FIS-Cup 2026/27


Benjamin

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113
Während der SGP nach Courchevel erst einmal eine längere Pause einlegt, beginnt am nächsten Wochenende gleich die dritte Liga der Skispringer - der FIS-Cup. Der FIS-Cup ist in den letzten Jahren von den Österreichern dominiert worden, und es spricht wenig dafür, dass sich das in absehbarer Zeit ändert. Denn die Leistungsdichte ist in Österreich einfach so groß, dass Springer aus anderen Nationen, wenn sie doch einmal ähnlich stark springen sollten wie die besten Österreicher im FIS-Cup, relativ schnell in den COC wechseln. Österreich stellte in der letzten Saison die besten neun Springer in der FIS-Cup-Gesamtwertung; Titelverteidiger ist Jakob Steinberger.

Der FIS-Cup wird vorrangig auf Normalschanzen ausgetragen; echte Großschanzen, wie sie auch im Weltcup gesprungen werden, finden sich mit Klingenthal und Zakopane gerade mal an zwei von insgesamt 13 Wochenenden. Hinzu kommen Schanzen wie Einsiedeln oder Kranj, die zwar offiziell bereits als Großschanzen gelten, aber doch deutlich kleiner sind als die meisten Schanzen im Weltcup.

Auffällig ist auch, dass im Sommer sieben FIS-Cup-Wochenenden geplant sind und im Winter nur sechs - auch hier macht sich der Klimawandel bemerkbar. Denn während es sich für einen Weltcup durchaus noch lohnt, eine Schanze mit Kunstschnee zu beschneien, trifft das auf FIS-Cups eben nicht unbedingt zu.

Wenn es allerdings im Sommer weiterhin so trocken ist wie im Moment, geht irgendwann auch noch das Wasser für die Bewässerung der Matten aus...


FIS-Cup-Kalender 2026/27

Datum​
Ort​
HS​
Ergebnis​
15.08.2026🇵🇱 SzczyrkHS 104🇵🇱 Szymon Sarniak
16.08.2026🇵🇱 SzczyrkHS 104🇵🇱 Adam Niznik
22.08.2026🇦🇹 VillachHS 98🇦🇹 Julijan Smid
23.08.2026🇦🇹 VillachHS 98
04.09.2026🇨🇿 FrenstatHS 106
05.09.2026🇨🇿 FrenstatHS 106
12.09.2026🇨🇭 EinsiedelnHS 117
13.09.2026🇨🇭 EinsiedelnHS 117
19.09.2026🇸🇮 KranjHS 109
20.09.2026🇸🇮 KranjHS 109
25.09.2026🇩🇪 HinterzartenHS 109
26.09.2026🇩🇪 HinterzartenHS 109
03.10.2026🇷🇴 RasnovHS 97
04.10.2026🇷🇴 RasnovHS 97
05.12.2026🇨🇭 KanderstegHS 106
06.12.2026🇨🇭 KanderstegHS 106
11.12.2026🇳🇴 NotoddenHS 98
12.12.2026🇳🇴 NotoddenHS 98
16.01.2027🇩🇪 KlingenthalHS 140
17.01.2027🇩🇪 KlingenthalHS 140
23.01.2027🇵🇱 SzczyrkHS 104
24.01.2027🇵🇱 SzczyrkHS 104
06.02.2027🇦🇹 VillachHS 98
07.02.2027🇦🇹 VillachHS 98
11.03.2027🇵🇱 ZakopaneHS 140
12.03.2027🇵🇱 ZakopaneHS 140

Quelle: FIS-Cup-Kalender bei der FIS
 
Zuletzt bearbeitet:
Szczyrk

Beginnen wird die FIS-Cup-Saison am nächsten Wochenende in der Stadt ohne Vokale. Im letzten Sommer gab es hier einen der wenigen nichtösterreichischen Siege, und es geschah genau das, was ich im Eröffnungsbeitrag bereits angesprochen hatte. Der betreffende Springer stieg kurz darauf in den COC und schließlich sogar in den Weltcup auf und gewann bei den Olympischen Spielen drei Medaillen. Kacper Tomasiak war es, der einen der beiden FIS-Cups in Szczyrk für sich entscheiden konnte. Den anderen gewann Stefan Rainer.

