Zwei Wochen voller Action bei den alpinen Athletinnen und Athleten. Eine kurze Sicht auf die Dinge:
07. Februar 2026, 11:30: Abfahrt Herren
Amtierender Weltmeister: Marco Odermatt
Titelverteidiger: Beat Feuz (zurückgetreten)
Die Schweiz wäre hier wohl durch Marco Odermatt und Franjo von Allmen in der Favoritenrolle gewesen, wenn in den vergangenen Wochen nicht ein junger Italiener für Furore gesorgt hätte. Giovanni Franzoni hat mit furchtlosen Leistungen die Hierarchie aufgewirbelt und stand bei den Klassikern von Wengen und Kitzbühel auf dem Podium, in letzterem sogar ganz oben. Die Frage, welche sich stellt: wie geht er mit dem Druck von Heim-Olympia um?
Ansonsten gibt es einige der arrivierten Kräfte, welche auf der Strecke in Bormio zu den Medaillen-Kandidaten zählen: Dominik Paris und Vincent Kriechmayr haben beide schon auf dieser Strecke gewonnen. Dieses Meisterstück ist letzten Winter auch Alexis Monney gelungen, jedoch hat dieser seine Form aus dem Vorjahr noch nicht gefunden und war zuletzt auch gesundheitlich etwas angeschlagen. Ein kleiner Geheimtipp: Cameron Alexander hat es in den letzten beiden Austragungen jeweils aufs Podium geschafft. Und die Formkurve zeigt diesen Winter beim Kanadier langsam nach oben.
08. Februar 2026, 11:30: Abfahrt Damen
Amtierende Weltmeisterin: Breezy Johnson
Titelverteidigerin: Corinne Suter
Die zentrale Frage ist simpel: schafft sie es oder nicht? Lindsey Vonn ist zurück und ordnet dem Ziel von olympischen Gold alles unter. Mit Aksel Svindal und einem neuen Knie-Gelenk an ihrer Seite will es die 41-jährige noch einmal so richtig wissen. Alle fünf Abfahrten beendete sie diesen Winter auf dem Podest, die Rennen in St. Moritz und Zauchensee hat sie in überlegener Manier gewonnen.
Ansonsten scheint das Feld ziemlich offen zu sein. Für den DSV scheinen die Medaillen-Chancen jedenfalls absolut intakt zu sein: Kira Weidle-Winkelmann fuhr als einzige Athletin nebst erwähnter Vonn zwei Mal auf das Podium, Multi-Könnerin Emma Aicher gewann die zweite Abfahrt von St. Moritz am ersten Speed-Wochenende. Wirklich durch Konstanz fiel jedoch noch keine Athletin so richtig auf. Gerade die prägende Figur der letzten Jahre, Sofia Goggia, kommt noch nicht so wirklich auf Touren. St. Moritz hat mit den Rängen 4 und 3 zwar noch Hoffnung gemacht, in den letzten Rennen ging die Formkurve jedoch etwas nach unten. Aber: die Abfahrt von Cortina hat Goggia bereits vier Mal gewonnen und das Rennen in der letzten Saison hat sie schon fast dominiert. Es wäre vermessen, die Kamikaze-Italienerin abzuschreiben.
09. Februar 2026, 10:30/13:00: Team-Kombination Herren
Amtierende Weltmeister: Franjo von Allmen / Loic Meillard
Titelverteidiger: -
Olympia-Premiere für die neue Disziplin. Erstmals ausgetragen wurde sie an der Junioren-WM 2024, an der Weltmeisterschaft 2025 in Saalbach war sie dann bereits erstmals auch auf höchster Stufe anzutreffen. Vor einem Jahr war es eine schweizerische Angelegenheit: Franjo von Allmen und Loic Meillard gewannen vor Monney / Nef und Rogentin / Rochat. Prognosen sind schwierig. Man weiss wohl wieder erst kurz vor dem Rennen, wer schlussendlich tatsächlich am Start sein wird. An der WM hat der eine oder andere Speedfahrer auf einen Start verzichtet (u.a. Odermatt), hier geht es aber dann doch um olympische Ehren.
