Olympia-Aus: Quo Vadis Nordische Kombination?


Wird die Nordische Kombination das Olympische-Aus langfristig überleben?


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johnny

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Was habe ich jetzt grad gefunden.

2010 und der olympische Wettkampf auf der Grossschanze in Whistler. Schwierige Bedingungen, Durchgang-Neustart und im Endeffekt ein extrem unfairer Wettkampf.

Tino Edelmann danach:

Das war so amateurhaft, dass man sich fragen muss, ob das IOC die Kombination überhaupt noch im Programm haben will

War das etwa ein Fluch, welcher das ganze ins Rollen gebracht hat? ;)

 

johnny

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In der neuesten SkiHappens-Folge spricht Vinzenz Geiger über das aktuelle Geschehen

 

Paracelsus

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Es hätte eben nicht nur die FIS mehr machen sollen, was unbestritten ist, auch die starken Teams hätten sich einfach mehr engagieren müssen, statt einzig und allein ihre Pfründe sichern zu wollen.
Ich bin nicht sicher, ob Pfründe sichern hier der richtige Ausdruck ist. Man kann von in Konkurrenz stehenden Nationalverbänden kaum verlangen Maßnahmen zu fordern, die ihnen selbst schaden. Weitblick und die Sicherung einer attraktiven Konkurrenz ist nicht deren Aufgabe, diese Verantwortung liegt beim Weltverband. Ob das jetzt Durchsetzen von Einheitsmaterial, Querfinanzierung von Weltcups in als Wachstumsmärkten ausgemachten Regionen, Budgetobergrenzen oder was auch immer ist.
Gewisse Kooperationen gab es doch, und trotzdem wird es den norwegischen Trainern lieber sein es gewinnt Riiber/Oftebro und nicht Ilves. Das ist auch vollkommen legitim.

Ich würde - nicht nur im Hinblick auf Olympia sondern wenn es generell um die Zukunft der Sportart geht - eher bei anderen Verbänden nachfragen wie es sein kann, dass sie in den Nuller- und Zehnerjahren noch Gesamtweltcupsieger und Weltmeister hervorbringen konnten und jetzt mit Hängen und Würgen mal in die Top 10 kommen. Nichts zwecks Finger Pointing - denn am Ende sitzen alle im gleichen Boot und müssen jetzt diese Suppe auslöffeln - sondern ich würde gerne wissen warum sich NOR, GER, AUT so dermaßen absetzen konnten. Immerhin ist das in dieser Dimension doch eine recht neue Entwicklung.

Ob man eine detailliertere Antwort als Geld finden würde weiß ich nicht, aber auch das ist ein Faktor, den die nicht mehr so starken Nationalverbände selbst in Angriff nehmen müssten. Die Österreicher werden nicht für Finnland um Sponsoren suchen oder bei deren Politik um Planstellen als Heeres- oder Exekutivsportler lobbyieren. Wenn z.B. wie bei Frankreich trotz großer Erfolge vor 10-15 Jahren auf keiner Ebene irgendein Interesse vorhanden zu sein scheint die Kombination zu fördern (egal ob Nachwuchsförderung, verbesserte Infrastruktur, Veranstaltung von Weltcups), kann da von außen auch niemand mehr helfen. Gründe dafür gibt es sicher bei jeder Nation verschiedene, bei Frankreich könnte der enorme Biathlon-Aufschwung eine Rolle spielen, bei Finnland sind die Nachwehen von Lathi 2001 durchaus bekannt. Sehr schade, dass in den starken Sprungnationen Polen und Slowenien kein Interesse vorhanden ist, aber auch das wurde hier im Forum schon oft genug thematisiert.

