Himmelhilf, nein!
Da ist wohl viel Nostalgie dabei.
2000 war Deutschland am Tiefpunkt und wurde schlichtweg vorgeführt.
Das Team war alt sowie taktisch und spielerisch so was von hinterher; es hat nen Grund warum nach der EM alles auf den Kopf gestellt wurde.
Ich möchte ausserdem daran erinnern, dass das die Phase war, wo man Spieler wie Sean Dundee (!) und Paolo Rink (!!) eingebürgert hat.....
2000 hatten wir eine echte Hammer-Gruppe bei der EM. Und so schlecht waren die Spiele eigentlich gar nicht. Gegen Rumänien war das eigentlich ganz solide. Gegen England war es ein ausgeglichenes Spiel, mit einem glücklichen, knappen 1:0 für England. Gegen Portugal hätten wir in Führung gehen können (Pfostenschuss), haben dann aber direkt im Gegenzug ein dummes 0:1 kassiert. Und in der zweiten Halbzeit mussten wir dann alles auf eine Karte setzen und Portugal konnte entspannt kontern.
Ja klar, wenn man so in der Vorrunde aussscheidet ist das natürlich sehr enttäuschend. Aber es war eben auch eine sehr starke Gruppe und die Spiele waren nicht durchgehend so furchtbar schlecht, wie sie nachher geschrieben und geredet wurden.
Was Ribbeck betrifft: Unter Vogts davor und unter Völler danach hat die Nationalmannschaft auch nicht sehr viel anders oder besser gespielt als unter Ribbeck.
Wenn man Ribbeck etwas vorwerfen möchte, dann vielleicht den Mangel am Autorität gegenüber der Mannschaft, die noch wenige Tage vor der EM versuchte einen Putsch gegen Ribbeck anzuzuetteln. Aber da hatte der DFB einen großen Anteil dran, da Ribbeck schon mit dem Makel, nur der ungewollter Notnagel als Bundestrainer zu sein ins Amt gebracht wurde.
Und warum ich mir heute selbst die Nationalmannschaft von 2000 wieder wünschen würde: Identifikation.
Egal wie bescheiden das Abschneiden war, ich mochte Ribbeck sehr, ich mochte Spieler wie Kahn, Matthäus, Nowotny, Linke, Bode, Deissler, Ballack, Jeremies, Häßler... Da konnte man immerhin mitfiebern und mitleiden mit der Nationalmannschaft.