10. Februar 2026, 10:30/14:00: Team-Kombination Damen
Amtierende Weltmeisterinnen: Breezy Johnson / Mikaela Shiffrin
Titelverteidigerinnen: -
Wie auch schon bei den Herren ist es hier natürlich sehr schwierig, in eine Glaskugel zu schauen, solange die definitiven Kombinationen nicht bekannt sind. Viele hoffen hier natürlich auf das „Legenden-Duo“ aus Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin. In Saalbach sind die beiden jedenfalls noch in unterschiedlichen Teams angetreten: während sich Shiffrin gemeinsam mit Breezy Johnson zur Weltmeisterin kürte, musste Vonn mit ihrer Partnerin AJ Hurt mit Platz 16 vorlieb nehmen. Sollten die beiden hier jedoch ein Team bilden, dann sind sie wohl auch die glasklaren Favoritinnen.
Die beiden weiteren Medaillen-Duos von der Weltmeisterschaft werden wir jedoch definitiv nicht mehr in dieser Form sehen. Während Lara Gut-Behrami (Silber mit Holdener) die olympischen Spiele aufgrund ihrer Verletzung verpasst, hat Stephanie Venier (Bronze mit Truppe) ihre Karriere in der Zwischenzeit beendet.
Es gibt auch hier definitiv einige Paare, welche für das Rennen auf der Hand liegen - die Frage bleibt jedoch, wer effektiv am Start sein wird. Gibt es, wie zuletzt fleissig gemunkelt wird, das Duo Weidle-Winkelmann und Aicher, so werden sie sicherlich heisse Kandidatinnen auf eine Medaille sein.
11. Februar 2026, 11:30: Super-G Herren
Amtierender Weltmeister: Marco Odermatt
Titelverteidiger: Matthias Mayer (zurückgetreten)
Die grossen Favoriten werden in diesem Rennen rot tragen: es sind die Österreicher und die Schweizer, welche den Super-G der Herren mehrheitlich prägen. Zweimal konnte man den beiden Alpenländern diesen Winter aber schon die Suppe versalzen. Der momentan so furiose Giovanni Franzoni konnte zuletzt in Wengen reüssieren und feierte am Lauberhorn seinen ersten Weltcup-Sieg. In seiner aktuellen Verfassung muss man ihn als ganz heisses Eisen auch hier betrachten. Einen Sensationssieg gab es derweil in Gröden, als Jan Zabystran den ersten Sieg eines tschechischen Herren im Weltcup zelebrieren konnte. Ob er diesen Husarenritt wiederholen kann? Man darf wohl ein kleines Fragezeichen hinter seinem Namen platzieren.
Der grosse Favorit dürfte wohl einmal mehr Marco Odermatt sein. Zwei Rennen hat er auch diesen Winter schon gewonnen, schlechter als Platz 5 war er heuer noch gar nicht. Er wird wohl vor allem herausgefordert von Vincent Kriechmayr und dem in dieser Disziplin teilweise fast schon zu wilden Franjo von Allmen. Nicht ausser acht lassen sollte man aber definitiv nicht Raphael Haaser und Stefan Babinsky, welche diesen Winter auch schon zwei Mal auf dem Podium anzutreffen waren.
12. Februar 2026, 11:30: Super-G Damen
Amtierende Weltmeisterin: Stephanie Venier (zurückgetreten)
Titelverteidigerin: Lara Gut-Behrami (verletzt)
Bislang wurden erst drei Super-Gs in dieser Saison ausgetragen. Die Siegerinnen: Alice Robinson, Sofia Goggia und Emma Aicher. Das Rennen wird sicherlich eine sehr offene Angelegenheit sein, denn für eine Spitzenrangierungen kommen einige Athletinnen in Frage. Wie in der Abfahrt muss man definitiv auch mit Lindsey Vonn rechnen, die bisher die Ränge 2, 3 und 4 belegt hat. Vonn und Goggia sind gemeinsam mit der angeschlagenen Robinson auch die einzigen Athletinnen, welche es doppelt auf das Podium geschafft haben. Im Super-G kann aber ohnehin vieles passieren. Wer hätte vor acht Jahren denn mit einem Sieg von Esther Ledecka gerechnet? Wahrscheinlich niemand. Und so würde es auch nicht überraschen, wenn eine ganz andere Athletin plötzlich mit Edelmetall nach Hause reist.
