Das Jahr 2026 war insgesamt noch relativ ruhig, an diesem Wochenende zieht es aber gewaltig an. Da stehen so einige Hochkaräter vor die Tür, entsprechend lohnend ist es wohl mal wieder eine ausführliche Vorschau abzuliefern

Das ist wohl auch meine letzte vielleicht gewesen, da mir für Februar ein neues Projekt vorschwebt.
Freitag, den 30.01.2026
Austragungsort: International Boxing Center in Moskau, Russland
Ausrichter: IBA.Pro
Übertragung:
17 Uhr kostenlos auf YouTube
Murad Khalidov (11-0) #76 vs. Jose Larduet (15-1) #61, Schwergewicht:
Die IBA verfügt ebenfalls über eine Profisparte, in der dieser Kampf das Mainevent darstellt. Es handelt sich um einen Zehn-Runden-Kampf, der auch auf BoxRec eingetragen werden soll.
Larduet war ein exzellenter Amateurboxer und wechselte 2019 zu den Profis, wo er in Deutschland bei Universum Box-Promotion unterschrieb. Zu diesem Zeitpunkt wollte Ismail Özen mit der Ottodynastie im Rücken ganz oben angreifen, und Larduet schien hierfür eine passende internationale Personalie zu sein. Nach einer vielversprechenden Aufbauphase konnte bei Larduet jedoch der finale Schritt konstant nicht vollzogen werden, und im Dezember 2024 musste er beim WBC-Kongress in Hamburg seine erste Niederlage hinnehmen. Damit schien der 35-jährige Kubaner mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
Seitdem folgten zwei Aufbaukämpfe, und Larduet möchte nun den großen internationalen Kampf nutzen, um sich für weitere gute Gelegenheiten zu empfehlen. Es ist womöglich seine letzte wirklich gute Chance, denn das Auswärtsspiel in Russland ist gewiss nicht einfach. Khalidov ist ein bekannter Bare-Knuckle-Kämpfer in Russland, der in seinem letzten Kampf überraschend den ehemaligen Top-Amateur Sergey Kuzmin stoppte. Es war ein maximal harter und ansehnlicher Kampf, der gewiss zu den besten Schwergewichtsschlachten des vergangenen Jahres zählte. Ein Duell gegen Larduet verspricht entsprechend nicht nur spannend, sondern auch stilistisch attraktiv zu werden, denn beide Schwergewichte lieben es, in der Nahdistanz auszuteilen. Ein echtes Highlight auf dem Papier für alle Schwergewichtsfans!
David Surov (Debüt) vs. Luis Alfredo Alcantara Guerrero (11-0), #253 Schwergewicht: Auf der Undercard werden primär weitere starke IBA-Personalien zu sehen sein, darunter beispielsweise der Amateurweltmeister im Superschwergewicht von 2025, David Surov. Er gibt sein Profidebüt gegen den ungeschlagenen Guerrero, der zwar eine KO-Quote von über 90 Prozent vorweisen kann, diese jedoch gegen konstant schwache Aufbaugegner erzielte. Entsprechend bleibt fraglich, ob er gegen einen Amateurweltmeister wirklich mithalten kann.
Zudem sind zwei Vize-Amateurweltmeister auf der Undercard vertreten, darunter
Edmond Khudoyan, der sein Profidebüt im Minimumgewicht direkt in einem Zehn-Runden-Kampf um den WBA-Asia-Titel gegen den ungeschlagenen
Jeplex Quirante (6-0) bestreitet.
Insgesamt präsentiert sich diese IBA-Pro-Veranstaltung auf einem sehr starken Niveau und wird zudem einen Doubleheader im Schwergewicht bieten. Durch die nationale Verbindung mit Larduet und Universum ist es ein mehr als reizvolles Event für deutsche Boxsportfreunde.
DMG Boxing ist eine schnell wachsende Promotion in den USA, die einige interessante Kämpfer unter Vertrag hat. Normalerweise werden die Veranstaltungen im teuren PPV-Format ausgestrahlt, die kommende Veranstaltung Night of Champions VII ist allerdings kostengünstig über Triller zu sehen.
Cassius Chaney (24-3) #161 vs. Alexander Flores (20-5-1) #176, Schwergewicht:
Ein gut gematchtes US-amerikanisches Schwergewichtsduell. Chaney sorgte im November 2023 für Schlagzeilen, als er den ehemaligen regulären WBA-Titelträger Trevor Bryan bewusstlos schlug. Danach folgten jedoch eine klare Punktniederlage gegen Michael Hunter um den WBA-Gold-Titel sowie eine überraschende Punktniederlage gegen Junior Anthony Wright. Dadurch manövrierte sich Chaney aus der erweiterten Weltspitze in die Top 200 zurück, was eine enttäuschende Entwicklung darstellt.