Man hätte wohl Maßnahmen treffen können um das Olympiaaus vorerst zu vermeiden (wie schon gesagt halte ich die verspätete Damenintegration für den Hauptfaktor), aber ich befürchte, dass der Abwärtstrend der Nordischen Kombination auch unabhängig des Olympiastatus weitergegangen wäre. Alleine die Entwicklung der Zuschauerzahlen ist sehr, sehr erschreckend und damit hätte ich nach einer für mich interessanten Saison bei Männern wie Damen nie gerechnet. Passiv konsumierter Sport ist am Ende "nur" Unterhaltung und hier konkurrierst du als Wintersport heute nicht primär mit anderem Wintersport sondern auch mit Netflix, YouTube, Tiktok und ich fürchte die NoKo wird nicht die letzte Sportart sein, die hier in sehr unruhige Fahrwasser gerät.
 

Marti

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Ich bin nicht sicher, ob Pfründe sichern hier der richtige Ausdruck ist. Man kann von in Konkurrenz stehenden Nationalverbänden kaum verlangen Maßnahmen zu fordern, die ihnen selbst schaden. Weitblick und die Sicherung einer attraktiven Konkurrenz ist nicht deren Aufgabe, diese Verantwortung liegt beim Weltverband. Ob das jetzt Durchsetzen von Einheitsmaterial, Querfinanzierung von Weltcups in als Wachstumsmärkten ausgemachten Regionen, Budgetobergrenzen oder was auch immer ist.
Gewisse Kooperationen gab es doch, und trotzdem wird es den norwegischen Trainern lieber sein es gewinnt Riiber/Oftebro und nicht Ilves. Das ist auch vollkommen legitim.

Ich würde - nicht nur im Hinblick auf Olympia sondern wenn es generell um die Zukunft der Sportart geht - eher bei anderen Verbänden nachfragen wie es sein kann, dass sie in den Nuller- und Zehnerjahren noch Gesamtweltcupsieger und Weltmeister hervorbringen konnten und jetzt mit Hängen und Würgen mal in die Top 10 kommen. Nichts zwecks Finger Pointing - denn am Ende sitzen alle im gleichen Boot und müssen jetzt diese Suppe auslöffeln - sondern ich würde gerne wissen warum sich NOR, GER, AUT so dermaßen absetzen konnten. Immerhin ist das in dieser Dimension doch eine recht neue Entwicklung.

Ob man eine detailliertere Antwort als Geld finden würde weiß ich nicht, aber auch das ist ein Faktor, den die nicht mehr so starken Nationalverbände selbst in Angriff nehmen müssten. Die Österreicher werden nicht für Finnland um Sponsoren suchen oder bei deren Politik um Planstellen als Heeres- oder Exekutivsportler lobbyieren. Wenn z.B. wie bei Frankreich trotz großer Erfolge vor 10-15 Jahren auf keiner Ebene irgendein Interesse vorhanden zu sein scheint die Kombination zu fördern (egal ob Nachwuchsförderung, verbesserte Infrastruktur, Veranstaltung von Weltcups), kann da von außen auch niemand mehr helfen. Gründe dafür gibt es sicher bei jeder Nation verschiedene, bei Frankreich könnte der enorme Biathlon-Aufschwung eine Rolle spielen, bei Finnland sind die Nachwehen von Lathi 2001 durchaus bekannt. Sehr schade, dass in den starken Sprungnationen Polen und Slowenien kein Interesse vorhanden ist, aber auch das wurde hier im Forum schon oft genug thematisiert.

Man hätte wohl Maßnahmen treffen können um das Olympiaaus vorerst zu vermeiden (wie schon gesagt halte ich die verspätete Damenintegration für den Hauptfaktor), aber ich befürchte, dass der Abwärtstrend der Nordischen Kombination auch unabhängig des Olympiastatus weitergegangen wäre. Alleine die Entwicklung der Zuschauerzahlen ist sehr, sehr erschreckend und damit hätte ich nach einer für mich interessanten Saison bei Männern wie Damen nie gerechnet. Passiv konsumierter Sport ist am Ende "nur" Unterhaltung und hier konkurrierst du als Wintersport heute nicht primär mit anderem Wintersport sondern auch mit Netflix, YouTube, Tiktok und ich fürchte die NoKo wird nicht die letzte Sportart sein, die hier in sehr unruhige Fahrwasser gerät.
Mit dem Punkt, dass es einen generellen Abwärtstrend in Sachen Interesse am Sport als "Massen Unterhaltungsware" abseits der global Mannschaftssport Player Fußball, US Sport, Cricket, Rugby in den entsprechenden Nationen und Baseball in Japan und Korea gibt würde ich mitgehen. Dessen ist sich ja auch das IOC bewusst und greift zu den Maßnahmen zu denen es eben greift, ob die jetzt dann eben falsch oder richtig sind ist natürlich die Frage...
 

