Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften sarkastisch zusammengefasst. Vor dieser WM bleibt einem ja nur Sarkasmus.
1930 in Uruguay
Die meisten europäischen Mannschaften waren zu faul, um sich auf den Weg zu machen.
1934 in Italien
Die Faschisten organisieren Spiele, werden Weltmeister und Hitlers Mannschaft Dritter.
1938 in Frankreich
Beckenbauer hätte es wahrscheinlich so ausgedrückt: „Jetzt kommen auch noch die Österreicher hinzu. Es tut mir leid für den Rest der Welt. Teutschland wird über Jahre unschlagbar sein.“ Ergebnis: Aus in der ersten Runde und bis 1950 keine Weltmeisterschaft mehr.
1950 in Brasilien
Deutsche dürfen nicht teilnehmen, weil sie jahrelang das Spiel völlig missverstanden haben. England macht dafür zum ersten Mal mit, wird aber geschlagen von amerikanischen Collegeboys, die erst kurz vorm Turnier zum ersten Mal Fußball gespielt haben. Uruguay wird Weltmeister und brasilianische Fans haben Herzinfarkte noch auf der Tribüne des Maracana-Stadions. Gefühlt hat Uruguay 7:1 gewonnen.
1954 in der Schweiz
Deutschland darf wieder, gewinnt und die Fans singen im Stadion die verbotene erste Strophe der deutschen Hymne. Aber Deutschland wird für diese Hooligans nicht bestraft und darf den Titel behalten.
1958 in Schweden
In Deutschland werden nach dem Turnier Ressentiments gegen Schweden geschürt und die früher so beliebte Schweden-Platte verschwindet von den Speisekarten. Wer nicht weiß, was das war: Smörrebröd mit geräuchertem Lachs, Forellenfilets, Räucheraal, Hering. Eventuell Sahnemeerrettich dazu und gefüllte Eier. Gibt’s nicht mehr. Und alles nur wegen Juskowiak.
1962 in Chile
An diese WM kann sich niemand mehr erinnern, weil es nur Bilder und Ton gab, als hätte diese WM auf dem Mond stattgefunden. Deshalb hat es auch niemand mitbekommen, dass Deutschland im Viertelfinale ausgeschieden ist.
1966 in England
Es kursiert immer noch eine Verschwörungstheorie über eine englisch-sowjetische Seilschaft und man bekommt immer noch Streit in Deutschland, wenn man behauptet, dass der Ball klar hinter der Linie war.
1970 in Mexiko
Die erste WM an die ich mich dunkel erinnern kann. Aber vor allem wegen der Les Humphries Singers und ihrem Lied, das erst zwei Jahre nach der WM erschien. Aber wenn man fünf ist, wirft man im Nachhinein die Dinge durcheinander. Und ansonsten sehe ich den einarmigen Beckenbauer vor mir. Mit einem Arm in der Schlinge spielte der immer noch eleganter als sämtliche späteren Nationalspieler ohne Schlinge.
1974 in Deutschland
Die Deutschen wollten zeigen, dass sie keine Nazis mehr sind und ließen auch die Kommunisten mitspielen. Bei heutigen Weltmeisterschaften würden die wahrscheinlich keine Visa mehr bekommen. Aber dann griffen die Deutschen zu miesen Tricks, stellten für den Endsieg ein ganzes Stadion unter Wasser und sorgten dafür, dass Polen nicht Weltmeister wird. Und in den Niederlanden wird Bernd Hölzenbein zur Persona-Non-Grata.
1978 in Argentinien
Die Deutschen zeigten sich solidarisch mit der Militärjunta und am Ende sorgte wieder ein Österreicher für den Untergang und es war nicht Udo Jürgens, der Buenos Dias sang. Udo Jürgens gehörte noch zum Teil der pro-argentinischen Propaganda. Der Krankl Hans war’s und unvergessen Edi Finger mit der politischen Einordnung im Live-Kommentar.
1982 in Spanien
Im Gruppenspiel zwischen Deutschland und Österreich kam es wieder zum Anschluss. Diesmal gehörte ihnen jedoch nur Algerien und morgen nicht gleich die ganze Welt. Nach der Schande von Gijon kam es dann zur Nacht von Sevilla und dem hässlichen Deutschen im Tor. In Frankreich wurden die Zeitungen mit Nazi-Vergleichen überflutet.
1986 in Mexiko
Der Suppenkasper auf der deutschen Bank wurde wie schon zuvor England von der Hand Gottes besiegt. (Suppenkasper ist nicht von mir, sondern von Uli Stein.)
1990 in Italien
Der Kaiser prophezeit, dass Großdeutschland über Jahre unbesiegbar ist.
1994 in den USA
Berti Vogts beweist das Gegenteil.
1998 in Frankreich
Ein Beweis reichte nicht. Berti Vogts beweist ein zweites Mal das Gegenteil. Und deutsche Fans fallen in Frankreich wie die Hunnen ein.
2002 in Japan und Südkorea
Oliver Kahn rettete im Finale gegen Brasilien die Welt vor dem Rumpelfußball.
2006 in Deutschland
Die Welt zu Gast bei Freunden, außer in den No-Go-Areas, worauf im Vorfeld die internationalen Fußballfans aufmerksam gemacht wurden. Fröhlich beflaggt auf jedem Balkon und an jedem Auto. Man fühlte sich an Berlin 36 erinnert, was ein Fehler war, denn heute laufen nur noch Berlin-36-Nostalgiker mit der Fahne durch die Gegend. Am Ende wollte Zidane mit dem Kopf durch die Wand und bewies, dass das keine gute Idee ist. Italien wurde Weltmeister, was heute so klingt wie Curacao ist Weltmeister.
2010 in Südafrika
Public Viewing fand jetzt mittlerweile überall statt. Vor allem in Restaurants, wo es auch noch lecker war. Das war eigentlich die beste WM. Lecker Essen, viele Tore, nur diese komischen Tröten waren nervig. Beim Finale war ich mit einer Freundin als einzige in Oranje gekleidet, wobei alle anderen Gäste zu Spaniern mutiert waren. Warum auch immer.
2014 in Brasilien
Brasilianische Kinder werden heute noch damit erzogen, dass man ihnen damit droht, wenn sie nicht artig seien, würden die Deutschen wiederkommen. Wenn Brasilianern ein Unglück passiert, kommentieren sie das mit 1:7. Es ist nicht leicht ein Kind in Brasilien zu sein. Danach haben alle begonnen Tennis zu spielen, was wahrscheinlich dazu führt, dass in den nächsten Jahren zahlreich brasilianische Tennisstars uns erwarten. Tennis! Geht’s noch? Alles wegen des deutschen Blitzkrieges gegen Brasilien 2014.
2018 in Russland
Die WM wurde abgesagt, weil Russland ein Terrorstaat ist, der vier Jahre zuvor die Ukraine überfallen hat. Und deshalb fand genau wie 1942 keine WM statt. Wer was anderes erzählt, lügt.
2022 in Katar
Die WM wurde abgesagt, weil beim Stadionbau festgestellt wurde, dass Sklaven eingesetzt wurden und auch ansonsten die Menschenrechte nicht besonders viel gelten. Wer was anderes erzählt, lügt.
2026 in den USA
Die Welt zu Gast bei Rassisten.
2026 in Mexiko und Kanada
Die Welt zu Gast bei Freunden.
Mal schauen, was passiert.