Alexander Zverev


Wie viele GS-Titel gewinnt A. Zverev?


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Das stimmt sicher, hat aber mit Zverev nicht so viel zu tun. Dass du ein lieber und auch liebenswerter Kerl bist, weiß ich natürlich.:knuddel:
Was für ein Hate in der Welt existiert und damit meine ich nicht nur, das was in den Nachrichten berichtet wird, sondern der ganz allgemein unter Menschen ist erschreckend und beunruhigend.
Ich kann im Tennis und Fussball bestimmte Spieler und Vereine nicht ab. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
Ich habe weiterhin ein Problem mit seinem Umgang mit Kritik bzw. Nachfragen zu den alten Geschichten. Daher wird es auch immer ein kleines bischen weniger Euphorie in mir drin geben, bei seinen Erfolgen.
Aber ich ziehe den Hut vor seiner Work ethic (im Training), den Umgang mit der Krankheit, seiner Treue zum Team (die auch von mir teilweise kritisiert wurde) und diesem extremen Kampfgeist, immer neue Rückschläge wegzustecken in der Karriere. Dafür braucht es Mumm und eine echte Persönlichkeit.
Vielleicht bekommt er das auch noch auf sein anderen Geschichten übertragen.
Das ist kein Muss, aber würde mich noch weiter auf seine Seite ziehen.

Dennoch taugt er als sportliches Vorbild für den DTB und als Leuchtturm für alle Diabetiker-Kids: schaut es euch genau an und zieht Euren Traum durch. Ich wünsche allen diesen kranken Kids Eltern wie sie Zverev hat. Die dem Kind trotzdem vertrauen und zutrauen krasse Leistungen zu bringen.
Ja und nein. Bei den Nachfragen verstehe ich ihn insofern, als dass es eine Privatsache ist. Und dazu eine, die ich einfach auch nicht beurteilen kann. Die Vorwürfe damals wogen schwer und natürlich sollte man so etwas niemals verharmlosen. Andererseits hat die Klägerin seinerzeit eine Einstellung des Verfahrens beantragt, ohne selbst Schadensersatz zu bekommen (ich weiß, Geld kann natürlich trotzdem geflossen sein) und das Gericht hat das wohl befürwortet, weil die Beweislage eben auch nicht so eindeutig war. Wichtiger aber ist: er scheint ja viel Zeit mit seinem Kind zu verbringen, wenn er in D ist und selbst die (ehemalige) Klägerin hat ja mal gesagt, dass das alles wohl ganz gut läuft. Und bei einer Privatsache finde ich es völlig ok, wenn er als öffentlicher Teil der Sache darauf besteht, dass es abgeschlossen ist. Alles andere geht einfach niemanden was an, sondern nur die beiden Elternteile und das Kind. Und wenn man jetzt nach abgeschlossenem Urteil da noch weiter rumrühren und nachhaken will, geht es in erster Linie zu Lasten des unschuldigsten "Teilnehmers", nämlich des Kindes.

Was die Kritikunfähigkeit angeht: das stimmt für die Vergangenheit bis RG zu 100%, seitdem noch zu 50%, würde ich sagen. Zverev wirkt seitdem schon deutlich nahbarer und souveräner. Ich habe auch den Eiundruck, dass er mittlerweile deutlich beliebter auf der Tour ist als noch vor 2-3 Jahren, oder auch als vor einem Jahr. Er hat seinen schlimmsten Gegner auf der Tour besiegt, seinen eigenen Kopf, und natürlich macht das was mit einem. Auch im Umgang mit anderen.

Holt mich Zverev als Mensch emotional ab? Wieder ja und nein. Den leicht arroganten, immer etwas schnöseligen Typen sehe ich so nicht mehr. Er ist mir "menschlich" schon näher gekommen. Manchmal finde ich ihn tatsächlich witzig und sympathisch, manchmal auch gar nicht. Ich mag den Sportler und sehe ihn als extremst wichtig für das deutsche Tennis. Hätten wir Zverev nicht, wären in der deutschen Turnierszene auf ATP Niveau wahrscheinlich schon die Lichter ausgegangen. Aber so mitgehen und -leiden wie bei Boris - das wird mir bei Zverev nie passieren. Muss ja auch nicht. Ich respektiere ihn als Person uneingeschränkt und bewundere seine Leistungen. Ich bin so gut wie immer für ihn, wenn er spielt. Aber er ist für mich nicht "Sascha" oder so. Aber von diesen Fanseitigen-Verbrüderungen bin ich eh kein großer Freund.
 