Schanzendaten

K-Punkt: 95 m
Hillsize: 104 m
Offizieller Schanzenrekord: 103,5 m (Eetu Nousiainen und Vladimir Zografski, 17.01.2024)
Inoffizieller Schanzenrekord: 116 m (Krzysztof Leja, 01.03.2011)


Zeitplan

Samstag, 15.08.2026


10.00 Uhr: Mannschaftsführersitzung
13.00 Uhr: Offizielles Training
14.00 Uhr: Probedurchgang
15.15 Uhr: Wettkampf

Sonntag, 16.08.026

09.00 Uhr: Probedurchgang
10.15 Uhr: Wettkampf

Quelle: Offizielles Programm
 
Die Startliste für Szczyrk ist da. Insgesamt nehmen immerhin 63 Springer aus 11 Nationen teil. Deutsche Sportler sind leider nicht am Start.


Auffällig ist für mich vor allem, dass gleich fünf Slowaken am Start sind. Klar, die sind alle blutjung (2x Jahrgang 2010, 2x Jahrgang 2011) - so dass man sicher nicht viel von ihnen erwarten kann. Aber bei so vielen steigt zumindest die Chance, dass einer es irgendwann mal etwas weiter nach vorn schafft und in ferner Zukunft mal mit Hektor Kapustik ein Super-Team bilden kann.
 
Der 15jährige Yusei Noro als einziger Japaner am Start, da werden die Sommerferien gut genutzt.
 
Der erste Wettkampf endet mit einem Dreifachsieg der Polen - das ist schon stark! Klar, es ist eine Heimschanze, aber zumindest die Österreicher haben ja ein paar Springer geschickt, denen man einen Sieg ebenfalls zugetraut hätte. Es gewinnt Szymon Sarniak vor Tymoteusz Amilkiewicz und Jan Galica.


Für die fünf erwähnten Slowaken ist der FIS-Cup wohl doch noch eine Nummer zu groß; sie belegten fünf der letzten acht Plätze. Und für den von @Dickbauch erwähnten Japaner hat sich die lange Reise auf Platz 61 auch nicht wirklich gelohnt.

Dafür hat der Thailänder Korawik Saendee mit Platz 42 sein bisher bestes Ergebnis im FIS-Cup erzielt. Wer weiß, da sind Punkte in naher Zukunft vielleicht wirklich nicht unmöglich.
 
Und für den von @Dickbauch erwähnten Japaner hat sich die lange Reise auf Platz 61 auch nicht wirklich gelohnt.

Naja, für ihn war das bestimmt ein tolles Erlebnis und ansonsten eben zum Reinschnuppern in die große weite Welt. Er ist wie auch sein kleiner Bruder in der Nachwuchstrainingsgruppe der Firma Nippon Beer in Myôkô (die mir neu eingerichtet worden zu sein scheint) mit dem Trainer Shimizu Aguri (ehemaliger Kombinierer). Ausgewählt für die weite Reise wurde er sicher, weil er gerade die Gesamtwertung einer Serie von fünf Springen in der Altersklasse Mittelschule gewonnen hat.
 
Dafür hat der Thailänder Korawik Saendee mit Platz 42 sein bisher bestes Ergebnis im FIS-Cup erzielt. Wer weiß, da sind Punkte in naher Zukunft vielleicht wirklich nicht unmöglich.
Sehr interessant seine bisherige Geschichte: Ein Finne lernte beim Thailand-Urlaub eine Frau, Korawik Saendees Mutter, kennen. Sie heirateten. Sie kam mit ihm 2016 nach Finnland. Es dauerte aber dann drei Jahre, bis Finnland es erlaubte, dass ihr Sohn nachkommen durfte. Bis dahin wohnte er bei seiner Großmutter in sehr ärmlichen Verhältnissen. Der finnische Stiefvater machte ihn gleich mit mehreren Sportarten bekannt, auch um so leichter Anschluss zu finden. Vor allem auch mit Sportarten, die er davor nicht kannte wie Eishockey, Langlaufen und Skispringen. Auf alle Fälle war hier ein sportliches Multitalent zu erkennen. Unter anderem ist/war er unter den Fittichen des nicht ganz unbekannten ehemaligen Skispringers Ville Larinto. Bei ihm ist es natürlich auch wieder eine Frage des Geldes, man ist immer auf der Suche nach Sponsoren.

