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Dumdidum ... hm ... mal Prognosen schreiben.
Frohen ersten Weihnachtstag wünsch ich euch.
Zwischen den Feiertagen ist international boxtechnisch nicht viel los, etwas beim Feiern eingeschränkt sind die in dieser Woche in Deutschland aktiven Boxer.
Letzter Aufruf also für Kandidaten, die beim "Kampf des Jahres"-Wettbewerb mitmachen wollen. Ok, das versprechen die restlichen Kämpfe in diesem Jahr wohl nicht mehr.
28.12.
Dominick Guinn vs Robert Hawkins (10 Runden Schwergewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=15726&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=16129&cat=boxer
Resteverwertung auf ESPN2.
Für Dominick Guinn ist der Kampf am Freitag vielleicht der letzte Strohhalm an dem er sich klammern kann, damit seine Karriere nicht von "Prüfstein" nach "Journeyman" abdriftet ... was mehr oder weniger festlegt, was er zukünftig verdienen kann.
Robert Hawkins ist solides Top100-Material (hinterer Bereich ... ok). Nach einem knappen Kampf mit Eddie Chambers gings für ihn zwar zumeist bergab. Doch immerhin kann er von sich behaupten zur Minderheit derer zu gehören, die es jeweils gegen Samuel Peter und David Tua über die Distanz schafften. Ich glaub er ist sogar der einzige, der gegen beide antrat und von ihnen nicht gestoppt wurde.
Zuletzt hatte er aber ne vorzeitige Niederlage gegen Virchis kassiert, der somit einmal mehr seine Schlagkraft unter Beweis stellte.
Ob Hawkins sich innerhalb nur eines Monats von den harten Fäusten Virchis' erholt hat ist fraglich ... ich denke mal es wird ne knappe Nummer. Guinn scheint mir doch etwas "durch" zu sein.
Guinn SD10 Hawkins
29.12.
Karo Murat vs Emiliano Cayetano (8 Runden Supermittelgewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=372191&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=75775&cat=boxer
Cayetano kennt man hierzulande. Is garnich' lange her, da war er in Erfurt zu Gast und schlug Mads Larsen in der ersten Runde nieder ... war glaube ich gar der erste Niederschlag in der Karriere des Dänen. Doch jener erholte sich davon und boxte nen deutlichen Punktsieg heraus.
Das dürfte wohl auch das Mindestziel von Sauerlandboxer Murat sein ... nur eben ohne Bodenbesuch.
Murat TKO7 Cayetano
Tomasz Adamek vs Josip Jalusic (10 Runden Cruisergewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=14883&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=267312&cat=boxer
Adameks Karriere ist ein bisserl auf Irrwegen. Die ganze "12-Rounds"-Geschichte in Polen hat nicht so recht geklappt und wirkte gemessen an manchen Aussagen hier im Forum auch etwas dubios. Irgendwer meinte doch, dass es früher Verbindungen zwischen dem Chef der Firma und der Ostblock-Mafia gegeben hätte, oder? Naja, is auch egal.
Adamek darf nun sehen wo er Fuß fasst. Bei Don King steht er ja nicht mehr unter Vertrag (der außerhalb von Chicago eh nicht viel mit Adamek anzustellen wusste). Da boxt der Pole also erstmal zur Probe auf ner Sauerland-Card und darf versuchen sich gut zu verkaufen. Sein Gegner Jalusic hat zwar in der Scheiz nur einigermaßen knapp nach Punkten gegen Nuri Seferi verloren ... aber ich erwarte dennoch nicht, dass er Adamek sonderlich fordern wird.
Adamek TKO7 Jalusic
Yoan Pablo Hernandez vs Mohamed Azzaoui (12 Runden Cruisergewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=324252&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=96251&cat=boxer
Azzaoui wird das Publikum in Bielefeld wohl nicht nervös machen, denn ihm ist Größeres bekannt. So trat er ja letzten Monat vor dem Calzaghe-Kessler-Showdown gegen WBO-Weltmeister Maccarinelli an. "Macca" traf immer wieder mit harten Körperhaken, bevor schließlich einer dieser in der vierten Runde seinen Herausforderer zu Boden schickte. Azzaoui war eher damit beschäftigt einen Schlag auf den Rücken zu monieren, als sich darum zu kümmern, wie weit der Ringrichter schon gezählt hatte. So wirkte er zwar noch kampffähig (stand gleich nach dem Auszählen auf und beschwerte sich), aber wurde dennoch am Boden ausgezählt. Nunja, der Schlag war zwar "etwas weiter hinten", aber, meiner Ansicht nach, immernoch im legalen Bereich.