Biathlon-Fan

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Im Skisprungbereich wurde - mein ich - mehrfach thematisiert, dass das Material beim Skispringen sehr teuer ist/geworden ist. Dazu natürlich auch die Problematik, dass viele Nationen nicht die Schanzen haben zum trainieren. In Italien gibt es mit Predazzo eine einzige Anlage, die durch den Umbau für Olympia jedoch auch mehrere Jahre nicht nutzbar war. Frankreich hat mit Courchevel und Chaux-Neuve immerhin zwei, hier fällt aber auch Courchevel nach dem SGP für die nächsten Jahre weg. Somit bleibt auch in Frankreich nur noch die sehr kleine Großschanze in Chaux Neuve übrig.
Sprich mehr oder weniger sind die Sportler darauf angewiesen, Geld zu haben, um viel im Ausland springen bzw. trainieren zu können. Heißt es fehlt nicht nur Geld fürs Material, sondern auch Geld, um überhaupt trainieren zu können.

Da hat man hier in Deutschland mehr oder weniger ein Luxusproblem, wenn man sich beschwert, dass vielleicht einige Stützpunkte weniger Geld zur Verfügung haben. Andere Länder wären froh, wenn sie überhaupt ein oder zwei Stützpunkte hätten.
 

johnny

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Im Skisprungbereich wurde - mein ich - mehrfach thematisiert, dass das Material beim Skispringen sehr teuer ist/geworden ist.
Nicht nur teuer, sondern auch ein sehr komplexes Thema und es ist natürlich ein regelrechtes Materialschlacht daraus geworden, wo nur die finanziell besser stehende Verbände mitspielen können. Warum hat ÖSV speziell Markus Eisenbichler nur für den Bereich engagiert, der wird dort nicht mal der Materialchef sein, sondern dem Balthasar Schneider untergeordnet, das ist also ein ganzes Team nur für Material, wo kleine Nationen nur einen einzigen Servicemann haben, der sich sowohl um Sprung- als auch um Langlaufski kümmern muss. Das ist ein Riesenloch.

Und selbst bei Kooperationen, wie zum Beispiel die eigentlich ziemlich gut funktionierende Unterstützung des tschechischen Teams durch den DSV, da werden auch nicht alle Materialgeheimnisse geteilt, hat ein Tscheche mal in einem Interview gemeint.

Das sind eigentlich schon Zustände wie im Bobsport, wobei natürlich Bob nicht verbannt wurde aus Olympia.
 

Hakuba

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Der Punkt mit dem Material ist ein ganz wichtiger! Die Materialschlacht, die seit Jahren beim Spezialspringen tobt und die irre Summen verschlingt, hätte man bei der Kombi doch gar nicht übernehmen müssen. Was spricht denn dagegen, eigene Anzug- und Skiregeln zu machen? In dieser Form ist das ein Riesennachteil für finanzschwächere Verbände (beim Spezialspringen natürlich ebenso).

Mein Punkt mit den Pfründen betrifft aber noch etwas anderes. Natürlich soll keiner Siege an andere abtreten. Wär ja auch im Rahmen des Spitzensports Blödsinn, sondern es ging mir hierum:

Weitblick und die Sicherung einer attraktiven Konkurrenz ist nicht deren Aufgabe, diese Verantwortung liegt beim Weltverband.

