SZ: Es war ein Riskotransfer. Es hieß immer: Robben ist verletzungsanfällig.
Hoeneß: Da kamen zwei Komponenten zusammen. Erstens kannte Louis van Gaal ihn als Mensch wie als Spieler, und zweitens haben wir den besten Sportarzt der Welt. Nur diese Kombination hat den Transfer möglich gemacht. Erst nachdem Dr. Müller-Wohlfahrt gesagt hat, da ist nichts Grundsätzliches, haben wir es gemacht. Es waren bei Robben ja fast immer muskuläre Probleme, die aus seiner Sicht vom Rücken her kommen. Wäre unser Müller-Wohlfahrt mit seiner medizinischen Abteilung in Chelsea oder bei Real Madrid, hätte Robben an diesen beiden Orten nie ein Problem gekriegt.
Z: Warum?
Hoeneß: Es ist die ärztliche und die psychologische Betreuung. Diese Kombination. Man muss einem Spieler das Gefühl geben, es geht, auch wenn er ein Zipperlein hat. Er muss das totale Vertrauen zu einem Arzt haben, der sagt: Es kann dir da und da ein bisschen weh tun, aber wenn du das im Spiel über eine Viertelstunde freiläufst, kann nichts passieren. Ist dieses Vertrauen nicht da, kannst du einen Robben nicht kaufen. Er ist wie so ein empfindliches Rennpferd, das ein bisschen mehr Pflege als andere braucht.