Der Wetter-Thread


Falls es wen übrigens interessiert: Kachelmann ist auf X so richtig in den infight in Österreichs Medienlandschaft im Zusammenhang mit der jetzigen Hochwasserkatastrophe eingestiegen. Er warnte schon vor einer WOche vor einem Jahrhunderthochwasser und forderte zu frühzeitigen Evakuierungen auf. Zudem kritisierte er (in seiner gewohnt teils etwas irren Wortwahl) so manchen ORF-Meteorologen und Journalisten als "Verbrecher", weil zu sehr verharmlost wurde im Vorfeld bzw. nicht genug Alarm geschlagen wurde... das setzte sich jetzt jeden Tag fort und der ORF wies seine Vorwürfe auch brüsk zurück. Ich persönlich muss sagen mir tut es bei dem Streit vor allem um die junge Garde der ORF-Meteorologen Leid, die ich hier immer wieder mit Tweets auch zitiere... die sind wirklich top und informieren umfangreich und state-of-the-Art über die Klimakrise und haben ebenso frühzeitig gewarnt. Die 60-Jährige alteingesessene Christa Kummer (quasi die Grande Dame der ORF-Meteorologie) hat hingegen zwar auch eher lasch "gewarnt", aber noch am Donnerstag live in der wichtigsten Nachrichtensendung Österreichs klar gesagt "Das hier ist jetzt Wetter und hat nichts mit der Klimakrise zu tun"... uff, das war wirklich ein Tiefschlag. Jedenfalls ist Kachelmann nun wohl wirklich auch in Österreich ein sehr bekannter Name medial...

hier wie er jetzt bspw. in einen Beef mit ORF-Journalist und Moderator Martin Thür eingestiegen ist :weghier:
 
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Demokratie, korrekt. Mehrheitsfähige Politik und ihre Kommunikation.

Problematisch dabei ist, dass die "mehrheitsfähige Politik" von FPÖ, AfD und Co. auf Lügen und Halbwissen basiert, die sich in der Regel leichter kommunzieren lassen als ein kompliziertes Thema, für dessen Lösung die Zusammenarbeit von Akademikern aus verschiedenen Disziplinen notwendig ist. Es geht dabei eben nicht nur um Spielereien, wie sich in unserer Medienlandschaft jetzt welcher "Spin" besser verkauft, sondern real um die Zukunft unserer Gesellschaft, und dafür ist diese "mehrheitsfähige Politik" beim Thema Klimawandel eben völlig ungeeignet.
 
Falls es wen übrigens interessiert: Kachelmann ist auf X so richtig in den infight in Österreichs Medienlandschaft im Zusammenhang mit der jetzigen Hochwasserkatastrophe eingestiegen. Er warnte schon vor einer WOche vor einem Jahrhunderthochwasser und forderte zu frühzeitigen Evakuierungen auf. Zudem kritisierte er (in seiner gewohnt teils etwas irren Wortwahl) so manchen ORF-Meteorologen und Journalisten als "Verbrecher", weil zu sehr verharmlost wurde im Vorfeld bzw. nicht genug Alarm geschlagen wurde... das setzte sich jetzt jeden Tag fort und der ORF wies seine Vorwürfe auch brüsk zurück. Ich persönlich muss sagen mir tut es bei dem Streit vor allem um die junge Garde der ORF-Meteorologen Leid, die ich hier immer wieder mit Tweets auch zitiere... die sind wirklich top und informieren umfangreich und state-of-the-Art über die Klimakrise und haben ebenso frühzeitig gewarnt. Die 60-Jährige alteingesessene Christa Kummer (quasi die Grande Dame der ORF-Meteorologie) hat hingegen zwar auch eher lasch "gewarnt", aber noch am Donnerstag live in der wichtigsten Nachrichtensendung Österreichs klar gesagt "Das hier ist jetzt Wetter und hat nichts mit der Klimakrise zu tun"... uff, das war wirklich ein Tiefschlag. Jedenfalls ist Kachelmann nun wohl wirklich auch in Österreich ein sehr bekannter Name medial...

hier wie er jetzt bspw. in einen Beef mit ORF-Journalist und Moderator Martin Thür eingestiegen ist :weghier:

Kann Kachelmann da gut verstehen: Der ORF hat zwar informiert, aber keine gute Präventionsarbeit geleistet. Nach wie vor viel zu wenig Ernsthaftigkeit und keine Verhaltensanweisungen usw... Es hätte einfach viel mehr Sondersendungen geben müssen und auch über Radio viel mehr informiert werden müssen. Aber wenn die alle so denken, wie Christa Kummer, kein Wunder.