Mein Eindruck ist eben, dass die FIS keineswegs die Belange aller Nationen, die Kombi betreiben, gleichmäßig und fair berücksichtigt, sondern dass die "Großen" einen größeren Einfluss haben. Sie haben sich Bedingungen geschaffen, die für sie günstig sind, z. B. in puncto WC-Kalender oder Regelwerk. Einen Aspekt hat @johnny in seiner polnischen Quelle genannt. Und für mich war es ehrlich gesagt, unfassbar, dass bei der WM in Trondheim manipulierte Bindungen nicht geahndet wurden und - noch schlimmer - dass der österreichische Verband vor den Fernsehkameras (!) Einfluss auf eine Juryentscheidung genommen hat.

Anderer Punkt: Was hat man denn in den letzten Jahren dafür getan, die Kombi globaler zu gestalten? Wo waren denn die WCs in USA oder Japan?
Beim letzten WC in Japan - Hakuba 2018 - haben da die Besten der europäischen Topteams teilgenommen, auch um der Veranstaltung mehr Glanz zu verleihen und dem Gastgeber seinen Respekt zu zeigen? Nein. Begründung: Drei Wochen in Ostasien, das geht ja nicht.

Das alles ist aber wahrscheinlich nicht einmal das Entscheidende für den Rauswurf. Watabe Akito ist der Meinung, dass es die fehlende Präsenz der Frauen ist. Nur: haben die drei führenden Kombi-Nationen rechtzeitig und genug für den internationalen Durchbruch und die Anerkennung der Frauen getan? Auch in diesem Bereich sehe ich eher ein Nein. Da hätte früher mehr Druck kommen müssen, zumal sich die Gender-Problematik länger angebahnt hatte.
 

johnny

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Das alles ist aber wahrscheinlich nicht einmal das Entscheidende für den Rauswurf. Watabe Akito ist der Meinung, dass es die fehlende Präsenz der Frauen ist. Nur: haben die drei führenden Kombi-Nationen rechtzeitig und genug für den internationalen Durchbruch und die Anerkennung der Frauen getan? Auch in diesem Bereich sehe ich eher ein Nein.
Ausgerechnet hier würde ich leicht differenzieren. Ich denke Deutschland hat schon sehr viel für die Frauen-NoKo gemacht und auch eine vergleichsweise grosse Anzahl von Athletinnen "grossgezogen". Schon alleine die Tatsache, dass - ich glaube vor 2 oder 3 Jahren - an der deutschen Meisterschaften mehr Kombiniererinnen als Spezialspringerinnen am Start waren!

In Norwegen sieht es z.B. viel schlechter aus (die Tatsache, dass sie absolute Top-Athletinnen mit Ida Marie Hagen und Gyda Westvold Hansen, sowie Leinan Lund Schwestern haben oder hatten, ist in dem Zusammenhang weniger relevant, es geht um die Breite der Basis).

Die ganze Frauen-Thematik wurde einfach viel zu spät angegangen.


Anderer Punkt: Was hat man denn in den letzten Jahren dafür getan, die Kombi globaler zu gestalten? Wo waren denn die WCs in USA oder Japan?
Beim letzten WC in Japan - Hakuba 2018 - haben da die Besten der europäischen Topteams teilgenommen, auch um der Veranstaltung mehr Glanz zu verleihen und dem Gastgeber seinen Respekt zu zeigen? Nein. Begründung: Drei Wochen in Ostasien, das geht ja nicht.

Das ist ein Problem seit Jahren und betrifft auch zum Beispiel die Sommer Grand Prix Wettkämpfe. Einerseits meckern alle, dass es so wenige Wettkämpfe gibt, andererseits haben sie dann immer ein Problem, Athleten zu einem Wettkampf zu schicken, selbst europäische Nationen in Europa.
 