14. Februar 2026, 10:00/13:30: Riesenslalom Herren
Amtierender Weltmeister: Raphael Haaser
Titelverteidiger: Marco Odermatt
Der Riesen hat in den letzten Jahren natürlich vor allem eine prägende Figur: Marco Odermatt. Die kleine Kugel holte er in den vier letzten Wintern, mittlerweile hat er 29 Weltcup-Siege in dieser Disziplin errungen - und das in nur etwas mehr als fünf Jahren. Und auch in diesem Winter hat er bereits wieder drei Rennen gewonnen. Zur Wahrheit gehört aber auch: selten machte er in dieser Zeit einen so schlagbaren Eindruck wie diese Saison. In die Siegerliste liessen sich auch schon Marco Schwarz, Loic Meillard sowie Stefan Brennsteiner eintragen. Gerade dem letztgenannten Österreicher ist definitiv zuzutrauen, dass er aus Odermatt alles herauskitzeln wird, auch wenn die letzten Rennen nicht mehr ganz an seinen Saisonstart anknüpfen konnten.
Die Spitze ist breit besetzt und es gibt einige realistische Kandidaten für einen Sprung aufs Podest. Nebst den genannten Athleten ist dies auch schon Lucas Pinheiro Braathen und Henrik Kristoffersen zwei Mal gelungen. Desweiteren muss man sicherlich auch Leute wie Atle Lie McGrath und Timon Haugan auf der Rechnung haben. Und wer weiss, was die Heimatsgefühle bei Alex Vinatzer auslösen. Der 26-jährige überzeugt in dieser Saison auf ganzer Linie. Und zwar nicht wie gewohnt im Slalom, sondern in seiner vermeintlichen Zweitdisziplin. Bringt er für einmal schon den ersten Lauf sauber ins Ziel, so ist auch Edelmetall für ihn nicht ausser Reichweite.
15. Februar 2026, 10:00/13:30: Riesenslalom Damen
Amtierende Weltmeisterin: Federica Brignone
Titelverteidigerin: Sara Hector
Das Pendel im Riesenslalom schlägt wild um sich herum. Zu Beginn der Saison schien es so, als gäbe es an Julia Scheib kein vorbeikommen. Kurzzeitig machte es jedoch den Eindruck, so wie eine Alice Robinson fährt, ist sie die woman to beat. Wenn man sich die gesamte Saison anschaut, fällt aber eine Konstante auf: kommt Scheib ins Ziel, dann ist die Chance gross, dass sie an der Spitze des Tableaus steht. Von den acht ausgetragenen Rennen hat die 27-jährige deren vier gewonnen, war zweimal Zweite und schied in zwei Rennen aus. Die Favoritenrolle dürfte in einigen Wochen wohl bei der sehr ausgeglichenen Österreicherin liegen.
Nebst Scheib gibt es eine handvoll von Athletinnen, welche für eine Medaille in Betracht gezogen werden müssen. Die Frage ist aktuell ohnehin: wie fit wird Robinson nach ihrem heftigen Abflug in Tarvisio sein? Die Rennen am Kronplatz (13.) und in Spindlermühle (37.) machen eher den Eindruck, als wäre der Schaden doch etwas grösser als zunächst angenommen.
Eine heisse Kandidatin wird Camille Rast sein. Nach dem etwas harzigen Saisonstart, wo sie noch grössere Probleme mit ihrer Hüfte bekundete, klassierte sie sich in allen Rennen mindestens in den Top 5 (ein Sieg und zwei weitere Podestplätze). Mit einer Sara Hector, die das letzte Rennen in Tschechien gewann, muss man gerade an Grossanlässen sowieso immer rechnen. Und nicht zu unterschätzen gilt es das amerikanische Top-Duo. Paula Moltzan stand ebenfalls schon drei Mal auf dem Podest und mit Mikaela Shiffrin muss man sowieso immer rechnen. Sie schien nach ihrem Abflug letzte Saison immer etwas gehemmt und konnte wohl daher auch nicht voll ans Limit gehen; dass sie im letzten Rennen aber endlich wieder aufs Treppchen steigen durfte, wird ihr sicherlich sehr gut getan haben.