Sauerlands Kuba-Schatz Hernandez darf sich nun auch an Azzazoui probieren und sich mit einem Sieg gute Chancen für einen Ranglisten-Aufstieg ausmalen. Hernandez kann durchaus saftige Haken zum Körper schlagen ... aber gegen Gegner die er nicht in der ersten Runde wegräumt, wirkt Hernandez manchmal verkrampft und versucht es arg wild.
Ich denke mal, es geht über die Distanz.
Hernandez UD12 Azzaoui
Jose Alfaro vs Prawet Singwancha (WBA-Titelchen im Leichtgewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=240564&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=15295&cat=boxer
Nachdem Juan Diaz ein paar Titel im Leichtgewicht zusammen gebracht hat, hat die WBA wieder einmal einen ihrer vergleichsweisen wertlosen "regular title" zu vergeben, die nur wenige Leute haben wollen, weil man dann nur seltenst einen Kampf gegen nen Top-Mann kriegt (eben weil den Titel kaum einer will), dennoch pflichtverteidigen muss, aber keine Titelvereinigungen boxen kann, zumal man trotzdem aus den Ranglisten der anderen Verbände wegrutscht. Interessant ist der Titel eher für Leute, die in Ländern boxen in denen kaum einer um den Wert des Gürtels weiß ... Deutschland zum Beispiel.
Dass Alfaro und Singwancha um den Titel boxen hat aber nicht damit zu tun, dass einer von ihnen öfter mal in Deutschland wäre. Nein, Don King hat den Kampf ersteigert und schickt die beiden einfach mit seinem Boxer Cunningham nach MeckPomm.
Für den Thai Singwancha ist es der zweite Anlauf. Schon nach Diaz-Freitas sollte der kleine WBA-Titel vergeben werden, damals boxte Singwancha ein Unentschieden gegen Jose Miguel Cotto (Bruder von Miguel Angel Cotto). Jener ist aber irgendwie ganz aus der Rangliste verschwunden, weswegen Alfaro und Singwancha dort die Höchstplatzierten sind ... wohl wegen des Gewinns irgendwelche WBA-Gürtelchen (WBA Fededingsbums, PABA) in der Vergangenheit. Sportliche Erfolge mögen da eher etwas weniger zählen, denn beide haben nen eher durchwachsenen Rekord, für Boxer die um einen vakanten Titel boxen.
Aber wie schon erwähnt, von den Top-Boxern würd den Gürtel eh keiner haben wollen.
Singwancha MD12 Alfaro
Steve Cunningham vs Marco Huck (IBF-Titel im Cruisergewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=36642&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=280342&cat=boxer
Bootsmann Huck darf wohl den Top-Kampf der Woche machen was? Und das im eigenen Wohnort ... da könnte man doch glatt freudig ins neue Jahr feiern.
Tjoa, könnte man, wenn man gewinnt.
Denn ich finde es doch lustig, wie hoch der Huck hier teilweise gehandelt wird. Manch einer spricht schon von Titelvereinigungen gegen Haye oder so, nach dem Motto "den Cunningham schafft er locker".
Doch davon ist Huck noch ein gutes Stück entfernt. Ok, er hat gegen Tokarev einen knappen Kampf gemacht, das verdient schon Respekt. Doch das Punkturteil war meiner Ansicht nach zumindest auf zwei Punktzetteln lächerlich hoch (Tokarev nur 2 Runden? WTF?) ... noch ärger als bei Hopkins-Wright, beide Kämpfe konnte man jeweils beiden Boxern geben, finde ich ... nur eben nicht so deutlich wie offiziell geschehen.