Mich freuts für ihn, dass er seine Nerven in den beiden Finals voll im Griff hatte und er überhaupt keine Zweifel aufkommen ließ, wer da der besserer Spieler auf dem Platz war. Gratulation. So schnell kanns gehen. In ein paar Monaten vom "Verlierer", wie er sich selbst bezeichnet hat, zum zweifachen GS Champion.
 
Unglaublich!!! Nach den ersten beiden Runden, beide in Mega 5-Settern, hätte ich keinen Pfifferling mehr auf Sascha Zverev gesetzt!!! Mega Respekt, !!! 💯🤠

Ich hatte ihn so ziemlich abgeschrieben nach Runde 2. In der Tat ist Zverev da auch in einem illustren Kreis. Nur 3 Spielern gelang es bisher ein Grand Slam Turnier zu gewinnen, wenn sie in R1 und R2 über fünf Sätze gehen mussten.

Neben Zverev ist das Boris Becker 1996 bei den Australian Open gelungen und Gaston Gaudio bei den French Open 2004. So war jeweils der Weg bis ins Finale:

Zverev: 2x über 5, dann 4 mal in Folge über 3 und im Finale dann über 4 Sätze.
Becker: 2x über 5, dann 3 Sätze, 4 Sätze, 3 Sätze, 3 Sätze, 4 Sätze
Gaudio: 2x über 5, dann 4 Sätze, 3 Sätze, 3 Sätze, 3 Sätze, 5 Sätze

Im Endeffekt musste von den 3 Spielern nur Gaudio nochmal ein Fünfsatzmatch Nach R2 bestreiten. Alle 3 Spieler haben 3 oder 4 Dreisatzerfolge "zum Ausruhen" innerhalb des Turniers bekommen. Gaston Gaudio war der Einzige, der dann in R3 KEIN 3-Satz Spiel hatte, er musste nochmal über 4 gehen.

Da ist das Ding:
Hat Zverev wirklich die French Open und die US Open in ein und derselben Saison geholt? Dazu noch ein Wimbledon-Finale? Das muss ich erstmal verarbeiten...

Wenn man Zverev all die Jahre verfolgt hat, fühlt sich das tatsächlich etwas surreal an! :LOL:
 
Zuletzt bearbeitet:
Von den 24 Turnieren die Sinner und Alcaraz zusammen seit 2024 gespielt haben, haben die beiden 23 gewonnen. Zverev hat 57 Turniere gespielt und dabei 5 Titel geholt, einen Sieg über einen der beiden konnte er nicht feiern bei diesen 5 Titeln.

Was aber überwiegt sind die beiden GS Titel, das tun sie auch zu Recht

Mal sehen ob er noch die 1 werden kann, die Chancen stehen nicht so schlecht. In Cincinnati und Montreal hat er etwas leichtfertig Punkte liegen lassen. Durch den USO Titel kann man das aber auch nicht so kritisieren. Er sollte nach den USO klug planen, was leider etwas unwahrscheinlich ist.
Ich fände es gut, wenn Zverev zumindest eine Woche die 1 wird, auch wenn es etwas kurios ist, dass man sagen muss, dass gleich 2 Spieler eigentlich besser sind als er. Aber da muss man erstmal so dranbleiben und es trotzdem schaffen.

Ich finde den Vergleich mit Medvedev immer spannend
vor der Saison hatte Medvedev 1 GS Titel, insgesamt 6 GS Finals und 16 Wochen auf der 1.
Zverev hatte 0 GS Titel und "nur" 3 GS Finals erreicht ohne eine Woche auf der 1.

Man muss Zverev wirklich sehr dafür loben, dass er immer dran geblieben ist und im Unterschied zu den anderen Topspielern seiner Generation (Thiem, Medvedev, Tsitsipas) nicht sehr stark nachgelassen oder sogar schon aufgehört hat. Sicher ist die Konkurrenz derzeit relativ schwach, aber dass (als extremstes Beispiel) Tsitsipas bei diesen US Open sogar schon dafür gelobt wurde dass er mal wieder ein AF erreicht hat weil er nachhaltig derart krass eingebrochen ist dass man ihm sogar sowas kaum noch zugetraut hat, da ist Zverev einfach das komplette Gegenbeispiel, und dafür wurde er in dieser Saison belohnt. Noch bemerkenswerter wenn man bedenkt, dass er im Gegensatz zu Medvedev und Tsitsipas eine schwerere Verletzung mit langer Ausfallzeit hatte und dazu gesundheitlich eingeschränkt ist.

