Für mich persönlich gibt es da zwei Blickwinkel:
1. Die Boxer bei Sauerland
2. Der Boxstall Sauerland
zu 1.
Es gibt wie in fast jedem anderen Boxstall auch, Boxer die ich gerne sehe und Boxer, die ich weniger gerne sehe oder die ich mir aus spezifischen Gründen nicht anschaue.
Ich mag Frenkel, Kessler & Braekhus gerne sehen, interessiere mich für den Fortgang bei Helenius, schaue Abraham & Sylvester ganz gerne zu. Der Rest interessiert mich nicht oder wird von mir bewusst ignoriert (Povetkin, Huck). Bis auf Huck habe gegen keinen der Boxer etwas und wünsche ihnen Glück bei ihrer Profession.
zu 2.
Hier sieht es komplett anders aus. Wie schon bei UBP, Arena und SES ist mir Sauerland verhasst. Für mich sind die Machenschaften von Sauerland & Söhne wie die der Vorgenannten der deutsche Sargnagel für den weltweiten Sarg des Berufsboxens als Sport. Ich bin nicht naiv und mir ist vollauf bewusst, dass Berufsboxen immer auch Geschäft sein muss. In dem Maße, in dem Sauerland den geschäftlichen Erfolg zu Ungunsten aller sportlichen Belange des Boxens und der Interessen der eigenen Boxer durchzusetzen versucht, ist mir das einfach zu viel.
In diesem Boxstall wird nur noch gezogen, geschoben und geraubt, wenn es der eigenen Sache "Geld machen" dient. Dabei spielt man mit den Interessen und der Gesundheit der eigenen Boxer und tritt die Rechte und die Gesundheit der Gegner mit Füßen.
Britsch ist da ein gutes Beispiel. Ein Boxer, der es objektiv bestenfalls mal zu einem EM-Titel bringen kann, wenn alles optimal läuft. Im Sinne seiner eigenen Fähigkeiten wäre es folgerichtig, dass er eben durch einen Test durchfällt, den er offenkundig im Ring nicht besteht. Sowas lässt Sauerland natürlich nicht zu. Britsch soll seinen WM-Kampf und wahrscheinlich den Titel bekommen und dafür wird mit zweifelhaften Methoden äußerst unverfroren alles aus dem Weg geräumt, was boxerisch nicht zu besiegen ist. Die Methoden sind fast immer gleich: Ein gewogenes Punktgericht, ein höriger Ringrichter, notfalls ein Ringarzt mit falsch verstandener Solidarität und Sendungsbewusstsein werden es schon richten, dazu noch ein Verband, der für jeden Dollar/Euro dankbar ist und dann nur allzu willfährig agiert - so macht man sich die Welt, wie sie einem gefällt. Anstatt Britsch oder Hernandez die Kämpfe dann eben verlieren zu lassen, die sie aus eigener Kraft nicht gewinnen konnten, wird die Betrugsmaschinerie in Gang gesetzt und dass Ganze noch mit
süffisant wirkender Selbstverständlichkeit entgegen den offenkundigen Tatsachen kommentiert.
Motto:
gepflegt heißt die Parole
gediegen gewinnt die Wahl
hier ist alles sauber, Frohsinn angesagt
wir drehen uns um uns selbst
denn was passiert, passiert.
[...]
hör auf hier zu predigen
hör auf mit der laberei
wir feiern hier ´ne Party
und du bist nicht dabei
[...]
umgeben uns nur mit kashmir und mit Seide
alle wünsche sind erfüllt
ideale verkauft, Hoffnungen Hirngespinste
Luxus ist das, was uns zusammenhält.
Sauerland gehört ausgehoben & verboten. Dieses Zerrbild des Boxsports braucht m.E. kein Zuschauer. Ein guter Teil der ARD-Granden will dem Boxen im Fernsehen einen Riegel vorschieben. Leider haben sie den falschen Beweggrund. Es geht nicht um die Auswüchse bei Sauerland, nicht um die Pervertierung des Sports sondern um die Ablehnung des Sports an sich. Man hat sich nicht mit der Materie befasst und verstanden hat man schon gar nichts bei der ARD. Die Boxsport-Redaktion darf ihren Kadavergehorsam und jede unreflektierte und uninformierte Lobhuddelei bis zum Erbrechen und darüber hinaus ausüben - Selbstkontrolle, Qualitätssicherung & seriöser Fachjournalismus - Fehlanzeige - unangeprangert.