Hopp Schwiiz!


Die ersten drei Spiele der Nations League-Saison darf man sicherlich als erfolgreich einschätzen. Man muss aber auch sagen: von Nordmazedonien kam nicht wirklich Gegenwehr und die Schotten haben sich mit der roten Karte in der elften Minute (und dem anschliessenden Führungstreffer durch den verschuldeten Freistoss) eigentlich schon selbst gekillt. Die 77% Ballbesitz zeigen, wie dominant man in der Folge aufgetreten ist.

Das Spiel gegen Slowenien war da dann schon etwas mehr Krampf. Den frühen Rückstand (unglückliches Missverständnis) hat man aber schnell wieder ausgebügelt und ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass man das Ding nicht wuppt. Mit der ruppigen Gangart des Gegners und dem starken Abwehrbollwerk hat man etwas Mühe bekundet, aber mittlerweile entwickelte man auch hier die Qualität, dass man Lösungen findet. Gerade gegen einen solchen im Block stehenden Gegner ist ein Freigeist wie Manzambi natürlich Gold wert.

Gibt sicherlich einige Spieler, die man als Gewinner dieses Zusammenzugs sehen darf. Zum einen ist dies sicherlich Amdouni, welcher im Sturm ein stetiger Unruheherd war. Andererseits wird sich Athekame wohl hinten rechts festgespielt haben. Der Junge bringt wirklich viel Potenzial mit, mit einem vernünftigen Flügel vor ihm kann man meines Erachtens auch noch einmal etwas mehr von ihm erwarten. Wenn da doch nur einer wäre, der in der Premier League seit Frühling zu überzeugen weiss. Oh wait…

Und dies führt mich zum nächsten Punkt, nur dieses Mal ein Negativ-Aspekt. Die unglaubliche Sturheit von Yakin. Es sollte mittlerweile jedem klar sein, dass dieser Irrsinn mit einem ZM auf dem rechten Flügel keine Alternative sein sollte. Weder Rieder, Aebischer und noch weniger Sow sind für diese Position eine valable Option. Und ja, auch wenn sie dort schon tolle Spiele gemacht haben; mit dieser Besetzung liegt die rechte Seite einfach brach und macht das Spiel durchschaubar. Rieder hat diese Position früher zwar regelmässig gespielt, aber mittlerweile kommt er auch in Augsburg in einer mehr zurückgezogenen Rolle im Mittelfeld zum Einsatz.
Auch in Bezug auf die Belastungssteuerung könnte man sich mal etwas kluger anstellen. Ein Manzambi, der erst vor kurzem von seiner Knie-Verletzung von der WM zurückgekehrt ist, lässt du doch gegen die derart groben Slowenen nicht für 90 Minuten auf dem Platz. Von den 270 gespielten Minuten haben mit Kobel, Elvedi, Akanji, Freuler, Jashari, Ndoye, Amdouni und Athekame gleich acht Spieler 250 Minuten und aufwärts in den Beinen. Hier erwarte ich von Yakin etwas mehr Mut, auch mal andere Spieler ins kalte Wasser zu schmeissen. Ich erhoffe mir für das vierte Spiel ein paar Wechsel, aber ich rechne nicht wirklich damit.

Wenns nach mir gehen würde, gehst du gegen Nordmazedonien mit Mvogo, Cömert, Sanches, Rieder (im ZM) und Boteli in der Startelf ins Spiel. Meine Erwartungen gehen allerdings so weit, dass es wahrscheinlich nicht einen Wechsel geben wird. :clowns:
 
Sehe ich genau gleich! Ich würde sehr gerne mal Rieder zusammen mit Jashari im Zentrum sehen, das könnte sehr gut passen: Rieder hat ein gutes Auge fürs Spiel und die nötige Ruhe am Ball, Jashari ist dazu auch noch sehr dynamisch. Freuler kann man mal eine Pause geben, bei ihm weiss man, was man hat, den kann man bringen, wenn es wichtig ist. Jetzt ist die Gelegenheit, sonst ist Xhaka wieder zurück und spielt natürlich. Ich glaube aber nicht daran, da ist Yakin dann zu sehr Yakin.

