O-Scoring: Moses Itauma vs. Filip Hrgovic | IBF-Weltmeisterschaft im Schwergewicht | DAZN PPV


Sag mal, irgendwas stimmt doch mit Dir nicht, oder? :skepsis:
Genau den gleichen Spruch hast Du doch heute hier schon mal gebracht... und dann wieder gelöscht. Was soll das?
Ok, ich habe diesen "Spruch" gelöscht und später noch mal gepostet... Was ist daran so schlimm? Nichts! Bei mir ist alles gut, alter Mann <3 P.S.: Ich habe ihn jetzt wieder gelöscht ;)
 
Ohne die Ecke von Itauma gänzlich frei sprechen zu wollen: im Kampf während der Rundenpause sind die Möglichkeiten der Einflußnahme der Ecke sehr begrenzt

Naja, hätte Moorer ohne Atlas den Fight gegen Holyfield gewonnen?



Ich habe meine Zweifel.

Ja, selbst für einen sehr guten Trainer sind die Möglichkeiten begrenzt.

Das sollte ihn aber nicht davon abhalten, seinem Boxer die wichtigen Anweisungen stecken zu können.

Staune beim Scoren immer wieder, wie präzise und auch gut das manche Trainer beherrschen.

Ich weiss nicht, was man Moses in Itaumas Ecke alles gesagt hat, hoffe aber, man hat ihm spätestens ab Runde 3 geraten, Kräfte zu sparen, besser einzuteilen und nicht jeden Schlag voll durchzuziehen. Im Ring selber habe ich nicht wirklich gesehen, dass sich Itauma "gepaced" hätte.

Ich meine, genau das hätte ihm geholfen.
 
Itauma vs. Hrgovic

10:9 Hrgovic zwar bigger, aber Itauma deutlich schneller.
10:8 flash Knockdown. Hrgovic völlig chancenlos.
10:9 Hrgovic hat sich vielleicht etwas gefangen.
10:9 Itauma ist einfach brutal schnell.
10:9 so deutlich wie am Anfang ist es immerhin nicht mehr.
10:9 Hrgovic hat die zweite Hälfte geschafft. Kommt jetzt seine Zeit?
10:9 ist nicht so als würde Itauma nie getroffen werden. Aber bislang zuckt er nicht.
10:9 wie befürchtet ist Hrgovic mitnichten fitter als Itauma.
LKO und ich lag völlig daneben. Gegen Ende der letzten Runde hat Hrgovic plötzlich mehr Erfolg. Und haut diese Runde einfach drauf los und Itauma wankt nur noch durch den Ring. Hat völlig überpaced. Trainer und Ref beenden es gleichzeitig.

Für mich ein riesiges Upset, was auch durch den Kampfverlauf bestätigt wurde. Itauma war eigentlich ziemlich stark, hat aber hier schlichtweg Lehrgeld bezahlt. Erinnert mich an Wladimir gegen Puritty. Würde Itauma auch nicht abschreiben. Das war jetzt kein Glaskinn oder so. Von einem Rematch würde ich aber abraten. Hrgovic ist jetzt mal eben völlig da. Geht jetzt gegen Sanchez. Hat direkt Kabayel herausgefordert. Für den ist jetzt alles möglich.
 
Hoffe Itauma bekommt den Tipp, sein Team aufzufrischen oder den einen oder anderen auszutauschen.

Ein Aufbaukampf ohne KO und dann noch einer mit 12 Runden auch ohne KO.

Ein Punktsieg will gelernt sein.
Einen Vorsprung über die Ziellinie bringen ebenso.

Ganz hinten anstellen braucht sich Moses ja nun wirklich nicht.
 
Ich habe den Kampf gesehen und war überrascht gegen Schluss.
Zwar hat Mike Tyson auch gegen Buster Douglas konditionell verloren aber sicherlich nicht vergleichbar. Und das schreibe ich nur weil einige Leute den Itauma mit Tyson verglichen haben.
 
Das Perfide ist ja, dass Warren zugegeben hat, dass er Itauma gewinnen sehen wollte und wie Hrgovic im Vorfeld schon gesagt hat, dass Warren ihm den Kampf gegeben hat, damit er den verliert. Die gleiche Nummer hat Warren gegen Dubois und Parker im Hinblick auf Wardley abgezogen und beides Mal ging die Nummer (im Grunde genommen) schief, wobei bei Parker auch noch unfair nachgeholfen wurde.

Jeder kann ja mal raten, warum Kabayel jetzt als Joshua-Ersatz gegen Fury ins Spiel kommt und was den Schmierlapp Warren dabei umtreibt.
 
Wo wurde denn Itauma "sehr arg gehyped"? Hindsight 20/20.