Christa Kummer sagte noch am Mittwoch/Donnerstag: "es wird nicht angenehm". Ich meine, was soll das?!

Kachelmann hätte vor einer "Katastrophe" gewarnt und Verhaltensanweisungen gegeben und eindringlich gewarnt. Der ORF hat Plauderei gesendet.
 
Problematisch dabei ist, dass die "mehrheitsfähige Politik" von FPÖ, AfD und Co. auf Lügen und Halbwissen basiert, die sich in der Regel leichter kommunzieren lassen als ein kompliziertes Thema, für dessen Lösung die Zusammenarbeit von Akademikern aus verschiedenen Disziplinen notwendig ist. Es geht dabei eben nicht nur um Spielereien, wie sich in unserer Medienlandschaft jetzt welcher "Spin" besser verkauft, sondern real um die Zukunft unserer Gesellschaft, und dafür ist diese "mehrheitsfähige Politik" beim Thema Klimawandel eben völlig ungeeignet.

Die Linke ist schon daran kaputtgegangen, dass man internationale Klassenpolitik gemacht hat und wurde von einer Nationalistin wie Wagenknecht zerrieben. Die Grünen sollten sich das wirklich bitte, bitte ganz genau ansehen und verstehen, dass Bürger sich für Parteien entscheiden, die Politik für ihr Land machen.

Populisten gehören zum Leben und es nützt nun auch nichts, sich darüber zu beklagen und es mit Populismus zu kontern, der sich auf Katastrophen stürzt, um diese politisch zu missbrauchen. Und das habe ich kritisiert und das ist nun wirklich kein wilder Take, sich bei Katastrophen um Menschen und ihr Land zu kümmern, anstatt wieder eine große Flut als "Resultat der Klimakrise" kommunikativ zu beschreiben.

Das hat in 2018 bis 2020 funktioniert, aber jetzt gehen wirklich Menschen dabei drauf und Orte zeigen für Jahre die Spuren der Katastrophe. Die Grünen sollten bitte anders kommunizieren.

Denn eine nationale, regionale oder lokale "Lösung" die gibt es nicht. Man muss kein Akademiker sein, es genügt logisches Denken, dass man als Nation wirklich überhaupt nichts ausrichten kann. Klima ist global. Ohne globale Lösung geht es nicht. Wir brauchen eine populäre Klimapolitik und die lässt die Menschen vor Ort möglichst in Ruhe ihre Deiche bauen und Schwemmland schaffen und vielleicht die eine oder andere harte Umsiedelung betreiben und vor allem die notwendigerweise steigenden CO2-Preise bezahlen.
 
Die Linke ist schon daran kaputtgegangen, dass man internationale Klassenpolitik gemacht hat und wurde von einer Nationalistin wie Wagenknecht zerrieben. Die Grünen sollten sich das wirklich bitte, bitte ganz genau ansehen und verstehen, dass Bürger sich für Parteien entscheiden, die Politik für ihr Land machen.

Populisten gehören zum Leben und es nützt nun auch nichts, sich darüber zu beklagen und es mit Populismus zu kontern, der sich auf Katastrophen stürzt, um diese politisch zu missbrauchen. Und das habe ich kritisiert und das ist nun wirklich kein wilder Take, sich bei Katastrophen um Menschen und ihr Land zu kümmern, anstatt wieder eine große Flut als "Resultat der Klimakrise" kommunikativ zu beschreiben.

Das hat in 2018 bis 2020 funktioniert, aber jetzt gehen wirklich Menschen dabei drauf und Orte zeigen für Jahre die Spuren der Katastrophe. Die Grünen sollten bitte anders kommunizieren.

Denn eine nationale, regionale oder lokale "Lösung" die gibt es nicht. Man muss kein Akademiker sein, es genügt logisches Denken, dass man als Nation wirklich überhaupt nichts ausrichten kann. Klima ist global. Ohne globale Lösung geht es nicht. Wir brauchen eine populäre Klimapolitik und die lässt die Menschen vor Ort möglichst in Ruhe ihre Deiche bauen und Schwemmland schaffen und vielleicht die eine oder andere harte Umsiedelung betreiben und vor allem die notwendigerweise steigenden CO2-Preise bezahlen.
Es isr dennoch ein Fakt, dass diese starken Hochwasser die Folge des Klimawandels sind. Das darf und soll natürlich auch kommuniziert werden.
 
Kachelmann hätte vor einer "Katastrophe" gewarnt und Verhaltensanweisungen gegeben und eindringlich gewarnt.

