Der alternative Verkehrsmittel thread (Fahrrad, e-bike, e-scooter etc)


für fußgänger dann bitte die pflicht reflektierende kleidung zu tragen
 
Helmpflicht für Minderjährige halte ich für sinnvoll, aber von erwachsenen Leuten erwarte ich dann schon, dass sie für sich selbst entscheiden können, ob sie das Risiko tragen wollen oder nicht. Da braucht man nicht wieder mit irgendwelchen Vorschriften und Verboten um die Ecke kommen. Man muss die Leute nicht erziehen oder wie Kleinkinder behandeln.
Hätte es vor 50 Jahren das Internet gegeben hätte man diesen Beitrag so wahrscheinlich auch vor der Einführung der Anschnallpflicht gelesen. :crazy:
Denke die Vergangenheit hat gezeigt, dass man viele Menschen vor sich selbst schützen muss.
 
Hätte es vor 50 Jahren das Internet gegeben hätte man diesen Beitrag so wahrscheinlich auch vor der Einführung der Anschnallpflicht gelesen. :crazy:

Oder zur Promillegrenze im Verkehr, die jetzt in der Tat ziemlich genau 50 Jahre alt ist.
Ich würde eine Helmpflicht befürworten und glaube nicht, dass es viele vom Radfahren abhalten würde. Manche Autofahrer nehmen so oder so keine Rücksicht, egal ob ein Helm getragen wird oder nicht. Und die Radfahrer, die sich überall durchschlängeln oder über Rot bügeln nehmen auch Verletzungen in Kauf, die ein Helm eben nicht verhindern kann. Es würde auf jeden Fall Sinn machen.
 
Fahre mit Helm seitdem das erste Kind mit dem Fahrrad unterwegs ist. Passt aber auch zu meinem Selbstverständnis, da ich in meiner Wahrnehmung das Fahradfahren versuche sportlich umzusetzen.
Früher hätte ich es außerhalb des Cruisens auf einem Rennrad oder MTB allerdings als etwas albern empfunden.
Nüchtern betrachtet spricht wenig gegen das Helm tragen. Die Modelle sind leicht und luftig und ich nehme auch bei Hitze keinen Komfortverlust war. Störend ist lediglich manchmal die Verwahrung beim Einkaufen etc.
Ob es wirklich staatlich reguliert werden muss - keine Ahnung. Rein subjektiv fahren seit dem Siegeszug der E-Bikes viele Radfahrer schneller als ihre Skills (Reaktions- und Fahrfähigkeit und das angemessene "lesen" der Fahrzeuge und Fußgänger) es zulassen.
 
Helmpflicht für Kinder halte ich für sinnvoll, von erwachsenen Leuten erwarte ich dann schon, dass sie für sich selbst entscheiden können, ob sie das Risiko tragen wollen oder nicht. Da braucht man nicht wieder mit irgendwelchen Vorschriften und Verboten um die Ecke kommen. Man muss die Leute nicht erziehen oder wie Kleinkinder behandeln.
Typisches Querdenker-Argument.
Am besten gar keine Verbote und Vorschriften, die Leute können doch schließlich selbst entscheiden, ob sie das Risiko, sich zu verletzen, selbst tragen wollen.
Aber warum dann eine Helmpflicht für Kinder? Deren Eltern können doch schließlich selbst entscheiden, ob sie das Beste für ihr Kind wollen... Hier soll der Staat auf einmal eingreifen?
 
"97 Prozent der Deutschen können Radfahren – acht von zehn Deutschen tun es auch regelmäßig oder unregelmäßig."

470 tote Radfahrer (davon 208 Pedelec) im Jahr 2022, wieviele durch einen Helm gerettet worden währen ist nicht zu sagen.

macht ca. 0,0007% - das schreit förmlich nach einer helmpflicht :jubel:
 
für fußgänger dann bitte die pflicht reflektierende kleidung zu tragen

Das gibt es in anderen Ländern in abgeschwächter Form tatsächlich. In Estland ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Fußgänger Reflektoren tragen müssen. Es müssen zertifizierte Reflektoren mit einer Mindestgröße sein.

Ich habe nicht erlebt, dass das kontrolliert wird, ich weiß auch nicht, wie die Strafen, ich für Touristen, ausfallen würden. Aber ich würde mal behaupten, dass da 2/3 der Leute da Reflektoren trugen. Man konnte die da allerdings auch überall in allen möglichen Varianten kaufen, als Anhänger, als "Clip" Bänder für Arme und Beine, als Anstecker, Klamotten mit Reflektoren etc.