Sein Hauptproblem ist die fehlende Athletik. Er verfügt zweifellos über enorme Schlagkraft, kann diese jedoch aufgrund seiner steifen Herangehensweise gegen bewegliche Kontrahenten kaum ausspielen. Nun trifft er auf Flores, der gegen starke Gegner meist den Kürzeren zieht, grundsätzlich aber durchaus boxen kann. Auf dem Papier ein enger Kampf, der entsprechend spannend zu verfolgen ist. Kann Flores Chaney ebenfalls ausboxen, oder gelingt diesem endlich wieder ein überzeugender Sieg, um sich in Richtung Top 100 vorzuarbeiten?
Lawrence King (18-1) #26 vs. Marco Delgado (8-6-1) #270, Halbschwergewicht:
King gilt als fähiges Prospect und stand bereits zweimal auf der Undercard von Canelo in der T-Mobile Arena in Las Vegas. Vor einigen Monaten unterschrieb er bei DMG Boxing, wo er nun seinen ersten Kampf bestreiten wird. Delgado ist auf dem Papier ein Journeyman, jedoch einer, der durchaus boxen kann. Das bewies er zuletzt gegen einen Mexikaner, den er als b-Side nach Punkten bezwang. Vermutlich handelt es sich um einen Stay-busy-Kampf, wobei King hier klar als Favorit gilt.
Die weitere Card hält noch einige zusätzliche Kämpfe bereit, darunter auch zwei weitere Schwergewichtsduelle sowie einen North American Boxing Association Light Heavy-Titelkampf mit
Samuel Arnold.
Austragungsort: Maryland Live Casino in Hanover, USA
Ausrichter: ProBox Promotions und NoXcuse Promotions
Übertragung:
Kostenlos ab 23:30 Uhr auf YouTube
Seit einigen Jahren hat sich ProBox als hervorragende Mainstream-Alternative etabliert. Das Konzept besteht aus konstant gut gematchten Kämpfen, die kostenlos zu sehen sind. Das führte schnell zu einer treuen Anhängerschaft, die am kommenden Freitag wieder etwas geboten bekommt.
Bryan Flores (27-1-1) #31 vs. Starling Castillo (20-1-1) #57, Superleichtgewicht:
Der Hauptkampf verspricht ausgeglichen und empfehlenswert zu sein. Beide Boxer sind von PBC-Veranstaltungen bekannt und stehen bei Sampson Lewkowicz unter Vertrag. Eine wirkliche a-side kann es also nicht geben.
Flores verlor 2024 knapp per geteiltem Punktentscheid gegen Lindolfo Delgado, seitdem folgte sportlich nicht mehr viel. Bei Castillo stellt sich die Lage anders dar: Er konnte zuletzt drei gute Siege in Folge einfahren, zwei davon bei ProBox. Der Kampf ist schwer zu beurteilen und auf dem Papier sehr ausgeglichen, was ihn besonders reizvoll erscheinen lässt.
Sulaiman Segawa (18-5-1) #21 vs. Rene Osvaldo Palacios (18-0-1) #133, Federgewicht:
Im Co-Mainevent steht mit Segawa eine starke Personalie im Ring, die im vergangenen Jahr den WBC-Interimsweltmeister Bruce Carrington an den Rand einer Niederlage brachte – einzig die Punktrichter teilten diesen Eindruck nicht. Mittlerweile hat sich der starke Segawa ProBox angeschlossen und kann nun befreit aufboxen, ohne Benachteiligungen befürchten zu müssen. Er trifft auf den ungeschlagenen Mexikaner Palacios, der einen eher leeren Rekord vorzuweisen hat. Entsprechend dürfte es für ihn schwer werden, gegen Segawa mitzuhalten, der mindestens als Kandidat für die erweiterte Weltspitze gilt.
Die weitere Undercard hält zudem ein interessantes Duell im Weltergewicht zwischen
Elijah Flores (10-0) und Thanjhae Teasley (13-0) bereit. Beide Boxer sind noch ungeschlagen und werden entsprechend alles daransetzen, diese Serie fortzuführen. Darüber hinaus sind weitere bekannte Namen wie
Jordan White (19-2-1) vertreten, wobei die jeweiligen Gegner deutlich unterlegen erscheinen. Insgesamt handelt es sich um eine solide Card von ProBox, wenngleich sie im Vergleich zu vorherigen Veranstaltungen etwas schwächer besetzt ist.
Samstag, den 31.01.2026
Austragungsort: World Siam Stadium in Bangkok, Thailand
Ausrichter: Highland Boxing Team
Übertragung:
7 Uhr im kostengünstigen TrillerTV+ Abo
Neben der Veranstaltung in Long Beach wird es am Samstag auch in Thailand eine Card geben, die im Abo auf TrillerTV läuft. Vermutlich wird zudem auch die Boxxer-Card auf Triller zu sehen sein. Ein lohnendes Wochenende also für ein Abo.
