Gedichte


Murphy

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Vor 70 Jahren wurde am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik gründet. Anlass genug für eine Reprise.

Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt.
Vor 70 Jahren der Grundstein einer hoffnungsvollen Geburt.
Getrennt das vorher einig Vaterland.
Der Kampf der Systeme beginnt in kaltem Spurt.

Vom großen Bruder gepresst in eine Ideologie,
Nicht wenige sich gierig an diese angepasst.
Zunehmend klein der Raum für eine andere Philosophie.
Der Staat im Staate alsbald schnell verhasst.

Niemand hatte einst die Absicht eine Mauer zu errichten.
Die Flucht der Intelligenz zerstörte jeden noch so kühnen Plan.
Über des Nachbars Wohl und Wehe zu berichten,
führte schnell in einen skrupellosen Verfolgungswahn.

Kein nostalgischer Blick in eine Republik der Diktatur.
welche Menschen bewusst die Freiheit untersagt.
War sie dennoch Heimat, dieses Feld und Flur
Wird nun nahezu alles nur negativ hinterfragt.

War es ein schmaler Spalt im historischen Fenster,
den Folgen der Vergangenheit endlich zu entrinnen
Die Allierten sahen weiter gestrige Gespenster.
So wollte Deutschland doch nur ein neues Leben beginnen.

Das Volk der DDR schnell geködert, mit Reisen und Konsum,
doch wie all dies bezahlen ohne Lohn und Brot?
Wenn Glücksritter stürmen das Territorium,
Sterben Anstand und Moral einen schnellen Tod.

Beitritt als Anschluss, nicht als echte Vereinigung,
die verlängerte Werkbank wohlwollend bleibt.
Einzig der grüne Pfeil weist ein bisschen die Richtung,
in das Land, was stillschweigend einverleibt.

Der Fluch des Gewinners ist die Mentalität der Sieger,
Erhobenes Haupt über alles, das der eigenen Wahrheit nicht taugt,
Blühende Landschaften erstrahlen aus dem Flieger,
Und doch wirkt der Helikopter langsam ausgelaugt.

Trotz Marshall kommt Britanniens einst gewünschter Morgentau.
Wenngleich mit Verzögerung und ohne Hohn.
Das gesellschaftliche Klima wird zunehmend rau.
brodelt es doch seit Jahren schon.

Ostalgie als positiver Kern der eigenen Biographie,
mit großem Stolz und ohne Vorurteil.
keine Schublade mehr für eine stumpfe Kategorie,
der wahre Teufel steckt im Detail.

Wann schaut der geteilte Himmel gleich,
nach Einigkeit und Recht und Freiheit.
Gemeinsame Identität macht ein Land reich.
40 Jahre Teilung waren eine lange Zeit.
 

Murphy

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Bremen
Die rote Gefahr?

Zerbrechlich wie eine Vase.
Und doch stabil wie eine Mauer.
Droht sie zu zerplatzen diese Blase,
Ist die Gießkanne des Wachstums nicht von Dauer.

Die Kopie einst des Originals größtes Lob,
Das fremde Wissen reich gehortet.
Schon bald sich die neue Macht erhob,
Wo einst nur Armut und Bauern verortet.

Der Platz des himmlischen Friedens mahnt,
Genau wie das Dach der Welt,
Wer seine Gegner nicht rechtzeitig erahnt,
Dem nützt auch nicht all sein Geld.

Der Staatszirkus zwischen Hongkong und Taiwan jongliert.
In Gefahr, wer sich zu weit aus dem Fenster lehnt.
Die Wüste Gobi droht ganz ungeniert.
Für den, der sich in Meinungsfreiheit wähnt.

So fließt noch viel Wasser im gelben Fluss.
Das Reich der Mitte freundlich grüßt.
Die alte Welt steht vorm Verdruss,
Ganz offen für die Vergangenheit büßt.

Die neue Seidenstraße rasch verbindet,
Was einst nur Marco Polo gelang.
Wer weiß, wo er sich wieder findet,
Zwischen Prosperität und Zwang?
 

young kaelin

Merthyr Matchstick
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William Ernest Henley 1849 - 1903 Invictus


Out of the night that covers me, Black as the pit from pole to pole, I thank whatever gods may be For my unconquerable soul. In the fell clutch of circumstance I have not winced nor cried aloud. Under the bludgeonings of chance My head is bloody, but unbowed. Beyond this place of wrath and tears Looms but the horror of the shade, And yet the menace of the years Finds and shall find me unafraid. It matters not how strait the gate, How charged with punishments the scroll, I am the master of my fate: I am the captain of my soul.



Aus finstrer Nacht, die mich umragt, durch Dunkelheit mein’ Geist ich quäl. Ich dank, welch Gott es geben mag, dass unbezwung’n ist meine Seel. Trotz Pein, die mir das Leben war, man sah kein Zucken, sah kein Toben. Des Schicksals Schläg in großer Schar. Mein Haupt voll Blut, doch stets erhob'n. Jenseits dies Orts voll Zorn und Tränen, ragt auf der Alp der Schattenwelt. Stets finden mich der Welt Hyänen. Die Furcht an meinem Ich zerschellt. Egal, wie schmal das Tor, wie groß, wieviel Bestrafung ich auch zähl. Ich bin der Meister meines Los’. Ich bin der Käpt’n meiner Seel.
 
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