Naja, was solls, Tokarev machte einmal mehr seine Kondition einen Strich durch seine Rechnung (wie z.B. schon gegen Arslan, dessen Ober- und Unterkiefer er zwar brach aber am Ende in der 12ten Runde doch arg "schwamm"). Huck rückte also in die schöne Position des IBF-Herausforderers. Jene Rolle hat er zwar auch bei der WBO, aber da ist ein Frank-Warren-Boxer weiterhin Weltmeister ... also sind da Pflichtverteidigungen egal (so wie bei UBP-Leuten usw.).
Cunningham brauchte für den Titel zwei Anläufe. Schon Ende 2006 boxte er gegen Wlodarczyk. Die meisten hatten den US-Mann so um den Dreh von 116:112 vorne gesehen. Heraus kam aber eine geteilte Punktentscheidung, bei der die europäischen Punktrichter den Polen knapp vorne hatten, während der US-Punktrichter eine übertriebene 119:109 für seinen Landsmann zusammen punktete. Jene Meinung teilte nur der ESB-Schreiberling, der immer wieder für lachhafte Artikel gut ist (Miguel Velasco oder so).
Aber zurück zum oben Erwähnten, nämlich dass ich es bemerkenswert finde, wie sehr Huck hier bei manchen in der Favoriten-Rolle gesehen wird. Denn meine Meinung ist da irgendwie eine andere.
Meiner Ansicht nach ist der Stil von Cunningham totales Gift für Huck.
Cunningham boxt gerne aus der Distanz, Cunningham schlägt viel, Cuningham hat eine gute Kondition, Cunningham bewegt sich hinreichend ... und wenn es mal in den Infight geht dann klammert "USS" fast so schnell wie John Ruiz. Was dann auch der Grund ist, warum sich kaum einer für das Möchtegern-Schlachtschiff im eigenen Land interessiert.
Marco Huck auf der anderen Seite ist eher einer, der versucht mit schnellen Kombinationen zu punkten. Er versucht den Gegner zum Infight zu überreden um ihn da ein paar Hände um die Ohren zu pfeffern ... von 5-6 Schlägen landen dann vielleicht 1 oder 2 im Ziel. Dies macht der Huck dann 2-3 Mal pro Runde um so die Punktrichter zu beeindrucken. Und gegen Tokarev hat dies ja auch geklappt.
Doch gegen Cunnningham? Wenn Huck passiv hinter der Doppeldeckung hockt (die Ulli-Wegner-Linie mag man sie fast nennen ... ok, Felix Sturm hat das auch drauf, Krasniqi hat das gegen Thompson perfektioniert und gezeigt wie gut man damit verlieren kann) wird er nicht viel gegen einen Mann punkten können, der gerne aus der Distanz boxt und viel schlägt ... auch wenn jener dabei nicht viel trifft. Denn wenn der Huck mal nahe an Cunningham ran kommt, wird jener klammern ... gerne auch mehr als 5 Mal pro Runde.
So, also meine Meinung ist, dass vom Boxstil der beiden her für Huck nicht viel spricht.
Aber wie das nunmal mit dem Boxen in Deutschland so ist, sprechen andere Faktoren für den Deutschen. Jener hat das Publikum gewiss hinter sich, dass zwischen den Feiertagen ja eh in Feierlaune ist. Großer Vorteil für Huck auf den Punktzetteln, möchte ich meinen.
Es würde mich stark wundern, wenn da am Ende kein umstrittenes Urteil heraus kommt, denn beide Boxer werden, denke ich, nicht viel treffen. Huck nicht, weil er meiner Ansicht nach kein guter Distanz-Boxer ist (das Jabben hat gegen Tokarev einigermaßen geklappt, aber der US-Amerikaner Cunningham ist deutlich größer als Tokarev) und nicht oft in den Infight kommen wird und Cunningham nicht, weil Huck ne rect dichte Deckung hat.
Ja, es würde mich nicht wundern, wenns gar skandalös wird. Puntkabzüge fürs Klammern? Oder vielleicht ein frustrierter Huck, der - wie gegen Tokarev - den Ellbogen bringt oder seine Knie nicht unter Kontrolle halten kann? Mal sehen.
Meine Erwartung:
Huck SD12 Cunnigham via Beschiss ... ok, meine leichte Antipathie gegenüber Huck beeinflusst mich da vielleicht etwas.