In seiner gesamten Karriere seit dem Durchbruch 2017 gab es überhaupt nur drei GS-Finals ohne die "Big 3" oder das neue Topduo, und die hat Zverev entweder gewonnen oder war sehr knapp dran. Das ist dann wirklich ein sehr konsequentes Ausnutzen der Chancen und vor allem dadurch bedingt, dass er im Gegensatz zu den anderen genannten besten Spielern der 90er Jahrgänge sehr viel mehr starke Saisons gespielt hat und (abgesehen von der Verletzung) tatsächlich immer dran geblieben ist.

Man kann gar nicht hoch genug bewerten, wass diese beiden GS-Titel für die Karriere bedeuten. Zverev ist so nicht nur die leidige "bester Spieler ohne GS-Titel" Bezeichnung los, sondern hebt sich auch von den etlichen Spielern mit einem GS-Titel ab - mindestens zwei haben wirklich sehr viel weniger geschafft. So ist er noch vor seinem 30. Geburtstag in einer Lage wo er den Rest seiner Karriere mit "house money" spielt, das sollte auch für die Lockerheit einiges bewirken.
 
Man muss Zverev wirklich sehr dafür loben, dass er immer dran geblieben ist und im Unterschied zu den anderen Topspielern seiner Generation (Thiem, Medvedev, Tsitsipas) nicht sehr stark nachgelassen oder sogar schon aufgehört hat. Sicher ist die Konkurrenz derzeit relativ schwach, aber dass (als extremstes Beispiel) Tsitsipas bei diesen US Open sogar schon dafür gelobt wurde dass er mal wieder ein AF erreicht hat weil er nachhaltig derart krass eingebrochen ist dass man ihm sogar sowas kaum noch zugetraut hat, da ist Zverev einfach das komplette Gegenbeispiel, und dafür wurde er in dieser Saison belohnt. Noch bemerkenswerter wenn man bedenkt, dass er im Gegensatz zu Medvedev und Tsitsipas eine schwerere Verletzung mit langer Ausfallzeit hatte und dazu gesundheitlich eingeschränkt ist.

In seiner gesamten Karriere seit dem Durchbruch 2017 gab es überhaupt nur drei GS-Finals ohne die "Big 3" oder das neue Topduo, und die hat Zverev entweder gewonnen oder war sehr knapp dran. Das ist dann wirklich ein sehr konsequentes Ausnutzen der Chancen und vor allem dadurch bedingt, dass er im Gegensatz zu den anderen genannten besten Spielern der 90er Jahrgänge sehr viel mehr starke Saisons gespielt hat und (abgesehen von der Verletzung) tatsächlich immer dran geblieben ist.

Man kann gar nicht hoch genug bewerten, wass diese beiden GS-Titel für die Karriere bedeuten. Zverev ist so nicht nur die leidige "bester Spieler ohne GS-Titel" Bezeichnung los, sondern hebt sich auch von den etlichen Spielern mit einem GS-Titel ab - mindestens zwei haben wirklich sehr viel weniger geschafft. So ist er noch vor seinem 30. Geburtstag in einer Lage wo er den Rest seiner Karriere mit "house money" spielt, das sollte auch für die Lockerheit einiges bewirken.
Sehr guter Beitrag.

Ich würde allerdings die kleine Anmerkung machen, dass Zverev diese eine sehr schwere Verletzung hatte, bei der er lange ausfiel und es ja fraglich war, ob er überhaupt wieder an das alte Level rankommen kann, aber er kam ansonsten verletzungstechnisch eigentlich recht gut durch. Thiem und Tsitsipas hatten aber schon auch ziemlich mit Verletzungen zu tun. Bei Thiem war es am Ende das Handgelenk, da ist die Frage inwieweit das noch einen großen Unterschied gemacht hat, weil er zu dem Zeitpunkt auch mental ausgebrannt war. Tsitsipas hatte 2021 sehr starke Ellenbogenprobleme, musste deshalb auch operiert werden, 2023 Schulter, aber vor allem eine seit Ende 2023 bestehende chronische Rückenverletzung, wegen der er über lange Zeit viele Ärzte aufgesucht hatte, ohne nachhaltigen Erfolg. Er seit diesem Jahr geht es ihm da besser.