Allgemein gefällt mir die Entwicklung, vor 1-2 Jahren hatte ich das Gefühl, dass der Nachwuchs fehlt und immer die gleichen alten (zwar guten, aber trotzdem alten) Säcke aufgeboten werden und Yakin jedes Risiko scheut. Von Manzambi wurde er quasi zum Umdenken gezwungen, um den ist er nicht mehr herumgekommen und hat dann offenbar gemerkt, dass auch andere Junge durchaus schutten können. Trotzdem scheint Yakin am liebsten mit einem halben Dutzend ZM zu spielen, Aussenverteidiger und Flügel werden überschätzt, das Spiel wird im Zentrum gewonnen. Jawoll!

Ansonsten ist Yakin einfach ein sturer Bock und ich kann ihn wirklich nicht mehr sehen... logisch, er hat (einigermassen) Erfolg, trotzdem lässt er extrem kontrolliert und konservativ spielen und stellt auch so auf. Zum Glück gibt es Manzambi, der einfach Fussball spielt und sich nicht so richtig an Regeln hält. Da er so gut ist, darf er das, sonst würde es ihm wie Okafor gehen.
 
Ich halte nicht viel davon, aufgrund den Zertifikat-Käufen Ausschlüsse der Spieler zu fordern oder zu sagen, ein Xhaka könne kein Captain mehr dein. Dafür ist mir das Vergehen (technisch ist es natürlich ein Verbrechen) dann doch zu leicht. Es wird halt mehr darüber gesprochen, weil Corona ein emotionales Thema ist. Da wiegen die schweren Steuer- und Verkehrsdelikte vieler berühmter (nicht Schweizer) Spieler juristisch und moralisch weit schwerer.

Aber schon klar, bei Embolo ist das Mass mittlerweile wirklich voll. Der gute Mann ist jetzt viermal rechtskräftig verurteilt und darunter Drohung und Fahren ohne Führerschein. Bei ihm ist wirklich langsam der Punkt erreicht, an dem es untragbar wird. Zudem er auch ansonsten immer wieder durch Dummheiten auffällt. Ich fände es verständlich, ihn abzusägen, wenn da noch irgendwas passiert.

Und Xhaka hat natürlich auch immer wieder ‚auffällige‘ Szenen. Bei ihm stört mich sein nationalistisches Gedöhns indes noch deutlich mehr, erst gerade hat er den verurteilten Kriegsverbrecher Thaci verteidigt. Finde ich eh *******e, aber als Schweizer Nati-Spieler dann noch deutlich schwieriger.

Vielleicht täusche ich mich, aber die aufkommende Generation aus der Romandie um Manzambi, Ndoye, Sanches und Boteli scheint mir irgendwie bodenständiger und klarer.
 
Ich halte nicht viel davon, aufgrund den Zertifikat-Käufen Ausschlüsse der Spieler zu fordern oder zu sagen, ein Xhaka könne kein Captain mehr dein. Dafür ist mir das Vergehen (technisch ist es natürlich ein Verbrechen) dann doch zu leicht. Es wird halt mehr darüber gesprochen, weil Corona ein emotionales Thema ist. Da wiegen die schweren Steuer- und Verkehrsdelikte vieler berühmter (nicht Schweizer) Spieler juristisch und moralisch weit schwerer.

Aber schon klar, bei Embolo ist das Mass mittlerweile wirklich voll. Der gute Mann ist jetzt viermal rechtskräftig verurteilt und darunter Drohung und Fahren ohne Führerschein. Bei ihm ist wirklich langsam der Punkt erreicht, an dem es untragbar wird. Zudem er auch ansonsten immer wieder durch Dummheiten auffällt. Ich fände es verständlich, ihn abzusägen, wenn da noch irgendwas passiert.

Und Xhaka hat natürlich auch immer wieder ‚auffällige‘ Szenen. Bei ihm stört mich sein nationalistisches Gedöhns indes noch deutlich mehr, erst gerade hat er den verurteilten Kriegsverbrecher Thaci verteidigt. Finde ich eh *******e, aber als Schweizer Nati-Spieler dann noch deutlich schwieriger.

