COC und ICOC, Sommer 2026


Es ist teuer und anstrengend. Erst muss man nach Bukarest fliegen und dann noch drei Stunden mit dem Bus übers Land fahren. Da ist Stams definitiv die bequemere und günstigere Variante.
Nicht umsonst fährt die Elite quasi nie dahin. Das war auch zum Weltcup so.
Ach Gottchen, drei Stunden in einem Verkehrsmittel. Wenn Chinesen, Japaner, Kanadier, Kasachen, US-Amerikaner auch so denken würden, wären die Europäer ganz unter sich. Ein Glück für den Sport, dass die ein wenig tougher sind.
 
Nicht umsonst fährt die Elite quasi nie dahin. Das war auch zum Weltcup so.
Ich glaube, wir sind nicht in der Position, dass wir Orte, die wirklich bereit sind, Events durchzuführen - ich schätze die Motivation und den Idealismus der Organisatoren in Râșnov sehr - einfach permanent als Ausrichter zweiter Klasse darstellen. Im Gegenteil, diese Aussage finde ich wiederum anmaßend und respektlos.
Ich persönlich liebe den Sport auch wegen der vielen kleineren Nationen und ihren Athlet*innen. Ich liebe ihn, weil es ein globaler Sport ist. Skispringen in Sapporo zu nächtlicher Zeit hat selbst beim Tickern Kultstatus und die grillenden Fans an den Schanzen von Iron Mountain sind einfach skurril, aber dennoch kultig.
Es gehört zur „Stellenbeschreibung“ eines Skispringers dazu, die Rahmenbedingungen zu akzeptieren, von Rosinen rauspicken steht da nichts - nur weil man plötzlich Elite ist. Niemand ist gezwungen, der Elite den Bobbes zu pudern 😇
Der Sport besteht für mich aus vielen Athlet*innen, auch denen, deren Namen kaum einen interessieren und die man leicht als schmückendes Beiwerk bezeichnet.
 
Die Österreicher sind wieder bärenstark unterwegs - einzig Ben Bayer kann sich nach dem ersten Durchgang innerhalb des österreichischen Spitzensextetts halten. Dass Jakob Steinberger trotz seiner vier FIS-Cup-Siege in Folge keinen Platz im österreichischen COC-Team bekommen hat, unterstreicht auch nochmals die Stärke dieses Teams.

Gleich drei Springer teilen sich nach dem ersten Durchgang den undankbaren 31. Platz, darunter leider auch Max Unglaube, der nach dem Höhenflug von Stams gleich wieder einen kleinen Dämpfer bekommt.

Domen liegt nach dem ersten Durchgang auf einem eher unauffälligen zehnten Platz.
 
Das kann Unglaube nicht ernst meinen - es ist genau das selbe Spiel wie letztes Jahr.

Schmid und Faisst Machen hier einen guten Eindruck!
Die Konstanz von Faisst gefällt mir sehr gut!
Er hatte noch keinen einzigen schlechten Sprung.

Bayer Extraklasse!!!!!
 
Sechs Österreicher unter den ersten sieben. Wow!
Und gewonnen hat der talentierte Nachwuchsspringer Clemens Aigner. Irgendwo ist der schon ein Phänomen.
Ben Bayer der einzige, der diese Phalanx sprengen konnte - als Dritter.
Domen Prevc 14. Aber der hat das ganze Wochenende bis dato so seine Probleme. Mal sehen, wie es mit ihm weitergeht.
 

Und trotzdem wird sie den Quotenplatz holen. Ein zweites Mal wird sie keinen Anlass für eine DSQ bieten.

Lisa Eder wird mit ihren 200 Punkten auch ohne Hi-za den Platz für Österreich sichern, den dritten Platz wird sich Agnes Reisch holen.
Wenn das so kommt, gehen alle drei Quotenplätze an Top WC-Springerinnen. Japan ist zwar mit der A-Kader-Springerin Setô dabei, aber sie ist nicht die Topfrau im Team. Nakayama kann es mit Prevc, Eder und Reisch (noch) nicht aufnehmen und so wird man wohl leider leer ausgehen, was ich sehr schade finde, weil sie das beste Team des vergangenen Winters waren und sich in dieser Sommersaison überall gezeigt haben. Vielleicht hätte man Itô schicken sollen.

Wenn es morgen außergewöhnlich zugeht, hat auch China noch eine Chance.
 
Bei den Herren hingegen ist es für Domen kein Selbstläufer. Im Moment liegen sowohl der beste Österreicher (Aigner, 300 Punkte) als auch der beste Schweizer (Deschwanden, 130 Punkte) und der beste Deutsche (Bayer, 123 Punkte) vor ihm mit seinen 92 Punkten.

Wenn er den Bonusplatz also wirklich für Slowenien holen will, dann wird er auch noch zum COC nach Klingenthal reisen müssen - und da dürfte er dann gute Chancen haben, denn die dortige Schanze liegt ihm sicher besser als die beiden in Stams und Hinterzarten; da würde ich mich nicht wundern, wenn er dort zweimal gewinnt.
 
