Wandern - Ab in die Natur!


HamburgBuam

Adalaide Byrd
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Aber heute nicht mehr. Die meisten unterwegs haben sich einfach die coolsten Routen rausgesucht und laufen die einfach blindlings ab. Daher stürzen doch immer wieder Idioten ab, weil die sich drauf verlassen, dass die Touren schon stimmen, obwohl man mit einem Blick auf die Karte sehen würden, dass ein ganz schmaler Pfad über extrem nah beieinanderliegenden Höhenlinien jetzt vielleicht nicht die Jedermann-Tour ist. Ich gehe jede Wette ein - gib 10 Leuten eine Wanderkarte und sag, sie sollen alle zum gleichen Ziel laufen: Zwei kommen punktgenau an, zwei weitere eher glücklich, weil sie den anderen einfach treudoof hinterhergelaufen sind. Vier Personen laufen komplett falsch, eine Person bleibt in Embryonalstellung heulend am Startpunkt zurück und eine Person bestellt sich ein Uber und fährt wieder heim.

Aber ihre Wanderschuhe können sich solche Leute noch alleine zubinden? :panik:
 

gentleman

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Strava wäre neben Outdooractive auch noch zu nennen, dort gibt's eine heatmap die anzeigt, welche Routen tatsächlich und häufig frequentiert werden.
 

PG32

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Komoot ist ja bitter. Nutze ich zum Wandern und Rad fahren. Wäre schade wenn ich mich umstellen muss.
Karte kann ich zwar schon lesen, aber alle Touren auf dem Handy zu haben, finde ich jetzt schone eine positive Entwicklung der Neuzeit
 

Angliru

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Mal paar Bilder der letzten Woche aus den Dolomiten:

Erster Tag rund um die Drei Zinnen
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Gewitter am Abend am Rifugio Citta di Carpi
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Nächsten Morgen wieder super Wetter, Blick zur Sorapis-Gruppe
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Tag 3 mit ordentlich Regen und Gewitter am Croda di Lago
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Sonnenuntergang dann am Passo Giau
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Nächsten Tag dann bissel kraxeln zum Rifugio Averau

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Abends dann auf der Pralongia-Alm
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Nächsten Tag zur Scotoni-Hütte
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Highlight am letzten Tag - die Forcella di Lago, eine extrem steile Scharte

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Angliru

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Teil 2:

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Die Scharte von der anderen Seite
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Und dann einmal durch die Fanes durch
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gentleman

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Echt tolle Bilder @Angliru vielen Dank dafür!

Bin am Wochenende auf diesen Artikel gestoßen und teile ihn gerne für all jene, die hier im Sommer wandern gehen... man kann nur immer wieder auf die Gefahr von extrem rasch aufziehenden Gewittern in den Bergen/Alpen warnen, die vorab praktisch nicht vorhersagbar sind. Am Wochenende starben in Tirol 3 sehr erfahrene Bergsteiger durch einen Blitzschlag am Berg, man kann daher immer wieder nur die richtigen Maßnahmen vorab (Planung, Regenradars nützen so gut es geht, rechtzeitig umdrehen und nichts riskieren etc) und im worst-case auflisten und davor warnen.
Die drei großen alpinen Vereine in Österreich – der Alpenverein (ÖAV), die Naturfreunde (NFÖ) und der Touristenklub (ÖTK) – weisen regelmäßig auf Verhaltensregeln hin, deren Beachtung im Notfall lebenswichtig sein kann. Einen guten Überblick gibt aktuell beispielsweise der Gebirgsfreund, das Magazin der Alpenvereinssektion Gebirgsverein. Da sind kompakt "Fünf Notfallsverhaltensregeln bei Gewitter" aufgelistet":

