Knapp 48 Stunden ist es her, dass wir sang- und klanglos und auf peinlicher, beschämender Art und Weise aus der Champions-League rausgeflogen sind.
Und, wie wenig überraschend – es sind (leider) noch keine Köpfe gerollt, aber „hey“ – es ist ja die Wohlfühloase BVB – da herrscht Friede, Freude, Eierkuchen – Konsequenzen? Fehlanzeige.
Ich habe mir neben dem Live-Spiel am Mittwoche Abend gestern und heute noch einige Male die vier Gegentore angeschaut. Und je öfter ich sie mir angeschaut habe, desto öfter kam ich zu dem Ergebnis, dass der Herr Kobel auch an allen vier Gegentoren maßgeblich beteiligt war.
Gegentor zum 0:1
Der Ball wird auf der linken Außenbahn flach in den Strafraum gespielt. Bensebaini braucht nicht mal zum Ball gehen, in ihn hineingrätschen oder ihn klären oder sonst was – warum sagt Kobel nicht zu ihm, „Weg da – ich nehm´ ihn“ (?) und schnappt sich den Ball – der Bergamo-Spieler war doch noch weit weg. Zauberwort hier = „Kommunikation“ – Kobel muss sich einfach nur bemerkbar machen, den Ball aufnehmen und dann passiert nix und gar nix und das Gegentor fällt nicht.
Gegentor zum 0:2
Der Ball wird auf der linken Außenbahn hoch in den Strafraum gespielt. Kobel kommt aus dem Tor und faustet den Ball nach vorne. Warum tut er das – es ist weit und breit kein Spieler von Bergamo in seiner (unmittelbarer) Nähe. Er kann den Ball locker fangen und gut ist. Und wenn ich einen Ball per Faust klären will, unabhängig davon, ob eine Gefahrensituation vorliegt oder nicht, dann nicht nach vorne, sondern irgendwo hin, wo keine Gefahr für das eigene Team entsteht. Die Faustabwehr war völlig unnötig. Und auch dann muss Kobel, nach dem der Schuss vom Bergamo-Spieler erfolgt, klar zu Bensebaini kommunizieren, dass er weggehen soll bzw. aus seinem Sichtfeld gehen soll, damit Kobel den Ball halten kann. Ohne das Abfälschen des Balls von Bensebaini, hätte Kobel den Ball gehabt. Auch hier wieder das Zauberwort = „Kommunikation“ / Und tut Kobel den Ball aus der Luft fangen, passiert auch hier nix – kein Gegentor, nix, gar nix.
Gegentor zum 0:3
Das Gegentor resultiert aus einem Einwurf für Bergamo, der auch nur entsteht, weil Anton vorher einen total sinnlosen Querschläger mit dem Ball schlägt und ihn ins Aus befördert. Klärt Anton den Ball vernünftig, wie sich das als Abwehrspieler gehört, kommt es nicht zum Einwurf und kommt es nicht zum Gegentor. Beim Gegentor verschätzt sich Bensebaini und fliegt unterm Ball durch. Des Weiteren fliegt der Ball in Richtung des Fünfmeterraumes. Heißt, hier muss Kobel raus und vor dem Bergamo-Spieler an den Ball kommen und ihn aus der Gefahrensituation bringen.
Gegentor zum 1:4
Über dieses Gegentor wurde hier schon viel geschrieben. In der Szene hat man wieder klar und deutlich gesehen, wie miserabel und limitiert Kobel mit dem Ball am Fuß ist. Auch wenn Kobel in dem Spiel noch den einen oder anderen Ball pariert hat und er im Laufe dieser Saison (gerade in der Bundesliga) schon oftmals zu Null gespielt hat etc. – für mich ist Kobel insgesamt dennoch nur ein durchschnittlicher Keeper – erst recht, wenn man zurückdenkt, welche Keeper das BVB-Tor bereits gehütet haben. Keeper, wie Weidenfeller, Klos oder auch Langerak (auch wenn er leider nicht so oft gespielt hat) waren um Längen besser als Kobel. Ich halte selbst sogar Meyer (aktuell die Nummer 2 beim BVB) für besser als Kobel, vor allem, was die Ballbeherrschung am Fuß betrifft. Nach dem Spiel am Mittwoch gehört Kobel auf die Bank und für den Rest der Saison muss Meyer die Nummer 1 sein (werden).
