Genau das habe ich mich gestern auch schon gefragt. Auslöser war ein Post bei LinkedIn, in dem auf diese Bild-Ausschnitte aus den 50ern und 70ern eingegangen wurde, bei denen 40 Grad Hitzewellen thematisiert wurden. Jetzt denkt man ja, dass zumindest bei LinkedIn etwas differenziertere und "klügere" Kommentare kommen, aber es hätte genau so gut Facebook sein können. Klimawandel gibt es nicht, das ist nur eine Erfindung, früher gab es auch heiße Phasen, im 16. Jahrhundert waren sogar mal 11 Monate Dürre!!!1!1 Ja Volker, nur leider waren das alles extrem lokale Ereignisse und die Phase fast im Mittelalter wurde anhand von Baumringen rekonstruiert, nicht anhand von Messwerten. Vielleicht war das auch nur in Erwitte-Anröchte so.
Im Ernst, die Leute verstehen einfach nicht, was Wetter und was Klima ist. Es ist wissenschaftlicher Konsens, und trotzdem wird dann einfach gesagt "das sind doch alles bezahlte Wissenschaftler, ist klar dass die das sagen müssen". Ich habe da (leider) jemandem im Familienkreis, mit dem diese Gespräche genau so verlaufen. Früher wars auch heiß, die GrüÜüÜnen wollen uns nur an die Kohle, die Wissenschaftler gekauft, und selbst bei fundierten Beweisen würde man einfach sagen "glaube ich nicht. Nö. Kann ich mir nicht vorstellen". Da ist einfach Hopfen und Malz verloren. Was mich aber nervt: Wir sind dadurch verloren. Die Natur gewinnt immer, und wir tun so, als wären wir die Krone der Schöpfung.
Ich bin manchmal echt froh, keine Kinder zu haben. Wenn ich überlege, dass die bis übers Jahr 2100 leben können, dann will ich mir nicht vorstellen, wie schwierig das Leben dann sein wird.
Aber ich beziehe meine Verzweiflung ja tatsächlich auf alle Menschen, die den Klimawandel
nicht leugnen. Das ist doch so überparteilicher Konsens, dass man da eben die politische Einordnung mal schaffen könnte wegzulassen. Also klar, bei der AfD wird vermutlich eine Mehrheit den Klimawandel leugnen, wobei ich da jetzt keine Zahlen habe.
Ich habe das gestern nicht geschrieben und war sauer / ohnmächtig / verzweifelt wegen den Schwurblern, sondern wegen dem breiten Konsens und der
trotzdem klimafeindlichen Politik. Ich mein, klar ist es dann wieder Politik und ich gelte als biased wenn ich jetzt Katherina Reiche erwähne. Aber die ist ja nun mal aktuell 'am Ruder' was die Transformation angeht. Und das meine ich, wenn die eine Linke wär, dann würd ich die gottverdammt nochmal genauso verteufeln. Wie schafft man es als Volk, darum geht es mir, eigentlich mal eine klimafreundliche Politik zu erwzingen?!? Das muss doch irgendwie möglich sein.
Mal ein perfektes Beispiel:
Glaube am 12. Juli haben wir in Heidelberg einen Bürgerentscheid und zwar über die Errichtung eines Windparks:
Alle Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Bürgerentscheid am 12. Juli in Heidelberg zur Grundsatzfrage „Soll die Stadt Heidelberg grundsätzlich das Gebiet Lammerskopf auf ihrer Gemarkung als Standort für Windkraftanlagen entwickeln?“
www.heidelberg.de
So, ich und ihr alle können ja immer viel Behauptungen ins Netz kippen und man glaubt halt vielleicht nur das, was einem in den Kram passt. Ich habe aber jetzt hier als Bürger mal direkt die Möglichkeit, mich eben auch ganz konkret als Anti-Nimby (not in my backyard) zu beweisen.
Denn diese 'Nimbys' sind ja letztendlich auch der Grund, weshalb es nicht vorwärts geht. Söder will Atomkraft, aber natürlich kein Endlager in Bayern. Eh klar.
Und dieser Windpark polarisiert natürlich wieder. Wobei, und darum ging es mir in dem Post gestern, warum eigentlich 'natürlich'? Wie zum **** kann man eigentlich noch für was anderes sein? Und die Initiativen gegen den Windpark sind nicht alles Klimawandelleugner. Das ist z.B. der NaBu und dann irgendwelche Holzköpfe, die KI-generierte Bilder auf den Flyern haben, auf denen die Windräder viel zu groß dargestellt sind.
Wir sind ja ne krasse Touristenstadt und alt und blabla, alles schön hier. Da darf man das Panorama nicht verschandeln...
Welchen Lack saufen die Leute eigentlich?
Für dieses Projekt werden natürlich Ausgleichsflächen ausgewiesen und eine seltene Fledermausart umgesiedelt. Und dann kommt der NaBu daher und macht dagegen Stimmung. Wisst ihr wie eure schützenswerten Fledermäuse auf jeden Fall verrecken?!?? Wisst ihr das eigentlich?!?!?
Wenn jede fucking Stadt, Gemeinde etc mit dem Nimby-Argument kommt.
Und dann sind das auch oft irgendwelche zugezogenen (hier werde ich kurz zum Binnenrassisten), die mir als born & raised Heidelberger erklären wollen, weshalb man das alles so erhalten müssen.
Ja genau, weil ich meine Heimat erhalten will, werde ich ja
für den Windpark stimmen.
Und was
@K-Dot hier noch schrieb:
Ich bin manchmal echt froh, keine Kinder zu haben. Wenn ich überlege, dass die bis übers Jahr 2100 leben können, dann will ich mir nicht vorstellen, wie schwierig das Leben dann sein wird.
Genau so ist es. Manche haben keine Kinder und viele haben eben doch Kinder, Enkel, Neffen...Und du vermutest richtig
@K-Dot , mich hält dieser Gedanke mehr und mehr nachts wach. Und daher kommt das Unverständnis, dass z.B. ein Friedrich Merz - dem ich doch dann zumindest positiv unterstelle seine Enkel zu lieben (?) - nicht sagt, "das wird jetzt durchgezogen" sondern stattdessen die Gas-Puppe dahin setzt. WTF?!?
Wir verurteilen Mörder völlig zurecht zu den längsten Gefängnisstrafen. Ich erinnere mal an das hier:
„Der Schutzauftrag des Art. 20a GG schließt die Notwendigkeit ein, mit den natürlichen Lebensgrundlagen so sorgsam umzugehen und sie der Nachwelt in solchem Zustand zu hinterlassen, dass nachfolgende Generationen diese nicht nur um den Preis radikaler eigener Enthaltsamkeit weiter bewahren könnten.“
„Danach darf nicht einer Generation zugestanden werden, unter vergleichsweise milder Reduktionslast große Teile des CO₂-Budgets zu verbrauchen, wenn damit zugleich den nachfolgenden Generationen eine radikale Reduktionslast überlassen und deren Leben umfassenden Freiheitseinbußen ausgesetzt würde.“
So und jetzt werde ich wieder populistisch, wobei das aus meiner Sicht überhaupt kein Populismus ist: Was wir gerade machen ist Generationenmord. Nichts anderes.
@Brummsel Ich hab vielleicht nicht klar genug gekennzeichnet, dass es mir ja eben nicht um die Schwurbler geht, sondern alle die den Klimawandel nicht leugnen. Und da sind meine Fragen durchaus ernst gemeint. Auch wenn ich die Antworten, worauf du hinauswillst, kenne - so verstehe ich einfach nicht den Spin, nichts dagegen zu tun.