Prince Patel (33-1-2) #50 vs. Yahaya Mussa (11-0-1) #411, Superleichtgewicht:
Patel, ein Brite mit indischen Wurzeln, zählt zu den charismatischsten Boxern und ist als Weltenbummler sowie Titelsammler bekannt. Großbritannien, Polen, Lettland, Tschechien, Ungarn, Deutschland, Ägypten, Saudi-Arabien, Tansania und Ghana – überall war Patel bereits aktiv. Nun folgt auch ein Einsatz in Thailand, wo er sich dem ungeschlagenen Mussa stellen wird. Sicherlich keine unlösbare Aufgabe für den erfolgsverwöhnten Patel.
Rad Rashid (24-10) #239 vs. Jaskaran Singh (14-7) #588, Bridgergewicht:
Gekämpft wird um den WBC Asian Silver-Titel im Bridgergewicht. Rashid stammt aus Hessen und ist mittlerweile bereits 46 Jahre alt. Mit einem Sieg könnte er sich für einen weiteren attraktiven WBC-Titelkampf im Ausland empfehlen. Die Siegchancen gegen den Inder Singh erscheinen dabei mehr als positiv, da dieser bei Auslandsauftritten häufig vorzeitig verlor.
Die weitere Undercard hält noch zwei Duelle ungeschlagener Boxer parat: Zum einen im Federgewicht zwischen
Shakiel Iqbal (4-0) und Tirawat Bootlop (2-0), zum anderen im Superweltergewicht zwischen
Alessandro Grippa (2-0) und Kampanat Kongon (1-0). Darüber hinaus sind zahlreiche Aufbaukämpfe angesetzt.
Austragungsort: York Hall in London, England
Ausrichter: Trinity Entertainment Boxing
Übertragung:
Kostenlos ab 18:20 Uhr auf YouTube
Alban Bermeta (20-0-1) #19 vs. Armenak Hovhannisyan (15-5-1) #411, Halbschwergewicht:
Der Hauptkampf dieser kleineren York-Hall-Show liest sich auf dem Papier sehr deutlich, muss sich in der Praxis jedoch nicht zwingend so darstellen. Der Albaner Bermeta ist hervorragend gerankt, hat bislang jedoch überwiegend keine hochkarätigen Gegner vor die Fäuste gehabt. Umso spannender wäre es, zu sehen, wie er sich gegen einen wirklich starken Gegner schlagen würde.
Hovhannisyan war durchaus einer dieser Boxer, die zwar einige Kämpfe verloren, dabei jedoch stets gut aussahen. So lobte ihn beispielsweise sein ehemaliger Gegner Altin Zogaj und stellte fest, dass Hovhannisyan eine seiner kniffligsten Aufgaben in der Karriere darstellte. Die große Frage lautet jedoch, ob er mit 39 Jahren noch den nötigen Biss und die physischen Voraussetzungen mitbringt, um weiterhin auf hohem Niveau gegenzuhalten, oder ob dies im Jahr 2026 nicht mehr der Fall ist. Das wird sich am Samstag in London zeigen.
Die Undercard hält darüber hinaus nicht mehr viel bereit. Neben einigen Aufbaukämpfen wird zumindest ein solides Co-Main-Event im Schwergewicht geboten, in dem
Jonathan Palata (8-1) auf Simon Ibekwe (6-0) trifft. Insgesamt handelt es sich jedoch lediglich um ein kostenloses YouTube-Event.
Austragungsort: Sydbank Arena in Kolding, Dänemark
Ausrichter: Primetime Boxing
Übertragung: 20 Uhr auf DAZN
In Kooperation mit Goldstars wird die Primetime Fight Night Vol. 6 so einiges bieten. Darunter befindet sich ein mehr als spannender Hauptkampf mit Beteiligung eines AGON-Sports-Schützlings.
Jacob Bank (17-0) #13 vs. William Scull (23-1) #17, Supermittelgewicht:
Bank steht bei Spencer Brown unter Vertrag und konnte im letzten Kampf groß auftrumpfen. Gegen den ehemaligen WBA-Champion Tyron Zeuge setzte er ein echtes Ausrufezeichen und stoppte diesen sogar vorzeitig. Damit unterstrich Bank eindrucksvoll, dass er zu den absoluten Top-Leuten seiner Gewichtsklasse zählt. Nun soll ein weiterer Ex-Weltmeister seinen Weg ganz nach oben ebnen: William Scull.
Der Kubaner Scull steht bei AGON Sports unter Vertrag und gilt als exzellenter Defensivkünstler. Er wurde IBF-Weltmeister, nachdem er Vladimir Shishkin bezwungen hatte. Im vergangenen Jahr erhielt er zudem die große Gelegenheit, in Riad um sämtliche Titel gegen Boxsuperstar Canelo anzutreten. Nach zwölf ereignisarmen Runden verlor Scull den Kampf knapp nach Punkten. Insgesamt war es keine schlechte Leistung, da er bewies, dass er selbst einen P4P-Boxer neutralisieren kann – dennoch zeigten sich viele Boxsportfreunde enttäuscht und verärgert über den Kubaner.