Das Spiel am Mittwoch war glaube ich das erst dritte oder vierte Spiel in der gesamten Spielzeit 2025/2026, welches ich vom BVB live gesehen habe. Wie bereits schon mal erwähnt – ich kann mir diesen Fußball unter Kovac nicht anschauen. Mittwoch hat es vor allem zeitlich gepasst (vernünftige Anstoßzeit mit 18:45 Uhr), mal den BVB wieder live anzuschauen. Es war erschreckend mit an zu sehen, wie schwach und limitiert die Spieler am Ball sind – keine vernünftige Ballannahme, keine vernünftige Ballmitnahme, ganz schlechte und miserable Ballbeherrschung – das war einfach nur unterklassiges spielerisches Niveau, was die Jungs da auf dem Platz abgeliefert haben. Pässe von nur wenigen Metern kommen ungenau zum Mitspieler an. Pässe werden ohne Druck, ohne Geschwindigkeit, sondern mit einer Lahmarschigkeit und Ungenauigkeit gespielt. Einfach nur beschämend das spielerische Niveau des BVB´s und man muss es auch klar und deutlich sagen – die Spieler haben es einfach auch nicht drauf. Spielerische Top-Qualität hat keiner von denen. Ganz selten blitzt mal sowas auf, aber dann ist alles wieder nur schlecht.
Und Kovac soll verdammt noch mal endlich aufhören mit dieser „Schei…“ defensiv ausgerichteten Spielformation und Spieltaktik. Borussia Dortmund ist ein Verein, der nicht für defensiv ausgerichteten Fußball steht. Der BVB steht für „Powerplay“-Fußball (früher, zum Beispiel zu Klopp-Zeiten, habe ich immer gesagt, „Schwarz-Gelber Power-Express-Fußball“), für Emotionen, Leidenschaft – und nicht für so ein lahmarschigen, stinklangweiligen Fußball, wo man aufpassen muss, das man nicht schon nach fünf Minuten einschläft. Stellt der Kovac in jedem Spiel maximal zwei, wenn er (anscheinend) einen guten Tag hat), maximal drei Offensivspieler auf. Das muss man sich mal vorstellen – zwei bzw. drei Offensivspieler – 2 / 3 von 10 Feldspielern, die Offensivspieler sind. Das geht einfach nicht – das geht nullkommanull!
Des Weiteren hat mich am Mittwoch gewundert, warum Schlotterbeck nicht gespielt hat. Wenn ein Spieler es in den Spieltagskader schafft, dann gehe ich davon aus, dass der Spieler zu 100 Prozent fit ist. Ich nehme als Trainer keinen Spieler in den Spieltagskader, der (noch) nicht bei 100 Prozent ist. Das wäre fatal. Dadurch, dass Schlotterbeck am Mittwoch im Spieltagskader stand, gehört er für mich auch in die Startelf. Und ich lasse doch lieber einen Schlotterbeck, der nicht so lange außer Gefecht war, spielen, als einen Can, der glaub´ ich länger ausfiel. Und man hat klar und deutlich gesehen, das haben einige hier auch angemerkt, dass Can bei weitem nicht (richtig) fit war. Wenn Kovac schlau gewesen wäre am Mittwoch, dann hätte er Anton, Schlotterbeck und Reggiani spielen lassen sollen – kein Can in der Innenverteidigung, kein Bensebaini in der Innenverteidigung. Da hat Kovac mit Schlotterbeck und Reggiani zwei etatmäßige Innenverteidiger zur Verfügung, setzt diese aber auf die Bank und lässt dagegen zwei nicht gelernte Innenverteidiger (Can und Bensebaini) spielen. Am Mittwoch hat sich Kovac, mal wieder bzw. zum wiederholten Male, komplett vercoacht. Immer wieder erstaunlich, dass Kovac immer und immer dieselben Fehler macht. Aus Fehlern lernen kann er nicht.
Der momentane zweite Platz in der Bundesliga täuscht auch gewaltig. Eigentlich gehört der BVB maximal so auf Platz 5-7, weil Teams, wie Leipzig, Leverkusen, Frankfurt und vielleicht noch ein „Überraschungsverein“, den es fast immer gibt in jeder Saison, müssten vor dem BVB stehen. Nur, Leipzig, Leverkusen, Frankfurt sind halt auch schwach in dieser Saison und holen halt nicht die Punkte, wie der BVB es macht und das ist halt das große Glück, was der BVB hat. Im Normalfall, wenn man mal überlegt, wie viele Punkte man bisher auch auf glücklicher Art und Weise geholt in dieser Bundesligasaison, dann stünde man maximal auf Platz 5 – 7. Und das das wäre auch eine gerechte Platzierung.
Eines steht (für mich jedenfalls) fest – im Sommer diesen Jahres muss eine komplette Runderneuerung beim BVB her und zwar auf allen Ebenen = Kehl weg, Ricken weg, Kovac weg, Sammer weg und bis auf ganz wenige Spieler muss der komplette Kader umgekrempelt werden. Es muss einfach ein kompletter Neustart her – nur so besteht die Möglichkeit, den seit Jahren schleichenden Abwärtstrend bzw. Absturz zu stoppen. Einmal komplett rigoros aufräumen den ganzen Laden, einmal komplett den Neustart „drücken“ und wieder da hinkommen, wo der BVB hingehört und was man als Fan vom BVB (im positiven Sinne) sehen will…