Ein Augenmerk wird man auch auf Federica Brignone legen müssen. Sie wird zwar auch in den Speed-Rennen starten, die grössten Chancen wird sie aber wohl im Riesenslalom haben. Dass sie überhaupt am Start stehen kann, ist ja schon fast ein Wunder, nachdem sie vor wenigen Monaten erst einen regelrechten Totalschaden erlitten hat. Dass sie aber keine Anlaufzeit braucht, um schnell zu sein, hat sie mit Platz 6 am Kronplatz bewiesen.
16. Februar 2026, 10:00/13:30: Slalom Herren
Amtierender Weltmeister: Loic Meillard
Titelverteidiger: Clement Noel
Predict the unpredictable: wen man sagt, die Team-Kombination ist schwierig zu prognostizieren, dann gilt das für den Slalom in dieser Saison definitiv auch. Acht Rennen, sechs verschiedene Sieger. Die 24 Podiumsplätze gingen an elf verschiedene Fahrer. Und etliche andere standen teilweise nur knapp daneben. Die einzigen Athleten, welche zwei Rennen gewinnen konnten, waren bislang Atle Lie McGrath und der in dieser Saison so überraschende Paco Rassat.
Prognosen sind hier eigentlich unmöglich, auch wenn man ein paar Athleten wohl in der Favoritenrolle sehen darf: die norwegische Armada rund um Henrik Kristoffersen, Timon Haugan und eben McGrath, die französischen Könner Clement Noel und Rassat und mit Loic Meillard der amtierende Weltmeister. Oder Lucas Pinheiro Braathen schreibt sein eigenes Märchen weiter und holt die erste Winter-Medaille für Brasilien überhaupt - je nach Ergebnis im Riesenslalom vielleicht sogar auch schon die zweite. Schlussendlich wird die Tagesform hier wohl ausschlaggebend sein. In dieser Saison käme es nicht überraschend, wenn ein Name, welchen man gar nicht auf der Rechnung hat, plötzlich eine Medaille um den Hals hat.
17. Februar 2026, 10:00/13:30: Slalom Damen
Amtierende Weltmeisterin: Camille Rast
Titelverteidigerin: Petra Vlhova
So unvorhsehbar das Slalom-Rennen bei den Herren ist, umso deutlicher ist die Ausgangslage bei den Damen. Von den acht ausgetragenen Rennen gewann Mikaela Shiffrin deren sieben, davon war in fünf davon ihr Vorsprung grösser als eine Sekunde (und davon in vier Rennen grösser als 1,5 Sekunden). Oftmals wirkte sie dabei so, als würde sie nicht mal annähernd an ihrem Limit fahren. Man muss die Situation beschreiben, wie sie ist: Gold führt lediglich über Shiffrin und eigentlich kann sie sich wohl nur selber schlagen.
Die einzige, welche die Amerikanerin wirklich kitzeln konnte, war in diesem Winter Camille Rast. Fünf Mal stand sie bereits auf dem Slalom-Podest, in Kranjska Gora fügte sie Shiffrin auch ihre einzige Niederlage zu. Sie ist sicherlich die heisseste Kandidatin auf einen Platz auf dem weiteren Treppchen.
Dahinter scheint das Feld jedoch sehr offen zu sein: Katharina Truppe hat schon einige Fabel-Läufe in diesem Winter gezeigt und scheint immer besser in Fahrt zu kommen. Paula Moltzan wirkt so stabil wie noch nie zuvor und hat einen verdammt schnellen Schwung, wenn sie ihren Lauf ins Ziel bringt. Mit einer Wendy Holdener muss man an Grossanlässen immer rechnen. Lara Colturi stand in diesem Winter schon dreimal „am Stockerl“, jedoch schleppt sie seit einiger Zeit eine Erkrankung mit sich mit. Emma Aicher war mit ihrer unscheinbaren Art ebenfalls schon dreimal auf dem Podium anzutreffen. Das grösste Fragezeichen steht jedoch wohl hinter Lena Dürr, die in den vergangenen Wochen ihre Form komplett verloren hat.