Ganz so einfach ist das nicht. Kachelmann hätte nämlich auch für Regionen "eindringlich gewarnt", bei denen letztenendlich auch "es wird nicht angenehm" durchaus passend war, aber das erzählt er natürlich nicht. ;)
 
Man muss kein Akademiker sein, es genügt logisches Denken, dass man als Nation wirklich überhaupt nichts ausrichten kann. Klima ist global.

Dunning-Kruger ... Klima gibt es auf verschiedenen räumlichen Auflösungen, ob lokal, kontinental oder global. Dazu ist die populistische Aussage, dass man angeblich sowieso nichts "lokal" machen könne, schon reichlich absurd. Damit gehen die Leute schon seit 30 Jahre hausieren und verhindern Änderungen, bei denen lokal eine Reduktion des Ausstosses klimawirksamer Gase erreicht werden könnte, was sich dann global auch auswirken würde.

Ohne globale Lösung geht es nicht. Wir brauchen eine populäre Klimapolitik und die lässt die Menschen vor Ort möglichst in Ruhe ihre Deiche bauen und Schwemmland schaffen und vielleicht die eine oder andere harte Umsiedelung betreiben und vor allem die notwendigerweise steigenden CO2-Preise bezahlen.

Wenn man behauptet, dass es Klimawandel gar nicht gibt, braucht es auch keine "Deiche" oder "Schwemmland". Wenn man durch politische Eingebungen dafür sorgt, dass man Anpassungsmaßnahmen auf Basis von max. +1.5° C macht, dann reicht das bei 2 bis 3 K mehr eben nicht mehr aus. Du unterschätzt auch heute noch, wie massiv das Problem überhaupt ist, wenn Du glaubst, dass ein paar Deiche, Schwemmland und ein paar "harte" Umsiedlungen ausreichen werden.
 
Ganz so einfach ist das nicht. Kachelmann hätte nämlich auch für Regionen "eindringlich gewarnt", bei denen letztenendlich auch "es wird nicht angenehm" durchaus passend war, aber das erzählt er natürlich nicht. ;)

Naja, aber Kachelmanns Punkt ist ja der, dass man auch dort hätte evakuieren können. Wenn es dann "umsonst" war, ist das ja nicht weiter schlimm. Im Gegensatz dazu, wenn man nicht evakuiert und es dann aber doch einen Grund gegeben hätte
 
Naja, aber Kachelmanns Punkt ist ja der, dass man auch dort hätte evakuieren können. Wenn es dann "umsonst" war, ist das ja nicht weiter schlimm. Im Gegensatz dazu, wenn man nicht evakuiert und es dann aber doch einen Grund gegeben hätte

Klar, aber wie viel Vertrauen wird man in Zukunft haben, wenn man regelmäßig evakuiert, weil sich im Ensemble mögliche Extremereignisse zeigen, die dann aber nicht eintreten? Zudem kann man nicht alle Menschen vor sich selbst schützen. Die Warnungen für extreme Niederschläge wurde am Do. 11:30 für die jetzt betroffenen Gebiete in NÖ und Wien herausgegeben (höchste Warnstufe rot, schon am Mi. 18:00 gab es die zweithöchste Stufe). In Wien blieb es unter den Erwartungen, in Teilen NÖ ist der Niederschlag höher ausgefallen. Die Behörden haben insbesondere in den stark betroffenen Gebieten rechtzeitig lokal gewarnt und Anweisungen gegeben. Kachelmann hat da auch einfach gar nicht den Einblick, wie die Abläufe sind/waren.
 
Naja, aber Kachelmanns Punkt ist ja der, dass man auch dort hätte evakuieren können. Wenn es dann "umsonst" war, ist das ja nicht weiter schlimm. Im Gegensatz dazu, wenn man nicht evakuiert und es dann aber doch einen Grund gegeben hätte
das war auch mein erster Reflex, aber wie mystic sagt und auch auf X haben das verschiedene Journalisten und Experten dann zurecht kritisiert, ist das in der Praxis dann nicht so einfach im Sinne von "lieber zu schnell alle gewarnt und evakuiert, als zu spät". Das ist in der THeorie natürlich richtig, aber was das in der praktischen Umsetzung mit der Evakuierung von zehntausenden Leuten bedeutet (es wurden ja regional viele MEnschen sowieso evakuiert bzw. rechtzeitig zum Verlassen Ihrer Häuser aufgefordert), vergisst Kachelmann dann vielleicht und schaut halt nur auf seine Disziplin der Meteorologie mit möglichen (und regional schwer vorhersagbaren) Hochwassern. Denn selbst mit regionalen Rekordniederschlägen - die natürlich sehr genau vorhergesagt wurden - ist ja nicht gesagt, dass dann auch die Dämme halten oder nicht halten und es zu großräumigen Überschwemmungen kommen muss. Aus Polen hört man ja, dass dort bei vielen Warnungen vonseiten der Bevölkerung nicht reagiert wurde und die Menschen relativ stur in ihren Häusern geblieben sind - und dann in Extremsituationen samt entsprechenden Gefahren auch für die Rettungskräfte - geraten sind.
 