Vielleicht täusche ich mich, aber die aufkommende Generation aus der Romandie um Manzambi, Ndoye, Sanches und Boteli scheint mir irgendwie bodenständiger und klarer.

Zu Embolo: alle 4 Fälle haben sich ursprünglich vor mind. 5 Jahren ereignet. Die Schwalbe war dumm aber kein Grund, ihm da nachtragend zu sein. Das ist dann auch mal wieder gut.

Fazit: Würde Breel das machen lassen, was er an guten Tagen richtig gut kann: Fussball spielen.

Zu Xhaka: Seine Familie hat ne besondere, toughe Geschichte. Bin nicht mit allem d accord aber kanns nachvollziehen, wie sich Granit verhält.

Beide haben nicht immer alles richtig gemacht, wie wir alle nicht. Ist aber ne dankbare Challenge und seh da in beiden Fällen positiv vor allem eine win-win Situation.

Auf dem Platz hatte ich eh immer das Gefühl, dass sie alles geben und beide waren immer mal wieder sehr wichtig und haben uns überwiegend glücklich gemacht.

Wäre stark dafür, beide wieder einzubauen.

Wenn man da oder dort zusätzlich was zielführendes und hilfreiches anregen, besprechen kann, würde ich das als Coach hier machen.
 
Xhaka würde ich das mit Thaci jetzt auch nicht komplett vorwerfen. Es ist nicht gut, aber gemessen an der Vorgeschichte erklärbar, auch wenns das nicht besser macht. Aber gerade auch wegen dieser blöden Reibereinen, die in den Spielen mit Serbien entstanden sind, ist das zu einem grossen Grad sicher auch Trotzreaktion. Wenn RS Belgrad und Partizan straffrei einem Ratko Mladic vor dem Derby gedenken können, dann hat Xhaka auch dieses Recht. Seit den Jugoslawienkriegen ist da kein Schwanz mehr objektiv und auf allen Seiten sind die Emotionen stärker als die Ratio. Ich will seit 100 Jahren im Ex-Jugoslawien-Thread einen Beitrag dazu schreiben, was in Osteuropa generell ein Problem ist und wieso in so vielen Staaten Verbrecher als Helden verehrt werden, was die Ursachen dazu sind etc. Dass Xhaka da jetzt Thaci verteidigt ist ein Symptom eines viel grösseren Problems.

Embolo hat jetzt dieses Jahr mit USA-Einreise, Schwalbe und jetzt dem Covid-Ding leider sehr viele Nebenkriegsschauplätze eröffnet. Ich würde ihn deswegen jetzt auch nicht komplett aus der NM streichen. Ich denke, dass er jetzt nicht dabei war, wird gemessen daran, dass Amdouni die Chance sehr gut genutzt hat und Breel nur noch in der MLS kickt Strafe genug gewesen sein. Die Pole-Position auf der Sturmposition könnte eigentlich dadurch durchaus schon weg sein.
 
Zu Embolo: alle 4 Fälle haben sich ursprünglich vor mind. 5 Jahren ereignet. Die Schwalbe war dumm aber kein Grund, ihm da nachtragend zu sein. Das ist dann auch mal wieder gut.
Die Schwalbe hat damit nichts zu tun, ich spreche nur due Vorfälle abseits des Feldes an. Es stimmt, die Vorfälle sind Jahre her, die Verurteilungen erfolgten teilweise aber erst kürzlich, wie das halt häufig der Fall ist. Da kannst du fast bei jedem verurteilten Verbrecher sagen, es sei ja schon Jahre her. Wenn es aktuelle Fehlverhalten gibt, werden wir das vermutlich auch erst wieder in ein paar Jahren verfahren.

Wir können nur beurteilen, was jetzt bekannt ist. Und natürlich, was der Spieler dazu sagt und wie er öffentlich auftritt. Bei einer so öffentlichen Person, die so viel Aufmerksamkeit generiert, und halt tatsächlich schon vier Mal straffällig wurde, wäre es nicht schlecht, vielleicht auch mal zu erklären, dass man sich unkorrekt verhalten hat und vor allem, was man gelernt hat.