Ich glaube, wir sind nicht in der Position, dass wir Orte, die wirklich bereit sind, Events durchzuführen - ich schätze die Motivation und den Idealismus der Organisatoren in Râșnov sehr - einfach permanent als Ausrichter zweiter Klasse darstellen. Im Gegenteil, diese Aussage finde ich wiederum anmaßend und respektlos.
Das ist doch überhaupt keine Kritik am Ausrichter. Ihr müsst euch aber auch mal in die Perspektive der Athleten und Trainer versetzen. Nur weil in Rasnov ein Sommer-Grand-Prix stattfindet, heißt das nicht automatisch, dass eine Teilnahme für jeden Athleten sportlich sinnvoll ist.

Für die allermeisten Athleten liegt das Hauptaugenmerk ganz klar auf dem Winter. Dort finden die meisten und wichtigsten Wettkämpfe statt, dort geht es um Weltcup-Punkte und Preisgelder und dort sind Reichweite und damit auch die Bedeutung für Sponsoren am größten. Der Sommer dient in erster Linie dazu, sich bestmöglich auf den Winter vorzubereiten und an Technik und Form zu arbeiten.

Natürlich können Wettkämpfe im Sommer und Herbst sinnvoll sein, weil man Dinge unter Wettkampfbedingungen testen möchte. Aber wenn ein Wettkampf nicht in die Trainingssteuerung passt, bringt es wenig, mehrere Tage für An- und Abreise, Wettkampf und die damit verbundene Belastung zu investieren. Die deutschen Herren haben deshalb auch verzichtet. Gerade Rasnov ist für viele Nationen zudem auch keine kurze Reise und mit viel Aufwand und Kosten verbunden.

Und wenn man sich für Wettkämpfe entscheidet und mehrere Möglichkeiten zur Auswahl hat, nimmt man eben das, was für den jeweiligen Athleten und dessen Vorbereitung am sinnvollsten ist. Das kann dann auch ein COF oder FiS-Cup sein. Im Skispringen spielt dabei neben der Möglichkeit einen Wettkampf mit einem vorherigen oder anschließenden Trainingslager zu verbinden (Lisa Eder z.B.) sicherlich auch die unterschiedlichen Schanzenprofile eine Rolle. In Râșnov gibt es Sprünge um die 90 Meter (mit die kleinste Schanze), in Stams eher um die 115 Meter. Je nachdem, woran ein Athlet gerade arbeitet, kann Stams deshalb möglicherweise die sinnvollere Option sein, um an bestimmten technischen Dingen zu feilen.


Das ist in anderen Wintersportarten nicht anders. Man hat bei Sommerwettkämpfen praktisch nie die komplette Weltelite am Start. In der Nordischen Kombination sparen sich jedes Jahr etliche Athleten die lange Reise zum Grand Prix Finale nach Chaux-Neuve. Und bei der Saisoneröffnung im Biathlon in München in drei Wochen startet beispielsweise Gesamtweltcupsiegerin Lou Jeanmonnot lieber bei den parallel stattfindenden französischen Meisterschaften, weil diese besser in ihre Vorbereitung passen. Und die IBU lockt schon mit hohen Preisgeldern, TV-Übertragung im Fernsehen und versucht teilweise Startverpflichtungen durchzudrücken.

Man kann es als Zuschauer natürlich schade finden, wenn große Namen oder ganze Nationen fehlen. Aber so lange die Wettbewerbe im Sommer nicht als Weltcup deklariert werden, wird man nie alle große Namen beim Grand Prix am Start haben. Dafür sind die Interessen und Trainingspläne zu unterschiedlich.
 
@Biathlon-Fan danke für die lange Auseinandersetzung mit dem Thema, der Inhalt deckt sich aber nahezu mit dem, was ich erwähnt hatte.
Wie ich nämlich im zweiten meiner Posts schrieb, gebe ich die Schuld hauptsächlich der FIS, die den SGP entwertet hat mit diesem katastrophalen Kalender. Das macht es halt auch so schwer für Ausrichter wie Râșnov. (Die von dir zuerst angeführte Begründung des Reisestresses ohne die jetzt erfolgte Sicht bleibt halt dennoch nicht fair.)
Genauso wenig wie der Beißreflex in Bezug auf die Prevc‘. Ich bin eine derjenigen, die sämtliche Leistungen jeglicher Athleten anerkennt, unabhängig ihrer Erfolgsstatistiken und ihrer Herkunftsländer. Ich finde es nach wie vor für Athlet*innen schade, wenn ihnen Top-Sportler*innen vor die Nase gesetzt werden, die natürlich die Möglichkeit nutzen, weil der Kalender so ist, wie er ist. Manchmal einfach die persönliche Fanbrille abnehmen und einfach die Fakten nehmen, wie sie sind. Wenn die Quotenplätze an etablierte Weltcup-Springerinnen wie Eder, Prevc und Reisch gehen sollten, hinterlässt das ein Geschmäckle. Aber wie ebenfalls erwähnt, ich kann die Athlet*innen verstehen, wenn sie die Möglichkeiten nutzen, die die FIS gibt. Ob das perspektivisch sinnvoll ist, mag ich bezweifeln. Damit nehme ich Nika immer noch nichts weg.
 
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