Eine zweite Niederlage in Folge würde die Ambitionen von Scull massiv beeinträchtigen. Grundsätzlich kann man Bank aufgrund des Heimvorteils als Favoriten betrachten, doch aufgrund der stilistischen Konstellation ist der Kampf sehr spannend und vermutlich ausgeglichen. Die entscheidende Frage lautet, wie sich Scull präsentieren wird, um auswärts auch Runden auf den Scorecards zu gewinnen. Ausgeglichene Runden mit wenigen Treffern auf beiden Seiten gehen tendenziell an den Heimboxer, weshalb Scull angehalten ist, mutiger und offensiver zu boxen – doch kann er das?
Helfen soll dabei ein Trainerwechsel. Mit Franquis Aldama war Scull bereits zu kubanischen Amateurzeiten ein Team, der ihn später auch zum IBF-Weltmeister formte. Für neuen Wind soll nun Ernesto Aroche sorgen, der Scull erstmals auf dem Weg zum angestrebten Sieg betreuen wird.
Dina Thorslund (23-0) vs. Almudena Alvarez (7-3) #31, Federgewicht:
Gekämpft wird um den WBC-Interimstitel. Thorslund ist ungeschlagen und ehemalige Weltmeisterin. Im Bantamgewicht zählte sie zu den besten P4P-Boxerinnen der Welt, gab ihre Titel jedoch aufgrund einer Schwangerschaft ab. Im vergangenen Jahr folgte die Hiobsbotschaft, als sie eine Totgeburt verkraften musste. Nach dieser schmerzlichen Erfahrung wuchs in Thorslund der Wunsch umso stärker, sportlich erneut Weltmeisterin zu werden. Gegen die 43-jährige Spanierin Alvarez soll nun zumindest ein erster Schritt dahingehend gelingen.
Carlos Castillo Rodriguez (9-0) #149 vs. Gianmarco Cardillo (12-1-2), Schwergewicht:
Ein weiterer Kubaner bei AGON Sports ist Schwergewichtler Rodriguez. Er befindet sich noch in der Aufbauphase und konnte 2024 aufgrund von Visa-Problemen leider keine Kämpfe bestreiten. Dafür folgten vier Siege im vergangenen Jahr, wodurch er sich für größere Aufgaben empfiehlt. Der erste Schritt in diese Richtung soll nun in Dänemark erfolgen, wo er auf den Italiener Cardillo trifft. Dieser sollte im vergangenen Jahr in Kanada gegen den zweifachen Olympiasieger Jalolov boxen, doch der Usbeke sagte kurzfristig ab. Nun erhält Cardillo eine neue Gelegenheit, sich im Ausland zu beweisen. Rodriguez verfügt jedoch über eine exzellente Defensive, wodurch es für den kleineren Cardillo schwer werden dürfte, wirklich in den Kampf zu finden.
Constantino Nanga (13-0) #42 vs. Vladimir Belujsky (18-11-1) #647, Halbschwergewicht:
Nanga gilt als starkes Prospect und konnte in Österreich Bernardin Jakaj verdient die Null nehmen. Seitdem ist ein IBO-Titelkampf für Nanga in England im Gespräch, der sich bislang jedoch nicht realisieren ließ. Stattdessen sollte er in Dänemark auf Alpay Yaman treffen, der sich jedoch für einen Kampf in Polen entschied, weshalb kurzfristig ein neuer Gegner gesucht werden musste.
Dieser sollte mit Issam Faiz gefunden worden sein, der ursprünglich eine Woche später in den Niederlanden hätte boxen sollen. Faiz ist Marokkaner und lebt in NRW. Sicherlich ein hungriges Prospect mit Biss, das nun auf internationaler Bühne eine große Chance erhält. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Nanga hier klar als Favorit gilt. Leider scheint Faiz nun ebenfalls raus zu sein. Der neue Gegner wird vermutlich Vladimir Belujsky lauten.
Die weitere Undercard hält zudem einen Kampf von
Oliver Zaren (18-0) bereit, der im Supermittelgewicht bei der IBF gerankt ist. Er trifft auf den soliden Weißrussen
Mikalai Vesialou (13-1-2). Insgesamt wird also einiges geboten – auch abseits des spannenden Main Events. Eine sehenswerte Veranstaltung, die entsprechend live bei DAZN verfolgt werden kann.
Austragungsort: Newcastle Arena in England
Ausrichter: Matchroom Boxing
Übertragung: Maincard ab 20 Uhr auf DAZN
Bei Matchroom steigt am Samstag eine IBF-Weltmeisterschaft im maximal interessanten Superweltergewicht. Es ist der Vorgeschmack auf den Titelvereinigungskampf später in Puerto Rico, folglich wird die Gewichtsklasse an diesem Tag maßgeblich beeinflusst.
Bakhram Murtazaliev (23-0) vs. Josh Kelly (17-1-1) #16, Superweltergewicht:
Murtazaliev gewann den IBF-Titel im März 2024 in Falkensee gegen Jack Culcay. Im Vorfeld war der Tschetschene nur schwer einzuschätzen, da er zuvor kein absolutes Topkaliber herausgefordert hatte. Gegen Culcay krönte er sich nach einem rasanten und brutalen Kampf zum Weltmeister, doch es war ein maximaler Arbeitssieg, bei dem Murtazaliev große Mühe hatte.
