Ich will auch mal ein bisschen auf die einzelnen Punkte eingehen.
- Cross-Country and Ski Jumping ideally taken place at a single venue
Grundsätzlich ist es ja schon sinnvoll, wenn das Springen und das Laufen möglichst nah beieinander stattfinden, damit weder die Zuschauer noch die Fernsehsender viel umziehen müssen. Ich hoffe natürlich, dass man dadurch keine potentiellen Ausrichter verliert, die das nicht bieten können, denn all zu viele gibt es ja nicht mehr, die sich um die Kombi reißen.
- Total duration of around 60 minutes, fit for broadcast
Joa... ich verstehe den Grund ja. Aber es wird eben nur machbar sein, wenn man die Läufe noch weiter kürzt und die Starterzahlen weiter reduziert - mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt. Und wenn es ganz dumm läuft, dann zeigt das Fernsehen trotzdem nur eine Zusammenfassung, und man hat mit Zitronen gehandelt.
- Head-to-head: race in heats and with a clear final
Race in Heats... das erinnert mich stark an das
Express Race, das letzten Winter mal beim COC in Schonach ausprobiert worden ist. Dazu hatte ich mich
hier ja schon mal ausführlicher geäußert. Meiner Ansicht nach müsste man dieses Format aber nochmal ordentlich überarbeiten, damit es weltcuptauglich ist. Der Link zur Ergebnisliste geht nicht mehr; irgendwie hat die FIS den geändert; darum hier nochmal der richtige:
- First athlete to cross the finish line is the overall winner
Gut, dass ist seit der Einführung der Gundersen-Methode nichts Neues. Oder bedeutet das, dass man den Massenstart abschaffen will.
- Ski Jumping points remain relevant until the final
Was sie damit meinen, weiß ich noch nicht. Es sei denn... so etwas in der Art hatte ich in meinem Änderungsvorschlag für das Express Race geschrieben. Wenn die FIS wirklich
das umsetzt, ist das der Beweis, dass sie hier mitlesen.
Allerdings... wie schon damals gesagt... einfacher wird's dadurch eher nicht...
- Simpler rules and easier judging
... und das soll es ja werden. Wie? Wir werden sehen... in der Vergangenheit hatte ich gerade in der Kombi nicht selten das Gefühl, dass
fairere Regeln immer auch ein bisschen
komplizierter sind...
Ach ja, und apropos Individual Prolog... das erinnert mich auch verdächtig an...
An wirklich neuen Formaten fällt mir ehrlich gesagt wenig ein; die FIS hat da ja in den letzten 15 Jahren viel herumexperimentiert - nicht immer mit durchschlagendem Erfolg. Eines gibt es allerdings, das ich hin und wieder mal gern sehen würde - und zwar den Intervall-Start. Analog zum Massenstart wird zuerst gelaufen, am besten wohl auch 10 km. Anschließend folgt ein Sprung auf der Schanze. Anders als beim Massenstart starten die Sportler aber zeitversetzt in einem Abstand von jeweils 30 s in die Loipe. Die Startreihenfolge ist die umgekehrte Reihenfolge der Best-Skier-Trophy, um ein Aufeinandertreffen und Windschattenlaufen in der Loipe nach Möglichkeit zu vermeiden, der Sportler soll allein gegen die Uhr kämpfen müssen.
Sinn des Formats wäre, die Sportler zu belohnen, die möglichst gleichmäßig laufen können, und weniger die, die am Schluss noch einen ausgeprägten Zielsprint antreten können.
Aus sportlicher Sicht würde mich das auch mal interessieren, aber ich fürchte, das ist auch eher ein zweischneidiges Schwert. Ein Wettkampf ohne "Lutscherei" ist sicher mal interessant. Aber es ist eben auch ein Wettkampf ohne den Kampf Mann gegen Mann... ob das dem Zuschauer gefällt? Und es widerspricht dadurch auch ein bisschen dem dritten Schlüsselprinzip.