Da fragt man sich natürlich erstens, welche Nationalität Ajmal Basit hat und zweitens ist es nicht verwunderlich, dass Basit es nie zu etwas höherem geschafft hat. Ein Basit wäre für die NBA sicher attraktiver gewesen als für Euroleague Top Teams. Solang du gut springen kannst oder über 2,20 bist, bist du potentiell immer interessant für die NBA-Scouts.
klar ist basit ami, aber er spielt nunmal euroball. womit du recht hast ist natürlich, dass die bbl eine relative (unprofessionelle) ausnahme ist und dort nba-spielweise eher funktioniert.
auf der anderen seite ist gerade basit eigentlich ein guter rollenspieler, sein problem, die ein höheres level ausschließt ist, dass er kein überathlet ist und technisch eh schwach...
Generell bin ich schon der Meinung, dass die Spielweise in Europa mehr Nachdenken erfordert. Allein schon durch die Zone kann man nicht einfach mal auf Gut Glück zum Korb ziehen und es auf eigene Faust versuchen, sondern muss vorausschauend denken. Auch erfordert es eine größere geistige Aufmerksamkeit, wenn das Ziel ist, aus jeder Situation möglichst irgendeinen Spieler durch geschicktes Passspiel freizubekommen als dass man eh weiß, dass man den Ball zum Star zu geben hat, der das dann schon macht, eventuell vielleicht nochmal als Notlösung den Ball bekommt. Dadurch entsteht wenig Bewegung im Spiel weil vier dem einen zusehen, was er da so veranstaltet und der eigene Wurfrythmus ist arg schwankend durch weniger Ballberührungen.
Naja, das ist eine stark vereinfachte Schilderung. In der NBA ist Zone ja bekanntermaßen ebenfalls erlaubt. Teams wie San Antonio, Utah oder Detroit zeigen eben auch, dass angesprochene geschickte Passspiel.
Tendenziell kann man deiner Aussage sicher nicht widersprechen. Es gibt in der NBA mehr starzentrierte Spielweise und es wird weniger Zone gespielt.
Wenig Bewegung z.B. sehe ich aber eben auch häufig im Euroball gerade auch wegen der Zone, wo der Ball ewig lange um die Dreierlinie rumgepasst wird, aueßrdem resultieren aus diesem Spiel und der zu kurzen Dreierdistanz die für mich übertrieben häufigen 3er Versuche. Letzteres wird ja zum Glück bald angepasst...
In der NBA wird sich die Zonenproblematik allerdings denke ich auch bessern. Die meisten der aktuellen Spieler haben eben ewig lange nicht gegen eine Zone gespielt und es ist immernoch unüblich, dass diese gespielt wird. Allerdings ändert sich das vermutlich, wenn die Coachingriege mal etwas aufgelockert wird und nicht ständig die gleichen Deppen trainieren. Außerdem sollten die bescheuerten Defensive 3 Seconds abgeschafft werden.
In der Defensive ist das IMO noch extremer, da eine Zonenverteidigung extrem viel Mitdenken erfordert. Wird viel 1gg1 gespielt, muss man hauptsächlich sienen Gegenspieler kennen und athletisch gut sein, vielleicht mal doppel. Meist aber hast du Ruhe, wenn dein gegenspieler gerade nicht in Ballbesitz ist. Wird Zone gespielt, hast du keine ruhige Sekunde. Ein schönes Beispiel ist die spanische Verteidigung im WM Endspiel 06, als man es schaffte, auf jede Situation blitzschnell zu reagieren und sich entsprechend zu verschieben oder die Raumaufteilung zu ändern, Passwege vorauszuahnen. Macht da einer nicht mit, ist das ganze Konstrukt hinfällig. Das mag es auch sein, wenn dein Gegenspieler in der Isolation an dir vorbeikommt, nur haben dann nicht vier andere Spieler mit der gleichen Intensität und dem psychischen Stress verteidigt wie du selbst.
Auch hier ist es wieder eine Vereinfachung... Eine Manndeckung erfordert tendenziell viel mehr Mitdenken, wenn denn richtig ausgeholfen wird. Ein nicht funktionierendes Help-the-Helper mit darauffolgender Rotation ist in jedem Spiel ein Highlight. Die Zone vereinfacht eben dies. Eine Defense wie Detroit anno 2004 ist mE wesentlich anspruchsvoller als eine Zone von bspw. Bologna. Man
kaschiert ja nicht umsonst mit einer Ball-Raum-Verteidigung individuelle Schwächen.
"auf jede Situation blitzschnell zu reagieren und sich entsprechend zu verschieben oder die Raumaufteilung zu ändern, Passwege vorauszuahnen."
ist eigentlich perfekt das was in der Manndeckung getan werden muss.
@bender
Ist ja interessant, wo genau wurde hier denn gesagt, dass Luol Deng der typische, tumbe NBA Athlet ist? Da hätte ich gerne ne Quelle. Sicher überwiegt bei Deng der athletische Teil den spieltechnischen, Panathinaikos aber ist ein Club mit sehr tiefer Rotation, ähnlich wie Olympiakos. Da braucht man für jede Situation seinen Spezialisten. Ungeeignet ist er IMO dafür, in Europa bei einem Topclub eine Franchise-Player-Rolle wie bei den Bulls zu übernehmen, seine für die NBA notwendigen Fähigkeiten werden in Europa nicht unbedingt in dem Maße gebraucht, dafür werden andere Qualitäten verlangt. Einmal, weil du mit einem auf einen viele Würfe nehmenden oder auch nur balldominnaten Spieler ausgerichteten System in der Euroleague Spitze nicht weit kommst und dann weil weil die Basketballphilosophie dies nicht vorsieht, mit 12 Waffen ist man gefährlicher als mit einer. Zumal generell gesagt werden muss, dass Athen sicher immer Interesse an europäischen Spielern wie Deng hat.
War zwar nicht an mich, aber glaubst du wirklich, dass Deng als mehr oder weniger unwichtiger Rollenspiel aus der NBA nach Europa kommt?
Klar wird Athen definitiv kein 1gg1 ausgerichtetes Spiel haben. Deng würde aber deutlich die erste Option sein. Die Penetration ist immer noch das beste Mittel um etwas zu kreieren, auch gegen eine Zone. Es sollte nur nicht ausschließlich sein und der Zeitpunkt muss natürlich bei einer Zone später sein und vorher müssen die weak spots bespielt werden...
Ein James White z.B. hat NBA Athletik, sonst aber nicht viel und wird in Europa keine Starkarriere machen wie die letzte Saison gezeigt hat, eher wird er bald in der BBL landen.
Der Kollege kann zwar von der Freiwurflinie durch die Beine dunken, war basketballerisch aber schon immer ne Nulpe...
Hinsichtlich der NBA wird spannend sein, wie man jetzt reagiert. Die heile Welt des in sich geschlossenen Systems droht einzustürzen, inwieweit ist man bereit die Chancengleichheit innerhalb der NBA für den Konkurrenzkampf mit Europa zu opfern? Die Situation hat ein bisschen was von den Problemen der DDR-Bürger beim Fall der Mauer, plötzlich ist der hart umkämpfte freie Markt da mit Konkurrenten aus aller Welt.
ich hoffe beide Seite profitieren. Beide System haben Vor- und Nachteile und gerade die Coaches sollte sich etwas durchmische....