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Reisen - Ab in den Urlaub


Vorab - du bist ein Original. Eins von den Guten, und davon hört und liest man viel zu wenig. Super Bericht. (y)

Ich musste allerdings sehr lachen, weil ich dachte, der Satz

In Kolding angekommen, streunte ich durch die Straßen, bis ich eine Bank entdeckt hatte. Hier

würde mit "..machte ich erstmal ein Nickerchen." weitergehen. :D
 
Buam in Dänemark - Tag 2: Wie im Märchen (Kolding-Odense)

Der Tag begann früh. Ich stand um 5:30 Uhr auf, packte meine Siebensachen und wartete, dass endlich das Frühstücksbüffet aufmachte. Dort verdrückte ich erschreckend kleine Brötchen, welche eher an Kugeln erinnerten, süßes Gebäck und viel Blauschimmelkäse. Anschließend checkte ich aus und fuhr mit dem Bus zur Autobahn-Auffahrt.

Westen, Norden oder Osten? Ich hatte keinen Plan und beschloss, mich Treiben zu lassen. Die Auffahrt wies einen breiten Standstreifen auf, welcher ideal zum Halten war. Nach rund 10 Minuten stoppte dann auch schon der erste Fahrer. Er war mit seinen Kindern unterwegs nach Middelfart und sprach gutes Deutsch. Wir kamen ein einem riesigen Industriegebiet vorbei, welches er als eine Art dänisches Ruhrgebiet bezeichnete. Seine Kinder, deren Deutschunterricht an diesem Tag ausfiel, taten unterdessen ihr Bestes, unauffällig zu bleiben.

In Middelfart fand ich mich an einer Auffahrt wieder, welche nicht besonders gut zum Trampen geeignet war. Denn es mangelte am Platz zum sicheren Halten. Trotzdem fand sich nach rund 20 Minuten eine Frau, welche auf dem Weg nach Kopenhagen war und mich nach Odense brachte. Dafür nahm sie einiges an Umweg auf sich, denn sie fuhr extra von der Autobahn ab, um mich ins Zentrum zu bringen. Und das waren locker 10 Kilometer mehr. Außerdem gab sie mir den Tipp, den knusprigen Schweinebraten zu versuchen. Dieser wäre das Nationalgericht.

Odense lockte mit zahlreichen Museen und wirkte recht nett. Daher beschloss ich, hier zu bleiben. Leider waren auch hier nur noch Doppelzimmer frei, sodass ich selbst im vermeintlichen Billig-Hotel Cabinn noch rund 750 Kronen löhnen musste - Ohne Frühstück. Auf dieses verzichtete ich daher und entschied, mich selber zu versorgen. Das Zimmer war nicht größer als eine Hundehütte, aber zumindest sauber. Ich lud also mein Gepäck ab und machte mich schlecht gelaunt zu einem Stadtrundgang auf.

Odense besänftigte mich schnell. Die Stadt hatte viel zu bieten. Ich sah mir das Schloss an und besichtigte einige Kirchen. Im Dom lief ein Orgelkonzert. TheGegen wäre da vermutlich schreiend wieder rausgerannt. Im Vorgängerbau war einst König Knud von aufgebrachten Bauern ermordet worden, weshalb die Kirche auch St. Knud heißt. Der spätgotische Holzaltar von Claus Berg war übrigens eine Augenweide. Seine Arbeiten finden sich überall in Odense. Der Mann war fähig, keine Frage. Meine eigenen Schnitzversuche endeten als Kind übrigens mit blutigen Fingern.

Schließlich erreichte ich das Haus, in welchem Hans Christian Andersen aufgewachsen war. Ich sprach die Frau, welche die Tickets verkaufte, auf Englisch an und sie antwortete in Deutsch. Was hatte mich bloß verraten? Aber wie auch immer. Ich erhielt ein Armband aus Plastik, mit dem ich auch das Geburtshaus und das Museum Montergarden besuchen konnte. Dies tat ich natürlich. Zunächst kam das Geburtshaus von Andersen dran. Dieses war in eine frisch eröffnete Ausstellung eingebunden, welche auf Audioguides aufbaut. Leider waren die englischen Varianten aber noch nicht fertig, sodass ich mich mit Infotafeln begnügen musste. Hübsch aufgemacht war das Museum dennoch und ist sicher einen Besuch wert, wenn es richtig ausgebaut ist. Wer sich für Andersen und seine Märchen interessiert, wird hier bestens bedient. Die Stadt schlachtet ihren berühmtesten Sohn ziemlich aus.