Itauma war - vor diesem Kampf und in diesem Kampf - boxerisch bärenstark, bis auf die Defensive. Er kassiert beim Meiden immer noch zu viele Volltreffer, wenn Hrgovic nachsetzt, aber das wäre im Endergebnis unwichtig gewesen. Niemand hier hat behauptet, dass Itauma jeden Aktiven einfach überfährt und auf Jahre hinaus unschlagbar ist. Er ist von allen nach Usyk der deutlich stärkste Offensivboxer, aber zu doof um eine Cola zu bestellen. Boxt er nur minimal ökonomischer, eben konstant auf dem Niveau seiner 36-Schläge-Runden, gewinnt er hier völlig ungefährdet und mit spektakulärem Offensivstyle. Dann wäre auch "er ist nur Hype, kann eigentlich gar nix!" eine eher weniger gute Prognose geworden. Dass er so doof ist, weiß man erst, nachdem man es gesehen hat.
 
Ich weiss nicht, was man Moses in Itaumas Ecke alles gesagt hat, hoffe aber, man hat ihm spätestens ab Runde 3 geraten, Kräfte zu sparen, besser einzuteilen und nicht jeden Schlag voll durchzuziehen. Im Ring selber habe ich nicht wirklich gesehen, dass sich Itauma "gepaced" hätte.
Keine Ahnung, ob das belegt ist und wirklich stimmt, aber laut verschiedener Berichte zu dem Thema hat die Ecke nach Runde 2 und/oder 3 Itauma zumindest angeblich dazu geraten, dass er mit Power Shots haushalten und Hrgovic hier und da nur antippen soll.

Für mich persönlich geschah der entscheidende Moment des sog. "Overpacens" in der vorletzten Runde. Ab 1:30 ca. zog Itauma an mit Angriffsaktionen und um 50 Sekunden vor Schluß sah er scheinbar seine Chance gekommen und übernahm sich in diesem Zeitraum durch zuviel Schlagaktionen.

Bis zu dem Zeitpunkt wirkte Itaumas "Boxtank" eigentlich noch im Rahmen des Erlaubten und die Ecke schien auch nicht derart besorgt über seine Kräfte. Legt für mich die Vermutung nahe, dass man Itaumas Boxverhalten, seine körperlichen Reaktionen hinsichtlich 12 Runden/Sauerstoffschuld durchaus aus dem Training kennt. Wenn Itaumas Aussage zu 12 Runden Sparring aber doch der Wahrheit entspricht, wäre das Ganze natürlich anders zu bewerten hinsichtlich einiger Eckenanweisungen wie "Schlagzahl erhöhen" oder "extra Schlag an die Kombi anhängen", die angeblich nach Runde 5 und 7 gefallen sind. Aber wie gesagt: weiß jetzt nicht, ob diese Äußerungen z.B. durch Mikrofonaufnahmen tatsächlich nachgewiesen sind.
 
Ich habe den Kampf nicht gesehen und bisher nur darüber gelesen. Dabei drängt sich folgender Gedanke auf:
Das Tempo herauszunehmen verändert die gesamte Kampfdynamik, der Gegner bekommt Raum, schlägt mehr und baut eigenen Druck auf, was evtl. Runden kostet.
Ein passiverer Stil spart zwar Energie, erzwingt aber defensive Arbeit, die ebenfalls Kraft kostet. Vollgas war bei Runde 9 schon schluss. Ob mit Handbremse 4 weitere Runden drin sind, mit 7 gewonnenen Runden, scheint für die meisten hier ja komplett festzustehen. Aber ist das auch so?
Gab nicht wenige Boxer die mit Vollgas ganz bewusst auf alles oder nichts gesetzt haben, weil es anders gar nicht reicht
 
Sorry, war vorhin "leicht" angespannt, weil ich meine Kinder länger nicht gesehen habe, einige meiner Kommentare waren etwas daneben. "Deontay" macht hier einen guten Job! Bleibt gesund <3
Sich im Anschluß einfach mal kurz zu entschuldigen ist heute auch nicht selbstverständlich.
Der Boxbereich ist schon ne kuschelige Ecke! (y)
 
Moses meldet sich zurück:


Die Augenwinkel schweifen immer nach links unten zum ablesen ab. Taufrisch und glücklich sieht er (noch) nicht wieder aus. Verständlich.
Wie es bei ihm weitergeht wird a) Kopfsache sein (wie verkraftet er diese Niederlage, b) wie sieht es mit seiner Anpassungsfähigkeit aus? Er hat fürs HW mächtig Speed in seinen Aktionen, boxt aber auch nahezu ohne Jab. Die meisten Top Leute werden von seinem Punch nicht direkt umfallen und da Hrgo boxerisch eigentlich noch nicht die größtmögliche Herausforderung war muss er doch noch einioges lernen. Die Zeit wird es zeigen, genauso welche Gegnerschaft im kommenden Jahrzehnt und mehr noch so auf ihn warten wird.
 
