |
| 3,0km | Einzel Frauen, Massenstart Herren | 88 Höhenmeter | 80 bis 120 Höhenmeter |
| 3,3km | Sprint Herren | 108 Höhenmeter | 90 bis 135 Höhenmeter |
| 4km | Einzel Herren | 122 Höhenmeter | 110 bis 160 Höhenmeter |
Wettkampfprogramm
Das Wettkampfprogramm der Biathleten ist weitgehend identisch mit jenem von Peking vor vier Jahren. Die wichtigsten Änderungen bestehen darin, dass die Wettbewerbe erst einen Tag später, am Sonntag, den 8. Februar 2026, beginnen. Zudem entfällt ein Ruhetag zwischen Einzel und Sprint. Zudem absolvieren dieses mal zunächst die Herren ihre Rennen, bevor die Frauen am Folgetag starten. Dadurch wird auch die Mixed-Staffel in einer neuen Reihenfolge ausgetragen: Erstmals eröffnen die Herren den Wettbewerb, während die Frauen die Staffel beenden. In diesem Format wird die Mixed-Staffel somit erstmals bei Olympischen Spielen gelaufen.
Auf die Mixed-Staffel folgen die Einzelrennen, ehe am zweiten Wochenende Sprint- und Verfolgungswettbewerbe auf dem Programm stehen. In der zweiten Woche werden die Staffelrennen ausgetragen, bevor die Olympischen Spiele am dritten und letzten Wochenende mit den Massenstarts ihren Abschluss finden.
In den Disziplinen Einzel, Sprint und Verfolgung dürfen die Nationen jeweils bis zu vier Athleten stellen. Für den Massenstart qualifizieren sich die Medaillengewinner, die Top 15 des Weltcups sowie die punktbesten Athleten der Olympischen Spiele. Auch hier sind maximal vier Starter pro Nation zugelassen – es sei denn, eine Nation stellt mehr als vier Medaillengewinner, in diesem Fall dürfen alle Medaillengewinner antreten.
| Tag, Datum | Uhrzeit | Wettbewerb | Olympiasieger 2022 | Weltmeister 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Sonntag, 08. Februar | 14.05 Uhr | 4x6km Mixed Staffel (H+F) | Norwegen | Frankreich |
| Dienstag, 10. Februar | 13.30 Uhr | 20km Einzel Herren | Quentin Fillion-Maillet | Eric Perrot |
| Mittwoch, 11. Februar | 14.15 Uhr | 15km Einzel Frauen | Denise Herrmann-Wick | Julia Simon |
| Freitag, 13. Februar | 14.00 Uhr | 10km Sprint Herren | Johannes Thingnes Bö | Johannes Thingnes Bö |
| Samstag, 14. Februar | 14.45 Uhr | 7,5km Sprint Frauen | Marte Olsbu Roeiseland | Justine Braisaz-Bouchet |
| Sonntag, 15. Februar | 11.15 Uhr | 12,5km Verfolgung Herren | Quentin Fillion-Maillet | Johannes Thingnes Bö |
| Sonntag, 15. Februar | 14.45 Uhr | 10km Verfolgung Frauen | Marte Olsbu Roeiseland | Franziska Preuß |
| Dienstag, 17. Februar | 14.30 Uhr | 4x7,5km Staffel Herren | Norwegen | Norwegen |
| Mittwoch, 18. Februar | 14.45 Uhr | 4x6km Staffel Frauen | Schweden | Frankreich |
| Freitag, 20. Februar | 14.15 Uhr | 15km Massenstart Herren | Johannes Thingnes Bö | Endre Stroemsheim |
| Samstag, 21. Februar | 14.15 Uhr | 12,5km Massenstart Frauen | Justine Braisaz-Bouchet | Elvira Öberg |
Favoriten
Klare Favoriten für die Einzel- und Staffelrennen zu benennen, ist in dieser Saison eine echte Herausforderung. Bei den Herren standen bislang bereits 13 verschiedene Athleten auf dem Podium, bei den Frauen sogar 14. In den Staffelrennen erreichten bei den Herren vier unterschiedliche Nationen das Podest, bei den Frauen waren es sogar sechs. Eine Mixed-Staffel wurde bisher erst einmal ausgetragen, sodass hier bislang lediglich drei Nationen Podestplätze verbuchen konnten.