Im Museum Montergarden wurde so ziemlich alles ausgestellt, was irgendwie mit Geschichte zu tun hatte. Schwerter aus dem Mittelalter, Münzen aus der Bronzezeit, Faustkeile und Kloschüsseln aus den 50ern. Bunt durcheinander, aber interessant. Ich schlich durch die Ausstellung und las mir alles durch. Doch mit der Zeit schwirrte mir der Kopf von all den Infos, sodass ich meinen Schritt dann doch beschleunigte. Eine asiatische Touristin fragte mich nach dem Weg - Eine Auskunft, welche ich dank des Info-Flyers sogar geben konnte. Eventuell hätte dies der Aufhänger zu einem Gespräch sein können, doch ich war ein wenig zu schüchtern und ließ die Dame ziehen. Tja...

Am Abend beschloss ich, mir ein Abendessen zu gönnen. Ich fragte also an der Hotel-Rezeption nach einem Restaurant und machte mich mit vom vielen Laufen schmerzenden Füßen zu meinem Ziel auf. Ich speiste im Restaurant Klosterkroen und ließ mir den zuvor erwähnten Schweinebraten servieren. Lecker, aber auch sehr salzig. Kein Wunder, dass er mit reichlich Soße serviert wurde. Mit rund 200 Kronen war der Spaß recht teuer, aber geschmacklich Top. Hier wurde definitiv frisch gekocht.

Auf dem Rückweg ins Hotel fiel mir ein, dass ich noch Frühstück brauchte. Also betrat ich einen Supermarkt und sah zu, dass ich Belag für mein Toast fand. Ein Paket runtergesetzte Leberpastete mit Speck erwies sich als hilfreich. Mit nur 8 Kronen ein Schnäppchen. Dazu erstand ich noch eine Himbeer-Brause, welche fast wie ihr Polnischer Verwandter Oranzada schmeckte. Aber auch nur fast. Sorry.

Erschöpft vom vielen Laufen war mir anschließend nach einer Dusche. Bloß, dass dies nicht so einfach war. Man drehte mit einem Hahn das Wasser auf und aktivierte mit dem anderen die Dusche. Bloß, dass 3/4 des Wassers aus dem Hahn rauschten und nur ein Rinnsal aus der Dusche. Ich hantierte mehrere Minuten an den beiden Hebeln, um die richtige Kombination herauszufinden, ehe ich aufgab. So duschte ich mit eher wenig Wasser, während auf der anderen Seite des Duschvorhangs die Niagara-Fälle ins Waschbecken rauschten.

Auch dieser Zweite Tag war recht kostspielig gewesen. Ich ahnte, dass ich besser im Sommer und mit dem Zelt gekommen wäre. Aber hinterher ist man immer schlauer. Odense hatte immerhin mein Herz gewonnen. Ich mochte die Stadt und schlief einigermaßen guter Laune ein.

Statistik des Tages

Bewältigte Kilometer: 64
Fahrer: 2
Schweinebraten: 1
 
Zuletzt bearbeitet:

Niemand kommt an das polnische Original ran. :D

Probier in Dänemark unbedingt mal Faxe Kondi. Ist wie Sprite, nur in Geil.

Sollte es dich nach Kopenhagen verschlagen, unbedingt mal bei Gasoline Grill einen Burger essen. Habe schon fast auf der ganzen Welt Burger gegessen, aber einen besseren gab es noch nie. :)
 
Nach einer Wandertour rund um und in Trier habe ich sogar das Heilig Rock Festival vor dem Dom ertragen, beim Aprés-Bier und Füßen, die zu müde waren, um vor Christenrock wegzulaufen.

Neulich bin ich tatsächlich musikalisch fast ausgerastet auf so einer Kumpels Wandertour. Davon dieser Reisebericht aus der Rubrik: "ab in die Umgebung". ;)

Dreitagestrip in die Heimat Nordeifel in noch intaktem Hotel in Marmagen. Von dort aus in oder um die Umgebung latschen.