Viele sahen in Murtazaliev daraufhin einen eher schwächeren Weltmeister, doch seine erste Titelverteidigung gegen Tim Tszyu gewann er krachend vorzeitig in Runde drei. Damit avancierte Murtazaliev plötzlich zum absoluten Actionfighter und Topmann in der hochkarätig besetzten Gewichtsklasse. Zudem gewann auch Jack Culcay im Nachgang an Ansehen für seinen großartig geführten Kampf. Nun steht die zweite Titelverteidigung für Murtazaliev an, und sein Weg führt ihn nach Newcastle – in die Höhle des Löwen, zum Heimspiel des Herausforderers.
Kelly ist ehemaliger englischer Olympiateilnehmer und war zuletzt konstant bei Wasserman Boxing zu sehen. Er gilt als starker Mover, bewegt sich enorm viel im Ring und lässt seine Gegner dadurch häufig ins Leere schlagen. Der spektakulärste Kämpfer ist Kelly zwar nicht, doch seine letzten Siege gaben ihm recht. Nun wartet mit Murtazaliev jedoch der ultimative Offensivboxer, der seinen Gegnern keinen Raum zum Atmen lässt. Kann Kelly seine Technik und Schnelligkeit ausspielen, oder wird der Weltmeister ihn mit seinem permanenten Vorwärtsgang brechen? Eine spannende stilistische Frage, die im atmosphärischen Hexenkessel von Newcastle beantwortet wird.
Elif Nur Turhan (12-0) #1 vs. Taylah Gentzen (8-1) #25, Leichtgewicht:
Die türkische Sensation Turhan ist ebenfalls in Newcastle dabei. Sie ist zweifellos die Boxerin des Jahres 2025. Nicht nur, dass sie drei überzeugende Siege einfuhr – sie gewann diese allesamt krachend vorzeitig. Solche Finishes sind im Frauenboxen auf Topniveau äußerst selten. In ihrem letzten Kampf bezwang sie sogar die hochklassige Amateurboxerin Beatriz Ferreira (8-1), wodurch Turhan nun zweifellos auch im P4P-Kontext genannt werden muss. Eine beeindruckende Erfolgsstory, die gegen die Australierin Gentzen fortgeführt werden soll. Wird Turhan den nächsten brachialen Sieg einfahren, oder kann Gentzen vielleicht für eine Überraschung sorgen?
Josh Padley (17-1) #33 vs. Jaouad Belmehdi (23-2-3) #81, Superfedergewicht:
Hierbei handelt es sich um eine EBU-Europameisterschaft. Padley erhielt bereits als Ersatzgegner die Chance, um den WBC-Titel gegen Shakur Stevenson zu kämpfen, blieb dort jedoch chancenlos. Insgesamt hat er dennoch einige gute Siege vorzuweisen, darunter zuletzt gegen den Actionfighter Reece Bellotti. Der EBU-Titel ist somit ein folgerichtiges und sinnvolles Ziel für Padley.
Belmehdi stammt aus Frankreich und stand zeitweise bei Legacy Sports Management in Düsseldorf unter Vertrag. Kurz darauf wurde er jedoch von Gary Cully bereits in der ersten Runde gestoppt. Später sorgte Belmehdi mit einem Upset-Sieg über den zuvor ungeschlagenen Alfred Lamptey in Dubai für Aufsehen. Grundsätzlich ist Belmehdi kein schlechter Boxer und verfügt über offensiven Biss, muss dies nun aber auswärts um den EBU-Titel unter Beweis stellen. Insgesamt ein recht ausgeglichener und spannender Kampf, wenngleich Padley als Favorit in das Duell geht.
Die Undercard bietet zudem einen kleineren BBBofC-Titelkampf sowie einen Auftritt des erst 19-jährigen Schwergewichtstalents
Leo Atang (3-0). Insgesamt präsentiert Matchroom eine starke Card, die insbesondere durch den Hauptkampf aufgewertet wird. Murtazaliev gegen Kelly verspricht atmosphärisch ein absolutes Highlight zu werden.
Austragungsort: Coliseo Jose Miguel Agrelot in San Juan, Puerto Rico
Ausrichter: Top Rank
Übertragung: Ab 23:30 Uhr kostenlos
im US-VPN auf Top Rank Classics
Das deutsche Highlight ist zweifellos der große Titelvereinigungskampf im Superweltergewicht, der eine historische Chance darstellt. Leider ist die Übertragungssituation zumindest in Deutschland ungewiss. In den USA wird der Kampf auf Top Rank Classic übertragen, was per VPN kostenlos zu sehen ist. Der Hauptkampf wird gegen 4 Uhr erwartet.