Ansonsten volle Zustimmung. Die Konstanz und das "Immer-Dranbleiben" ist etwas, was ich bei Zverev immer bewundert habe. Nehmen wir mal die schwere Verletzung 2022. Er fällt das restliche Jahr aus, dann sind die Ergebnisse in den ersten paar Monaten 2023 noch etwas mau (was völlig normal ist), aber dann steht er beim 2. GS des Jahres sofort wieder im HF und ist ab da wieder konstant ganz oben mit dabei. Das ist eine Qualität, die beispielsweise Thiem oder Tsitsipas nicht hatten. Wir sprechen bei Zverev seit 2017 nun von 10 Jahren fast durchgehend Weltspitze (mit Diabetes Typ 1), das ist absolut oberstes Regal und man kann wirklich nur den Hut ziehen. Vor allem wenn du eigentlich schon sehr früh mit die größten Erfolge feierst und das über Jahre durchziehst (was eigentlich viel mehr hätte gelobt werden müssen, auch medial) und im Verlaufe der Jahre aber immer wieder Dinge hörst wie "aber der GS fehlt halt". Das muss sich nun für ihn wie eine enorme Genugtuung anfühlen.

Gratulation an ihn zum 2. GS-Titel. Es müsste nun der erfolgreichste Spieler der 90er Jahrgänge sein oder? Medvedev hat noch die Nummer 1, aber eben einen GS-Titel weniger und beim Rest hat Zverev noch mehr vorzuweisen und hat, wie du sagst, mehr Topsaisons geschafft. An Thiem war er sowieso schon vorbei.
 
wenn die KI es richtig berechnet, muss Zverev aus der vergangen Saison lediglich 1180 Punkte verteidigen während Sinner 4850 Punkte verteidigen muss. Sinner kommt aus einer Verletzung und war diese Saison schon verletzt. Zverev hingegen könnte nach zwei gewonnen GS wirklich im Kopf müde sein. Ich sehe trotzdem gute Chancen bei Zverev.
 
wenn die KI es richtig berechnet, muss Zverev aus der vergangen Saison lediglich 1180 Punkte verteidigen während Sinner 4850 Punkte verteidigen muss. Sinner kommt aus einer Verletzung und war diese Saison schon verletzt. Zverev hingegen könnte nach zwei gewonnen GS wirklich im Kopf müde sein. Ich sehe trotzdem gute Chancen bei Zverev.
Zverev liegt im Race 700 Punkte vor Sinner
 
Meds Gegner in den 6 Finals waren 3mal Nole, 2mal Rafa und 1mal Sinner.
Zverevs Gegner in den 6 Finals waren 2mal Sinner, 1mal Alcaraz, 1mal Thiem, 1mal Shelton und 1mal Cobolli
Sorry, ich weiss, dass Du das weisst.

Medvedev ist 1996 geboren und Zverev 1997, Medvedev hätte ja auch so konsequent dran bleiben können. Der frühere Medvedev hätte bei diesen US Open sehr gute Chancen gehabt, dass er seit dem AO Finale 2024 erst nur noch vereinzelt und dann in 2025 gar nicht mehr seine Topform gefunden hat liegt ja an ihm selbst. Zu den US Open 2020 muss man ja auch sagen, dass Medvedev im Halbfinale gegen Thiem gespielt hat. Ist ja nicht so, als wenn er nicht selbst in dem US Open Finale hätte stehen können
Nadal ist natürlich Nadal, dennoch war Nadal 2022 bei den AO schlagbar, schon Shapovalov hat es mental nicht auf die Kette gebracht, Medvedev war aber auch klar vorne vor seinem Einbruch
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Interessant sind auch die Halbfinalgegner der beiden:
Zverev: Alcaraz (1), Djokovic (1), Medvedev (3), Ruud (4), Nadal (5), Tsitsipas (5), Thiem (5), Djokovic (7), Ruud (7), Mensik (27), Carreno Busta (27), Khachanov (50), Fery (114)
Medvedev: Alcaraz (1), Alcaraz (1), Alcaraz (3), Thiem (3), Tsitsipas (4), Zverev (6), Tsitsipas (6), Auger-Aliassime (15), Dimitrov (78)

Medvedev hat "nur" 9 GS Halbfinals erreicht und dabei waren auch nur 3x die Big 3 oder Sinner/Alcaraz seine Halbfinalgegner.
Zverev hat 4x gegen Alcaraz/Djokovic/Nadal im HF gespielt. Je häufiger du im Halbfinale stehst, desto mehr Chancen hast du am Ende auch. Zverev hat 19 VFs erreicht, Medvedev 11. Medvedevs letztes Halbfinale war in Wimbledon 2024, er hat also bald 2,5 Jahre kein HF mehr erreicht, falls er überhaupt nochmal eines erreicht. Zverev hat im selben Zeitraum 7 GS HFs erreicht.