Hab mir das von da abgeschaut und trage im Winter auch n Band an Bein und Arm auf der Straßenseite sowie einen Anhänger am Rucksack. Schaden kann es nicht, von Autofahrern gesehen zu werden
 
Typisches Querdenker-Argument.
Am besten gar keine Verbote und Vorschriften, die Leute können doch schließlich selbst entscheiden, ob sie das Risiko, sich zu verletzen, selbst tragen wollen.
Aber warum dann eine Helmpflicht für Kinder? Deren Eltern können doch schließlich selbst entscheiden, ob sie das Beste für ihr Kind wollen... Hier soll der Staat auf einmal eingreifen?
Das hat nichts mit Querdenken zu tun, sondern widerspricht sich nur mit deiner Meinung. Wenn du meine Meinung nicht akzeptieren kannst ist das dein Problem.
Das Leben ist ein Risiko, manche nehmen mehr im Kauf, andere weniger. Man könnte auch das Besteigen von 8000ern, Jumpsuit-Fliegen oder Reisen in Risikogebieten verbieten.

Warum eine Helmpflicht für Kinder? Weil die noch nicht ausreichend Lebenserfahrung und Reife haben, um Risiken abschätzen. Ich sehe nicht, warum Kindern unverantwortlichen Eltern zum Opfer fallen sollen, die es nun mal gibt. Wenn die Eltern ihre Gesundheit selbst gefährden wollen, ist das ihre Sache, aber Kinder sollten aus den gerade genannten Gründen besonders geschützt werden.
 
Man könnte auch das Besteigen von 8000ern, Jumpsuit-Fliegen oder Reisen in Risikogebieten verbieten.
Jau, toller Vergleich, es steigen ja auch so wahnsinnig viele Menschen auf 8000er oder fliegen mit Jumpsuit umher.
Schon mal daran gedacht, dass es z.B. bei Verboten im Straßenverkehr auch darum geht, das Gesundheitssystem (Krankenhäuser) nicht zu überlasten?
Wir können von mir aus alle Verbote und Vorschriften (für Erwachsene) einstampfen, wenn die Leute dann für ihre ärztliche Versorgung im Falle eines Unfalls selbst aufkommen.
 
Jau, toller Vergleich, es steigen ja auch so wahnsinnig viele Menschen auf 8000er oder fliegen mit Jumpsuit umher.
Schon mal daran gedacht, dass es z.B. bei Verboten im Straßenverkehr auch darum geht, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten?
Wir können von mir aus alle Verbote und Vorschriften (für Erwachsene) einstampfen, wenn die Leute dann für ihre ärztliche Versorgung im Falle eines Unfalls selbst aufkommen.
Dann zeige mir eine Statistik, wie das Gesundheitssystem durch Stürze vom Fahrrad überlastet wird…dann müsste man wirklich eher Süßigkeiten, Fast Food, Alkohol und Zigaretten verbieten
Im Übrigen gibt es auch schon nicht unerfolgreiche Versuche In Innenstädten, ganz ohne Schilder auszukommen.


Verbote im Straßenverkehr dienen ja ohnehin meist auch dem Zweck, andere Leute zu schützen. Wer mit 100 durch den Ort rast oder mit einem nicht mehr verkehrstüchtigen Fahrzeug unterwegs ist, gefährdet andere, der Radfahrer ohne Helm nicht. Wenn Leute meinen, sich nicht anschnallen zu müssen sehe ich das hingegen wieder als deren Problem und nicht als meines. Mal abgesehen davon, dass ich keinen Mensch kenne, der sich nicht anschnallt und zwar gewiss nicht wegen einer Vorschrift, sondern wegen gesunden Menschenverstand.



Ansonsten habe ich kein Problem, wenn Leute selbst für ihre selbst verantworteten Unfälle auch selbst aufkommen müssen. Die Frage ist nur, wo fängt man an, wo hört man auf und was ist selbstverschuldet und was nicht
 
Dann zeige mir eine Statistik, wie das Gesundheitssystem durch Stürze vom Fahrrad überlastet wird…
Im Übrigen gibt es auch schon nicht unerfolgreiche Versuche In Innenstädten, ganz ohne Schilder auszukommen.


