Allerdings kann sich Znenahlik auch noch gut an Duelle mit den Schweizern erinnern. "Zu meiner Zeit waren sie mit uns auf Augenhöhe." In den 1990er-Jahren hatte Österreich sogar die Nase vorn. Bei der A-WM 1995 setzte sich das ÖEHV-Team in zwei Abstiegsduellen (4:0, 4:4) gegen die Eidgenossen durch. Zwei Jahre später sicherte sich Österreich mit einem 2:0 über die Schweiz einen Platz bei den Olympischen Spielen 1998 (Nagano).
"Und dann", sagt Znenahlik, "hat die Schweiz folgende Grundsatzentscheidung getroffen: Wir reformieren alles. Wir spielen in der Liga mit ganz wenigen Legionären, wir setzen voll auf den Nachwuchs." Der Stürmer war eine Zeit lang in der Schweizer Liga beim EV Zug engagiert und "beeindruckt, wie alle Vereine in den Nachwuchs investiert haben. Die besten Trainer kümmerten sich um die U10-Teams. Undenkbar wäre gewesen, dass irgendein netter Vater von irgendeinem lieben Zehnjährigen die U10 trainiert, weil sonst niemand da ist." So habe die Schweiz den Turnaround geschafft, mittlerweile sei sie "Lichtjahre entfernt".
Was hat Österreich gehindert, denselben Weg zu gehen oder später das Schweizer Modell zu kopieren? "Ach", sagt Znenahlik, "das scheitert an der österreichischen Mentalität. Wenn sich die Schweizer zusammensetzen, reden sie nicht wischiwaschi, sondern machen Nägel mit Köpfen. Bei uns gibt es zu viele Vereine, die dagegen sind, weil sie vom Start weg einfach gar keinen Nachwuchs hätten." Da setzen die Clubs lieber auf bis zu zehn Legionäre, die Liga erlaubt das. Znenahlik: "Und der Verband hat keinen Einfluss, weil die Liga autonom ist."