Xander Zayas (22-0) #3 vs. Abass Baraou (17-1) #12, Superweltergewicht:
Es ist alles angerichtet für den Titelvereinigungskampf. Zayas bringt seinen WBO-Titel mit, Baraou den WBA-Titel. Der Sieger wird somit gleich zwei Gürtel in der derzeit wohl heißesten Gewichtsklasse des gesamten Boxsports vereinen. Durch den Kampf Murtazaliev gegen Kelly wird am Samstag folglich vieles maßgeblich entschieden.
Zayas wurde WBO-Weltmeister mit einem überzeugenden Punktsieg über den starken Jorge Garcia Perez, der technisch jedoch zu schwach erschien. Zuvor stoppte Zayas bereits die deutsche Boxhoffnung Slawa Spomer und ließ ihm dabei nicht den Hauch einer Chance. Zayas ist kein Actionfighter wie Murtazaliev oder Fundora, verfügt jedoch über die Fähigkeit, konstant zu treffen, ohne selbst getroffen zu werden. Daraus resultieren klare Punktsiege, die zwar nicht spektakulär wirken, dafür aber durchweg dominant waren.
Keine idealen Vorzeichen also für Baraou, der als Actionfighter bekannt ist und stets ein enormes Tempo geht. Baraou war schon immer ein Ausnahmeboxer in Deutschland, der bereits zu Amateurzeiten mit den Besten der Welt mithalten konnte. Er vereint offensive Stärke mit technischen Fähigkeiten, was ihn letztlich auch zum WBA-Weltmeister machte. Dennoch geht Zayas, der als absolutes Top-Talent gilt, als Favorit in den Kampf. Neben dem Heimvorteil hat es bislang kein Boxer geschafft, ihn dauerhaft in Bedrängnis zu bringen, und auch Baraou wird es schwer haben. Umso mehr wünscht man es Baraou, dass er auswärts ein klares Statement setzen kann und dadurch endlich die Aufmerksamkeit erhält, die er schon lange verdient hat.
Euri Cedeno (13-0-1) #35 vs. Etoundi Michel William (16-2) #98, Mittelgewicht:
Cedeno war Olympiateilnehmer in Tokio und gilt als fähiges Prospect mit Schlagkraft. Das soll er nun gegen den Brasilianer William unter Beweis stellen, der als solider und nicht ungefährlicher Gegner mit großer Reichweite gilt. Ein sinnvoller Step-up für Cedeno, der sich womöglich erstmals richtig strecken muss. Ein vorzeitiger Sieg über William wäre bereits ein klares Statement.
Die weitere Undercard hält zwar bekannte Namen wie
Giovani Santillan (34-1) und Rohan Polanco (17-0) bereit, die jeweiligen Gegner erscheinen auf dem Papier jedoch ziemlich chancenlos. Insgesamt eine eher enttäuschende Card für einen derart hochklassigen Hauptkampf. Allerdings sei erwähnt, dass Top Rank derzeit über keinen gültigen TV-Deal verfügt und wirtschaftlich eingeschränkt agiert. Umso positiver ist es zu bewerten, dass die Promotion überhaupt aktiv bleibt und sogar einen Titelvereinigungskampf auf die Beine stellt.
Austragungsort: Madison Square Garden in New York, USA
Ausrichter: Top Rank und Matchroom Boxing
Übertragung: Ab 0 Uhr im zusätzlichen PPV auf DAZN
Mit
The Ring VI folgt ein weiteres PPV-Event, das jedoch außerhalb von Riad stattfindet. Das verspricht starke Kämpfe und eine ebenso gute Atmosphäre – etwas, das man in Riad konstant schmerzlich vermisst. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass man neben einem kostspieligen regulären Abo noch ein zusätzliches PPV auf DAZN buchen muss. Das stellt einen erheblichen Dämpfer dar, den viele Boxsportfreunde vermutlich nicht mitgehen werden.
Teofimo Lopez (22-1) #1 vs. Shakur Stevenson (24-0) #1, Superleichtgewicht:
Hierbei geht es um den WBO-Titel von Lopez. Dieser begann seinen Siegeszug mit dem großen Erfolg im Oktober 2020 über Vasyl Lomachenko – ein echter Schocker seinerzeit. Direkt danach verlor er jedoch seinen Kampf gegen George Kambosos Jr., blieb seitdem aber stets unbesiegt. Für Lopez könnte das Sprichwort gelten, dass ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss. Es gab einige durchwachsene Auftritte, dann aber immer wieder starke Leistungen in großen Kämpfen, etwa gegen Josh Taylor.
Wenn es darauf ankommt, ist Lopez meist voll fokussiert und präsent. Das wird nun auch gegen Stevenson notwendig sein, denn dieser gilt als potentieller P4P-Boxer. Sein Makel ist jedoch die fehlende Attraktivität. Er dominiert viele Kämpfe, schläfert die Zuschauer dabei aber auch regelmäßig ein. Stevenson ist kein furioser Actionfighter, sondern flink, defensivstark und mit einem exzellenten Jab ausgestattet. Dennoch spricht für ihn, dass er seine Gegner meist dominant und scheinbar mühelos bezwingt – das ist echte Qualität.