07. Februar 2026, 11:30: Abfahrt Herren
Amtierender Weltmeister: Marco Odermatt
Titelverteidiger: Beat Feuz (zurückgetreten)
Die Schweiz wäre hier wohl durch Marco Odermatt und Franjo von Allmen in der Favoritenrolle gewesen, wenn in den vergangenen Wochen nicht ein junger Italiener für Furore gesorgt hätte. Giovanni Franzoni hat mit furchtlosen Leistungen die Hierarchie aufgewirbelt und stand bei den Klassikern von Wengen und Kitzbühel auf dem Podium, in letzterem sogar ganz oben. Die Frage, welche sich stellt: wie geht er mit dem Druck von Heim-Olympia um?
Ansonsten gibt es einige der arrivierten Kräfte, welche auf der Strecke in Bormio zu den Medaillen-Kandidaten zählen: Dominik Paris und Vincent Kriechmayr haben beide schon auf dieser Strecke gewonnen. Dieses Meisterstück ist letzten Winter auch Alexis Monney gelungen, jedoch hat dieser seine Form aus dem Vorjahr noch nicht gefunden und war zuletzt auch gesundheitlich etwas angeschlagen. Ein kleiner Geheimtipp: Cameron Alexander hat es in den letzten beiden Austragungen jeweils aufs Podium geschafft. Und die Formkurve zeigt diesen Winter beim Kanadier langsam nach oben.
08. Februar 2026, 11:30: Abfahrt Damen
Amtierende Weltmeisterin: Breezy Johnson
Titelverteidigerin: Corinne Suter
Die zentrale Frage ist simpel: schafft sie es oder nicht? Lindsey Vonn ist zurück und ordnet dem Ziel von olympischen Gold alles unter. Mit Aksel Svindal und einem neuen Knie-Gelenk an ihrer Seite will es die 41-jährige noch einmal so richtig wissen. Alle fünf Abfahrten beendete sie diesen Winter auf dem Podest, die Rennen in St. Moritz und Zauchensee hat sie in überlegener Manier gewonnen.
Ansonsten scheint das Feld ziemlich offen zu sein. Für den DSV scheinen die Medaillen-Chancen jedenfalls absolut intakt zu sein: Kira Weidle-Winkelmann fuhr als einzige Athletin nebst erwähnter Vonn zwei Mal auf das Podium, Multi-Könnerin Emma Aicher gewann die zweite Abfahrt von St. Moritz am ersten Speed-Wochenende. Wirklich durch Konstanz fiel jedoch noch keine Athletin so richtig auf. Gerade die prägende Figur der letzten Jahre, Sofia Goggia, kommt noch nicht so wirklich auf Touren. St. Moritz hat mit den Rängen 4 und 3 zwar noch Hoffnung gemacht, in den letzten Rennen ging die Formkurve jedoch etwas nach unten. Aber: die Abfahrt von Cortina hat Goggia bereits vier Mal gewonnen und das Rennen in der letzten Saison hat sie schon fast dominiert. Es wäre vermessen, die Kamikaze-Italienerin abzuschreiben.
09. Februar 2026, 10:30/13:00: Team-Kombination Herren
Amtierende Weltmeister: Franjo von Allmen / Loic Meillard
Titelverteidiger: -
Olympia-Premiere für die neue Disziplin. Erstmals ausgetragen wurde sie an der Junioren-WM 2024, an der Weltmeisterschaft 2025 in Saalbach war sie dann bereits erstmals auch auf höchster Stufe anzutreffen. Vor einem Jahr war es eine schweizerische Angelegenheit: Franjo von Allmen und Loic Meillard gewannen vor Monney / Nef und Rogentin / Rochat. Prognosen sind schwierig. Man weiss wohl wieder erst kurz vor dem Rennen, wer schlussendlich tatsächlich am Start sein wird. An der WM hat der eine oder andere Speedfahrer auf einen Start verzichtet (u.a. Odermatt), hier geht es aber dann doch um olympische Ehren.