Es war Markt in Blankenheim, lecker Essen und so, aber wir waren gerade erst los, also wäre es unklug gewesen, sich dort schon zur Mittagszeit den Wanst mit Schwenksteaks und internationalen Leckereien nach vorherigem Frühstück noch mehr zu überladen.
Sowieso ein ziemlicher Trubel da.
Der durch Glück und Zufall von den Hochwassern verschonte malerische Ort (alles drumherum zerstört) war schon früh voller Leute.
Noch während die Schwenkgrills angeglüht, Hotdogs, Waffeln und Pizza bereit standen und äthiopische Kleiderständer aufgebaut waren, ging es los mit Kinderprogramm.
Publikum dafür war massig da. Wander- und Radtouristen, Einheimische, und viele Eltern mit ihren Malte-Thorbens und Selinas im Doppelbuggy und vorher einmal um den blöden viereckigen See wenigstens etwas müde gelaufen.
Der extra engagierte Kinderliedermacher traf gleich und zentral lautstark in die Vollen mit einem Dinosaurier-Mitmach-Song.
Ich wollte da nur noch weg. Ich hatte Phantasien, was so ein T-Rex mit den Blagen anstellen könnte. Die von diesem Scharlatan angestiftet, ihre selbstgemalten Dinosaurier-Bilder zum Mitmach-Song in die Höhe hielten.

Fazit:
Schwenksteaks: 0
Ambiente: Top
Kinderliedermacher: 1
Kilometer zu Fuß: ca. 8 -15 (pro Tag)
Kilometer Auto: ca. 60 (pro Tag incl. An-und Abreise)
Kilometer Bahn: 0 (da sämtliche Infrastruktur zerstört)
 
Zuletzt bearbeitet:
Buam in Dänemark - Tag 3: Von Weihnachtsbäumen und Konferenzen (Odense - Aalborg)

Ich schlief in dieser Nacht ein wenig besser, frühstückte Toast mit Leberpastete und brach früh in Richtung Autobahn auf. Leider führte kein Fußweg näher an die Auffahrt heran, weshalb ich durchs nasse Gras am Seitenstreifen stiefeln musste und erst einmal nasse Socken bekam. Ich wollte den Norden erforschen und verzichtete daher vorerst auf Kopenhagen. Stattdessen hatte ich Aalborg als Tagesziel auserkoren und hielt zuversichtlich den Daumen raus. Bisher hatten die Dänen schließlich eine gute Haltemoral an den Tag gelegt.

Nach kurzer Zeit fand ich einen Fahrer, der mich zur nächsten Raststätte brachte. Auch dort musste ich nicht lange Warten, denn bereits nach Fünf Minuten hielt eine Frau an, welche zurück aufs Festland fuhr. Sie hatte früher einen Freund in Flensburg gehabt und war immer per Anhalter hin und her gereist. Voller Nostalgie nahm sie mich mit und wir unterhielten uns gut. Allerdings mussten wir einen Umweg über Landstraße nehmen, weil es auf der Brücke mal wieder gekracht hatte.

Kurz darauf stand ich wieder an einer Auffahrt. Bereits nach kurzer Zeit hielt ein sehr netter Herr, welcher flüssiges Deutsch sprach. Er fuhr direkt in den Norden, bis ca. 30 Kilometer vor Aalborg. Auch er war einst selber als Tramper unterwegs gewesen und freute sich sehr, mal wieder einen zu sehen. Auch musikalisch waren wir auf einer Wellenlänge - Led Zeppelin lief. Unterwegs berichtete er u.a. von seinem Nachbarn, der einige Zeit als Koch bei der Königin angestellt gewesen war und nun ein Restaurant hatte. Außerdem erzählte er von seinem Bruder, der viele Jahre persönlicher Assistent des Lego-Chefs gewesen war. Deshalb weiß ich nun auch, dass letzterer kein Sushi mag und sich nach Verhandlungen in Japan lieber eine Tüte von McDonalds mit in den Privatjet nahm. Zudem stellte ich fest, dass in Dänemark verdammt viele Weihnachtsbäume wachsen. Laut meinem Fahrer war das Land der größte Produzent dieser Gewächse. Anschließend erklärte er mir, wie man in Dänemark Weihnachten feiert. Kleiner Tipp: Es wird dort offenbar noch mehr gefuttert, als hierzulande.

Rund 30 Kilometer südlich von Aalborg ließ mich mein Fahrer an einer Landstraße raus, welche nach Norden führte. In dieser Gegend, so berichtete er, hatten einst Wikinger gelebt, die zu Fuß bis nach Rom vorgedrungen waren. "Ein weiter Weg. Aber was macht man nicht alles für eine Pizza." merkte er an.