Die entscheidende Frage wird sein, wie Stevenson sich im Superleichtgewicht präsentiert. Man darf nicht vergessen, dass er seinen Siegeszug im Federgewicht begann und nun Weltmeister in seiner vierten Gewichtsklasse werden möchte. Gegen Lopez mag das noch keinen riesigen Unterschied machen, da auch dieser ursprünglich aus dem Leichtgewicht stammt, doch physisch dürfte sich der Wechsel bei Stevenson künftig bemerkbar machen.
Insgesamt verspricht der Kampf, taktisch und technisch hochklassig zu werden. Ein sehr ausgeglichenes Duell, dessen Sieger entscheidende P4P-Relevanz gewinnen wird. Ein echter Superkampf – wenngleich außerhalb der USA der maximale Fokus gefühlt nicht vollständig gegeben ist.
Keyshawn Davis (13-0) #4 vs. Jamaine Ortiz (20-2-1) #15, Superleichtgewicht:
Ebenfalls in dieser Gewichtsklasse findet ein Prospect-Duell statt, ein stallinternes Duell von Top Rank. Davis gewann eine olympische Medaille und gilt als kommender Mann. Den WM-Titel sicherte er sich im Leichtgewicht mit einem überzeugenden Sieg über Denys Berinchyk, nur um diesen bei der ersten Titelverteidigung aufgrund massiven Übergewichts wieder zu verlieren.
Ein herber Rückschritt für Davis, der sich nun gegen Ortiz erneut für eine WM empfehlen möchte. Ortiz ist jedoch kein einfacher Gegner. Er gilt als exzellenter Mover und kann Kämpfe eng und schwierig gestalten. So war seine Niederlage gegen Lopez hauchdünn und der Kampf äußerst ausgeglichen. Davis verfügt allerdings über die technischen Fähigkeiten, um diese Aufgabe zu lösen. Auch hier ist ein taktisch geprägter Kampf zu erwarten.
Bruce Carrington (16-0) #6 vs. Carlos Castro (30-3), Federgewicht:
Carrington ist WBC-Interimschampion und erhält nun die Gelegenheit, um den vollwertigen Titel gegen die Nummer zwei des Rankings, Castro, zu kämpfen. Carrington zählt ebenfalls zu den hochveranlagten US-Amerikanern, die zwar technisch stark boxen, aber nur selten spektakulär auftreten. Davon gibt es mittlerweile einige. Zudem hatte Carrington auch schon seine Probleme, etwa gegen Sulaiman Segawa, wo viele Beobachter ihn sogar hinten sahen.
Das absolute Megatalent ist Carrington vermutlich nicht, doch für den WBC-Weltmeistertitel könnte es reichen. Dafür muss er den physisch starken Castro bezwingen, den man von zahlreichen PBC-Veranstaltungen kennt. Castro ist ein guter Mann, der gerne den Vorwärtsgang einlegt. Die Ansetzung birgt durchaus Upset-Potenzial – Castro sollte keinesfalls unterschätzt werden.
Carlos Adames (24-1-1) #3 vs. Austin Williams (19-1) #9, Mittelgewicht:
Hier geht es um den WBC-Titel von Adames. Dieser gilt als starker Boxer, der konstant Offensivdruck erzeugt. Besonders punktet er mit seinem beweglichen Stil, der prädestiniert ist für pfeilschnelle Konter, die seine Gegner regelmäßig erschüttern.
Mit Williams wartet nun ein Gegner, der einen interessanten Quervergleich zulässt. Williams verlor deutlich gegen Hamzah Sheeraz, der wiederum zuletzt gegen Adames schwach aussah und den Kampf eigentlich klar verlor – am Ende jedoch ein Unentschieden zugesprochen bekam. Rein rechnerisch müsste man Adames vorne sehen, doch im Boxen gilt bekanntlich: Styles make fights. Insgesamt eine spannende Mittelgewichts-WM, die auch stilistisch viel Action verspricht – also gewissermaßen das Gegenstück zu den zuvor eher taktisch geprägten Duellen.
Jarrell Miller (26-1-2) vs. Kingsley Ibeh (16-2-1) #47, Schwergewicht:
Auch das Schwergewicht ist vertreten. Mit der Dampfwalze Miller liegt man als Zuschauer selten falsch. Er bestreitet seine Kämpfe extrem physisch und liefert regelmäßig harte, unterhaltsame Duelle. Zuletzt gab es ein Unentschieden gegen Ex-Weltmeister Andy Ruiz Jr., was für Miller durchaus als Erfolg zu werten war.
Nun trifft er auf seinen Landsmann Ibeh, der mit Rückenwind anreist. Eigentlich als b-side bei Top Rank in der Vergangenheit eingeplant, stoppte Ibeh zuletzt in El Salvador den Ex-Weltmeister Gerald Washington in Runde drei. Inzwischen rangiert er in den Top 50 von BoxRec und möchte die Gunst der Stunde nutzen, um auf großer Bühne zu triumphieren. Gelingt ihm das, oder wird sein Lauf im Madison Square Garden gestoppt?