10. Februar 2026, 10:30/14:00: Team-Kombination Damen
Amtierende Weltmeisterinnen: Breezy Johnson / Mikaela Shiffrin
Titelverteidigerinnen: -
Wie auch schon bei den Herren ist es hier natürlich sehr schwierig, in eine Glaskugel zu schauen, solange die definitiven Kombinationen nicht bekannt sind. Viele hoffen hier natürlich auf das „Legenden-Duo“ aus Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin. In Saalbach sind die beiden jedenfalls noch in unterschiedlichen Teams angetreten: während sich Shiffrin gemeinsam mit Breezy Johnson zur Weltmeisterin kürte, musste Vonn mit ihrer Partnerin AJ Hurt mit Platz 16 vorlieb nehmen. Sollten die beiden hier jedoch ein Team bilden, dann sind sie wohl auch die glasklaren Favoritinnen.
Die beiden weiteren Medaillen-Duos von der Weltmeisterschaft werden wir jedoch definitiv nicht mehr in dieser Form sehen. Während Lara Gut-Behrami (Silber mit Holdener) die olympischen Spiele aufgrund ihrer Verletzung verpasst, hat Stephanie Venier (Bronze mit Truppe) ihre Karriere in der Zwischenzeit beendet.
Es gibt auch hier definitiv einige Paare, welche für das Rennen auf der Hand liegen - die Frage bleibt jedoch, wer effektiv am Start sein wird. Gibt es, wie zuletzt fleissig gemunkelt wird, das Duo Weidle-Winkelmann und Aicher, so werden sie sicherlich heisse Kandidatinnen auf eine Medaille sein.
11. Februar 2026, 11:30: Super-G Herren
Amtierender Weltmeister: Marco Odermatt
Titelverteidiger: Matthias Mayer (zurückgetreten)
Die grossen Favoriten werden in diesem Rennen rot tragen: es sind die Österreicher und die Schweizer, welche den Super-G der Herren mehrheitlich prägen. Zweimal konnte man den beiden Alpenländern diesen Winter aber schon die Suppe versalzen. Der momentan so furiose Giovanni Franzoni konnte zuletzt in Wengen reüssieren und feierte am Lauberhorn seinen ersten Weltcup-Sieg. In seiner aktuellen Verfassung muss man ihn als ganz heisses Eisen auch hier betrachten. Einen Sensationssieg gab es derweil in Gröden, als Jan Zabystran den ersten Sieg eines tschechischen Herren im Weltcup zelebrieren konnte. Ob er diesen Husarenritt wiederholen kann? Man darf wohl ein kleines Fragezeichen hinter seinem Namen platzieren.
Der grosse Favorit dürfte wohl einmal mehr Marco Odermatt sein. Zwei Rennen hat er auch diesen Winter schon gewonnen, schlechter als Platz 5 war er heuer noch gar nicht. Er wird wohl vor allem herausgefordert von Vincent Kriechmayr und dem in dieser Disziplin teilweise fast schon zu wilden Franjo von Allmen. Nicht ausser acht lassen sollte man aber definitiv nicht Raphael Haaser und Stefan Babinsky, welche diesen Winter auch schon zwei Mal auf dem Podium anzutreffen waren.
12. Februar 2026, 11:30: Super-G Damen
Amtierende Weltmeisterin: Stephanie Venier (zurückgetreten)
Titelverteidigerin: Lara Gut-Behrami (verletzt)
Bislang wurden erst drei Super-Gs in dieser Saison ausgetragen. Die Siegerinnen: Alice Robinson, Sofia Goggia und Emma Aicher. Das Rennen wird sicherlich eine sehr offene Angelegenheit sein, denn für eine Spitzenrangierungen kommen einige Athletinnen in Frage. Wie in der Abfahrt muss man definitiv auch mit Lindsey Vonn rechnen, die bisher die Ränge 2, 3 und 4 belegt hat. Vonn und Goggia sind gemeinsam mit der angeschlagenen Robinson auch die einzigen Athletinnen, welche es doppelt auf das Podium geschafft haben. Im Super-G kann aber ohnehin vieles passieren. Wer hätte vor acht Jahren denn mit einem Sieg von Esther Ledecka gerechnet? Wahrscheinlich niemand. Und so würde es auch nicht überraschen, wenn eine ganz andere Athletin plötzlich mit Edelmetall nach Hause reist.