Zu Xhaka: Seine Familie hat ne besondere, toughe Geschichte. Bin nicht mit allem d accord aber kanns nachvollziehen, wie sich Granit verhält.
Da stimme ich schon zu, natürlich war seine Vergangenheit schwierig. Einen verurteilten Kriegsverbrecher (öffentlich) zu supporten ist trotzdem grundfalsch. Wenn du gleichzeitig noch Captain einer anderen Nation bist, wird es eher noch unangenehmer.

Fussballer taugen nur selten zu Vorbildern und müssen keine besseren Menschen sein, aber sie haben nun mal eine sehr grosse öffentliche Präsenz. Daher muss auch er sich fragen, was er damit tut und der Verband muss sich fragen, wie er repräsentiert werden will.
Auf dem Platz hatte ich eh immer das Gefühl, dass sie alles geben und beide waren immer mal wieder sehr wichtig und haben uns überwiegend glücklich gemacht.
Ja, absolut. Xhaka ist klar der beste Spieler, den wir je hatten.
Wäre stark dafür, beide wieder einzubauen.
Würde ich auch, aber wäre ich Verbandspräsident, würde ich doch mit beiden reden und Regeln festhalten:

- Bei Embolo darf nichts mehr passieren. Wird er nochmal verurteilt, ist schluss.

- Xhaka darf sich natürlich politisch äussern, wie er will. Doppeladler schön und gut, Statements zur Politik im Kosovo meinetwegen auch. Aber wenn er seine Öffentlichkeit auch künftig nutzen möchte, um verurteilte Kriegsverbrecher zu unterstützen, dann soll er das in einer anderen Funktion denn als Nationalspieler der Schweiz tun.

Edit: Ich stimme dem Beitrag von @JL13 zu. Das Thema rund um die Balkankriege ist sehr komplex und Kriegsverbrecher werden hüben wie drüben verehrt. Dazu tatsächlich die Familiengeschichte plus die vielen serbischen Provokationen. Ich möchte auch nicht den moralischen Stab über Xhaka brechen, aber dennoch möchte ich als Schweizer Verband solchen Aktivismus nicht von meinen Spielern. Das geht mE nur schwerlich zusammen.
 
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Die ersten drei Spiele der Nations League-Saison darf man sicherlich als erfolgreich einschätzen. Man muss aber auch sagen: von Nordmazedonien kam nicht wirklich Gegenwehr und die Schotten haben sich mit der roten Karte in der elften Minute (und dem anschliessenden Führungstreffer durch den verschuldeten Freistoss) eigentlich schon selbst gekillt. Die 77% Ballbesitz zeigen, wie dominant man in der Folge aufgetreten ist.

Das Spiel gegen Slowenien war da dann schon etwas mehr Krampf. Den frühen Rückstand (unglückliches Missverständnis) hat man aber schnell wieder ausgebügelt und ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass man das Ding nicht wuppt. Mit der ruppigen Gangart des Gegners und dem starken Abwehrbollwerk hat man etwas Mühe bekundet, aber mittlerweile entwickelte man auch hier die Qualität, dass man Lösungen findet. Gerade gegen einen solchen im Block stehenden Gegner ist ein Freigeist wie Manzambi natürlich Gold wert.

Gibt sicherlich einige Spieler, die man als Gewinner dieses Zusammenzugs sehen darf. Zum einen ist dies sicherlich Amdouni, welcher im Sturm ein stetiger Unruheherd war. Andererseits wird sich Athekame wohl hinten rechts festgespielt haben. Der Junge bringt wirklich viel Potenzial mit, mit einem vernünftigen Flügel vor ihm kann man meines Erachtens auch noch einmal etwas mehr von ihm erwarten. Wenn da doch nur einer wäre, der in der Premier League seit Frühling zu überzeugen weiss. Oh wait…