Ich musste nicht lange warten, ehe mich ein Heizungsinstallateur bis nach Aalborg brachte. Nach rund 3,5 Stunden war mein Tagesziel erreicht. Versucht das mal mit der Bahn. Die Stadt wirkte recht industriell, was sich erst in der Innenstadt änderte. Dort angekommen suchte ich mir einen Bus ins Zentrum und machte mich auf Hotelsuche. Dies gestaltete sich allerdings sehr schwierig, da zusätzlich zu den Touristenmassen eine Konferenz in der Stadt abgehalten wurde. Da ich kein Internet dabei hatte, bat ich die Rezeptionistin des letzten Hotels um eine Idee. Sie suchte mir die Telefonnummer einer Privatperson raus, welche Zimmer vermietete. Dort war tatsächlich noch etwas frei. Dummerweise wusste ich mit der Adresse nichts anzufangen und musste mir von den örtlichen Busfahrern auf die Sprünge helfen lassen. Nach drei Stunden, 6 gelaufenen Kilometern und mehreren Busfahrten stand ich dann endlich vor meiner Bleibe. Ein schönes Zimmer für nur 400 Kronen. Dazu eine Gemeinschaftsküche und Badezimmer auf dem Flur. Geht doch.

Mit Blasen an den Füßen machte ich mich zum Stadtrundgang auf. Aalborg hat ein recht hübsches Zentrum mit einigen alten Gebäuden. Darunter eine Burg, aber auch mehrere alte Kaufmannshäuser und Kirchen. Noch ein kurzer Blick auf den Fjord, dann humpelte ich zurück zu meinem Zimmer. Im Supermarkt hatte ich ein Paket Würstchen für 20 Kronen erstanden, die ich nun verzehrte. Draußen wurde es bereits Dunkel und die vielen Schritte der zweiten Tageshälfte forderten ihren Tribut. Also versank ich in tiefem Schlummer. Ich wurde nur einmal kurz wach, da aus dem Stockwerk über mir Geräusche zu hören waren. Scheinbar hatte sich dort Hirschi eingemietet. Zum Glück kamen die beiden Schnell zum Punkt und danach war wieder Ruhe.

Es war ein chaotischer Tag gewesen, körperlich anstrengend aber auch sehr informativ. Wieder einmal stellte ich fest, dass mir die Städte nicht allzu viel gaben und die Gespräche mit den Fahrern das wirklich interessante waren. Gespannt warf ich einen Blick auf die Landkarte und fragte mich, was da noch kommen mochte.

Statistik des Tages

Bewältigte Kilometer: 255
Fahrer: 3
Blasen an den Füßen: 2
 
Hey! Sorry, ich hab leider Zuviel Stress gehabt und es dann vergessen.
Da mein Sohn in Valencia lebt und zur Schule geht müssen wir uns immer ein wenig um die Schulzeiten herum organisieren.
Wir gehen viel in unsere Lieblingsrestaurants, probieren aber auch gerne Neues aus. Ich hab früher ein Restaurant geleitet in Valencia, daher kenn ich noch viele Leute aus der Gastroszene und bekomm dann immer neue Tipps.
Valencia ist Spaniens heimliche Hauptstadt des Sushi. Mein Liebling ist das Sushi Cru im Carmen. Es gibt bestimmt hochtrabendere Läden. Aber das ist unser Wohnzimmer. Genauso wie die Lambrusqueria in der Calle Conde Altea. Da sind wir so oft wie möglich, mittags wie abends.
Es haben sich schöne Routinen eingebürgert: z.b.: Aperitif trinken im Ubikcafe in Rusafa und nachher da irgendwo essen gehen.
Der Mercado de Colon ist toll. (Unten drin ist ein weiteres tolles Sushi Restaurant ).
Café Sant Jaume, Fábrica del hielo oder Mercabanyal, Pan de queso..
Im Cabañal gibt es viele tolle Läden.
Ich hab meine Wohnung 2 min vom Patacona Strand entfernt, meiner Meinung der schönste Strand in Valencia, oft hängen wir da rum, picknicken oder gehen im Casa Patacona frühstücken oder in der la girafe brunchen.
Ansonsten fahren wir ab und zu zum El Saler Strand, da gibt es Dünen und den Pinienwald.
Natürlich gibt es die Tourismus Route, aber ich finde es immer nett durch die Viertel zu Streunern und kleine nette Ecken und Läden zu entdecken.
Das schöne ist das València so greifbar und offen ist.
Ich war viel mit Freunden da und alle haben sich sofort zuhause gefühlt (und kaufen sich zum Teil jetzt auch Wohnungen um von Valencia aus Home Office zu machen und irgendwann vielleicht ganz da zu wohnen). Barcelona ist natürlich auch toll, aber viel kälter im Winter und vollkommen überlastet vom Tourismus, das spürt man an jeder Ecke finde ich.
Wo kommt ihr denn unter?
Ich fahre diesmal alleine, weil die Begleitung leider keine Zeit hat. Aber ich hab eine Unterkunft ziemlich genau zwischen der Kathedrale und der U-Bahn-Haltestelle Alameda, somit ganz ordentliche Anbindung an den Strand und auch Richtung Altstadt. Bin zufrieden damit.

