Nachdem wir uns letztes Jahr bereits den German Bowl live im Stadion angesehen haben, hatten wir uns dieses Jahr wieder frühzeitig Tickets für das "Finale" der GFL geholt. Die Dresden Monarchs waren gut in die Saison gestartet (u.A. mit einem Sieg gegen die Potsdam Royals, die 3 Mal in Folge Meister wurden) ... da war die Hoffnung schon groß, dass die Dresdner erneut im Finale im eigenen Stadion stehen könnten.
Und tatsächlich lautete das Finale wie im Vorjahr wieder Royals gegen Monarchs. Letztes Jahr ging der Titel - wie gesagt - an Potsdam.
Wer sich das Spiel selbst anschauen will, wird in der DF1-Mediathek fündig.
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Dieses Jahr war das Stadion noch ein Stück gefüllter. Kurzfristig wurde auch noch die Stehplatz-Tribüne "K-Block" geöffnet, so dass noch weitere Tickets verkauft wurden. Dadurch wurde die Zuschauer-Zahl vom Vorjahr übertroffen.
Über 25.000 Football-Fans fanden sich im Dresdner Rudolph-Harbig-Stadion ein ... für ein Duell zweiter deutscher Mannschaften durchaus beachtlich. Ich glaube, solche Zahlen gab es in den letzten Jahren sonst nur bei den Championship Games der ELF 2023-2025.
Die Stimmung im Stadion war beachtlich. Klar, dass die meisten Fans den Monarchs einen gewissen "Heim-Vorteil" boten, wobei die mitgereisten Royals-Fans auch ordentlich Lärm machten.
Während es im Fußball einen ausgewiesenen Gäste-Block gibt, ist es im Football kein Problem, dass die Royals-Fans zwischen den Monarchs-Fans saßen.
Das Spiel bot die erwartete Spannung, die man angesichts des knappen Ergebnisses (24:22 für Dresden) in der Saison erwarten konnte. Beide Defenses machten dem jeweils anderen Team das Leben schwer, so dass das erste Quarter 0:0 endete.
Dresden brachte die ersten Punkte aufs Scoreboard, als QB Rocky Lombardi (war vor der Saison nach Dresden gekommen) den ersten TD selbst erlaufen konnte. PAT glückte auch.
Die Royals konnten durch ihren RB auf 6:7 verkürzen, doch die TPC misslang.
Kurz vor Ende der ersten Halbzeit konnte Dresden nochmal nachlegen und auf 14:6 erhöhen.
In der Halbzeit gab es einen Auftritt des Elektro-Duos "Fast Boy". Googlet man den Namen gibt es ein "Jeder hört sie, keiner kennt sie" ... ja, die laufen öfters im Radio etc. ... nur deren Namen hat man nicht so ganz im Kopf präsent.
Nuja, die Show war jedenfalls deutlich besser als die Nummer im Vorjahr (hab schon verdrängt, wer damals auftrat).
Dresden hatte in der zweiten Hälfte zuerst den Ball, konnte aber nicht viel draus machen.
Nach dem Punt standen die Royals aber tief in der eigenen Hälfte und ein Fumble vom Royals-QB wurde von den Monarchs erobert. Die konnten aber auch nur ein Field Goal drauß machen - 17:6.
Die Royals schlugen jedoch zurück. Auch ein gescheiterter dritter Versuch kurz vor der Endzone (siehe Video unten) ließ sie nicht beirren. QB Hugh Harvey lief den vierten Versuch selbst in die Endzone - 17:12.
Die Two-Point-Conversion wollte aber erneut nicht gelingen.
Kurz vor Ende des dritten Viertels konnten die Monarchs nochmal erhöhen. Ein weiterer TD + PAT setzte das 24:12.
Im vierten Quarter drehten die Royals dann aber auf, während Dresden so langsam mit der ordentlichen Führung nervös wurde.
Erst gelang ein Touchdown (diesmal mit PAT), der auf 24:19 verkürzte. Dann hatte Dresden den Ball nicht lange in der eigenen Hand, als die Potsdamer sich nach einer Interception erneut den Ball holten. Gleich der erste Versuch im nächsten Drive endete mit einem Wurf in die Endzone ... der beinahe gefangen wurde.
Die Potsdamer konnten kein Kapital draus schlagen und auch Dresden gelang eine Interception. Ein langer folgender Drive endete immerhin in einem Field Goal, der Touchdown gelang nicht (siehe Video) - 27:19.
Gab dabei aber auch nen Moment wo man leicht dachte "Ja ... wir sind hier halt nicht in der NFL". Die Uhr hat weniger als 2 Minuten, Dresden macht einen Laufspielzug, ist kurz vor der gegnerischen Endzone ... und ... nimmt ein Timeout? Warum? Warum lässt man die Uhr nach dem Play nicht weiter laufen, damit die Royals im nächsten Drive möglichst wenig Zeit haben?
Klar, damit war das Spiel noch nicht zuende. Denn so hatten die Royals immerhin noch 1:48 für ihren womöglich letzten Drive. Und zwei Timeouts. Natürlich, es musste noch ein Touchdown und eine TPC für ein Unentschieden und dementsprechend eine Overtime her.
In der Tat kamen die Royals dann auch nochmal bis auf 3 Yards an die Endzone heran. Gelingt noch der Ausgleich? Spannung bis zum Ende.
Dresden noch mit etwas Glück, dass eine PI nicht gegeben wurde, sonst wäre der Ball an der 1-Yard-Linie gewesen.
Die folgenden zwei Versuche der Royals gelangen dann aber nicht. Der letzte Wurf wurde abgelenkt und von einem Dresdner gefangen, der nach der Interception dann zur Sicherheit einen Slide einlegte. Damit war der Sieg eigentlich sicher.
Dann wurde es etwas hässlich. Zum einen gab es mehrere jubelnde Spieler Dresdens auf der einen Seite, teilweise rannten aber zahlreiche Royals-Spieler aufs Feld und es kam zu manch Tumulten und gelben Flaggen.
Eine Strafe ging wegen unsportlichem Verhalten gegen einen Monarchs-Spieler, ein O-Liner der Royals wurde wegen schwerem persönlichen Foul vom Spiel ausgeschlossen.
Klar ... es waren nurnoch 12 Sekunden zu spielen, soll heißen er durfte nicht mehr von der Seitenlinie zuschauen, wie Dresden einmal abkniet und die Meisterschaft auch ganz offiziell gewinnt.
Die Monarchs können sich damit über ihren zweiten GFL-Titel freuen und die Stimmung im Stadion war entsprechend ... "gut".
Bei der Siegerehrung dauerte es recht lange, bis die ganze Truppe auf dem Podest platziert war ... und dann ging es auch ab nach Hause.
Und weil die Monarchs von allen GFL-Mannschaften den höchsten Zuschauer-Schnitt haben und weil die Zuschauer-Zahlen in den letzten beiden Jahren in Dresden höher waren bei bei den "German Bowls" zuvor, ist es keine große Überraschung, dass das Finale auch nächste Jahr wieder im Rudolph-Harbig-Stadion stattfinden wird.
Ich denke, ich hol schonmal Karten und hoff auf eine Titelverteidigung.