Masmiseim

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Denke, das mit der Frauenförderung erklären zu wollen, ist auch zu einfach. Das Spezialspringen ist ja nun auch noch relativ jung und vermutlich auch die damals schon attraktivere Sportart. Bei den deutschen Meisterschaften sind übrigens die Teilnahmefelder ziemlich gleich - so um die 20 Athletinnen. Wobei Armbruster teilweise mehrfach Starts gemacht hat: Noko Normal, Noko Juniorin und Spezialspringen.
Aber ich bin da wirklich nicht genug in der Materie drin, wieviele Interessentinne es überhaupt gibt oder gab. Fakt ist auch, dass bei der Noko der Frauen in den letzten Jahren schon immer die drei gleichen vorne sind.

Mit Norwegen zu vergleichen ist auch immer schwierig, weil die einfach aus einer anderen "Skiwelt" kommen. Da will bestimmt jedes Mädchen in die Langlaufmannschaften rein - und bei deren Pool sind vermutlich dann die, die "zu schlecht" sind, die vielleicht die Noko als Alternative nutzen wollen.

Zu letzterem: Ja, die Präsenz der nordischen Sportarten ist natürlich nahezu 100 Europalastig. Und selbst die Spezialisten der Herren fahren gefühlt nur nach Asien wenn sie "müssen" (sprich GWC absichern, oder aufgrund fehlender Konkurrenten noch interne Qualis absichern)

Sommer Grand Prix würde ich hier sogar ausblenden. Das ist natürlich ein Format, was finanziert werden muss und insgesamt auch noch recht neu ist. Und ganz ehrlich - ich brauch keine Skiroller Langläufer und Biathlethen und auch kein Mattenspringen unter sengender sonne.
Aber das ist jetzt OT.
 

johnny

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Der Skisprungtrainer aus Kandersteg, Martin Lüthi (auch oder besser bekannt unter seinem Künstlernamen Heinrich Gartentor), hat 21. Fragen an IOC gestellt:


Insbesondere diese finde ich interessant und - ich muss ehrlich zugeben - habe auch schon solche Gedanken gehabt, ob es überhaupt irgendwelche rechtliche Mittel oder Möglichkeiten gibt, das Blatt abzuwenden.

6. Wer kontrolliert eigentlich, ob ihr eine olympische Sportart überhaupt streichen dürft?

7. Oder entscheidet das IOC am Ende selbst, ob das IOC richtig entschieden hat?

8. Wer pfeift euch zurück, wenn ihr einen Fehler macht?


Warum ich frage? Das IOC ist ein Verein nach schweizerischem Recht. In der Schweiz gilt der Grundsatz von Treu und Glauben. Er verlangt, ehrlich, fair, widerspruchsfrei und verlässlich zu handeln. Ausserdem garantiert die Bundesverfassung grundsätzlich den Anspruch auf Beurteilung durch ein Gericht. Also:

9. Hat das IOC abgeklärt, welchen Rechtsweg die betroffenen Athletinnen und Athleten haben?

10. Wenn nein: Warum nicht?

11. Wenn ja: An welches Gericht können sie sich wenden?

12. Oder gibt es gegen euren Entscheid gar keinen wirksamen Rechtsschutz?
 

Big d

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Besonders ärgerlich ist es imo vor allem für die jungen Erwachsenenathleten im Bereich anfang bis mitte 20.

Die können noch wechseln, aber ob man den Anschluss in die weltspitze noch findet ist fraglich, es gab natürlich erfolgreiche Beispiele wie koivoranta, aber das betrifft halt nur absolute ausnahmekönner in einer spezialdisziplin.

Für die Junioren ist es auch dramatisch, aber ich vermute mal die werden sich auf Sprung oder langlauf/biathlon umstellen
 

Biathlon-Fan

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Der Skisprungtrainer aus Kandersteg, Martin Lüthi (auch oder besser bekannt unter seinem Künstlernamen Heinrich Gartentor), hat 21. Fragen an IOC gestellt:


Insbesondere diese finde ich interessant und - ich muss ehrlich zugeben - habe auch schon solche Gedanken gehabt, ob es überhaupt irgendwelche rechtliche Mittel oder Möglichkeiten gibt, das Blatt abzuwenden.
13. Warum veröffentlicht ihr die vollständige Bewertung mit allen 14 Kriterien nicht?