14. Februar 2026, 10:00/13:30: Riesenslalom Herren
Amtierender Weltmeister: Raphael Haaser
Titelverteidiger: Marco Odermatt
Der Riesen hat in den letzten Jahren natürlich vor allem eine prägende Figur: Marco Odermatt. Die kleine Kugel holte er in den vier letzten Wintern, mittlerweile hat er 29 Weltcup-Siege in dieser Disziplin errungen - und das in nur etwas mehr als fünf Jahren. Und auch in diesem Winter hat er bereits wieder drei Rennen gewonnen. Zur Wahrheit gehört aber auch: selten machte er in dieser Zeit einen so schlagbaren Eindruck wie diese Saison. In die Siegerliste liessen sich auch schon Marco Schwarz, Loic Meillard sowie Stefan Brennsteiner eintragen. Gerade dem letztgenannten Österreicher ist definitiv zuzutrauen, dass er aus Odermatt alles herauskitzeln wird, auch wenn die letzten Rennen nicht mehr ganz an seinen Saisonstart anknüpfen konnten.
Die Spitze ist breit besetzt und es gibt einige realistische Kandidaten für einen Sprung aufs Podest. Nebst den genannten Athleten ist dies auch schon Lucas Pinheiro Braathen und Henrik Kristoffersen zwei Mal gelungen. Desweiteren muss man sicherlich auch Leute wie Atle Lie McGrath und Timon Haugan auf der Rechnung haben. Und wer weiss, was die Heimatsgefühle bei Alex Vinatzer auslösen. Der 26-jährige überzeugt in dieser Saison auf ganzer Linie. Und zwar nicht wie gewohnt im Slalom, sondern in seiner vermeintlichen Zweitdisziplin. Bringt er für einmal schon den ersten Lauf sauber ins Ziel, so ist auch Edelmetall für ihn nicht ausser Reichweite.
15. Februar 2026, 10:00/13:30: Riesenslalom Damen
Amtierende Weltmeisterin: Federica Brignone
Titelverteidigerin: Sara Hector
Das Pendel im Riesenslalom schlägt wild um sich herum. Zu Beginn der Saison schien es so, als gäbe es an Julia Scheib kein vorbeikommen. Kurzzeitig machte es jedoch den Eindruck, so wie eine Alice Robinson fährt, ist sie die woman to beat. Wenn man sich die gesamte Saison anschaut, fällt aber eine Konstante auf: kommt Scheib ins Ziel, dann ist die Chance gross, dass sie an der Spitze des Tableaus steht. Von den acht ausgetragenen Rennen hat die 27-jährige deren vier gewonnen, war zweimal Zweite und schied in zwei Rennen aus. Die Favoritenrolle dürfte in einigen Wochen wohl bei der sehr ausgeglichenen Österreicherin liegen.
Nebst Scheib gibt es eine handvoll von Athletinnen, welche für eine Medaille in Betracht gezogen werden müssen. Die Frage ist aktuell ohnehin: wie fit wird Robinson nach ihrem heftigen Abflug in Tarvisio sein? Die Rennen am Kronplatz (13.) und in Spindlermühle (37.) machen eher den Eindruck, als wäre der Schaden doch etwas grösser als zunächst angenommen.
Eine heisse Kandidatin wird Camille Rast sein. Nach dem etwas harzigen Saisonstart, wo sie noch grössere Probleme mit ihrer Hüfte bekundete, klassierte sie sich in allen Rennen mindestens in den Top 5 (ein Sieg und zwei weitere Podestplätze). Mit einer Sara Hector, die das letzte Rennen in Tschechien gewann, muss man gerade an Grossanlässen sowieso immer rechnen. Und nicht zu unterschätzen gilt es das amerikanische Top-Duo. Paula Moltzan stand ebenfalls schon drei Mal auf dem Podest und mit Mikaela Shiffrin muss man sowieso immer rechnen. Sie schien nach ihrem Abflug letzte Saison immer etwas gehemmt und konnte wohl daher auch nicht voll ans Limit gehen; dass sie im letzten Rennen aber endlich wieder aufs Treppchen steigen durfte, wird ihr sicherlich sehr gut getan haben.