Für das deutsche Team gelten drei bis vier Medaillen als realistisches Ziel. Diese Einschätzung wurde unter anderem auch von ARD-Experte Arnd Peiffer als Wunschmarke formuliert.
Favoriten Herren
Gesamtweltcupstand Herren nach Ruhpolding:
| 1. Platz | Tommaso Giacomel | 736 Punkte |
| 2. Platz | Eric Perrot | 654 Punkte |
| 3. Platz | Sebastian Samuelsson | 640 Punkte |
| 4. Platz | Johan-Olaf Botn | 560 Punkte |
| 5. Platz | Johannes Dale-Skjevdal | 501 Punkte |
| 6. Platz | Quentin Fillion-Maillet | 457 Punkte |
| 7. Platz | Martin Ponsiluoma | 456 Punkte |
| 8. Platz | Vetle Sjaastad Christiansen | 429 Punkte |
Auch wenn es keine klaren Favoriten gibt, gehen bei den Herren die Norweger dennoch als absolute Topfavoriten in diese Olympischen Spiele. Bei den vergangenen Spielen in Peking gewannen sie mit sieben Medaillen die meisten Medaillen im Herren-Biathlon. Und obwohl in dieser Saison die Bø-Brüder fehlen, standen mit Johan-Olav Botn, Martin Uldal, Vetle Sjåstad Christiansen, Johannes Dale-Skjevdal und Isak Leknes Frey gleich fünf verschiedene Norweger auf dem Podium. Hinzu kommt mit Sturla Holm Lægreid der Gesamtweltcupsieger der Vorsaison, sodass eine ähnliche Medaillenausbeute wie vor vier Jahren keineswegs überraschend wäre.
Als größter Herausforderer gilt der aktuelle Gesamtweltcupführende Tommaso Giacomel. Der Italiener konnte in dieser Saison bereits vier Rennen gewinnen und wird zusätzlich vom Heimvorteil profitieren. Doch auch die laufstarken Schweden um Sebastian Samuelsson und Martin Ponsiluoma standen in dieser Saison mehrfach auf dem Podest und wollen in Antholz nach Medaillen greifen. Gleiches gilt für die starken Franzosen um Éric Perrot, Émilien Jacquelin und Quentin Fillon Maillet, die nicht nur in dieser Saison, sondern insbesondere bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in der Lenzerheide gezeigt haben, dass sie stets zu den Medaillenkandidaten zählen.
Aus deutscher Sicht liegen die größten Einzelchancen bei Philipp Nawrath und Philipp Horn, die in dieser Saison beide bereits Podestplätze feiern konnten. Die besten Medaillenaussichten haben die deutschen Herren jedoch in der Staffel. Betrachtet man die bisherigen Ergebnisse, dürfte es hier vor allem zu einem Dreikampf mit Schweden und Italien um die Bronzemedaille kommen. Die Staffeln aus Norwegen und Frankreich gelten auf dem Papier als zu stark, doch bei Olympischen Spielen ist alles möglich, sodass auch diese Teams ihre Medaille noch lange nicht sicher haben.
Favoriten Frauen
Gesamtweltcupstand Frauen nach Ruhpolding:
| 1. Platz | Lou Jeanmonnot | 718 Punkte |
| 2. Platz | Suvi Minkkinen | 582 Punkte |
| 3. Platz | Maren Kirkeeide | 576 Punkte |
| 4. Platz | Hanna Oeberg | 560 Punkte |
| 5. Platz | Elvira Oeberg | 506 Punkte |
| 6. Platz | Anna Magnusson | 501 Punkte |
| 7. Platz | Camille Bened | 441 Punkte |
| 8. Platz | Dorothea Wierer | 399 Punkte |
Bei den vergangenen Olympischen Spielen in Zhangjiakou war Norwegen mit sechs Medaillen die erfolgreichste Nation im Frauenbiathlon. Diese Medaillenzahl zu wiederholen, dürfte diesmal jedoch eine große Herausforderung werden. In der laufenden Saison konnte nur Maren Kirkeeide überzeugen, die damit in nahezu jedem Rennen zum engen Favoritenkreis zählt.
Blickt man auf die jüngsten Ergebnisse im Januar, kommen die Topfavoritinnen aktuell wohl aus Schweden – allen voran die Öberg-Schwestern. Sie konnten in Oberhof und Ruhpolding drei der vier Rennen für sich entscheiden. Hanna ist bereits Olympiasiegerin und weiß, wie man sich optimal auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet, während Elvira in Peking ebenfalls zwei Einzelmedaillen gewinnen konnte.