Zumindest den Verbänden scheint diese Bewertung vorzulegen. Ottesen klang in dem Podcast für mich zumindest so, als hätte er die Liste und ihre Bewertungen gekannt. Die IBU hat auch berichtet, dass Biathlon von allen Sportarten die höchste Social-Media Resonanz (eins der Kriterien) während der Spiele hatte, dass werden sie sicher auch nicht selber gemessen haben.
 

johnny

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Zumindest den Verbänden scheint diese Bewertung vorzulegen. Ottesen klang in dem Podcast für mich zumindest so, als hätte er die Liste und ihre Bewertungen gekannt
Das kann schon sein. Ich habe aber mehrmals bei den Vertretern der nationalen Verbände gelesen, dass sie das nicht kennen. Kann also sein, dass nur die FIS die Liste hat.

Ein weiterer Kritikpunkt zu diesen 14 Kriterien war (ich glaube im Skirious Problems so geschildert), dass dort möglicherweise einzelne Disziplinen zu einer "Sportart" gruppiert wurden und somit z.B. Snowboard (Alpin-Snowboard plus Halfpipe usw.) bessere Bemessungsgrundlagen oder andere Voraussetzungen hätte, als NoKo, die nur rein als Männer-Nordische-Kombination betrachtet wurde. Ich weiss das nicht genau, habe das aber auch so verstanden.
 

Paracelsus

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Dazu natürlich auch die Problematik, dass viele Nationen nicht die Schanzen haben zum trainieren.
Sehr richtig. Und mit ein Grund, warum die NoKo alleine aus Gründen der Infrastruktur immer auf eine überschaubare Anzahl an Nationen beschränkt bleiben wird. Das hat das IOC sicherlich berücksichtigt, aber eben klar als negativen Punkt und weniger als erklärendes Argument.

Dennoch bleibt als Fußnote zuzugeben: Dass es beim Skispringen mehr Nationen gibt als bei der NoKo ist unbestreitbar ein spezifisches Problem letzterer Disziplin. Denn Langlaufen kann man überall, daran liegt es nicht.
Mein Eindruck ist eben, dass die FIS keineswegs die Belange aller Nationen, die Kombi betreiben, gleichmäßig und fair berücksichtigt, sondern dass die "Großen" einen größeren Einfluss haben.
Das ist nicht von der Hand zu weisen, sehe ich aber nicht als Faktor für den Niedergang der Sportart. Warum? Weil es nicht spezifisch für die NoKo ist, genau dieselbe Diskussion wird bei anderen Disziplinen der FIS geführt (ich denke der Skispringen-Materialthread hier im Forum ist dir bekannt ;) ) und im Grunde bei allen Sportverbänden. Trump und Infantino treiben das gerade auf die Spitze, und dennoch schaut sich jeder die WM an.

Anderer Punkt: Was hat man denn in den letzten Jahren dafür getan, die Kombi globaler zu gestalten? Wo waren denn die WCs in USA oder Japan?
Auch das ist ein berechtiger Einwand, das hab ich in meinem Beitrag auch genau so angesprochen. Dennoch wissen wir nicht, was hinter den Kulissen von seiten der FIS versucht wurde. Sehr viel mehr als eine Finanzspritze oder Haftung für mögliche Verluste anzubieten kann die FIS auch nicht tun, oder?