Sushi ist leider nicht so mein Fall :D Aber ich greife auf dein Posting auf jeden Fall mal zurück, vielen Dank!

Den Satz mit dem Home Office in Valencia... kann ich sogar aus meiner bescheidenen Erfahrung heraus unterstreichen. 2018 haben wir u.a. mit einem englischen Ehepaar eine Unterkunft geteilt, die genau deshalb alle paar Monate von Viertel zu Viertel gezogen sind, um sich dauerhaft dort niederzulassen. Ich würds ja auch sofort machen, aber mit meinen äußerst bescheidenen Spanisch-Kenntnissen kann ich dort leider nicht tätig werden. IT-ler hätte man werden müssen, tja...
 
Ach cool, auch von mir danke für die vielen tipps. Werde dieses jahr wahrscheinlich auch noch für 4 wochen nach valencia gehen, um mir die stadt anzuschsuen und von dort zu arbeiten (ja, ITler).
 
Aalborg hat ein recht hübsches Zentrum mit einigen alten Gebäuden. Darunter eine Burg, aber auch mehrere alte Kaufmannshäuser und Kirchen. Noch ein kurzer Blick auf den Fjord, dann humpelte ich zurück zu meinem Zimmer. Im Supermarkt hatte ich ein Paket Würstchen für 20 Kronen erstanden, die ich nun verzehrte. Draußen wurde es bereits Dunkel und die vielen Schritte der zweiten Tageshälfte forderten ihren Tribut. Also versank ich in tiefem Schlummer. Ich wurde nur einmal kurz wach, da aus dem Stockwerk über mir Geräusche zu hören waren. Scheinbar hatte sich dort Hirschi eingemietet. Zum Glück kamen die beiden Schnell zum Punkt und danach war wieder Ruhe.
Ich weiß nicht wie viel Corona übrig gelassen hat, aber Aalborg hatte zumindest 2019 noch ein sehr reges Nachtleben. Viele Bars und Clubs. Außerdem das Stadion von Aalborg BK, wo einst Champions League gespielt wurde. Nochmal ein paar Kilometer nach Norden liegt Nørhalne, wo der örtliche Sportklub gemeinsam mit den Nachbardörfern eins der größten Turniere im Jugendfußball auf die Beine stellt. Und du gehst früh schlafen... :D
 
@VvJ-Ente Ja, Nachtleben in Aaalborg schien intakt zu sein. Interessiert mich allerdings nicht die Bohne. Ich schaue mir eher alte Gemäuer an. Und zum frühen Schlafen: Ich stehe auf Reisen immer sehr früh auf, um das Tageslicht voll ausnutzen zu können. Dann schläft man auch früher.

Buam in Dänemark - Tag 4: Kartoffeln und Fjorde (Aalborg - Skive)

Ich brach in der Morgendämmerung auf und fuhr zum Bahnhof. Ab dort wollte ich einen Bus in den Vorort Aabybro nehmen. Da dieser erst in einer Viertelstunde kam, eilte ich noch einmal in den Bahnhof, um auf Klo zu gehen. Leider wurde nichts daraus, weil man für dieses nur mit einer Kreditkarte bezahlen konnte. Da ich eine solche leider nicht besitze, musste ich mit drückender Blase in den Bus steigen und rund eine Stunde durchhalten.

Endlich im Vorort angekommen, suchte ich mir eine Toilette und anschließend den Weg zur Fernstraße. Richtung Westen gab es keine Autobahn mehr, sodass ich ab sofort direkt an der Straße stehen konnte. Dafür war der Verkehr aber auch überschaubarer. Ich stellte mich direkt hinter einen Kreisverkehr und hoffte auf das Beste. Ein kalter Wind wehte über die Landschaft, aber mich überkam trotzdem ein gewisser Frieden.