Man muss Zverev wirklich sehr dafür loben, dass er immer dran geblieben ist und im Unterschied zu den anderen Topspielern seiner Generation (Thiem, Medvedev, Tsitsipas) nicht sehr stark nachgelassen oder sogar schon aufgehört hat. Sicher ist die Konkurrenz derzeit relativ schwach, aber dass (als extremstes Beispiel) Tsitsipas bei diesen US Open sogar schon dafür gelobt wurde dass er mal wieder ein AF erreicht hat weil er nachhaltig derart krass eingebrochen ist dass man ihm sogar sowas kaum noch zugetraut hat, da ist Zverev einfach das komplette Gegenbeispiel, und dafür wurde er in dieser Saison belohnt. Noch bemerkenswerter wenn man bedenkt, dass er im Gegensatz zu Medvedev und Tsitsipas eine schwerere Verletzung mit langer Ausfallzeit hatte und dazu gesundheitlich eingeschränkt ist.

Und das ist halt der Punkt
Medvedev (1996) und Tsitsipas (1998) haben die gleiche Zeit wie Zverev (1997) nutzen können. Medvedev war ja auch Spätstarter, Zverev war schon längst oben als Medvedev kam, Tsitsipas ist schon längst verglüht. Zverev hat bei allen 4 GS das Finale erreicht, Tsitsipas hat bislang nur bei den AO und FO das Viertelfinale erreicht, wir reden hier nicht von Finals sondern Viertelfinals.
Thiem war da noch deutlich näher an Djokovic/Nadal vom Alter, auch wenn Thiem ein spezieller Fall ist wie von @Marius erwähnt, nach den USO 2020 fiel er in ein Loch, er schien sich wieder etwas rauszukämpfen, bevor er sich schwer verletzte. Die Einstellung wie Zverev hatte Thiem aber eindeutig nicht und das gehört auch dazu

Dennoch Glückwunsch an ihn, er ist jetzt unbestritten klar die deutsche nummer 2 all time bei den Männern noch vor Stich.

Damit tue ich mich schwer, schaut man auf die Zahlen, dann ist Zverev natürlich erfolgreicher als Stich. Aber ist es sinnvoll Spieler nur anhand der Zahlen zu vergleichen? Dafür muss man ja nicht mal Tennis schauen, jeder kann einem sagen, dass 2 mehr sind als 1.
Hier nochmal die Tabelle von letztens um Wawrinka und Stich erweitert. Was fällt auf? Stich hat selbst nicht so viele Topduelle gespielt, das hat 2 Gründe, zum einen war seine Karriere nicht so lang, zum anderen wurde die Bedingungen in den letzten 15, 20 Jahren so geändert, dass es zu mehr Top 10 Duelle kommt. Die Beläge wurden angegleicht und die Setzliste wurde von 16 zu 32 Spielern erweitert.
Stich hat zum Beispiel bei den FO 1995 in der 2. Runde gegen Edberg gespielt, Stich war damals die 12 der Welt, Edberg die 17, so ein Duell konnte es damals schon in den ersten beiden Runden geben, weil die Nummer 17 Edberg ungesetzt war, heute wäre das unmöglich.
Zu Wawrinka muss man sagen, dass seine Quoten nach unten gegangen sind, dadurch, dass er immer noch spielt.
Stich besiegte in Wimbledon 1991 im VF, HF und Finale die Nummer 4, 1 und 2. Edberg und Becker haben damals Wimbledon dominiert.
Zverev hat Wawrinka und Stich auf jeden Fall die Langlebigkeit voraus. In Sachen Erfolgen muss man ihn mittlerweile auch schon vor Wawrinka sehen.
Ich denke nicht, dass Zverev annähernd seine eigenen Erfolge hätte haben können, wenn er genauso alt wie Wawrinka wäre. Natürlich kann man das nicht nachweisen, aber deshalb tue ich mich mit der Bewertung von Wawrinka und Zverev nicht leicht.
Zu Zverev muss man sagen, dass er seine Top 10 Bilanz mittlerweile deutlich aufpoliert hat. Bis zu den FO 2022 war seine Top 10 Bilanz bei GS bei 0-11, mittlerweile ist sie bei 7-20.
Wawrinka und Zverev zu vergleich ist dennoch leichter als Zverev und Stich. Es waren andere Zeiten, wer weiß wie lange Stich in den 2020ern gespielt hätte, wer weiß wie lange Zverev in den 90ern gespielt hätte.
Stich würde ich in seinem Peak als besser ansehen, vor allem mental, genauso wie Wawrinka, Zverev hat sehr lange auf einem sehr hohen Niveau gespielt.