Wie es bei ihm weitergeht wird a) Kopfsache sein (wie verkraftet er diese Niederlage, b) wie sieht es mit seiner Anpassungsfähigkeit aus?
Itauma muss lernen mit seiner Verletzlichkeit umzugehen. Er wurde von jetzt auf gleich auf den Boden der Tatsachen gebracht. Das wird für diesen jungen Menschen, der sich praktisch selbst schon als the next big Thing in Boxing gesehen hat, nicht einfach werden. Jetzt ist viel Fingerspitzengefühl bei der Aufbauarbeit gefragt. Frank Warren und Queensberry tragen, durch das auf Itauma zugeschnittene Matchmaking und das Schüren der hohen Erwartungen, eine große Mitschuld an dieser schwierigen Situation. Leider befürchte ich das sie Itaumas Ego streicheln werden und ihn die falschen Schlüsse aus dieser Niederlage ziehen lassen könnten.

Er hat fürs HW mächtig Speed in seinen Aktionen, boxt aber auch nahezu ohne Jab.
Itauma ist ein typischer Konterboxer. Seine Aktionen sind darauf aus, seine Gegner in eine wie auch immer geartete, explosive Gegenattacke zu locken. Das ist das aufregende an seinem Boxstil. Kommt noch hinzu, dass je mehr der Jab eingesetzt wird, desto mehr Bewegungsenergie wird verbraucht und Itauma hat eh schon nicht die beste Stamina.

Die meisten Top Leute werden von seinem Punch nicht direkt umfallen und da Hrgo boxerisch eigentlich noch nicht die größtmögliche Herausforderung war muss er doch noch einioges lernen.
Es werden einige simple aber dennoch für Itauma schwierige Fragen zu beantworten sein. Vor allem wird sich Itauma entscheiden müssen, in wie weit er sich von den Speichelleckern in seinem direkten Umfeld trennen will. Hier geht es tatsächlich um sein persönliches professionelles Umfeld, dass für seine sportliche Entwicklung essentiell ist. Queensberry hat als Promoter beim Matchmaking viel falsch gemacht. Durch die von ihnen angebotenen Kämpfe ohne sportliches Entwicklungspotenzial, glaubte Itauma ein unfehlbares KO Ungeheuer zu sein. Ben Davidson ist offenbar nicht der richtige Trainer um ihn als Sportler anzuleiten und weiter zu entwickeln. Sein Management hatte, wie oft bei von Gier getriebenen Personen üblich, nicht die Weitsicht ihn am Boden zu halten und auf Aufbaukämpfe zu bestehen, die gezielt auf Itaumas Schwächen hinarbeiten, um diese Schritt für Schritt auszumerzen. Das war unteranderem mein persönlicher Kritikpunkt an Itaumas Uprising als Sportler. Er macht noch sehr viele Fehler, die von seinem Team nicht angegangen werden.

Die Zeit wird es zeigen, genauso welche Gegnerschaft im kommenden Jahrzehnt und mehr noch so auf ihn warten wird.
Itauma steht jetzt mit 21 Jahren, praktisch ohne Not, am Scheideweg seiner Lebensplanung für seine Zukunft. Das ist imo hauptsächlich die Schuld von Queensberry, Frank Warren, der Sport Journaille und der britischen Öffentlichkeit. Ich hoffe für ihn, dass er genug Menschen in seinem privaten Umfeld hat, die ihn Auffangen und ihm als noch sehr junger Mensch den Halt geben, damit er mit klaren Blick, zusammen mit den für ihn wichtigen Menschen, die richtigen Entscheidungen treffen kann. Dann wir er gestärkt aus dieser Niederlage hervorgehen.
 
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Das Tempo herauszunehmen verändert die gesamte Kampfdynamik, der Gegner bekommt Raum, schlägt mehr und baut eigenen Druck auf, was evtl. Runden kostet.
Wenn er kann. Hrgovic war auch schon auf Reserve und hatte nur minimal mehr Sprit, was aber gereicht hat, weil Itauma gar nichts mehr im Tank hatte und mit rauchendem Kühler am Straßenrand stand. Meiden, Halten und Weggehen kostet weitaus weniger Kraft als Schlagen. Und das sind keine Leichtgewichte, wo bei jeder Zeitlücke sofort ein Unwetter losbricht. Hrgovic hat auch in den 36er-Runden von Itauma nicht plötzlich viel gemacht.
 
Ist halt auch so, dass das auch bei dem jungen Itauma ein hammer Impact auf sein "unfertiges" Gehirn war.

Ohne Doppeldeckung, im roten Bereich und mächtig am pumpen einige kroatische Volltreffer am Ende kassiert.

Das Gehirn ist erst mit 25 etwa fertig entwickelt, als letztes "formt" sich der Bereich unter der Stirn, zuständig für vorausschauendes Denken, Risikoeinschätzung und Emotionsregulation.

Das Kopfballspiel von jungen Fussballern reicht ja schon aus, dass das Demenzrisiko steigt, lt. schottischer Studie von 8000 Personen.
 
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