Bereits nach einer Viertelstunde hielt ein Fahrer in den 50ern. Er war auf dem Weg nach Skive, musste auf dem Weg allerdings noch ein wenig Arbeiten. Da mir Skive wie ein sinnvolles Tagesziel schien, stieg ich ein und wollte mich gerade anschnallen, als der Fahrer auch schon einen Stecker ohne Gurt in die Station rammte, um das nervige Tuten abzustellen. Also ging es ungesichert auf große Fahrt.

Zunächst fuhren wir zu seinem Arbeitsplatz, um einen Anhänger anzukoppeln. Ein kleiner Wohnwagen von wenigen Quadratmetern, welche offenbar eine Notunterkunft darstellen sollte. Es war seine erste Woche an diesem Arbeitsplatz, sein alter Job war Corona zum Opfer gefallen. Die Fahrt verlief entspannt, denn der Verkehr war überschaubar. Die Landschaft war dünn besiedelt und hügelig. Zuweilen überquerten wir den Limfjord, dessen zahlreichen Verästelungen sich tief in die Landschaft reinschnitten. Der 1500 Km2 große Fjord dominierte die Gegend.

Nach rund einer Stunde erreichten wir ein Gewerbegebiet, in welchem Kartoffeln verarbeitet wurden. Hier legten wir den Anhänger ab, in dem offenbar polnische Gastarbeiter wohnen sollten. Ich warf einen Blick auf die teils außerirdisch anmutenden Maschinen, mit denen die Erdäpfel sortiert wurden. Dafür war Geld da. Aber die Arbeiter hausten in diesen winzigen Wagen auf dem Hinterhof.

Anschließend fuhren wir weiter nach Skive. Ich steuerte zielsicher das erste Hotel an und stellte fest, dass ausnahmsweise mal ein Zimmer frei war. Mit 940 Kronen war dieses allerdings recht exklusiv. Die Rezeptionistin half mir zum Glück aus der Patsche. Denn im Süden der Stadt gab es noch ein Motel, welches deutlich bezahlbarer war. Sie rief sogar dort an, um nach freien Zimmern zu Fragen. Anschließend stattete sie mich mit einem Stadtplan aus und schickte mich auf den 1,5 Kilometer umfassenden Fußmarsch.

Auf dem Weg zum Motel kam ich an einem wunderschönen Landschaftsschutzgebiet vorbei, welches die Innenstadt von den Vororten trennt. Ich verharrte kurz, um den Anblick auf mich wirken zu lassen, ehe ich weiter trabte. Meine Füße waren wenig begeistert, sodass ich aus dem letzten Loch pfiff, als ich das Motel, welches mitten im Gewerbegebiet lag, erreichte.

Die Besitzerin nahm sich viel Zeit für mich und erklärte mir, wo was zu finden war. Es gab sogar eine Küche mit Backofen und Toaster. Ein Umstand, der meinen Speiseplan sehr erweitern sollte. Für 575 Kronen bekam ich ein hübsches Vierbettzimmer mit Bad. Nur der Fernseher stand in der Lobby. Mangels weiterer Gäste musste ich mich allerdings nicht um die Fernbedienung Prügeln.
"I know only three words in German." erklärte mir die Motel-Besitzerin. "Eine große Bier!"
Nun, immerhin. Darauf konnte man doch aufbauen.

Ich machte mich mit dem Bus in die Innenstadt auf und stellte fest, dass ich mir dies hätte Sparen können. Skive hatte kulturell kaum etwas zu bieten. Die Innenstadt bestand aus einer kleinen Shoppingmeile und einigen Restaurants. Zudem verlief ein fieser kleiner Kanal mitten über den Weg und wartete darauf, dass Jemand seinen Fuß hinein setzte. Die Stadt war ruhig und heimelig. Zweifellos ein schöner Ort zum Leben. Aber nichts zum anschauen. Also kaufte ich mir eine Tiefkühlpizza und beschloss, den Tag mit einem Buch im Motel ausklingen zu lassen, um die Batterien wieder aufzuladen. Also von mir, nicht vom Buch.

Statistik des Tages

Fahrer: 1
Bewältigte Kilometer: 109
Kartoffeln: Tausende
 
Tststs. Kein Fårup und kein Hanstholm? Naja, wenn du mit dem Bus nach Åbybro gefahren bist, bist du ja immerhin durch Biersted gekommen, wenn du die Linie 2 genommen hast, sogar durch das weltberühmte Nørhalne. :smoke:
 
Ach cool, auch von mir danke für die vielen tipps. Werde dieses jahr wahrscheinlich auch noch für 4 wochen nach valencia gehen, um mir die stadt anzuschsuen und von dort zu arbeiten (ja, ITler).
Freunde von mir haben sich vorgestern erst eine süße Wohnung gekauft in Strandnähe um von da aus Home Office zu machen und vermieten die auch für sowas. Sag doch mal Bescheid wenn es soweit ist und du was suchst.
 
