1. Warum sollte es ein Problem sein, wenn das Auto nicht das schnellste und praktischste Verkehrsmittel ist? Dann ist man eben nicht schneller als der Rest. Städte sind nicht zuvorderst für Autofahrerinnen da. Ist doch super, wenn es in der Stadt einen Anreiz gibt, das Auto stehen zu lassen…
Mir geht es nicht um den Zeitvorteil beim Autofahren.
Und warum sollte Tempo 30 ein Anreiz für Autofahrer sein, ihr Vehikel stehen zu lassen? Ist ne schöne Wunschvorstellung, glaube ich aber nicht dran. Bequemlichkeit und praktische Transportmöglichkeit (als Argument pro Auto) werden davon ja nicht betroffen.
2. Selbst wenn es mehr Unfälle gäbe (was ich nicht glaube), wären diese im Mittel weniger schwer. Tempo 30 ist für Radfahrerinnen etc typischerweise weniger fatal als Tempo 50.
Mir geht es darum, dass Radfahrer von Autofahrern - zumal wenn sie auf der gleichen Fahrbahn unterwegs sind - i.d.R. als "Hindernis" wahrgenommen werden, dass es so schnell wie möglich zu überholen gilt. Das gleiche gilt auch für diese labberigen E-Scooter oder Mofas bis 25 km/h.
Ich kenne beide Sichtweisen, da ich auch viel mit dem Rad unterwegs bin, auch im dichten Stadtverkehr.
Als Autofahrer bin ich schon froh, wenn ich einen rechts vor mir fahrenden Radfahrer hinter mir lassen kann. Man weiß halt nie genau, wie stabil der auf Dauer seine Spur hält, plötzlich abbiegen will usw.
Kurzum, ich glaube einfach, dass es weniger zu Unfällen kommt, wenn Autofahrer die Möglichkeit haben, einen Radfahrer mit ausreichend Geschwindigkeit zu überholen, als wenn beide ständig mit annähernd gleicher Geschwindigkeit unterwegs sind und sich immer wieder "treffen". Das schürt Mmn auch auf Dauer Aggressionen auf beiden Seiten.
Ich möchte als Radfahrer nicht ständig "neben" einem Autofahrer herfahren müssen, bzw. hinter ihm fahrend die Abgase einatmen müssen.
Bei klar und v.a. baulich getrennten Radwegen ist das natürlich was ganz anderes, aber davon spreche ich nicht.