Als kleiner Bub, da hab ich gerne mal ne Matte gezündet. Später auch die Böller ... aber finanziell hielt sich das immer im Rahmen.
Generell kann ich mit Böllern nicht viel anfangen. Der Effekt ist laut aber eher unspektakulär ... und man weiß nie genau wann es knallt. Mir sind Fontänen oder Höhenfeuerwerk lieber.
Ich kaufe mir auch jedes Jahr eine kleine Menge, aber da meine Tochter Angst vor lauten Knallen hat, keine Batterien, sondern nur Fontänen. Vor Silvester is es da auch zum Teil unangenehm, wenn man mit den Kiddies draußen ist, um zum Spielplatz zu gehen. Man weiß halt nicht, ob irgendwo in der Nähe jemand seinen Böller aus Tschechien zündet und das Kind dann losheult.
Würden Böller (also reine Knallkörper) verboten werden, dann würde mir auch nichts fehlen.
Ich war zwei Mal zum Jahreswechsel an der Elbe ... und es gibt da einfach zu viele, die sich freuen, wenn sie ihre Polen-Böller in Richtung anderer Leute werfen können...
Allerdings finde ich, dass sich das "Böllerverhalten" in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten ohnehin gewandelt hat. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, wo ich aufgewachsen bin (eine Kleinstadt mit gut 40.000 Einwohnern). Vor 20 Jahren und mehr gab es Böller, Raketen und kleine Fontänen ... Batterie-Feuerwerke waren damals nicht üblich. Gekauft wurde beim Baumarkt ... damals hatte nicht jeder Supermarkt etc. eine Feuerwerks-Ecke. Die Verkaufsfläche war riesig, die Auswahl auch. Für Böller gab es einen Extra-Tresen mit entsprechender Schlange. Dort haben sich die Jugendlichen mit mehreren Schinken D-Böllern und Super-Böllern eingedeckt und dann 1 oder 2 Einkaufswagen rausgeschoben ... da war so viel drin, dass diese roten Papier-Umverpackungen schon teilweise gerissen waren und an der Kasse ging dann das große Zählen los, wieviele Schinken das wohl gewesen sein könnten. Die Wartezeiten an der Kasse waren größer als wenn man heute am 23.12. was im Supermarkt kaufen will.
Die schiere Menge an Böllern musste irgendwie abgebrannt werden. Nachbarsjunge stand teilweise stundenlang vorm Haus und warf stur einen Böller nach dem anderen. Auf dem Daumen bildete sich sicher eine schöne Hornhaut vom heißen Feuerzeug. An einem Jahr blieb - dank Regen - ein Knöchel-Tiefer Böller-Papier-Matschberg auf der Straßenkreuzung liegen.
Wie gesagt ... die Feuerwerksartikel waren damals eher klein. Weggeräumt hat die dann kaum einer, außer vielleicht die Sekt-Flaschen von den Raketen. Die Straßenreinigung hat das mit dem Kehrwagen dann eingesammelt.
Und heute? Mir gefallen die Batterien mehr als das was es früher gab ... es macht optisch einfach mehr her und man kann (!) es leichter wegräumen als z.B. in der Gegend rumliegende Raketenstöcker. Andererseits gibt es viele die ihre Batterien nur in eine Richtung tragen können, so scheint es. Da löst sich nichts im Regen auf und kommt da keine Kehrmaschine, liegt das Zeug über mehrere Wochen rum. Danke.
Wobei man natürlich auch erwähnen darf, dass bei Batterien Teile durch die Gegend fliegen. Vorletztes Jahr stand der Wind so, dass vorne auf der Straße Batterien gezündet wurden und die Plastikteile der explodierenden Geschosse dann über das Dach zu uns auf den Balkon flogen. Von dort aus haben wir das Feuerwerk beobachtet ... und unsere Sektgläser zugehalten.
Eine Lösung kann ich nicht anbieten. Ich mag Feuerwerk zu sehr, um es verbieten zu wollen. Die Vernunft spricht sich gewiss dafür aus ... aber meine Vernunft hält sich in Grenzen.
Ich würde eine Reglementierung oder Begrenzung pro Person begrüßen ... aber ich wüsste nicht, wie man dies umsetzen könnte.
Letztlich würde es ohnehin genügend Leute geben, welche mal eben über die Grenze hüpfen und sich dort eindecken.
Vielleicht ist doch ein zentrales organisiertes Feuerwerk nötig ... wider meiner Vernunft. Angesichts dessen, dass in Dresden ohnehin oft professionelle Feuerwerke brennen (nicht nur bei den "Pyrogames") wäre das dann aber auch nichts besonderes mehr...
Daher bin ich dafür, den Zeitraum zu begrenzen. Bei uns wird ab heute rumgeballert und am 31.12. den ganzen Tag, ab 23:30 fast durchgängig. Dafür habe ich null Verständnis, das hat nichts mit Tradition zu tun und das war auch früher nicht so. Ich verstehe, wenn Familien mit kleineren Kindern ballern, sobald es dunkel ist, von daher wäre ich für zwei Zeitfenster, z.B. 18:00 bis 19:00 und dann 0:00 bis 01:00. Jeder hätte seinen Spaß, man könnte sich z.B. als Tierbesitzer drauf einstellen und vermutlich würde auch das Volumen der Ballerei sinken.
Eine gewisse Begrenzung gibt es ja schon. Es darf nur am 31.12. und am 01.01. gezündet werden. Viele knallern aber schon los, sobald sie am 28. (oder 29., je nachdem ab wann verkauft wird) die ersten Böller in der Hand halten.
Ich fand es diesmal am 1.1. ab Tagesanbruch auch recht ... still. Stiller als z.B. vom 28. bis 30.
Ja ... wie schon oben erwähnt ... früher war das anders. Damals sind wir morgens mit Freunden durch die Straßen gezogen und haben nicht gezündete Feuerwekrskörper gesucht, bei denen die Lunte erloschen war. Bei den heutigen Feuerwerkskörpern passiert das ja kaum.