1.) Verlasse exponierte Grate, Gipfel und Felstürme sofort. 2.) Meide Stahlseile, such Felshöhlen auf (mindestens 1,5 Meter Abstand zur Wand). 3.) Geh in Kauerstellung auf isolierendem Material (z. B. Rucksack), um Schrittspannung zu vermeiden. 4.) Bleibe in absturzgefährdendem Gelände stets gesichert. 5.) Schütze dich mit Biwaksack und Funktionskleidung vor Nässe und Auskühlung.
Die vielleicht wichtigste Regel betrifft nicht den Notfall an sich, sondern die Prävention. Entscheidend ist eine gute Planung der Tour. Insbesondere im Sommer ist es oft ratsam, früh zu starten. Einen ausgesetzten Grat oder einen exponierten Gipfel peilt man bei erhöhter Gewitterneigung besser nicht an. Das Wetter sollte permanent beobachtet werden, schließlich gibt es nicht nur die gut vorhersagbaren Frontgewitter, die mit Kaltfronten einhergehen und großräumig sind, sondern auch Wärmegewitter, die lokal und speziell nachmittags auftreten und schwer zu prognostizieren sind.

Ein solches Gewitter war Mitte Juni in Flirsch in Tirol drei Einheimischen, zwei 60-jährigen Eheleuten und dem 62-jährigen Bruder der Frau, zum Verhängnis geworden. Die erfahrenen Bergsteiger wurden nach einem Wetterumsturz beim Abstieg in der Nähe eines markierten Steigs von einem Blitz getroffen und tödlich verletzt.
 

HamburgBuam

Adalaide Byrd
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Ich habe heute mal die Wandersaison eröffnet. Da ich im Flachland unterwegs war, entschied ich mich für eine 25 Kilometer Tour rund um Amelinghausen. Also nichts wie in den Bus und ab in den 20 Kilometer entfernten Ort.

Ich hatte mich für eine kleine Themenwanderung entschieden. Es sollten die Hünengräber der Region sein. Ich stiefelte also in Richtung Lopausee los. Hier hatte man in den 70ern einen kleinen Bach aufgestaut und somit ein Naherholungsgebiet für die Amelinghausener erschaffen. Von dort aus wanderte ich über die Kronsbergheide zur Oldendorfer Totenstadt. Hier fanden sich zahlreiche steinzeitliche Grüber in einer schönen Heidefläche. Auf dem Weg dahin waren mir einige Touristen samt Eseln begegnet. Diese Eselwanderungen sind hier ziemlich beliebt. Zum Glück schienen die Tiere nicht so störrisch, wie das Klischee aussagt.

Danach durchquerte ich Oldendorf/Luhe und schlug mich in die Büsche. Es ging durch den Wald nach Rolfsen. Ich versuchte zu navigieren und landete auf einem Pfad, der mitten in eine Wildschweinsuhle mit umgegrabenen Wegen führte. Mir wurde etwas mulmig, sah ich mich doch schon einem wütenden Keiler gegenüber. Doch ich erreichte wieder feste Pfade und wandere zwischen Feldern und Waldrändern auf Rolfsen zu. Hier nahm ich den Radweg neben der Landstraße, um nach Raven zu kommen. Hübsches kleines Dorf mitsamt süßer Kirche. Hinter dem Ort liegt das dortige Hünengrab, etwas versteckt im Wald. Ich lichtete es ab und mampfte meine Brotzeit.

Anschließend ging ich zurück nach Rolfsen, von wo aus ich über eine asphaltierte, aber an diesem Tag nicht befahrene Nebenstraße in Richtung der Rolfsener Steinkiste wanderte. Auch hier wurde einer im Wald bestattet. Von dem Grab ist nur noch ein Steinkreis von 28 Metern Durchmesser erhalten.

Ich folgte einem Weg in Richtung Soderstorf, der an einem Feld entdete. Hm. In den Fahrspuren der Trecker überquerte ich es und schlug mich ein bisschen durchs Unterholz, ehe ich wieder einen Weg fand. Dank Brombeeren wäre das später im Jahr nicht so einfach gegangen. Erneut erwarteten mich verkehrsarme Straßen. Scheinbar wollte keiner mitten im Wald Auto fahren. Verkehr kam erst in Soderstorf auf, wo ich ewig durchs langgezogene Dorf schlurfte, einen Hund streichelte und schließlich die Nekropole erreichte. Diese seht ihr oben auf dem Foto. Hier war das Faszinierende, dass mehrere Arten von Gräbern aus verschiedenen Epochen zu sehen war. Ein Großsteingrab (Da stehe ich drauf), ein Hügelgrab und mehrere Einzelgräber, erkennbar an den Steinansammlungen.