Frohen ersten Weihnachtstag wünsch ich euch.
Zwischen den Feiertagen ist international boxtechnisch nicht viel los, etwas beim Feiern eingeschränkt sind die in dieser Woche in Deutschland aktiven Boxer.
Letzter Aufruf also für Kandidaten, die beim "Kampf des Jahres"-Wettbewerb mitmachen wollen. Ok, das versprechen die restlichen Kämpfe in diesem Jahr wohl nicht mehr.
28.12.
Dominick Guinn vs Robert Hawkins (10 Runden Schwergewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=15726&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=16129&cat=boxer
Resteverwertung auf ESPN2.
Für Dominick Guinn ist der Kampf am Freitag vielleicht der letzte Strohhalm an dem er sich klammern kann, damit seine Karriere nicht von "Prüfstein" nach "Journeyman" abdriftet ... was mehr oder weniger festlegt, was er zukünftig verdienen kann.
Robert Hawkins ist solides Top100-Material (hinterer Bereich ... ok). Nach einem knappen Kampf mit Eddie Chambers gings für ihn zwar zumeist bergab. Doch immerhin kann er von sich behaupten zur Minderheit derer zu gehören, die es jeweils gegen Samuel Peter und David Tua über die Distanz schafften. Ich glaub er ist sogar der einzige, der gegen beide antrat und von ihnen nicht gestoppt wurde.
Zuletzt hatte er aber ne vorzeitige Niederlage gegen Virchis kassiert, der somit einmal mehr seine Schlagkraft unter Beweis stellte.
Ob Hawkins sich innerhalb nur eines Monats von den harten Fäusten Virchis' erholt hat ist fraglich ... ich denke mal es wird ne knappe Nummer. Guinn scheint mir doch etwas "durch" zu sein.
Guinn SD10 Hawkins
29.12.
Karo Murat vs Emiliano Cayetano (8 Runden Supermittelgewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=372191&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=75775&cat=boxer
Cayetano kennt man hierzulande. Is garnich' lange her, da war er in Erfurt zu Gast und schlug Mads Larsen in der ersten Runde nieder ... war glaube ich gar der erste Niederschlag in der Karriere des Dänen. Doch jener erholte sich davon und boxte nen deutlichen Punktsieg heraus.
Das dürfte wohl auch das Mindestziel von Sauerlandboxer Murat sein ... nur eben ohne Bodenbesuch.
Murat TKO7 Cayetano
Tomasz Adamek vs Josip Jalusic (10 Runden Cruisergewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=14883&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=267312&cat=boxer
Adameks Karriere ist ein bisserl auf Irrwegen. Die ganze "12-Rounds"-Geschichte in Polen hat nicht so recht geklappt und wirkte gemessen an manchen Aussagen hier im Forum auch etwas dubios. Irgendwer meinte doch, dass es früher Verbindungen zwischen dem Chef der Firma und der Ostblock-Mafia gegeben hätte, oder? Naja, is auch egal.
Adamek darf nun sehen wo er Fuß fasst. Bei Don King steht er ja nicht mehr unter Vertrag (der außerhalb von Chicago eh nicht viel mit Adamek anzustellen wusste). Da boxt der Pole also erstmal zur Probe auf ner Sauerland-Card und darf versuchen sich gut zu verkaufen. Sein Gegner Jalusic hat zwar in der Scheiz nur einigermaßen knapp nach Punkten gegen Nuri Seferi verloren ... aber ich erwarte dennoch nicht, dass er Adamek sonderlich fordern wird.
Adamek TKO7 Jalusic
Yoan Pablo Hernandez vs Mohamed Azzaoui (12 Runden Cruisergewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=324252&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=96251&cat=boxer
Azzaoui wird das Publikum in Bielefeld wohl nicht nervös machen, denn ihm ist Größeres bekannt. So trat er ja letzten Monat vor dem Calzaghe-Kessler-Showdown gegen WBO-Weltmeister Maccarinelli an. "Macca" traf immer wieder mit harten Körperhaken, bevor schließlich einer dieser in der vierten Runde seinen Herausforderer zu Boden schickte. Azzaoui war eher damit beschäftigt einen Schlag auf den Rücken zu monieren, als sich darum zu kümmern, wie weit der Ringrichter schon gezählt hatte. So wirkte er zwar noch kampffähig (stand gleich nach dem Auszählen auf und beschwerte sich), aber wurde dennoch am Boden ausgezählt. Nunja, der Schlag war zwar "etwas weiter hinten", aber, meiner Ansicht nach, immernoch im legalen Bereich.