Ein Augenmerk wird man auch auf Federica Brignone legen müssen. Sie wird zwar auch in den Speed-Rennen starten, die grössten Chancen wird sie aber wohl im Riesenslalom haben. Dass sie überhaupt am Start stehen kann, ist ja schon fast ein Wunder, nachdem sie vor wenigen Monaten erst einen regelrechten Totalschaden erlitten hat. Dass sie aber keine Anlaufzeit braucht, um schnell zu sein, hat sie mit Platz 6 am Kronplatz bewiesen.
16. Februar 2026, 10:00/13:30: Slalom Herren
Amtierender Weltmeister: Loic Meillard
Titelverteidiger: Clement Noel
Predict the unpredictable: wen man sagt, die Team-Kombination ist schwierig zu prognostizieren, dann gilt das für den Slalom in dieser Saison definitiv auch. Acht Rennen, sechs verschiedene Sieger. Die 24 Podiumsplätze gingen an elf verschiedene Fahrer. Und etliche andere standen teilweise nur knapp daneben. Die einzigen Athleten, welche zwei Rennen gewinnen konnten, waren bislang Atle Lie McGrath und der in dieser Saison so überraschende Paco Rassat.
Prognosen sind hier eigentlich unmöglich, auch wenn man ein paar Athleten wohl in der Favoritenrolle sehen darf: die norwegische Armada rund um Henrik Kristoffersen, Timon Haugan und eben McGrath, die französischen Könner Clement Noel und Rassat und mit Loic Meillard der amtierende Weltmeister. Oder Lucas Pinheiro Braathen schreibt sein eigenes Märchen weiter und holt die erste Winter-Medaille für Brasilien überhaupt - je nach Ergebnis im Riesenslalom vielleicht sogar auch schon die zweite. Schlussendlich wird die Tagesform hier wohl ausschlaggebend sein. In dieser Saison käme es nicht überraschend, wenn ein Name, welchen man gar nicht auf der Rechnung hat, plötzlich eine Medaille um den Hals hat.
17. Februar 2026, 10:00/13:30: Slalom Damen
Amtierende Weltmeisterin: Camille Rast
Titelverteidigerin: Petra Vlhova
So unvorhsehbar das Slalom-Rennen bei den Herren ist, umso deutlicher ist die Ausgangslage bei den Damen. Von den acht ausgetragenen Rennen gewann Mikaela Shiffrin deren sieben, davon war in fünf davon ihr Vorsprung grösser als eine Sekunde (und davon in vier Rennen grösser als 1,5 Sekunden). Oftmals wirkte sie dabei so, als würde sie nicht mal annähernd an ihrem Limit fahren. Man muss die Situation beschreiben, wie sie ist: Gold führt lediglich über Shiffrin und eigentlich kann sie sich wohl nur selber schlagen.
Die einzige, welche die Amerikanerin wirklich kitzeln konnte, war in diesem Winter Camille Rast. Fünf Mal stand sie bereits auf dem Slalom-Podest, in Kranjska Gora fügte sie Shiffrin auch ihre einzige Niederlage zu. Sie ist sicherlich die heisseste Kandidatin auf einen Platz auf dem weiteren Treppchen.
Dahinter scheint das Feld jedoch sehr offen zu sein: Katharina Truppe hat schon einige Fabel-Läufe in diesem Winter gezeigt und scheint immer besser in Fahrt zu kommen. Paula Moltzan wirkt so stabil wie noch nie zuvor und hat einen verdammt schnellen Schwung, wenn sie ihren Lauf ins Ziel bringt. Mit einer Wendy Holdener muss man an Grossanlässen immer rechnen. Lara Colturi stand in diesem Winter schon dreimal „am Stockerl“, jedoch schleppt sie seit einiger Zeit eine Erkrankung mit sich mit. Emma Aicher war mit ihrer unscheinbaren Art ebenfalls schon dreimal auf dem Podium anzutreffen. Das grösste Fragezeichen steht jedoch wohl hinter Lena Dürr, die in den vergangenen Wochen ihre Form komplett verloren hat.