Ebenfalls zu beachten sind die Französinnen, die insbesondere bei den letzten Weltmeisterschaften in Nove Mesto und der Lenzerheide in überragender Form waren und die Medaillenentscheidungen dominierten. An erster Stelle steht dabei die aktuelle Gesamtweltcupführende Lou Jeanmonnot. Hinzu kommen Justine Braisaz-Bouchet, derzeit die schnellste Läuferin im Feld, sowie Julia Simon, die in Oberhof aufsteigende Form bewies, zuletzt jedoch angeschlagen war. Auch die jungen Camille Bened und Océane Michelon standen in dieser Saison bereits auf dem Podest und träumen von ihrer ersten Olympiamedaille.
Ganz oben auf der Rechnung stehen zudem die beiden Italienerinnen Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi, die sich in dieser Saison so stark präsentieren wie seit Langem nicht mehr und bereits mehrfach auf dem Podium standen. Ergänzt wird der Favoritenkreis durch die Saisonsiegerinnen Lisa Theresa Hauser und Suvi Minkkinen. Besonders Letztgenannte beeindruckt mit großer Konstanz und herausragenden Schießleistungen.
Aus deutscher Sicht verlief diese Weltcupsaison bislang alles andere als überzeugend. Noch keine Athletin konnte in diesem Winter das Podest erreichen. Eine Einzelmedaille wäre daher bereits eine große Überraschung, auch wenn Franziska Preuß zuletzt wieder ansteigende Form zeigte und bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr alle überstrahlte.
Große Hoffnungen setzt das deutsche Team in die Frauenstaffel. Eine Medaille zu gewinnen wird jedoch so schwierig wie lange nicht mehr. Mit Frankreich, Italien, Tschechien, Schweden, Norwegen und Deutschland standen in dieser Saison bereits sechs Nationen auf dem Podest. Zudem verpassten Finnland und Österreich die Top drei nur knapp, sodass man realistisch mindestens acht Teams als Medaillenkandidaten für die Staffel einplanen muss.
Favoriten Mixed-Staffel
Relativ offen dürfte auch die Medaillenvergabe in der Mixed-Staffel sein, zumal diesmal die Frauen den Wettbewerb abschließen. Als erster Anwärter auf Gold gilt das italienische Heimquartett um Tommaso Giacomel, Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi. Der entscheidende Faktor dürfte hier der zweite Mann sein, der voraussichtlich Lukas Hofer heißen wird.
Als zweiter Topfavorit geht Norwegen ins Rennen, vor allem aufgrund der starken Männer und Maren Kirkeeide. Der Schlüssel zum Erfolg dürfte hier die zweite Frau sein, die nach den bisherigen Saisonleistungen entweder Marthe Johansen oder Karoline Knotten sein dürfte.
Hoch im Kurs steht auch Weltmeister Frankreich. Mit Quentin Fillon Maillet und Éric Perrot verfügt man bei den Herren über zwei äußerst starke Staffelläufer, während auf Frauenseite Lou Jeanmonnot gesetzt ist. Das Fragezeichen bleibt auch hier die zweite Frau. Nach den bisherigen Eindrücken dürfte die Wahl entweder auf die laufstarke Justine Braisaz-Bouchet oder auf die schießstarke Julia Simon fallen.
Obwohl Schweden bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr nur Fünfter wurde, zählt das Team in dieser Saison vielleicht sogar zu den heißesten Geheimfavoriten auf die Goldmedaille. Mit Martin Ponsiluoma, Sebastian Samuelsson, Elvira Öberg und Hanna Öberg stellen die Skandinavier das vermutlich schnellste Quartett im Feld, der Erfolg wird also maßgeblich vom Schießen abhängen.
Als Außenseiter geht auch das deutsche Quartett in die erste Medaillenentscheidung der Spiele. Mit Justus Strelow, Philipp Nawrath und Franziska Preuß dürften drei Viertel der Staffel bereits feststehen, das große Fragezeichen bleibt die zweite Frau. Medaillenchancen sind für das deutsche Team durchaus vorhanden, auch wenn andere Nationen aktuell etwas höher einzuschätzen sind.