Und dies führt mich zum nächsten Punkt, nur dieses Mal ein Negativ-Aspekt. Die unglaubliche Sturheit von Yakin. Es sollte mittlerweile jedem klar sein, dass dieser Irrsinn mit einem ZM auf dem rechten Flügel keine Alternative sein sollte. Weder Rieder, Aebischer und noch weniger Sow sind für diese Position eine valable Option. Und ja, auch wenn sie dort schon tolle Spiele gemacht haben; mit dieser Besetzung liegt die rechte Seite einfach brach und macht das Spiel durchschaubar. Rieder hat diese Position früher zwar regelmässig gespielt, aber mittlerweile kommt er auch in Augsburg in einer mehr zurückgezogenen Rolle im Mittelfeld zum Einsatz.
Auch in Bezug auf die Belastungssteuerung könnte man sich mal etwas kluger anstellen. Ein Manzambi, der erst vor kurzem von seiner Knie-Verletzung von der WM zurückgekehrt ist, lässt du doch gegen die derart groben Slowenen nicht für 90 Minuten auf dem Platz. Von den 270 gespielten Minuten haben mit Kobel, Elvedi, Akanji, Freuler, Jashari, Ndoye, Amdouni und Athekame gleich acht Spieler 250 Minuten und aufwärts in den Beinen. Hier erwarte ich von Yakin etwas mehr Mut, auch mal andere Spieler ins kalte Wasser zu schmeissen. Ich erhoffe mir für das vierte Spiel ein paar Wechsel, aber ich rechne nicht wirklich damit.

Wenns nach mir gehen würde, gehst du gegen Nordmazedonien mit Mvogo, Cömert, Sanches, Rieder (im ZM) und Boteli in der Startelf ins Spiel. Meine Erwartungen gehen allerdings so weit, dass es wahrscheinlich nicht einen Wechsel geben wird. :clowns:

Sportlich war das eigentlich alles sehr gut. Was mich ein bisschen gestört hat und weshalb ich hoffe, dass wir heute schon den Wiederaufstieg in die A-Gruppe klarmachen: Ich weiss nicht, wie es in den anderen B-Gruppen ist, aber ich fand/finde unsere stinklangweilig. Natürlich ist es geil, dass unsere Nati mittlerweile auf dem Level ist, dass man Gegner wie Schottland, Nordmazedonien und Slowenien so dominieren kann. Das gab es auch schon anders. Aber ich hatte in keinem Spiel je das Gefühl, dass wir das irgendwie nicht gewinnen. Auch gegen Slowenien nach Rückstand nicht. Spannung war nie existent. Das ist schon was anderes, als wenn du in der A-Gruppe den Spaniern gegenüberstehst und hoffst, dass die kleine Schweiz einem Grossen ein Bein stellen kann. Ich weiss, dass es jammern auf sehr hohem Niveau ist. Aber verglichen zu den WM-Spielen war das jetzt bei mir eher meh...
 
Edit: Ich stimme dem Beitrag von @JL13 zu. Das Thema rund um die Balkankriege ist sehr komplex und Kriegsverbrecher werden hüben wie drüben verehrt. Dazu tatsächlich die Familiengeschichte plus die vielen serbischen Provokationen. Ich möchte auch nicht den moralischen Stab über Xhaka brechen, aber dennoch möchte ich als Schweizer Verband solchen Aktivismus nicht von meinen Spielern. Das geht mE nur schwerlich zusammen.

Das verstehe ich und das ist auch heikel, lässt sich aber vermutlich heutzutage nicht mehr vermeiden, wo zahlreiche Menschen mehr als eine Heimat haben.

Es war ja nicht nur bei der Schweiz in den Spielen gegen Serbien so. An der EM 2021 ist Österreichs Arnautovic und Nordmazedoniens Alioski aneinandergeraten, an der WM 2022 die kroatischen Fans und Kanadas Goalie Milan Borjan. Kanada, Österreich und die Schweiz sind keine Länder des ehemaligen Jugoslawiens, aber trotzdem schwappt die Problematik über.