Bilanz vsAlexander ZverevWin %Stefanos TsitsipasWin %Jo-Wilfried TsongaWin %Tomas BerdychWin %Casper RuudWin %Michael StichWin %Stan WawrinkaWin %
Top 31-118.3%3-633.3%4-1422.2%5-1623.8%0-30.0%3-442.9%8-1436.4%
4-106-940.0%2-625.0%9-1340.9%6-1430.0%1-614.3%2-433.3%13-1448.1%
11-2012-666.7%8-188.9%7-750.0%10-1147.6%3-260.0%7-558.3%13-1056.5%
21+118-1588.7%60-2471.4%101-1487.8%125-2086.2%51-1972.9%66-1878.6%130-4176.0%
Top 1–3 WinsTop 4–10 Wins
Alexander Zverev• Carlos Alcaraz (Australian Open 2024)• Jannik Sinner (US Open 2023)
• Carlos Alcaraz (Roland Garros 2022)
• Andrey Rublev (Australian Open 2020)
• Kei Nishikori (French Open 2019)
• Casper Ruud (Roland Garros 2024)
• Ben Shelton (US Open 2026)
Stefanos Tsitsipas• Rafael Nadal (Australian Open 2021)
• Daniil Medvedev (French Open 2021)
• Roger Federer (Australian Open 2019)
• Jannik Sinner (Australian Open 2022)
• Alexander Zverev (French Open 2021)
Jo-Wilfried Tsonga• Rafael Nadal (Australian Open 2008)
• Roger Federer (Wimbledon 2011)
• Roger Federer (French Open 2013)
• Novak Djokovic (Australian Open 2010)
• Novak Djokovic (Australian Open 2008)
• Tomas Berdych (US Open 2011)
• Gilles Simon (Australian Open 2009)
• Kei Nishikori (French Open 2015)
• Tomas Berdych (French Open 2015)
• Richard Gasquet (Australian Open 2013)
• David Ferrer (Wimbledon 2012)
• Mikhail Youzhny (Wimbledon 2010)
• James Blake (Australian Open 2008)
Tomas Berdych• Roger Federer (US Open 2012)
• Roger Federer (Wimbledon 2010)
• Rafael Nadal (Australian Open 2015)
• Novak Djokovic (Wimbledon 2010)
• Novak Djokovic (Wimbledon 2017)
• Novak Djokovic (Australian Open 2011)
• David Ferrer (Australian Open 2014)
• Jo-Wilfried Tsonga (Australian Open 2012)
• Andy Murray (French Open 2010)
• Fernando Verdasco (Wimbledon 2010)
• Milos Raonic (Australian Open 2015)
Casper Ruud(Keine Siege)• Holger Rune (French Open 2023)
Michael Stich• Stefan Edberg (Wimbledon 1991)
• Boris Becker (Wimbledon 1991)
• Thomas Muster (Roland Garros 1996)
• Jim Courier (Wimbledon 1991)
• Petr Korda (Wimbledon 1993)
Stan Wawrinka• Rafael Nadal (Australian Open 2014)
• Novak Djokovic (French Open 2015)
• Novak Djokovic (US Open 2016)
• Roger Federer (French Open 2015)
• Novak Djokovic (Australian Open 2014)
• Andy Murray (US Open 2013)
• Andy Murray (French Open 2017)
• Novak Djokovic (US Open 2019)
• Mariano Puerta (US Open 2005)
• Andy Murray (US Open 2010)
• Andy Roddick (Australian Open 2011)
• Richard Gasquet (French Open 2013)
• Tomas Berdych (US Open 2013)
• Tomas Berdych (Australian Open 2014)
• Kei Nishikori (Australian Open 2015)
• Kei Nishikori (US Open 2016)
• Marin Cilic (French Open 2017)
• Grigor Dimitrov (Wimbledon 2018)
• Grigor Dimitrov (US Open 2018)
• Stefanos Tsitsipas (French Open 2019)
• Daniil Medvedev (Australian Open 2020)

