Der Gemeinschaftsgarten bei mir nach hinten heraus ist mit seinen vielen Bäumen ein kleines innerstädtisches Vogelrefugium.
Circa ein Dutzend verschiedener Vogelarten sind hier regelmäig zu sehen bzw. es ist ihr Zuhause, denn sie nisten und brüten auch hier.
Das Elsternpärchen, der Kolkraben-Chef mit seiner Gemahlin, die Amseln, die beiden Tauben, Sperlinge, Drosseln, ein Schwarm Grün- und Halsbandsittiche und ein wunderschönes Eichelhäher-Paar. Manchmal kreist ein Falke über dem Garten auf der Suche nach Beute.
Ich bin kein Ornithologe oder Kenner (und dazu etwas farbenblind), aber hier ist im ganzen Jahr ein einziges Gezwitscher, Geflatter und Beutegezank. Oder um Nistbau-Material bzw. zum Schutz der Nester mit den Eiern drinne.
Nach Silvester ist es auffallend still im Garten geworden. An Neujahr war der Garten von den üblichen Bewohnern geradezu verwaist.
Sogar die alte schwarz-weiße Katze traute sich wieder hinein und markierte den Sandkasten.
Absolutes Machtvakuum, weil der Rabenchef nicht für Ordnung sorgte. Die alte Katze ist normalerweise höchstens die Nummer 5 in da Hood, hinter den Raben, den Elstern, den Eichelhähern oder den Amseln.
Nach dem ca. 24-stündigen Böllerschock sind inwischen 2-3 Tage vergangen und nur zaghaft trauen sich ein paar Vögel wieder zurück in ihr Refugium.
Ein paar Eichhörnchen und Kleinvögel (die Drosseln?) suchen die Erde, Gebüsche und Bäume ab, nach Vorräten, welche die Eichelhäher vorher mühsam und geschickt versteckt hatten. Die Sittiche sind auch ab und zu mal wieder da.
Ich möchte nur darauf hoffen, dass nicht die ganze Vogelschar dauerhaft von ihrem Refugium vertrieben wurde oder über Herzkasper vom Himmel fiel. Die Elstern, der Raben-Babo, die Eichelhäher....
Derzeit ist "mein" Garten so tot wie eine Death Metal-Grindcore-Band ohne Ton.