Mit langsam etwas wehen Füßen stellte ich fest, dass die Luhe zwischen mir und den schönen Wegen stand. Da ich nicht durch den Bach waten wollte, musste ich also weiter über Asphalt. Dieses Mal mitten durch den Wald, was immerhin sehr schön war. Aber so ein weicher Waldweg wäre mir lieber gewesen, da Wanderschuhe nicht die beste Dämpfung haben.

In Amelinghausen angekommen, war ich ziemlich erschöpft, aber zufrieden. Die Form stimmt. Allerdings habe ich eine fette Blase an einem Zeh, an dem normalerweise nichts ist. Hm.

Kilometer: 25
Hügelgräber: 4
Esel: 3
 

muju90

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Frankfurt
Hallo in die Runde. Hier meldet sich ein absoluter Wander-Neuling, der die Aufgabe bekommen, zum Geburtstag seiner Freundin eine Wanderung zu organisieren.
Die Idee meiner Freundin ist, irgendwo mit dem Auto hinzufahren (1-2 Stunden um Frankfurt herum, also z.B. Rhön, Spessart, Hunsrück, Eifel, aber ggf. auch Mittelrhein o.ä.), dann 15-20km zu wandern und auf einer Hütte zu übernachten. Dann am nächsten Tag eine etwas kürzere Strecke und wieder heim.

Mir stellen sich bei diesem Vorhaben mehrere grundsätzliche Fragen:
- Sind 15-20km realistisch für Anfänger? Wir gehen regelmäßig joggen und machen Sport, sind also fit, ich kann problemlos 10km in einer Stunde joggen gehen, sie auch mit Anstrengung. Dann haben wir uns gedacht, dass man ja in Laufgeschwindigkeit entsprechend mehr laufen kann, oder?
- Braucht man für diese Wanderung Wanderschuhe? Verschiedene Leute, mit denen wir gesprochen haben, sagen ja, aber ich frage mal in die Runde. Waren im Einkaufszentrum und da spaßeshalber mal in den Intersport gegangen, dort gab es z.B. Adidas Terrex Anylander, Skychaser oder Tracefinder, die du alle für 50-80€ online bekommst. Klingt für mich schon schlau und da diese Preiskategorie akzeptabel wäre, würde ich mir auch welche holen. Aber gefühlt hätten es meine Laufschuhe auch getan. Eine andere bekannte hat erzählt, dass sie einfach Trail Running-Schuhe gekauft hat und mit denen wandern geht.
- Kennt jemand zufällig in einer der genannten Regionen eine Hütte? Ein Kollege hat das Würzburger Haus in der Bayerischen Rhön erwähnt, so etwas in der Art stelle ich mir auch vor. Also etwas, wo man kein eigenes Bettzeug mitbringen muss, etwas essen kann und ein bisschen chillen kann, wenn man ankommt bzw. bevor man wieder losgeht.
- Bzgl. Wanderrouten hatte ich überlegt, mich bei Komoot anzumelden und einfach etwas herauszusuchen, was jemand bereits erstellt hat. Meine Logik wäre, dass wenn das schon einige Bewertungen und Bilder hat, es ja schon einige Leute gelaufen sind. Da man ja auch die Höhenmeter, geschätzte Zeit etc. sehen kann, dürfte das für Anfänger wie uns ein guter Indikator sein.
- Jemand sonstige Tipps, auf die man am Anfang achten muss? Ich stelle es mir wie einen langen Spaziergang auf etwas unebenerem Terrain vor, also eigentlich geht es uns darum, entspannt 4-5 Stunden zu laufen, ohne dass man zwingend Höhenmeter oder so machen muss. Natürlich sollte die Umgebung etwas zu bieten haben, aber auch da dachte ich mir, dass ich mich an den Bildern von anderen Usern bei z.B. Komoot orientiere.

Vielen Dank im Voraus für alle Tipps!
 
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