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Angliru

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Gut, Steck hat vieles wie Wetter etc. auch geplant, kannte zB die Eiger Nordwand auch so gut wie auswendig und El Cap haben er und Honnold afaik sogar mal gemeinsam gemacht. Ist jetzt nicht so, als hätte Steck komplett russisch Roulette gespielt. Aber ja, gerade im Himalaya ist halt auch vieles unberechenbar. Erinnere mich an eine Doku, wo er mal gezeigt hat, wie sein Helm aussah, nachdem er von einem Steinbrocken, der sich gelöst hat, getroffen wurde. Steck hatte ne Gehirnerschütterung, der Helm war hinüber und ohne wäre Steck ziemlich sicher da schon ums Leben gekommen
Wäre ja mit dir damals auch die Eiger-Nordwand hochgekraxelt, als wir davor saßen, aber du musstest ja dann leider los :saint:

Russisch Roulette spielt in der Riege keiner, weil die sonst sehr schnell von der Bildfläche verschwinden würden. Honnold kann da viel mehr kontrollieren. Falls jemand mit der Everest-Story von 1996 vertraut ist (oder den Film gesehen hat), erinnert sich vielleicht an Anatoli Bukrejew. Das war derjenige, der im schlimmsten Schneesturm bei -40 Grad auf 8000m Höhe alleine losgezogen ist und fünf Menschen das Leben gerettet hat. Eine der größten alpinen Leistungen, die es je gegeben hat. Ein Jahr später hat es ihn dann an der Annapurna erwischt, als die erste Lawine seit Monaten abging, genau als er dort war.

Und das ist eben das Restrisiko, was du dort nicht kontrollieren kannst. Du machst keinen Fehler und gehst trotzdem drauf. Honnold geht drauf, wenn er einen Fehler macht. Oder ihn ein Bussard attackiert.
 

gentleman

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Fjedn...hat so bissel was von Houdinis Brückensprüngen in Zwangsjacke oder Ketten. Mir trotzdem egal, hab ich keinen Einfluss drauf.
Der Typ is fit, sorgt für seine Familie, die Art und Weise find ich äußerst schräg, aber legitim...Zeitgeist halt.
Noch zu dem Punkt ein Satz und auch zur möglichen "Kritik" dass hier eben so eine Show per Netflix draus gemacht wird:

Es ist halt auch ein Stück weit bitter für Topkletterer dass ihr Sport und ihre Leistungen, die tatsächlich absolut außergewöhnlich sind, monetär wenig bis meistens nichts einbringen. Das ist natürlich schwer mit anderen Populärsportarten vergleichbar, aber wenn ein Honnold mal für so eine Aktion (bei aller Kritik an möglichen Risiken und der Show etc) eine halbe Million Dollar kassiert, gönne ich ihm das sehr. Klar haben die Topleute auch Sponsoren und können davon leben, aber der Verdienst im Vergleich zu anderen Sportarten ist natürlich ein Witz und sehr gering. Die meisten die das oder Touren im Hochgebirge etc. machen sind sowieso Idealisten und machen das aus Liebe zur Natur und zum Sport und der Freude an der Herausforderung, aber es trifft jetzt hier nicht den Falschen dass er finanziell mal besser dafür entlohnt wird. Anders als mit so einem weltweiten Netflix-Marketing wird man das eben kaum lukrieren können.

Erinnere da auch an David Lama, der ebenfalls ein außergewöhnlich guter Kletterer war und dank Sponsor Red Bull auch eine entsprechende Vermarktung erfuhr, und dann leider ebenfalls bei einer Tour in Kanada bei einem Lawinenunglück ums Leben kam.
 

sonic00

Doppel Nullagent
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Free Solo ist doch nichts besonderes mehr. Das machen oder haben viele gemacht. Uli Steck an der Eiger Nordwand, Alexander Huber und Dani Arnold an der große Zinne (Hasse-Brandler Route), Katherine Desteville am El Matator oder Hans Jörg Auer an der Marmolada.
Die Mehrzahl der bekannten Free Solo Kletterer haben ihre Leidenschaft mit dem Leben bezahlt. Die wenigstens bei einer Free Solo Route.
 
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