Sie kann keine Schanzen bauen und instandhalten, sie kann nicht Volunteers bereitstellen die sich für Lau 5 Tage tagelang in den Schnee stellen und sie kann auch keine lokalen Fans zwingen für Umsatz und Stimmung zu sorgen. Das sind alles Leistungen die vor Ort durch Vereine, Freiwillige erbracht und übergeordnet durch den Nationalverband koordiniert werden müssen. Insofern würde ich die Frage nach Frankreich, Italien, Japan, USA richten, warum es dort kaum noch Weltcups gab. Den Verbänden, die genau jene Veranstaltungen als Aushängeschild auf die Beine stellen ohne die die Sportart sowieso längst am Ende wäre den schwarzen Peter zuzuschieben finde ich eigenwillig, nichts für ungut. Lücken im Kalender gab es genug, sicherlich hat niemand aktiv verhindert, dass ein Weltcup in einem der NoKo-"Schwellenländer" stattfindet. Es gab offensichtlich zu wenig Interesse daran, leider.

Ich frage mich, ob es etwas verändert hätte wenn eine Geraghty-Moats dauerhaft Kombiniererin geblieben wäre. Die norwegische Flagge ist bei fast allen Veranstaltungen mit Langlauf überrepräsentiert - das muss man wenn es um mangelnde Vielfalt geht auch irgendwo im Hinterkopf behalten.
 

Marti

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ch frage mich, ob es etwas verändert hätte wenn eine Geraghty-Moats dauerhaft Kombiniererin geblieben wäre. Die norwegische Flagge ist bei fast allen Veranstaltungen mit Langlauf überrepräsentiert - das muss man wenn es um mangelnde Vielfalt geht auch irgendwo im Hinterkopf behalten.
Die Frage hab ich mir auch schon gestellt, darf natürlich nicht dazu führen, dass man ihr deswegen irgendwelche Vorwürfe macht.
 

johnny

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Dass es beim Skispringen mehr Nationen gibt als bei der NoKo ist unbestreitbar ein spezifisches Problem letzterer Disziplin. Denn Langlaufen kann man überall, daran liegt es nicht.
Es liegt daran, dass die Nordische Kombination einfach eine schwierigere und komplexere Sportart ist und auch entsprechend ausgebildete Trainer benötigt (ein reiner Skisprungtrainer in Zusammenarbeit mit einem reinen Langlauftrainer können keinen erfolgreichen Kombinierer grossziehen).
 

Hakuba

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Das kann schon sein. Ich habe aber mehrmals bei den Vertretern der nationalen Verbände gelesen, dass sie das nicht kennen. Kann also sein, dass nur die FIS die Liste hat.

In Japan liegt die Studie (Stand 8. 7.) nicht vor.

Die FIS sollte sie auf ihre HP stellen, so wie sie das mit Snowboard Alpin auch gemacht hat.


Insofern würde ich die Frage nach Frankreich, Italien, Japan, USA richten, warum es dort kaum noch Weltcups gab.
Kein WC, aber Japan veranstaltet im Rahmen der Miyasama-Skispiele (Anfang März in Sapporo) traditionell auch NoKo-Wettkämpfe, die den Status von FIS-Wettkämpfen haben und auch im Kalender auftauchen.
Seit Jahr und Tag sind japanische Teilnehmer unter sich. Gibt es in Europa und Nordamerika wirklich keine Nachwuchssportler, für die eine Teilnahme interessant sein könnte oder warum wird das Angebot nicht wahrgenommen?
 

Marti

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Seit Jahr und Tag sind japanische Teilnehmer unter sich. Gibt es in Europa und Nordamerika wirklich keine Nachwuchssportler, für die eine Teilnahme interessant sein könnte oder warum wird das Angebot nicht wahrgenommen?
So sehr wie ich es mir wünschen würde, dass wird halt schlicht und ergreifend ein Kostenfaktor sein.

Schade ist halt auch das der SGP in Hakuba nicht umgesetzt werden konnte.
 

johnny

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Auch Pascal Müller weiss nicht, ob er nach 2027 weitermachen wird.


Im Frühling 2027 erwartet uns eine grosse Rücktrittswelle, befürchte ich. Dann gerät das System noch mehr unter Druck 😥
 
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