Sauerlands Kuba-Schatz Hernandez darf sich nun auch an Azzazoui probieren und sich mit einem Sieg gute Chancen für einen Ranglisten-Aufstieg ausmalen. Hernandez kann durchaus saftige Haken zum Körper schlagen ... aber gegen Gegner die er nicht in der ersten Runde wegräumt, wirkt Hernandez manchmal verkrampft und versucht es arg wild.
Ich denke mal, es geht über die Distanz.
Hernandez UD12 Azzaoui
Jose Alfaro vs Prawet Singwancha (WBA-Titelchen im Leichtgewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=240564&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=15295&cat=boxer
Nachdem Juan Diaz ein paar Titel im Leichtgewicht zusammen gebracht hat, hat die WBA wieder einmal einen ihrer vergleichsweisen wertlosen "regular title" zu vergeben, die nur wenige Leute haben wollen, weil man dann nur seltenst einen Kampf gegen nen Top-Mann kriegt (eben weil den Titel kaum einer will), dennoch pflichtverteidigen muss, aber keine Titelvereinigungen boxen kann, zumal man trotzdem aus den Ranglisten der anderen Verbände wegrutscht. Interessant ist der Titel eher für Leute, die in Ländern boxen in denen kaum einer um den Wert des Gürtels weiß ... Deutschland zum Beispiel.
Dass Alfaro und Singwancha um den Titel boxen hat aber nicht damit zu tun, dass einer von ihnen öfter mal in Deutschland wäre. Nein, Don King hat den Kampf ersteigert und schickt die beiden einfach mit seinem Boxer Cunningham nach MeckPomm.
Für den Thai Singwancha ist es der zweite Anlauf. Schon nach Diaz-Freitas sollte der kleine WBA-Titel vergeben werden, damals boxte Singwancha ein Unentschieden gegen Jose Miguel Cotto (Bruder von Miguel Angel Cotto). Jener ist aber irgendwie ganz aus der Rangliste verschwunden, weswegen Alfaro und Singwancha dort die Höchstplatzierten sind ... wohl wegen des Gewinns irgendwelche WBA-Gürtelchen (WBA Fededingsbums, PABA) in der Vergangenheit. Sportliche Erfolge mögen da eher etwas weniger zählen, denn beide haben nen eher durchwachsenen Rekord, für Boxer die um einen vakanten Titel boxen.
Aber wie schon erwähnt, von den Top-Boxern würd den Gürtel eh keiner haben wollen.
Singwancha MD12 Alfaro
Steve Cunningham vs Marco Huck (IBF-Titel im Cruisergewicht)
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=36642&cat=boxer
http://www.boxrec.com/list_bouts.php?human_id=280342&cat=boxer
Bootsmann Huck darf wohl den Top-Kampf der Woche machen was? Und das im eigenen Wohnort ... da könnte man doch glatt freudig ins neue Jahr feiern.
Tjoa, könnte man, wenn man gewinnt.
Denn ich finde es doch lustig, wie hoch der Huck hier teilweise gehandelt wird. Manch einer spricht schon von Titelvereinigungen gegen Haye oder so, nach dem Motto "den Cunningham schafft er locker".
Doch davon ist Huck noch ein gutes Stück entfernt. Ok, er hat gegen Tokarev einen knappen Kampf gemacht, das verdient schon Respekt. Doch das Punkturteil war meiner Ansicht nach zumindest auf zwei Punktzetteln lächerlich hoch (Tokarev nur 2 Runden? WTF?) ... noch ärger als bei Hopkins-Wright, beide Kämpfe konnte man jeweils beiden Boxern geben, finde ich ... nur eben nicht so deutlich wie offiziell geschehen.
