Was sagt uns also diese Rebound- und Perimeter-Defensiv-Schwäche in Bezug auf Personal und Teamzusammenstellung?
Das sind zwei paar Schuhe. Anderson und Lopez sind über ihre Karrieren hinweg keine guten Rebounder, beide aber auch nicht wirklich erbärmlich. Davis hat alle Veranlagungen dazu, ein großartiger Rebounder zu werden, hat bislang aber erst 11 Spiele absolvieren können und hat noch nicht den Körper, seine Position zu verteidigen. Von einer falschen Kaderzusammenstellung würde ich daher nicht sprechen wollen.
Die Schwäche in der Perimeter-Defense hat meiner Meinung nach zwei Gründe:
1) Ich glaube, so paradox es klingt, das ist gewollt vom Coaching Staff. Der Fokus unserer Defense liegt darauf, die Zone dichtzumachen. Darum doppeln wir nicht im Pick-and-Roll, tun dies aber, sobald ein Postup-Spieler mit dem Drbbling beginnt. Ich habe Sympathien für diese Vorgehensweise, da Jumpshots tagesformabhängig sind und es gerade im Hinblick auf potenzielle Playoffrunden sinnvoll erscheint, die Zone zu verrammeln und die Gegner daran zu hindern, sich wohl zu fühlen und durch leichte Körbe ihren Rhytmus zu finden.
2) Rivers und Aminu. Beide tun sich rchtig schwer damit, um Blöcke zu kämpfen. Vor allem Austins Gegenspieler gelingt es immer wieder, ihn bei ihren Curls abzuschütteln. Aminus Closeouts hingegen sind uninspiriert und die Hilfe kommt oftmals zu spät. Ich glaube, das regt Monty auch so auf.
Ich weiß nicht. Alle anderen machen auch massenhaft Fehler, werden aber nicht so bestraft. Ich habe ein wenig das Gefühl, dass hier ein Sündenbock gesucht wurde. Er hat mit Sicherheit nicht durchweg überzeugt und ihr wisst, dass ich kein Fan von ihm bin. Aber auch bei ihm konnte man Fortschritte sehen und gerade vor der eben angesprochenen Reboundschwäche, könnte er durchaus wertvoll fürs Team sein. Als Langzeitlösung sehe ich ihn aber auch nach wie vor nicht.
Der Unterschied liegt glaube ich darin, dass die anderen im Spiel zeigen, dass sie wollen. Selbst Lopez wirft sich als Sevenfooter nach Looseballs, Davis liegt irgendwie ständig auf dem Fußboden und Ryan Anderson ist der einzige, der konstant scoren kann. Da wir hier keine lächerliche Party-Truppe wie die John Wall-JaVale McGee-Wizwards aufbauen wollen, denen es wichtiger ist, spektakulär auszusehen, als hart dafür zu arbeiten, finde ich es gut, dass auch hochveranlagte Spieler an ihrem Einsatz gemessen werden. Das hat Vorbildcharakter für alle anderen im Kader und kann uns langfristig nur helfen, eine gesunde Kultur in der Organisation zu etablieren.