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Freunde von mir haben sich vorgestern erst eine süße Wohnung gekauft in Strandnähe um von da aus Home Office zu machen und vermieten die auch für sowas. Sag doch mal Bescheid wenn es soweit ist und du was suchst.

Komm wahrscheinlich bei ner freundin von ner freundin unter. Falls das nicht klappt, komm ich sehr gerne darauf zurück!
 
Buam in Dänemark - Tag 5: Mit Jesus auf Odysee (Skive - Aarhus)

Ich startete den Tag mit einem Gewaltmarsch im Morgengrauen. 2,5 Kilometer bis zur Fernstraße. Während ich aus Skive hinaus latschte, erklomm ich kurz einen Hügel und ließ meinen Blick über die Landschaft schweifen. Schön war es hier, aber auch leer. Zwischen den Städten befand sich nicht allzu viel.

Nach wenigen Minuten des Wartens hielt eine Frau an. Sie sprach solides Deutsch und war mit ihrem Hund gerade auf dem Weg zur Jagd. Wenn sie nicht gerade Rehe abknallte, war sie Landwirtin. Möglicherweise roch es im Wagen deshalb so nach Bauernhof. Nach rund 20 Minuten fahrt ließ sie mich an der Kreuzung zweier Fernstraßen raus und ich fand mich mitten im Nirgendwo wieder.

Es war ein einsamer Ort. Eine Kreuzung im Nirgendwo und mehrere Kilometer bis zum nächsten Dorf. Fehlten eigentlich nur noch Steppenläufer, die über die Straße wehten. Meine Versuche, Richtung Holstebro wegzukommen, erwiesen sich als wenig fruchtbar, sodass ich kurzerhand auf Viborg umschwenkte. Das klappte schon besser. Auch dieser Fahrer sprach Deutsch und befand sich mit seinem Anhänger auf dem Weg in die Stadt, um eine neue Küche zu erwerben. Kurz vor den Toren der Stadt bog er ab, aber ich fand schnell einen weiteren Fahrer, der mich in die Innenstadt brachte.

Ich wagte einen kurzen Stadtrundgang und sah mir den wunderschönen Viborger Dom an. Da ich an diesem Tag aber weiter nach Süden vorstoßen wollte, stand ich bereits eine Stunde später wieder an der Fernstraße. Nach kurzer Zeit hielt ein Mann samt Hund. Er schaltete extra für mich Deep Purple an, sodass wir hart rockend bis zu einer weiteren Kreuzung kamen, welche sich auf halbem Weg nach Herning befand.

Lange warten musste ich nicht. Bereits das dritte Auto hielt. Die Frau im Inneren stellte sich als Irakerin heraus, die seit 21 Jahren in Dänemark lebte. Eine stolze Christin, wie sie mich wissen ließ. Von Nächstenliebe hielt sie viel, denn sie sorgte telefonisch für weiteren Anschluss. Ihr Sohn war nämlich im Begriff, nach Herning zu fahren. Also fuhren wir erst einmal zur Familie meiner Fahrerin. Dort versorgte sie mich mit belegten Brötchen, Cola und Wasser. Als ich mich bedankte, deutete sie nur in den Himmel und meinte: "Thank Jesus, not me!"
Geld wollte sie mir auch noch geben, aber das lehnte ich ab. Auch beim Schmarotzen gibt es Grenzen.

Der Sohn der frommen Dame wollte erst einmal Wissen, was für ein Deutscher ich wäre. Das könne ja heutzutage alles heißen. Da er selber Migrationshintergrund hatte, nahm ich mal an, dass die Frage nicht so Rechts war, wie sie schien. Des weiteren kommentierte er meine Aussage, dass ich mir für die Nächte günstige Hotels suchen würde, folgendermaßen: "If you find cheap hotels in denmark, please let me know."