Naja, was solls, Tokarev machte einmal mehr seine Kondition einen Strich durch seine Rechnung (wie z.B. schon gegen Arslan, dessen Ober- und Unterkiefer er zwar brach aber am Ende in der 12ten Runde doch arg "schwamm"). Huck rückte also in die schöne Position des IBF-Herausforderers. Jene Rolle hat er zwar auch bei der WBO, aber da ist ein Frank-Warren-Boxer weiterhin Weltmeister ... also sind da Pflichtverteidigungen egal (so wie bei UBP-Leuten usw.).
Cunningham brauchte für den Titel zwei Anläufe. Schon Ende 2006 boxte er gegen Wlodarczyk. Die meisten hatten den US-Mann so um den Dreh von 116:112 vorne gesehen. Heraus kam aber eine geteilte Punktentscheidung, bei der die europäischen Punktrichter den Polen knapp vorne hatten, während der US-Punktrichter eine übertriebene 119:109 für seinen Landsmann zusammen punktete. Jene Meinung teilte nur der ESB-Schreiberling, der immer wieder für lachhafte Artikel gut ist (Miguel Velasco oder so).
Aber zurück zum oben Erwähnten, nämlich dass ich es bemerkenswert finde, wie sehr Huck hier bei manchen in der Favoriten-Rolle gesehen wird. Denn meine Meinung ist da irgendwie eine andere.
Meiner Ansicht nach ist der Stil von Cunningham totales Gift für Huck.
Cunningham boxt gerne aus der Distanz, Cunningham schlägt viel, Cuningham hat eine gute Kondition, Cunningham bewegt sich hinreichend ... und wenn es mal in den Infight geht dann klammert "USS" fast so schnell wie John Ruiz. Was dann auch der Grund ist, warum sich kaum einer für das Möchtegern-Schlachtschiff im eigenen Land interessiert.
Marco Huck auf der anderen Seite ist eher einer, der versucht mit schnellen Kombinationen zu punkten. Er versucht den Gegner zum Infight zu überreden um ihn da ein paar Hände um die Ohren zu pfeffern ... von 5-6 Schlägen landen dann vielleicht 1 oder 2 im Ziel. Dies macht der Huck dann 2-3 Mal pro Runde um so die Punktrichter zu beeindrucken. Und gegen Tokarev hat dies ja auch geklappt.
Doch gegen Cunnningham? Wenn Huck passiv hinter der Doppeldeckung hockt (die Ulli-Wegner-Linie mag man sie fast nennen ... ok, Felix Sturm hat das auch drauf, Krasniqi hat das gegen Thompson perfektioniert und gezeigt wie gut man damit verlieren kann) wird er nicht viel gegen einen Mann punkten können, der gerne aus der Distanz boxt und viel schlägt ... auch wenn jener dabei nicht viel trifft. Denn wenn der Huck mal nahe an Cunningham ran kommt, wird jener klammern ... gerne auch mehr als 5 Mal pro Runde.
So, also meine Meinung ist, dass vom Boxstil der beiden her für Huck nicht viel spricht.
Aber wie das nunmal mit dem Boxen in Deutschland so ist, sprechen andere Faktoren für den Deutschen. Jener hat das Publikum gewiss hinter sich, dass zwischen den Feiertagen ja eh in Feierlaune ist. Großer Vorteil für Huck auf den Punktzetteln, möchte ich meinen.
Es würde mich stark wundern, wenn da am Ende kein umstrittenes Urteil heraus kommt, denn beide Boxer werden, denke ich, nicht viel treffen. Huck nicht, weil er meiner Ansicht nach kein guter Distanz-Boxer ist (das Jabben hat gegen Tokarev einigermaßen geklappt, aber der US-Amerikaner Cunningham ist deutlich größer als Tokarev) und nicht oft in den Infight kommen wird und Cunningham nicht, weil Huck ne rect dichte Deckung hat.
Ja, es würde mich nicht wundern, wenns gar skandalös wird. Puntkabzüge fürs Klammern? Oder vielleicht ein frustrierter Huck, der - wie gegen Tokarev - den Ellbogen bringt oder seine Knie nicht unter Kontrolle halten kann? Mal sehen.
Meine Erwartung:
Huck SD12 Cunnigham via Beschiss ... ok, meine leichte Antipathie gegenüber Huck beeinflusst mich da vielleicht etwas.
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