Insgesamt handelt es sich um eine starke Card im ikonischen Madison Square Garden, die jedoch primär den US-amerikanischen Markt adressiert. Ob dieses Event den hiesigen Boxsportfreunden neben einem regulären Abo noch ein zusätzliches PPV auf DAZN wert ist, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden.
Sonntag, den 01.02.2026
Austragungsort: Apex in Las Vegas, USA
Ausrichter: Zuffa Boxing
Übertragung:
Maincard ab 3 Uhr auf Bild+
Dana White und Turki Al-Sheikh haben ihre eigene Box-Liga gegründet: Zuffa Boxing. Am vergangenen Freitag fand die Premierenveranstaltung in Las Vegas statt. Insgesamt war es eine empfehlenswerte Show, die viel Boxen bot, der ganz große Knaller war es jedoch noch nicht. Umso passender erscheint nun die Tatsache, dass die kommende Maincard deutlich mehr verspricht.
Jose Valenzuela (14-3) #61 vs. Diego Torres Núñez (22-1) #25, Leichtgewicht:
Valenzuela galt lange als gutes Prospect, das auch offensivstark auftritt, musste in seinen vergangenen Kämpfen jedoch gemischte Resultate hinnehmen. Nach guten Auftritten gegen Chris Colbert sicherte er sich tatsächlich den WBA-Titel gegen Pitbull Cruz, nur um diesen wenig später recht deutlich gegen Gary Antuanne Russell (18-1) wieder zu verlieren. Vermutlich fehlt Valenzuela die Klasse für die absolute Weltspitze, den WBA-Titel konnte er jedoch zumindest einmal gewinnen.
Nun wartet mit Torres ein mexikanischer Contender, der sich bislang nur einmal geschlagen geben musste – gegen Weltmeister Raymond Muratalla. Ansonsten gewann Torres sämtliche Kämpfe, überwiegend vorzeitig. Das verspricht ein hart geführtes und spannendes Duell mit zahlreichen Highlights auf beiden Seiten zu werden. Ein wirklich vielversprechendes Mainevent.
Serhii Bohachuk (26-3) #11 vs. Radzhab Butaev (16-1) #29, Mittelgewicht:
Noch vielversprechender ist dieses hochklassige Duell. Beide Boxer gelten als brutale Actionfighter, die enorm offensivstark sind, dafür jedoch defensive Schwächen aufweisen. Ein ideales Match-up, das große Action verspricht – vielleicht sogar ein Fight-of-the-Year-Kandidat?
Bohachuk galt lange als schlagstarker Topmann, der Vergil Ortiz Jr. zeitweise an den Rand einer Niederlage brachte. Zuletzt folgte jedoch eine etwas überraschende Niederlage gegen Brandon Adams. Der Ukrainer ist durchaus ausboxbar. Butaev hingegen punktet vor allem über hohes Volumen. Er wurde regulärer WBA-Titelträger gegen Jamal James, musste sich anschließend jedoch in einem packenden Duell Eimantas Stanionis geschlagen geben. Beide Männer lieben den Vorwärtsgang und sind Volumenpuncher – das muss einfach knallen!
Radivoje Kalajdzic (29-3) vs. Oleksandr Gvozdyk (21-2) #8, Halbschwergewicht:
Zudem steht ein spannendes Contender-Duell im Halbschwergewicht an. Gvozdyk ist ehemaliger Weltmeister und galt lange Zeit als einer der stärksten Boxer der Gewichtsklasse, bis er von Artur Beterbiev gestoppt wurde. Danach beendete er seine Karriere, kehrte jedoch einige Jahre später zurück – ein durchaus typischer Verlauf einer Boxlaufbahn.
Im Juni 2024 bestritt er nochmals einen großen Kampf, unterlag zwar David Benavidez, präsentierte sich insgesamt jedoch ordentlich. Bei Kalajdzic liegt seine WM-Chance bereits im Mai 2019 zurück, als er sich ebenfalls Beterbiev geschlagen geben musste. Zuletzt zeigte er im August 2024 einen starken Kampf gegen David Morrell, der fälschlicherweise recht klar gegen ihn gewertet wurde.
Über beiden Boxern stehen gewisse Fragezeichen, qualitativ sind jedoch beide absolut konkurrenzfähig. Ein wirklich gutes Contender-Duell, bei dem der Sieger nochmals in Richtung Big Fight schielen darf, während es für den Verlierer schwer wird, weitere hochkarätige Chancen zu erhalten.
Insgesamt also eine äußerst attraktive Maincard. Auch die Prelims bieten einiges, sodass sich eine rundum gelungene Veranstaltung abzeichnet. Neben Ausgeglichenheit wird vor allem viel Offensivpower geboten. Zuffa Boxing 2 ist damit ein absoluter Geheimtipp an diesem Wochenende.
Und was denkt ihr über die aktuelle Woche?