Bin gespannt, wie es weitergeht.
 
Beim zweiten Wettkampf gibt es erneut einen polnischen Dreifachsieg... und es sind nicht einmal die gleichen Springer wie gestern, sondern zumindest zum Teil andere: Adam Niznik gewinnt vor Lukasz Lukszczyk und Szymon Sarniak. Man könnte auch sagen: Kaum ist Horngacher zurück in Polen, läuft es dort wieder!


Um ein Haar hätten wir heute tatsächlich die ersten FIS-Cup-Punkte für Thailand gesehen, denn Korawik Saendee hat es als 25. des ersten Durchgangs ins Finale geschafft. Allerdings gab es 31 Teilnehmer im Finale, denn der junge Slowene Enej Faletic, der ja in der letzten Saison auch schon als Talent aufgefallen ist, ist im ersten Durchgang bei 103 Metern gestürzt und kam über die 95-%-Regel ins Finale. Und der zweite Sprung von Saendee war dann leider so kurz, dass er dann noch auf den 31. Platz zurückgefallen ist.
 
Die deutschen Sportler kommen jetzt in Villach dazu.
Vermutlich dann auch der erste Einsatz für Timon Kahofer für den DSV.
 
Stimmt, das hatte ich ja schon wieder verdrängt - wir haben ja einen Neuzugang aus dem österreichischen Team. Mal sehen, wie er sich so schlägt. Dann werfen wir schon mal einen Blick auf Villach:

Villach

Am nächsten Wochenende wird der FIS-Cup also gleich fortgesetzt; es geht ins schöne Kärnten nach Villach. Dort darf man durchaus einen gut besetzten FIS-Cup erwarten; denn allein die Tatsache, dass 20 Österreicher dort antreten können, hebt das Niveau schon ordentlich an. Mit den Slowenen darf man wohl auch rechnen, denn sie haben eine kurze Anreise.
Spannend zu sehen wird sein, ob die Polen nur auf ihrer Heimschanze so stark waren, oder ob sie das Niveau - wenn sie denn teilnehmen - auch in Villach halten können. Adam Niżnik, einer der Sieger von Szczyrk, hat jedenfalls letzten Sommer auch in Villach gewonnen, der andere Sieg ging damals an Clemens Leitner.

Schanzendaten

K-Punkt: 90 m
Hillsize: 98 m
Offizieller Schanzenrekord: 99,5 m (Adam, Malysz, 08.12.2001)
Inoffizieller Schanzenrekord: 104 m (Michael Hayböck, 25.10.2015; Naoki Nakamura, 28.08.2021)



Zeitplan

Freitag, 21.08.2026


19.00 Uhr: Mannschaftsführersitzung

Samstag, 22.08.2026

09.00 Uhr: Training
09.45 Uhr: Probedurchgang
10.45 Uhr: Wettkampf

Sonntag, 23.08.2026

09.30 Uhr: Probedurchgang
10.30 Uhr: Wettkampf

Quelle: Offizielles Programm
 
Die Startliste für den FIS-Cup in Villach ist da. Wie angekündigt wird nun auch das deutsche Team in den Kampf um Punkte eingreifen. Bei sage und schreibe 81 Startern aus 15 Nationen wird das aber kein Selbstläufer.


Ein Name ist mir besonders aufgefallen: Ein gewisser Henri van Dillen möchte offenbar das niederländische Skispringen neu beleben. Er ist noch sehr jung, er ist im Jahr 2011 geboren.

Nicht am Start ist der Thailänder Korawik Saendee - der hat dafür in Ruka im Training mit 136 m einen neuen thailändischen Rekord aufgestellt.

