Laura Siegemund hat gestern Abend im Aktuellen Sportstudio über ihre momentane Auszeit vom Tenniszirkus gesprochen. Ihre letzten Matches hat sie in Wimbledon diesen Sommer gespielt.
Ich versuche den Inhalt kurz zusammenzufassen…
Unabhängig von ihren latenten Rückenproblemen (sie konnte teilweise nur mehr mit Sitzring sitzen oder sich auch ihre Socken nicht mehr anziehen) führte Laura hauptsächlich auch den Reisestress zwischen den Kontinenten mit den damit verbundenen Zeitumstellungen, aber auch Klima- und Belagsumstellungen sowie die Einsamkeit durch das stete Getrenntsein von zu Hause an.
Der Druck der WTA, Turniere spielen zu müssen in Kombination mit dem sportlichen Druck Preisgelder auch für ihr Team einzuspielen wurde ebenfalls angesprochen.
Sportwetten, Social Media und grölende Zuschauer waren weitere Aspekte, die erwähnt wurden.
Im Moment hält Laura sich fit, trainiert ab und an, aber reduziert und versucht, ihre körperlichen Beschwerden in den Griff zu bekommen - aber im Prinzip gönnt sie sich die Auszeit von den Turnieren. Sie nimmt sich Zeit auch mal für andere Dinge und lenkt den perspektivischen Blick auf die Zeit nach der Karriere.
Es ist Lauras Ziel, wieder auf den Court zurückzukehren, es sei eine Option, nur auf das Doppel umzuswitchen - aber die Spiele in Wimbledon sollten nicht die Letzten gewesen sein
Ich persönlich finde es gut, dass sie sich für diesen Schritt entschieden hat (nun ist sie wahrscheinlich aber auch durch ihre Erfolge in einer besseren Position als andere Spieler*innen, wenngleich sie nicht zu den Topverdienerinnen gehört). Es ist mutig, mentale und physische Probleme anzusprechen, aber noch mehr die Reißleine im Sinne einer guten Belastungssteuerung zu ziehen. Es gibt ein Leben neben und nach dem Sport. Für mich war das Gespräch einfach noch einmal Motivation, mehr nach mir selbst zu schauen.
Meine Daumen sind gedrückt, dass wir eine mentale und körperlich regenerierte Laura wieder auf dem Platz sehen, wenn sie es denn auch möchte
