Ich hatte mir schon einen ausführlichen Beitrag zum Spiel zurecht gelegt, aber der ist ziemlich obsolet, wenn ich mir Deinen Beitrag durchlese. Da ist schon fast alles gesagt, was ich hätte schreiben wollen.
Übrigens sind mir Deine Beiträge schon oft positiv aufgefallen, auch während der Spiele. Macht immer Spaß sie zu lesen und deckt sich oft mit meinen Beobachtungen.
Als kleine Ergänzungen dann noch:
Fühlt sich ganz schön bitter an. Vor dem Spiel war ich drauf eingestellt, dass PSG einfach zu stark sein könnte. Allerdings war die Art und Weise des Ausscheidens gestern so enttäuschend. Man wirkte vor allem mental nie ebenbürtig. Anfangs nervös, wieder mit einem Gegentor, welches man so (schnell) nicht kassieren darf. Danach Verunsicherung bis hin zu Angst. Das Problem hatte man auch im Rückspiel gegen Real, wo es auch beinahe das Ausscheiden bedeutet hätte. Da war man nur insgesamt deutlich besser als der Gegner, was es dann zum Guten gewendet hat.
Nur Neuer, Laimer und Diaz wirkten gestern mental gefestigt und haben wie immer gespielt. Ungenauigkeiten zogen sich durchs ganze Spiel, falsche Entscheidungen, zu wenig Risiko.
Im Nachhinein wäre ich lieber mit einem 0:3 oder 2:4 ausgeschieden, bei dem die Bayern alles versucht hätten in dem Stil, den sie die ganze Saison gezeigt haben. Das ganze hat ja auch zuhause stattgefunden, da muss einfach ein anderes Auftreten an den Tag gelegt werden.
Dennoch Respekt an Paris. Wegen des Scheichs sicher grundsätzlich abzulehnen, aber diese Mannschaft ist jetzt über zwei Saisons das Nonplusultra in Europa. Dabei weitestgehend fair und mit tollem Fussball und mannschaftlicher Geschlossenheit. Sie sind verdient weiter.
Dennoch gönne ich eher Arsenal den Titel, weil es für mich die schönere Geschichte ist.
Zu den Schiedsrichterentscheidungen in beiden Spielen, weil ja darauf auch Bezug genommen wurde.
Hinspiel: MMn sind beide Elfer nicht unbedingt zu geben. Diaz "erspielt" sich den ersten geschickt, aber für mich muss man den nicht geben.
Davies hat Pech, ist null gewollt, aber regelkonform den zu geben, auch wenn man nicht muss, der Ball trifft erst den Körper, und ich da grundsätzlich eher keinen Elfer für sehen will.
Im Rückspiel:
Gelb-Rot für Mendes ist ein Muss. Man hat das Gefühl der Schiedsrichter ist in der Situation erleichtert, dass er nicht dazu gezwungen wird so früh gelb-rot zu geben und nimmt den Zuruf von außen dankbar an. Bitter für Bayern, aber das musst du dann abhaken. Man hat noch eine Stunde Zeit und hat es selbst nicht gut genug gemacht.
Abseits von Kane (fälschlicherweise) abpfeifen. Auch das eine Fehlentscheidung. Ich gehe von einer Fehlkommunikation aus. Der Linienrichter sagt vielleicht, dass es eher abseits ist und der Schiri reagiert sofort, anstatt laufen zu lassen.
Kane ist aber in der Situation niemals durch, kann sein, dass der Ball am Ende locker von PSG verteidigt wird.
Das Handspiel im Strafraum. Sorry, für mich absolut unverständlich, wie man da Elfer fordern kann. Das ist in keinerlei Sinne des Sports oder des Fairplays, dafür einen Elfer zu geben. Sollte es irgendein Regelkonstrukt geben, dass dafür einen Elfer zulässt, müsste man es sofort ändern. PSG hat in der Situation 0 Vorteil durch das Handspiel, welches zu 100% unabsichtlich ist.
Es gab noch ein paar Kleinigkeiten, die der Schiri (fälschlicherweise) gegen Bayern entschieden hat. Außerdem gab es recht wenig Nachspielzeit und nach dem Ausgleich quasi keine Aktion im Spiel mehr.
Dennoch hat der Schiri nichts mit dem Ausscheiden am Hut, sondern nur die Bayern selbst, die einfach gestern nicht gut genug waren.
Trotzdem eine tolle (CL-)Saison. Natürlich schmerzt die vergebene Chance und in den nächsten Jahren wird es wahrscheinlich nicht leichter. Allerdings wäre ja auch noch ein Finale zu spielen gewesen, in dem man höchsten leichter Favorit gewesen wäre.
Insgesamt kann das Team stolz auf sich sein. Ich hoffe allerdings, dass sich der Frust mit etwas Abstand in die Erkenntnis wandelt, dass man sich selbst der Chance beraubt hat, indem man zu ängstlich und nervös war anstatt das Risiko zu gehen und den eigenen offensiven Stärken zu vertrauen, bzw. darauf zu setzen.