Mir missfällt das enorm, weil das den Leuten auf Rechtsaussen wieder Futter auf die Mühlen gibt im Stil von "jetzt tragen die ihre Konflikte schon in unserem Nationalteam aus", aber gleichzeitig sind wir ziemlich machtlos dagegen. Eigentlich schätze ich an Xhaka, dass er ein geradliniger Typ ist, bei dem man weiss, woran man ist. Trotzdem würde ich ihm in Sachen Politik raten, sich weniger im Nationaltrikot zu äussern. Mein Ratschlag hier wird aber nie bei ihm ankommen und ich bin mir sicher, dass es auch aus seinem Umfeld ähnliche Ratschläge gibt, er aber dennoch sein Ding durchzieht.
 
Gab schon früher immer mal wieder Aufregungen in der Nati:

z.B.
Die Nacht von Sheffield:


Die Nacht von Oslo:


Beide Male wacker mitbeteiligt: der lebensfrohe Köbi Kuhn.

Hat weder ihn noch den Schweiz. Fussballerband davon abgehalten, später Natitrainer zu werden.

Köbi war in der Zeitspanne von so 1970 bis jetzt so wie ichs einschätze, von allen Natitrainern wohl der Beliebteste.

So kanns gehen.....
 
Köbi Kuhn war halt der liebe Grosspapi von der Ausstrahlung her. Dazu kam er nach einer Reihe ausländischer Trainer (die vier Spiele unter Zaugg mal ausgenommen, war er der erste Schweizer seit Wolfisberg bzw. Jeandupeux) und hatte, obwohl damals niemand damit rechnete, plötzlich Erfolg. Nach drei verpassten Turnieren fingen wir wieder an uns zu qualifizieren.

So hatte er erstmal doppelten und dreifachen Bonus, dass man bei ihm auch über Streitpunkte (Vogel vs. Frei als Beispiel) weggesehen hat.

Der beste Trainer war er nicht, aber weil er eine fast schon klischeehaft schweizerische Art hatte und ebenso sportlichen Erfolg (bzw. das, was zu der Zeit sportlicher Erfolg aus Schweizer Perspektive war) bot er null Angriffsfläche. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort könnte man sagen.
 
Köbi Kuhn war halt der liebe Grosspapi von der Ausstrahlung her. Dazu kam er nach einer Reihe ausländischer Trainer (die vier Spiele unter Zaugg mal ausgenommen, war er der erste Schweizer seit Wolfisberg bzw. Jeandupeux) und hatte, obwohl damals niemand damit rechnete, plötzlich Erfolg. Nach drei verpassten Turnieren fingen wir wieder an uns zu qualifizieren.

Ja, sehr treffende Analyse.
So hatte er erstmal doppelten und dreifachen Bonus, dass man bei ihm auch über Streitpunkte (Vogel vs. Frei als Beispiel) weggesehen hat.

Hatte ich auch so in Erinnerung. Könnte aber sein, dass es eher den Basler Block betraf und weniger spezifisch Frei selbst:


Im Video wird das jedenfalls nicht wirklich bestätigt, dass es zwischen den Beiden ernsthafte trouble gab.
Der beste Trainer war er nicht, aber weil er eine fast schon klischeehaft schweizerische Art hatte und ebenso sportlichen Erfolg (bzw. das, was zu der Zeit sportlicher Erfolg aus Schweizer Perspektive war) bot er null Angriffsfläche. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort könnte man sagen.

Ja. Sehe ich im wesentlichen auch so, aber für mich wurde Köbi passabel als Trainer unterschätzt. Das war so ein angenehmer Zeitgenosse, der aber gleichzeitig sehr viel von Fussball verstand. Rethorisch nicht wirklich der Ueberflieger, aber bauernschlau und menschlich insbesondere, was man über sein Verhalten zu seiner damaligen kranken Frau Alice hörte, eindrücklich.

Habe Köbi durchaus gern gehabt und es ist möglich, dass ich ihn sogar mal live spielen sehen habe auf dem Letzigrund, aber da war ich noch sehr klein und kann mich nur noch an den FC Zürich Goalie Karl Grob erinnern, der echt ne Katze im Gol war.
 
Nicht das beste Spiel von uns. Trotzdem: das Resultat stimmt. 3:0 gewonnen. Wenn wir im November in Bestbesetzung spielen können, darf man optimistisch sein.

Die Nati macht Spass. Wirklich ein gutes Team. Akanji Interview eben brilliant.
 
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