Ganz ehrlich...Kachelmann sollte man auf X ohnehin eher meiden. Ich verstehe seine Reaktion jetzt etc. aber ganz rund läuft der doch ohnehin nicht mehr
 
Ich habe genügend Diskussionen von Kachelmann im bekanntesten Wetterforum mitbekommen.

Es war schon sehr bezeichnend, dass er alle mit Sie angesprochen hat, und nur selbst mit Sie angesprochen werden wollte. Er hat mit der Evakuierung schon einen sehr wunden Punkt. Den hatte er beim Ahrtal.

Nur wenn du Leute überzeugen willst, von deiner Meinung, ist auch immer von Vorteil, wenn du nicht von purer Arroganz tropfst. Das ist wiederum nicht seine Stärke.

Ansonsten sind die Wettermodelle frühzeitig relativ klar gewesen. Ich habe es hier erwähnt. Bilder sind erschütternd, aber etwas was leider zunehmend wahrscheinlicher wird. Das ist sicher nicht nur Wetter.
 
das war auch mein erster Reflex, aber wie mystic sagt und auch auf X haben das verschiedene Journalisten und Experten dann zurecht kritisiert, ist das in der Praxis dann nicht so einfach im Sinne von "lieber zu schnell alle gewarnt und evakuiert, als zu spät".

Das sind halt Themen, mit denen man sich vermehrt beschäftigen muss, weil man seit Jahrzehnten den A*** nicht hochbekommt und eine Klimawandel-Verharmloser-Partei nach der anderen wählt.

Dann tritt noch sowas ein:

Aus Polen hört man ja, dass dort bei vielen Warnungen vonseiten der Bevölkerung nicht reagiert wurde und die Menschen relativ stur in ihren Häusern geblieben sind - und dann in Extremsituationen samt entsprechenden Gefahren auch für die Rettungskräfte - geraten sind.

...und man stellt fest, dass zu viele Menschen anscheinend überhaupt keine Hilfe wollen - weil ist ja mit Aufwand verbunden. Mir tut's dann nur um die Vernünftigen leid.
 
Ganz ehrlich...Kachelmann sollte man auf X ohnehin eher meiden. Ich verstehe seine Reaktion jetzt etc. aber ganz rund läuft der doch ohnehin nicht mehr

Nach der ganzen Bild-Schwarzer-Kacke ist er offensichtlich sehr verbittert geworden. Bescheidenheit war jetzt vorher auch nicht eines seiner prominentesten Wesenszüge, aber seitdem wurde es noch schlimmer (irgendwie auf eine traurige Art und Weise auch nachvollziehbar). Dass es im Endeffekt bei der Kommunikation des Themas nicht hilft, bei dem er natürlich eine ausgezeichnete Expertise hat, ist auch klar.
 
Das sind halt Themen, mit denen man sich vermehrt beschäftigen muss, weil man seit Jahrzehnten den A*** nicht hochbekommt und eine Klimawandel-Verharmloser-Partei nach der anderen wählt.

Dann tritt noch sowas ein:



...und man stellt fest, dass zu viele Menschen anscheinend überhaupt keine Hilfe wollen - weil ist ja mit Aufwand verbunden. Mir tut's dann nur um die Vernünftigen leid.
volle Zustimmung. Spannend fand ich nur das bisschen Durchscrollen in den Kommentar-Spalten der Boulevard-Online-Medien oder auf X - hui, da hatten wohl einige FPÖ-WählerInnen so ihren kleinen Hallo-Wach-Moment, dass das jetzt alles doch nicht "ganz normal" ist und die Hochwassersituation durchaus mit dem Klimawandel zusammenhängt und vor allem: die Leute einfach massive Schäden am eigenen Leib spüren oder zumindest Probleme bekommen. Ob es sich an der Wahlurne auswirken wird? Ich bezweifle es leider
 
volle Zustimmung. Spannend fand ich nur das bisschen Durchscrollen in den Kommentar-Spalten der Boulevard-Online-Medien oder auf X - hui, da hatten wohl einige FPÖ-WählerInnen so ihren kleinen Hallo-Wach-Moment, dass das jetzt alles doch nicht "ganz normal" ist und die Hochwassersituation durchaus mit dem Klimawandel zusammenhängt und vor allem: die Leute einfach massive Schäden am eigenen Leib spüren oder zumindest Probleme bekommen. Ob es sich an der Wahlurne auswirken wird? Ich bezweifle es leider

Wurde hier im Sub ja glaube ich letztens angesprochen, im Endeffekt sind die Ausgaben zur Einschränkung des Klimawandels immer noch deutlich günstiger als wenn man ständig die ganzen Schäden der Auswirkungen bezahlen muss. Soweit denkt man aber leider nicht, zumindest nicht so dass es mehrheitsfähig wäre. Da sind wir dann bei Einsteins These zur menschlichen Dummheit.
 