Nachdem ich auf einem LIDL Parkplatz am Stadtrand rausgelassen worden war, stiefelte ich zur Autobahn. Um zur Auffahrt zu kommen, musste ich querfeldein durch hohes Gras und Gestrüpp marschieren. Ich hielt mich hinter der Leitplanke der Zufahrt. Verboten ist das eine, riskant das andere. Die Auffahrt sah an sich in Ordnung aus und wies eine kleine Parkbucht auf, in welcher die Autos halten konnten. Dennoch dauerte es ein wenig. Eine Frau hielt zwar an, startete aber wieder durch, als der Fahrer hinter ihr hupte. Frustriert wartete ich hinter der Leitplanke, hielt meinen Daumen raus und schnabulierte zwischendurch eines von Jesus Brötchen. Hm, Ei mit Zwiebeln, Oliven und Butter.

Nach fast 2 Stunden kam ich doch noch weg. Ein älterer Herr brachte mich auf eine Raststätte, welche sich 60 Kilometer vor Veijle befand. Diese war allerdings klein, die Tanke basierte auf Selbstbedienung. Mit dem Daumen an der Ausfahrt zu stehen brachte mir wenig und nach einer Stunde machte sich Besorgnis breit. Es war 17 Uhr und allmählich wurde es Zeit, eine Unterkunft zu finden. Also ging ich dazu über, die Fahrer anzusprechen, während sie Pause machten. So fand ich auch relativ schnell einen alten Mann, welcher in das Kaff Grejs fuhr.

In besagtem Kaff angekommen, war Veijle in greifbarer Nähe. Sieben Kilometer und es fuhr sogar ein Bus. Dennoch hielt ich Spaßeshalber nochmal den Daumen raus - Vielleicht konnte ich das Ticket ja sparen? Bereits das zweite Auto hielt. Im Inneren zwei Herren auf dem Weg nach Aarhus. Gut, war mir auch recht. Also zurück nach Nordosten, Hauptsache eine Großstadt. "Veilje ist eh die gleiche Sch... wie Kolding." meinte mein Fahrer. Als ich erwähnte, dass ich aus Hamburg kam, fand er dann auch sofort ein Thema: Die zweite Bundesliga. Der schlechte Ruf eilt dem HSV selbst im Ausland voraus.

Aarhus erwies sich als überaus hübsche Stadt. Leider waren auch hier die Hotels voll. Aber im Danhostel war noch etwas frei. Achtbettzimmer. Gott, wie ich so etwas hasse. Da ich aber in weiser Voraussicht Ohropax dabei hatte, ließ ich mich darauf ein. Zumindest war der Spaß billig. Daher blieb mir noch Kohle, um auswärts zu Essen. Entlang der Kanäle, welche zum Hafen führten, hatte sich die reinste Fress- und Saufmeile entwickelt. Die Stadt lief beinahe über vor lauter Touristen. Es war wie eine Zeitreise in die Ära vor Corona.

Ich setzte mich in ein Burger-Restaurant und orderte ein Exemplar mit 600 Gramm Hackfleisch samt Fritten. Die Bedienung warnte mich vor der Masse und verwies mich auf kleinere Varianten. Aber nicht mit mir. Ich fühlte mich in meiner Ehre als Esser gekränkt und nahm die Herausforderung an. Nach der Hälfte des Burgers stellte ich fest, dass ich mich damit übernommen hatte, kämpfte mich aber tapfer durch den Fleischberg und aß den Teller ratzekahl leer. Mir war schlecht bis zum Gehtnichtmehr, aber ich hatte mich bewiesen.

Anschließend schleppte ich mich noch ein wenig durch die Stadt und betrachtete die Kirchen von Aarhus. Sehr hübsch, aber leider wegen der späten Stunde bereits zu. Also sah ich mir die Gebäude von außen an, ehe ich zurück ins Hostel stiefelte. Ein Schild im Treppenhaus informierte mich darüber, dass 8 von 10 Gästen die Treppe nahmen. Möglicherweise lag dies am kaputten Aufzug.

Dass ich früh Schlafen ging, war übrigens ein Segen. Meine Zimmergenossen kamen nämlich erst um 4 Uhr heim und machten dann ordentlich Lärm. Zwei Stunden später riss sie dann seinerseits mein Wecker aus dem Schlaf. Hach, wie leid mir das tat.

Da ich ahnte, dass auch Kopenhagen total überlaufen war, entschloss ich mich an dieser Stelle zur Rückkehr nach Deutschland. Ich werde wohl nach Corona zurückkehren, um mir den Osten des Landes anzuschauen.

Statistik des Tages

Fahrer: 9
Bewältigte Kilometer: 240
Überfressen: 1
 
Buam braucht dringend einen Sendeplatz im TV. Als besonderen Kontrast zu den herkömmlichen, sehr ähnlichen Reisesendungen. (y)
 
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