Um mal ein bisschen in die Geschichte zu gehen:
Bei der WM 1989 in Lahti hat Jens Weißflog mit einem Sprung gewonnen. Damals hatte man allerdings tatsächlich am folgenden Tag noch einen zweiten Durchgang angesetzt; nur konnte der dann windbedingt ebenfalls nicht stattfinden, so dass es dann bei einem Durchgang geblieben ist.
Diese Regelung fand sich auf jeden Fall mindestens bis in die Nullerjahre noch im Regelwerk für Großereignisse - allerdings immer mit dem Zusatz, dass das Ganze in den Zeitplan passen muss. Als 2009 in Liberec Andreas Küttel Weltmeister wurde, fand der Wettkampf am drittletzten WM-Tag statt, und am vorletzten war noch der Teamwettkampf geplant. Dementsprechend wurde da der zweite Durchgang nicht ausgetragen. Allerdings hat man es am Wettkampftag immerhin über drei Stunden lang probiert.
Sehr viel schneller war man bei der WM in Oslo, als das Teamspringen nach einem Durchgang abgebrochen wurde. Das fand auch am vorletzten Tag statt, so dass man keine Luft mehr nach hinten hatte.
Bei der Skiflug-WM kam es tatsächlich recht häufig vor, dass nicht alle geplanten Durchgänge gesprungen wurden; ich glaube, da wurden seit 1992 sogar fast mehr WMs mit weniger als vier Durchgängen ausgetragen als WMs mit vier Durchgängen. Ich müsste sicherheitshalber aber nochmal nachzählen.
Bei Olympia kann ich mich aber tatsächlich nicht erinnern, dass in jüngerer Zeit mal eine Entscheidung in weniger als der vorgesehenen Anzahl an Durchgängen gefallen wäre.