Dunning-Kruger ... Klima gibt es auf verschiedenen räumlichen Auflösungen, ob lokal, kontinental oder global. Dazu ist die populistische Aussage, dass man angeblich sowieso nichts "lokal" machen könne, schon reichlich absurd. Damit gehen die Leute schon seit 30 Jahre hausieren und verhindern Änderungen, bei denen lokal eine Reduktion des Ausstosses klimawirksamer Gase erreicht werden könnte, was sich dann global auch auswirken würde.
Wenn ich weniger reise (oder sonstige CO2-sparende Maßnahme durchführe), dann helfe ich nicht meinem Ort, meiner Region, meinem Land vor den Auswirkungen des Klimawandels. Das ist das, was ich meine. Meine lokale Entscheidung hat natürlich globale Einflüsse, aber nicht für mich und meine Mitmenschen. Deswegen ist lokal-gerichtete Klimapolitik niemals populär. Die Flutkatastrophe wurde maßgeblich von global steigenden Meerestemperaturen verursacht!

Wenn wir über CO2-Budgets sprechen, würde meine Einsparung sogar eher Exzesse von meinen Mitbürgern erlauben (oder Klimaschutz-Maßnahmen von chinesischen Betrügern...). Daher ist es komplett logisch und keinerlei komplexes akademisches Problem, dass politische Lenkung auf irgendwelche lokale Partikularmaßnahmen (flavor of the year climate product) herausgeworfenes Geld ist.

Solange es keine globale, egoistische, also marktgerechte Lösung für Klimaschutz gibt, wird es nicht funktionieren. Stattdessen werden reihenweise diejenigen abgewählt und schlimmstenfalls marginalisiert, die das Klima wirklich schützen wollen. D.h. die politische Macht ist nachhaltig bedroht, je unbeliebter man sich macht.
Wenn man behauptet, dass es Klimawandel gar nicht gibt, braucht es auch keine "Deiche" oder "Schwemmland". Wenn man durch politische Eingebungen dafür sorgt, dass man Anpassungsmaßnahmen auf Basis von max. +1.5° C macht, dann reicht das bei 2 bis 3 K mehr eben nicht mehr aus. Du unterschätzt auch heute noch, wie massiv das Problem überhaupt ist, wenn Du glaubst, dass ein paar Deiche, Schwemmland und ein paar "harte" Umsiedlungen ausreichen werden.
Du verstehst meine Beiträge offensichtlich nicht. Ich halte den Klimawandel genau wie du für die größte Herausforderung für die Menschen auf diesem Planeten. Ich halte nur die Lenkungspolitik von Deutschland für völlig Banane und sie sorgt dafür, dass wir hier über eine Laufzeit von Dekaden immer weniger in Klimaschutz investieren können, einfach weil uns das Geld dafür fehlen wird und sie sorgt dafür, dass die Grünen weniger politische Macht in der Zukunft ausüben können.
 
Wenn wir schon dabei sind: Die ÖVP war damals übrigens gegen den Bau der Donauinsel. Man kann die Österreicher hier ja mal fragen, wie das Hochwasser ohne die Donauinsel ausgegangen wäre.
 
Wenn wir schon dabei sind: Die ÖVP war damals übrigens gegen den Bau der Donauinsel. Man kann die Österreicher hier ja mal fragen, wie das Hochwasser ohne die Donauinsel ausgegangen wäre.
Ja das ist absolut richtig und ich denke Wien wäre komplett abgesoffen ohne diesen sensationell guten Hochwasserschutz - der nebenbei zu 99% der Zeit als wunderbares Naherholungsgebiet für die Wiener Bevölkerung dient ;) die ÖVP fasst das Thema von vor 50 Jahren natürlich kein bisschen mehr an.. musste aber bei dem einen oder anderen Tweet dieser Tage auch daran denken

Edit: hier ein starkes Beispiel wie ein „eigentlich“ FPÖ Wähler durch den jetzt erlittenen Schicksalsschlag wohl auch politisch ein Stück weit umdenkt:
 
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