Wenn ich die FO 2024 und 2026 vergleiche, dann fand ich Zverev 2024 stärker, aber auch das gehört dazu. Du musst nicht immer deine beste Leistung zeigen um den maximalen Erfolg zu haben und manchmal reicht deine beste Leistung nicht aus.
Bei den USO 2015 und 2016 hab ich mich auch geärgert, dass Federer 2015 so stark war, durch das ganze Turnier geflogen ist und im Finale auch gut gespielt hat, er aber an einem sehr starken Djokovic gescheitert ist, dagegen war Djokovic 2016 im Finale und im ganzen Turnier deutlich schwächer als 2015
Mich freuts für ihn, dass er seine Nerven in den beiden Finals voll im Griff hatte und er überhaupt keine Zweifel aufkommen ließ, wer da der besserer Spieler auf dem Platz war. Gratulation. So schnell kanns gehen. In ein paar Monaten vom "Verlierer", wie er sich selbst bezeichnet hat, zum zweifachen GS Champion.

Ich finde nicht, dass man sagen kann, dass er in beiden Finals seine Nerven voll im Griff hatte. Bei den FO war das doch wieder ein Zitterspiel. Vermutlich hat er doch auch nur deshalb die Krämpfe dann auch gehabt. Er hätte das gegen Cobolli noch fast verspielt. Er selbst sagte doch auch, dass er sehr nervös war das ganze Turnier nach Sinners Aus. Und im Finale hat man es wirklich gesehen. Gestern fand ich ihn wirklich souverän, so ein 3. Satz gehört auch einfach mal dazu

He said: "I was cramping. I was struggling physically a little bit, even though I don't think the cramps were physical. I think they were more mental. I was very tightened up. I was very, you know, emotional. I was a bit unstable also in the fourth set.
"I actually think that the cramps helped me in a way. I think that I let go. I kind of hit my shots a bit more and then just let go. And, of course, the fifth set went my way, and I'm happy about that and happy to be sitting next to this beautiful trophy for the first time."

Da du ja Sinner Fan bist: überleg Mal wieviele Duelle davon gegen ihn waren?
Spricht natürlich noch weniger dafür, dass man um die Nr1 mitspielen kann..aber wenn eben diese Nr1 solange körperlich ausfällt (nehme Mal Paris mit ins "Ausfallen") und die eigentliche Nr1B ebenfalls lange fehlt, dann reicht es eben aus, dass kein anderer Konstanz in seine Spitzenleistungen bekommen hat.

Zverev wird (bei Fitness von Sinner) nur dann die Nr1 werden, wenn er im Herbst auch gegen Sinner gewinnt. Wir werden sehen, ob Sinner fit genug wird und ob Zverev weiter der "Ausnutzer des Jahres" ist.

Wobei man da ja auch differenzieren muss. Es gab schon vorher Saisons, wo eine Nummer 1 einen Gegner hatte, gegen den er meistens verloren hat. Sinner verlor ja häufig gegen Alcaraz, Nadal oft gegen Federer (2017), Federer oft gegen Nadal.
Der Unterschied damals war meist, dass die Nummer 1 selbst immer weit kam und im Gegensatz zur Nummer 2 nicht vorher im Turnier verlor. Sinner hat eine 44-3 Bilanz, er ist quasi nicht zu besiegen. Von daher wäre es schon wirklich kurios, wenn er die 1 an Zverev verlieren würde. Zverev hat jetzt alleine 5300 Punkte bei den FO, Wim und USO geholt. Alcaraz 400, Sinner auch "nur" 2050. Zverev dürfte bis vor den FO 2027 gute Chancen für die 1 haben, solange er selbst fit bleibt.
es wäre auch schon sehr kurios, wenn Sinner nur einmal das Jahr als 1 abschließt zwischen 2024 und 2026. In einem Zeitraum wo er eine Siegquote von 92,1 % hat

Bilanz seit 2024:

SpielerBilanz%
Jannik Sinner175–1592.1%
Carlos Alcaraz151–2685.3%
Alexander Zverev179–5975.2%
Und natürlich kann Zverev nichts dafür.
 
