Puh. Ich fänd eine Schließung des Non-Sports tatsächlich wahnsinnig schade und irgendwie auch eine Kapitulation.
(Kein Vorwurf an die Admins. Seh eure Probleme hier sehr wohl)
Auch sämtliche Forderungen nach dem Motto "Lasst uns Politik komplett aus dem Sportforum raushalten" find ich ziemlich problematisch, weil sie mich z.B. an Laura Ingrahams "Shut up and dribble" von 2018 an LeBron erinnern.
Und wenn ich mir grundsätzlich vor Augen halte, wer in den letzten Jahren eben diese Trennung von Politik und Sport v.a. bei Großereignissen gefordert hat, dann waren das halt entweder die Funktionäre der jeweiligen Verbände, also FIFA, IOC etc., die versuchten jedewede Kritik an Gastgeberländern wie Katar etc zu verhindern, dann natürlich die autoritären Regime der Gastgeber und als dritte Gruppe Politiker bzw Anhänger von Parteien aus dem konservativen bis rechtspopulistischen Feld.
Aus geschichtswissenschaftlicher Sicht ist diese Trennung aber eine Illusion. Sport, Wirtschaft und Politik sind eben historisch und struktruell untrennbar miteinander verknüpft. Man denke an die Vergabe, Subvention, Gesetzgebung, Wertschöpfung etc.
Ja, jetzt hab ich ganz weit ausgeholt, aber ein auf das Forum übertragenes "Shut up and post about sports" fänd ich wieder einen Schritt in eine ganz gefährliche Richtung, weil ich so das Gefühl hab, dass viele User einfach keine Widerworte haben wollen.
So, jetzt noch ein paar konstruktive Vorschläge um die Eskalationsgefahr einzudämmen:
1. Im Non-Sports wird eine Mindestlänge der Beiträge eingeführt. Dadurch sollten polemische One-liner und sämtliche GIFs etc. unterbunden werden. Außerdem wird jeder Nutzer quasi gezwungen sich Gedanken zu machen, was ER denn zur Diskussion beitragen will und seine Gedanken auch zu begründen. Ein "Ah, jetzt kommt natürlich wieder dieser Trottel" im Affekt könnte so unterbunden werden.
2. Pro Thread im Non-Sports darf jeder Nutzer nur 3 Beiträge pro Tag posten. Dadurch könnte man diese Privatfehden mit ständigen nein, doch, nein, doch, selber eindämmen. Wenn jemand etwas beitragen will, soll er sich Gedanken machen und etwas vernünftiges posten. Wenn es Nachfragen gibt, kann man noch 2x nachlegen und klarstellen. Und wenn sich dann eine Diskussion entspinnen sollte, dann geht's am nächsten Tag weiter und jeder hat genug Zeit runterzukommen und sich was sinnvolles zu überlegen.
Ja, beide Vorschläge sind quasi Eingriffe in unsere Freiheiten als Nutzer. Aber so funktioniert halt Gesetzgebung. Man gibt sich Regeln, die einen selber zwar beschränken, aber insgesamt für bessere Verhältnisse sorgen.
Zwei Dinge wären mir persönlich noch wichtig, haben aber für die Diskussionskultur eher weniger Auswirkungen:
a) Könnten wir es uns sparen irgendwelche Ergebnisse, die ein Chatbot ausspuckt zu posten? Was soll der Mehrwert sein, wenn ich lesen darf, was Chatty, Gemini, Claude oder sonst wer zu einem Thema zusammentextet? Wer einen Link zu seinem Beitrag quasi als Beleg packen will. Sehr gerne. Aber mit dem entsprechenden Prompt kann man ja jeden Quatsch aus den pseudo Intelligenzen holen.
b) Ich weiß, wir hatten das schon oft: Aber wo soll der Mehrwert des Forums sein, wenn irgendwelche X-Beiträge verlinkt werden? Schreibt selber was dazu und verlinkt von mir aus seriöse Nachrichtenseiten. Wie soll ich als User irgendeinen X-Beitrag wo ich den ursprünglichen Verfasser nicht kenne denn einschätzen?
Ich möchte mich dem Großteil dieses Beitrags anschließen. Das gilt für die Unmöglichkeit des Trennens von Politik von Sport und auch betreffend eines Austauschs in einem Forum.
Ich stimme auch absolut mit dem Vorschlag der Verbannung von X-Posts und KI-Ergebnissen zu.
Was den Vorschlag zur Beitragslänge und -häufigkeit angeht, gibt es wohl technische Hürden. Grundsätzlich hätte ich damit aber auch keine Probleme.
So sehr ich auch Wut und Frustration bei der aktuellen politischen Weltlage verstehe, hilft eine gewisse Art des "Dagegenhaltens" leider nicht wirklich, wenn es um ein Forum geht. Selbstverständlich muss gewissen Beiträgen entschieden widersprochen werden, heutzutage mehr denn je. Oft sind die Beiträge ein Abbild dessen, was in diesem Land Rechtsextremen wieder zu Macht verholfen hat. Sie sind letztendlich gefährlich für eine demokratische Gesellschaft nach Abbild unseres Grundgesetzes. Oft gilt das auch für Beiträge die von der Meinungsfreiheit gedeckt sind.
Wer meinen letzten Beitrag im Non-Sports gelesen hat, versteht wie ich dazu stehe.
Was aber nicht in diesem wichtigen Bereich der Gegenrede fällt, sind die Forentypischen persönlichen Angriffe über mehrere Seiten.
Es ist auch nicht nötig, weil glücklicherweise sowohl inhaltlich oft binnen kürzester Zeit die Beiträge zerlegt werden, als auch die Methodiken hinter ihnen entlarvt werden. Die persönlichen Streitereien schaden leider dann eher, auch wenn ich oft die Wut verstehen kann, durch die sie ausgelöst werden.
Ich gehe allerdings mit, wenn es darum geht, stumpfen Wiederholungen sowohl inhaltlicher, wie methodischer Natur früher Einhalt zu gebieten.
Wenn ein Nutzer inhaltlich klar widerlegt wird, dies ignoriert und dann immer wieder auf gleiche Art, mit gleichen Inhalten ein Narrativ wiederholt, dann geht es ihm offensichtlich genau darum und nicht um einen inhaltlichen Austausch.
Ich verstehe, dass es da sehr schwer wird moderativ einzugreifen, aber es bietet leider die Möglichkeit einen sinnvollen Austausch dauerhaft zu torpedieren.
Ähnliches gilt allerdings auch für die übermäßige Verwendung von Sarkasmus. Wenn wirklich jeder Beitrag Sarkasmus ist und Narrative und Nutzer lächerlich gemacht werden, dann kann ich das oft inhaltlich und auch emotional komplett nachvollziehen. Es schadet aber leider oft der Diskussion bzw. dem Diskussionsfluss. Da haben einige Nutzer leider jegliches Maß verloren.
Letztendlich bin ich aber nicht nur der Meinung, dass es gut wäre, wenn es weiter den Non-Sports-Bereich gibt, sondern ich halte ihn sogar für wichtig. All die wertvollen inhaltlichen Beiträge und Einordnungen wiegen den teils hitzigen Austausch locker auf, auch wenn das für die Moderation eine starke Belastung darstellt.
Ich fürchte da hilft dann nur noch konsequentere und strengere Umsetzung der Regeln, ohne Rücksichtnahme auf Forenzügehörigkeit und Beitraganzahl. Das macht es natürlich für die Moderation nur bedingt leichter, wenn man sieht, wie sie hier aktuell von "beiden Seiten" attackiert wird, ohne dass es mal gut ist.