Verbote im Straßenverkehr dienen ja ohnehin meist auch dem Zweck, andere Leute zu schützen. Wer mit 100 durch den Ort rast oder mit einem nicht mehr verkehrstüchtigen Fahrzeug unterwegs ist, gefährdet andere, der Radfahrer ohne Helm nicht. Wenn Leute meinen, sich nicht anschnallen zu müssen sehe ich das hingegen wieder als deren Problem und nicht als meines. Mal abgesehen davon, dass ich keinen Mensch kenne, der sich nicht anschnallt und zwar gewiss nicht wegen einer Vorschrift, sondern wegen gesunden Menschenverstand.



Ansonsten habe ich kein Problem, wenn Leute selbst für ihre selbst verantworteten Unfälle auch selbst aufkommen müssen. Die Frage ist nur, wo fängt man an, wo hört man auf und was ist selbstverschuldet und was nicht
Überlastung ist wahrscheinlich unglücklich gewählt.
Praktisch ist die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts bei Unfall ohne Helm ungleich höher als bei Unfall mit Helm.
Folglich kostet ein Unfall ohne Helm die Allgemeinheit Geld.

Helmpflicht für Radfahrer genießt mit Sicherheit keine Priorität.
Allerdings kann das Problem in der Zukunft aufgrund der größeren Geschwindigkeiten und der ansteigenden Verbreitung weiter zu nehmen.
 
Überlastung ist wahrscheinlich unglücklich gewählt.
Praktisch ist die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts bei Unfall ohne Helm ungleich höher als bei Unfall mit Helm.
Folglich kostet ein Unfall ohne Helm die Allgemeinheit Geld.

Helmpflicht für Radfahrer genießt mit Sicherheit keine Priorität.
Allerdings kann das Problem in der Zukunft aufgrund der größeren Geschwindigkeiten und der ansteigenden Verbreitung weiter zu nehmen.

Etwas problematisch sehe ich E-Bikes an. Dies führt nämlich dazu, dass ältere und oft auch unsichere Menschen mit Geschwindigkeiten unterwegs sind, die sie eigentlich nicht fahren sollten und mit normalen Fahrrädern nicht fahren können. Wer mit nem normalen Bike mit 30 oder mehr rumfährt, der beherrscht das Gerät normal auch und ist fit, was es dann wesentlich gefährlicher macht. Ne Helmpflicht würde ich auch bei denen nicht machen, wobei das halt schon in Richtung Mofa geht
 
Ich trage selber fast immer einen Helm und bin an den meisten Werktagen mehr als 30km mit dem Fahrrad unterwegs. Nur wenn ich am Wochenende mal die 500m die Sackgasse hoch zum Bäcker radel, dann hab ich zuweilen keinen auf.
Trotzdem stehe ich einer Helmpflicht eher skeptisch gegenüber.

Zweifelsfrei erhöht man durch das Tragen eines Helmes die eigene Sicherheit (wobei es Statistiken gibt, dass Autofahrer dazu neigen, beim Überholen weniger Abstand einzuhalten, wenn die Rad fahrende Person einen Helm trägt) und ich empfehle ihn auch durchaus ... aber ob eine Helmpflicht dadurch der richtige Ansatz wäre?

Wer den Blick in die Niederlande wagt und schaut, dass dort kaum jemand einen Helm trägt ("Woran erkennt man einen deutschen Touristen in der Niederlande? Er trägt einen Helm."), der wird auch feststellen, dass dortiges Radfahren gleichwohl sicherer ist. Natürlich gibt es auch dort (schwere) Radunfälle, aber in Relation zu den mit den Rädern zurück gelegten Kilometern vermutlich deutlich weniger als in Deutschland.
Die Rad-Infrastruktur ist dort nunmal eine ziemlich andere ... diese sicherer zu machen wäre deutlich kostenintensiver, als wenn man die Radfahrer in die Pflicht nimmt und ihnen Helme verpflichtend aufsetzt.
Das macht diese vermeintlich "einfache" und "günstige" Maßnahme reizvoll.


Anbieter von Free-Floating-Bikesharing und -Miet-E-Scootern hoffen wahrscheinlich inständig darauf, dass eine Helmpflicht für ihre Mobile nie kommen wird ... das wäre für ihr Angebot mehr oder weniger der Tod.
Wer hat schon immer einen Helm dabei, wenn er mal mehr oder weniger spontan ein Fahrrad oder einen E-Scooter mietet?
Also ich sehe auf den entsprechenden Zweirädern (ob nun mit oder ohne Sattel, ob nun mit oder ohne Akku) so gut wie nie jemand mit Helm.


Andererseits richten sich solche Miet-Angebote auch nie an (kleine) Kinder, die für die zu mietenden Räder und E-Scooter schlichtweg zu klein sind.