Ich fasse es nochmal ganz kurz zsammen, wie ich und im Prinzip die meisten anderen denken. Die gesundheitlichen Probleme von Sinncraz haben 2026 Zverev schon krass in die Karten gespielt. Wenn Draper, Musetti, Fonseca, Korda und Fils weniger verletzt wären, wären sie auch besser und die Draws wären härter. Dafür kann Zverev aber absolut nichts, aber es ist schon hilfreich.
Was für ihn spricht, ist, dass er sich trotz Sinncaraz nicht schleifen lassen und sein Level immer etwas verbessern konnte. FAA, Med, Rublev und Shapo haben wie Zverev relativ verletzungsunanfällige Körper, also auch sie hätten sich immer verbessern können.
 
Man muss Zverev wirklich sehr dafür loben, dass er immer dran geblieben ist und im Unterschied zu den anderen Topspielern seiner Generation (Thiem, Medvedev, Tsitsipas) nicht sehr stark nachgelassen oder sogar schon aufgehört hat. Sicher ist die Konkurrenz derzeit relativ schwach, aber dass (als extremstes Beispiel) Tsitsipas bei diesen US Open sogar schon dafür gelobt wurde dass er mal wieder ein AF erreicht hat weil er nachhaltig derart krass eingebrochen ist dass man ihm sogar sowas kaum noch zugetraut hat, da ist Zverev einfach das komplette Gegenbeispiel, und dafür wurde er in dieser Saison belohnt. Noch bemerkenswerter wenn man bedenkt, dass er im Gegensatz zu Medvedev und Tsitsipas eine schwerere Verletzung mit langer Ausfallzeit hatte und dazu gesundheitlich eingeschränkt ist.

In seiner gesamten Karriere seit dem Durchbruch 2017 gab es überhaupt nur drei GS-Finals ohne die "Big 3" oder das neue Topduo, und die hat Zverev entweder gewonnen oder war sehr knapp dran. Das ist dann wirklich ein sehr konsequentes Ausnutzen der Chancen und vor allem dadurch bedingt, dass er im Gegensatz zu den anderen genannten besten Spielern der 90er Jahrgänge sehr viel mehr starke Saisons gespielt hat und (abgesehen von der Verletzung) tatsächlich immer dran geblieben ist.

Man kann gar nicht hoch genug bewerten, wass diese beiden GS-Titel für die Karriere bedeuten. Zverev ist so nicht nur die leidige "bester Spieler ohne GS-Titel" Bezeichnung los, sondern hebt sich auch von den etlichen Spielern mit einem GS-Titel ab - mindestens zwei haben wirklich sehr viel weniger geschafft. So ist er noch vor seinem 30. Geburtstag in einer Lage wo er den Rest seiner Karriere mit "house money" spielt, das sollte auch für die Lockerheit einiges bewirken.

Das Glück ist mit den Tüchtigen. Irgendwann mussten die beiden Glasknochen ein Fenster aufmachen. Nachdem er Anfang des Jahres noch so sehr mit sich gehadert und auch allgemein ein bisschen den Makel eines Chokers mit sich herumgetragen hatte, ist sein souveräner Umgang mit der veränderten Situation und seiner Favoritenrolle in diesem Jahr schon bemerkenswert.

@Hans Meyer
Stimmt schon. Bei den FO hat er seine Dämonen eher besiegt, als dass er sie im Griff hatte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Zverev unbedingt Nummer 1 werden will, dann sind die Chancen jetzt vielleicht am besten. Ob er nochmal solch eine Chance bekommt, ist unsicher. Dafür sollte er aber zumindest den Davis Cup am WE absagen - wobei der Titel ihm noch in seiner Vita fehlt. Weiss aber nicht, was er ihm bedeuten würde. Die Chancen da werden aber auch nicht besser. Struff hört bald auf - und Putz im Doppel evt auch bald.
 
Hier wurde ja auch von einem User angemerkt, dass man Zverev nicht unbedingt vor Stich sehen muss, die Titel sind nicht alles.

WTF.

Zverev hat seine 7-Masters-Titel geholt u.a. gegen einen Federer in sehr guter Form (ATG), gegen Djokovic (ATG), Olympiagold (gg. Djokovic im Halbfinale), 2x Finals-Titel gegen die besten ATG's ever. Zverev hat sowohl Federer und Djokovic mehrmals besiegt, wo beide Gegner in sehr guter Form waren.

Das was Zverev vorweisen kann, da kann ein Stich - bei allem Respekt - nicht mehr ganz mithalten. Und auch Hewitt, Rafter, Safin und Kafelnikov (mit jeweils 2 GS-Titel) sehe ich hinter Zverev, weil die Genannten diese krasse Titelsammlung und diese Siege in dieser Form einfach nicht vorweisen können.
 
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