 
Auf ihrer Heimschanze lassen sich die Österreicher am ersten Tag nicht die Butter vom Brot nehmen und feiern einen Dreifachsieg: Es gewinnt Julijan Smid vor Simon Steinberger und Johannes Pölz. Auch in der Breite sind unsere südlichen Nachbarn so stark wie eh und je: Von den 20 Österreichern haben es 16 ins Finale geschafft.

Der beste deutsche Teilnehmer ist dann auch noch ein ehemaliger Österreicher: Timon-Pascal Kahofer beendete den Wettkampf auf Platz 7. Ansonsten war die Leistungsdichte der deutschen Teilnehmer nicht besonders gut; außer ihm schafften es nur noch Ben Bayer (9), Lasse Deimel (10) und Adrian Tittel (21) in die Punkteränge.


Durchaus beachtlich fand ich, dass es mit Tarik Vanwieren und Mitchell Penning gleich zwei Kanadier ins Finale geschafft haben. Der angesprochene Niederländer Henri van Dillen kam leider nicht über den 77. Platz hinaus.
 
Die Leistungen von uns sprechen für sich. - Absolut unerklärlich ist die von Max Unglaube der vergangenes Wochenende noch super in Oberstdorf hat.

Morgen nächste Chance.
 
Umgekehrt kann man ja durchaus auch sagen, dass das deutsche Team mannschaftlich am zweitstärksten war. Insgesamt sah es nämlich folgendermaßen aus: Im Finale waren

16 Österreicher
4 Deutsche
3 Polen
3 Slowenen
2 Italiener
2 Kanadier

Es sieht eben auch deshalb schlecht aus, weil die Österreicher alles dominieren.

Apropos Österreicher: Auch der junge Niederländer scheint tatsächlich in Österreich zu trainieren und zu leben; zumindest habe ich ihn hier auf der Seite des Kärtner Skiverbands gefunden; er ist Mitglied im KSG-Klagenfurt.


Nun, es wäre ja nicht die erste österreichisch-niederländische Verbindung. Die früheren niederländischen Skispringer Christoph Kreuzer und Ingemar Mayr waren ja ursprünglich Österreicher. Und der Name des Tagessiegers hat ja auch einen gewissen niederländischen Klang. Hatte nicht auch Marita Kramer niederländische Vorfahren?

Und wenn wir über die Grenzen der Sportart hinausblicken… da gibt es ja auch noch einen gewissen Marcel Hirscher.
 
Kramer ist in der Tat in den Niederlanden geboren worden. Als sie ein Kind war, zog ihre Familie nach Salzburg. Smid ist Kärntner Slowene und Mitglied des bekannten Klubs Achomitz.

Übrigens: Es gibt neben dem Kader-Status der Mitglieder des Nationalteams, A-Kaders, B-Kaders und C-Kaders Athleten(innen) solche, die vom ÖSV "Mittrainierer" genannt werden. Bei den Springern gibt es vier davon: Maximilian Steiner, Chiara Kreuzer, Clemens Vinatzer und Hannes Landerer. Siehe hier: https://www.skiaustria.at/de/teams?squad[]=Mittrainierer&division[]=Skispringen
Aber in Villach sind noch einige andere, die da nirgends aufscheinen und "nur" bei den Stützpunkten trainieren wie Janni Reisenauer, Jannik Morin und Mörth Francisco.
 
Nochmals zu Henri von Dillen. Die Ergebnisseite der Polen offenbart mehr:

Hier sind gleich drei Springer mit dem Namen van Dillen angeführt, mit den Jahrgängen 2005, 2008 und eben Henri von Dillen (Jahrgang 2011). Alle haben laut dieser Polen-Seite schon seit 2016 an diversen Springen teilgenommen. Alle sind dem Raum Kärnten zuzuordnen. Sehr naheliegend, dass das drei Brüder sind. Die anderen haben aber laut dieser Polen-Seite ihre letzten Springen 2021 absolviert, während Henri eine durchgehende Karriere bis jetzt hat. Sie wurden auch immer Österreich zugeordet.
 
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