Eine Helmpflicht für Kinder, die auf einem Fahrrad-Kindersitz mitgenommen werden, fände ich z.B. wieder sinnvoll(er).

Wer mit dem Rad stürzt (z.B. weil einem die Vorfahrt genommen wird), der kann den eigenen Sturz eventuell mehr oder weniger "abfangen". Ein Kleinkind im Kindersitz hat diese Möglichkeit nicht. Bei einem plötzlich auftretendem Stop (z.B. durch Kollision mit einem Kotflügel) wird ggf. das Heck des Rades hochkatapultiert und das Kind landet unsanft.
 
Mal abgesehen davon, dass ich keinen Mensch kenne, der sich nicht anschnallt und zwar gewiss nicht wegen einer Vorschrift, sondern wegen gesunden Menschenverstand.

Ich verstehe hier beide Seiten, aber das ist schlicht falsch und offenbart ein grundlegendes Missverständnis zum Zusammenwirken von rechtlichen Geboten und Freiwilligkeit.

Vor Einführung der Gurtpflicht haben sich zahlreiche Fahrerinnen und Fahrer nicht angeschnallt und es gab erbitterte Diskussionen. Die Anlegequote stieg mit Einführung der Geldbuße im Jahr 1984 dann binnen weniger Monate von 58 auf 92 Prozent (Klick, unter “Anlegequoten”). Dass es inzwischen als “gesunder Menschenverstand” wahrgenommen wird, zeigt doch nur, dass Gesetze auf Dauer einen Kulturwandel bewirken können. Denn wenn man ehrlich ist, entspricht es in gleichem Maße dem gesunden Menschenverstand, beim Radfahren einen Helm zu tragen. Einen strukturellen Unterschied zur Gurtpflicht sehe ich nicht.

Vieles was heute als gesunder Menschenverstand gilt, musste gesetzlich durchgesetzt werden. Man denke nur an Rauchverbote in öffentlichen Räumen. So smart ist die breite Masse nicht.
 
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Ich verstehe hier beide Seiten, aber das ist schlicht falsch und offenbart ein grundlegendes Missverständnis zum Zusammenwirken von rechtlichen Geboten und Freiwilligkeit.

Vor Einführung der Gurtpflicht haben sich zahlreiche Fahrerinnen und Fahrer nicht angeschnallt und es gab erbitterte Diskussionen. Die Anlegequote stieg mit Einführung der Geldbuße im Jahr 1984 dann binnen weniger Monate von 58 auf 92 Prozent (Klick, unter “Anlegequoten”). Dass es inzwischen als “gesunder Menschenverstand” wahrgenommen wird, zeigt doch nur, dass Gesetze auf Dauer einen Kulturwandel bewirken können. Denn wenn man ehrlich ist, entspricht es in gleichem Maße dem gesunden Menschenverstand, beim Radfahren einen Helm zu tragen. Einen strukturellen Unterschied zur Gurtpflicht sehe ich nicht.

Vieles was heute als gesunder Menschenverstand gilt, musste gesetzlich durchgesetzt werden. Man denke nur an Rauchverbote in öffentlichen Räumen. So smart ist die breite Masse nicht.
Hm nicht immer sind Verbote ursächlich…inzwischen tragen 80 Prozent der Skifahrer einen Helm, obwohl es nicht Pflicht in Deutschland ist. Als ich vor 20 Jahren das Skifahren gelernt habe, ist praktisch niemand mit Helm gefahren, selbst die Kinder nicht. Da hat der eine Unfall mit Althaus und der Dame, die ohne Helm, die dann gestorben ist, medienwirksam sicher für ein Umdenken gesorgt, genauso die Pflicht in Teilen Österreichs, aber das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung ist auch einfach höher geworden.

Ich finde den Vergleich Anschnallen und Helm schwierig. Angeschnallt zu sein, ist nicht im geringsten etwas, das stört. Das schaltet man eigentlich komplett aus.

Ein Helm ist gerade bei warmen Temperaturen schon unangenehm (und ja es zerstört auch die Frisur. Sowas ist mir vielleicht egal, anderen aber nicht). Demnach kann man schon abwägen, zumal die Situationen unterschiedlich sind. Auf Straßen mit gefährdenden Autoverkehr, Trails und Bergab-Strecken trag ich immer Helm. Fahre ich hingegen 10 Minuten auf dem Radweg zum Training, oder mit 5-10 km/h nen Berg rauf, halte ich das Risiko für so überschaubar, dass mir der Komfort wichtiger ist
 
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