Zunächst einmal, ich denke, es ist uns allen bewusst, dass man sich im Sinne des Sports Gedanken um die Zukunft machen muss.
Machen wir uns nichts vor, der SGP ist (leider) nicht mehr das, was er einmal war. Was erinnere ich mich an die Zeiten, wo wir in Hiza die Nacht zum Tage gemacht haben, wo wir quasi aus dem Festzelt an die Schanze sind und da ein wenig geschlafen haben

, wo selbst schon die Trainings echte Magneten waren... Das ist doch schon längst nicht mehr so. Man merkt es auch an den rückläufigen Zahlen hier im Forum, sei es in den einzelnen Threads und den Tippspielen. Ob man mit frischen, moderneren Formaten mehr jüngere Zuschauer an die Schanzen bekommt… ich weiß nicht… ich möchte sie per se aber nicht ablehnen.
Die Idee mit den Hybrid-Veranstaltungen halte ich (auch aus klimatischem Gründen) gar nicht mal für verkehrt. Man wird sicher nicht unbedingt mit dem Opening im Ski Alpin konkurrieren. Für gewöhnlich findet in Sölden samstags der Riesenslalom der Damen, sonntags der der Herren statt. Sie wären gegen 14 Uhr beendet.
Für mich ist das enorme Pendeln zwischen einzelnen Wettkampforten nach wie vor ein Dorn im Auge. Auch Sportverbände haben eine Verantwortung. Daher steht eine Route Zakopane - Sapporo - Willingen - Lake Placid - Lahti sicher im Gegensatz zur Nachhaltigkeit, die man sich auf die Fahne geschrieben hat.
Und noch etwas… es ist schade, dass die Damen nicht in Vikersund fliegen. Es wäre für mich die Schanze, bei der man jüngere oder unerfahrene Athletinnen an das Fliegen hätte heranführen können. Stattdessen lässt man wirklich wieder nur eine kleine Gruppe in Planica starten. Weiterhin erlaubt man am Ende nur 40 Athletinnen sich bei der VST für einen Wettkampf zu qualifizieren. Starterfelder sollen perspektivisch verkleinert werden. Ja, mir ist bewusst, dass dies auch mit der Anbindung an die Herren zu tun hat. Aber: man schafft mehr und mehr elitäre Starterfelder, viele Athletinnen haben kaum mehr Chancen auf einen Weltcupstart. In der letzten Saison gab’s bei den Herren 24 geplante COC-Springen (davon wurden 18 durchgeführt), bei den Damen waren es 12 (durchgeführt 10). Wenn man den einen Schritt geht, ist die Erweiterung des ICOC bei den Damen eigentlich die logische Konsequenz (also zumindest bei mir). Mehr Wettbewerbe und eine Quotenregelung über eine gewisse Periode für die Startplätze. Sonst nimmt man vielen Sportlerinnen die Motivation für eine Fortsetzung der Karriere. Sollten perspektivisch nur noch bis zu 5 Starterinnen aus einem Verband startberechtigt sein, wird es gerade auch für starke Nationen wie Japan… schwierig.
Ich habe ein wenig auch die NoKo vor Augen. Da sprach man von wenig Nationenvielfalt. Bei den skispringenden Damen war es heuer leider nicht anders in Planica (3x Japan, 3x Norwegen, 3x Deutschland, 2x Slowenien - ok, eine Klinec in der Hinterhand, 1x Österreich und 1x Kanada - mit Blick zudem auf Eder und Loutitt, sowie hoffentlich Pinkelnig). Ein wenig Hoffnung habe ich da bei den Finninnen. Aber sonst? Da könnten weitere Nationen mit Westman, Sieff, Pagnier, Zeng, evtl Johnson und Twardosz schon rasch Einzelstarterinnen sein. Und gerade die Chinesin hat man nach den Olympischen Spielen nicht mehr gesehen. Da bleibt ein Fragezeichen vor allem was das Fliegen betrifft.