Deutsche Nationalmannschaft

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Der erste Länderspiel Block ist rum. Viel versucht, viel getestet aber man merkt schon, dass hier eine große Motivation vorhanden ist und natürlich auch, dass nicht alles funktioniert, auch noch nicht funktionieren kann. Ärgerlich ist doch nur die Heimniederlage. Hätten wir dort einen Punkt geholt, wär alles OK. Aber wir haben es in der eigenen Hand. Du muss halt die Niederlande zu Hause schlagen, dann hat man den direkten Vergleich gewonnen und könnte gegen Serbien Platz 2 sichern.

Ohne Stürmer der nur halbwegs die Bezeichnung verdient wird es schwer. Gehen wir, was wir nach der ersten Halbzeit hätten müssen, in Führung wird es ein anderes Spiel und wir gewinnen sehr wahrscheinlich. Flanken bringt nichts mit den Stürmern. Burkhardt, Woltemade trotz Größe............alles keine Kopfballspieler und keine Stürmer mit Stärken im 16er. Überall unterwegs, aber keine Zielspieler.

Havertz ist der einzige, wenn auch kein reiner Strafraumstürmer, der aber das Komplettpaket auf hohem Niveau mitbringt. Also auch Kopfballstärke.

Mit einem Füllkrug hätte man gestern vermutlich gewonnen. Was nicht heißt, dass man ihn jetzt berufen sollte. Ich bin schon für die Verjüngung des Kaders. Aber vorm Turnier, bei gleichen Problemen würde ich dann die letzten beiden Plätze (26er Kader) wirklich an Spieler geben welche Fähigkeiten mitbringen welche sonst etwas fehlen würden und dann auch unabhängig vom Alter. Geht ja nur um das Turnier. Von daher sind, vorausgesetzt die Leistung stimmt, Füllkrug oder Kleindienst nicht raus. Einfach weil der Spielertyp momentan fehlt.

Kimmich:
Also Grundsätzlich gibt es keine Erbhöfe mehr in der NM. Dafür waren die letzten 12 Jahre einfach auch zu schlecht. Kein Spieler dieser Ära darf hier Ansprüche stellen, sondern muss sich von neuem beweisen. Da reicht es nicht im Verein gut zu sein, in der NM hat dies keiner hinbekommen im letzten Jahrzehnt, zumindest nicht auf Strecke.
Kimmich als alleiniger 6er geht nicht, Zweikampfhärte und fehlendes Tempo sind halt nicht wegzudiskutieren. In München, wo man in 85% der Spiele klar überlegen ist, fallen diese Schwächen kaum ins Gewicht. Das gehört halt zur Wahrheit dazu.
Klopp, wie lustig er auch das Thema in den PK behandeln mag, hat ihn schon angezählt in der Hinsicht, dass er hier den Konkurrenzkampf ausgerufen hat.

Wenn er Kimmich die Kapitänsbinde genommen hätte wäre es eine endlos lange Diskussion geworden, zumal auch kein natürlicher "Ersatz" vorhanden wäre. Aber durch das Aufbrechen der Hierarchie lässt Klopp dies jetzt bewusst "Ergebnisoffen" in der Hoffnung, dass sich vielleicht etwas entwickelt was mehr seiner Art des Fußballs entspricht.

Man kann jetzt nicht sagen, dass Kimmich raus ist, bei aller Liebe es war ein Spiel gegen Serbien. Aber die Struktur hat Klopp bewusst aufgebrochen und lässt dies dann auch so im Raum stehen. Er könnte seinen Kapitän ja auch anders verteidigen. Aber Kimmich ist jetzt einer der sich auch beweisen muss in dem von Klopp gewünschten Fußball. Das wird spannend bis zur EM. Von Haus aus ist er, ähnlich wie Stiller, nicht der bevorzugte Spielertyp von Klopp im Mittelfeld.

Was passiert wenn Kimmich zwar gebraucht wird, aber kein Startelfkandidat ist weil sich da ein anderes Pärchen auf der Doppelsechs findet welches besser harmoniert, besser zum gewünschten Fußball passt? Wie wird Kimmich reagieren? Macht er den Kahn oder die beleidigte Leberwurst?

Erst einmal für alle Spieler alles auf Null stellen war der Ansatz und den halte ich für richtig. Gleichzeitig ziemlich vielen klar gemacht, dass sie ihre Chancen haben wenn die Leistung stimmt, wenn sie sich noch entwickeln und ins System passen. Das ist doch für viele eine Motivation.

Wichtig wird aber sein, dass es Mertesacker in Verbindung mit anderen (Wolf) gelingt an den richtigen Stellschrauben zu drehen bzgl. der Nachwuchsförderung. Das geht nicht per Knopfdruck. Wolf hat 2023 angefangen. Wenn hier Ergebnisse vorliegen wird es fast 10 Jahre dauern.
Ähnlich wie Anfang der 2000er Jahre.

Was nicht bedeutet, dass man nicht davor schon mal wieder ein richtig gutes Turnier spielen kann. Hat man eine funktionierende Mannschaft, Betonung auf Mannschaft und nicht die 11 besten Einzelspieler weil sich da auch zu viele zu ähnlich sind, dann wird man auch in der Lage sein bessere Turnier zu spielen als das was seit 2018 so passierte. In einem funktionierendem Team, mit einem Teamspirit und alle nahe der Bestform, ist eine Mannschaft mit Spielern wie Wirtz und Co. schon in der Lage ein gutes Turnier zu spielen.

Und so ehrlich muss man auch sein, wir sind zuletzt einige Male gegen Mannschaften ausgeschieden, wo man, trotz aller Probleme, nicht hätte ausscheiden müssen wenn man die eigene PS vernünftig auf den Platz bekommen hätte. Nicht nur fußballerisch, sondern auf vom Teamspirit und als funktionierende Einheit. Gerade bei den WM war dies der Fall. Bei der EM gegen England im Wembley und gegen Spanien kann man schon ausscheiden, wobei die eigene Leistung gegen England auch eher dürftig war.

Wichtig wird sein, dass Klopp und Co. den Zug auf das richtige Gleis stellen und abfahren lassen. Gerade bei Klopp als Trainer, könnte es sein, dass er die Früchte dann nicht mehr selbst ernten kann. Einfach weil es seine Zeit benötigt im Nachwuchsbereich. Aber mit gewissen Grundtugenden bis dahin wieder vernünftige Turniere zu spielen, dass muss das Ziel sein und dies wäre auch nicht zu hochgegriffen.

Wenn man sieht was andere Nationen, trotz aller Technik noch an Körperlichkeit mitbringen, dann können ein Wirtz, Musiala, Karl, Stiller, Kimmich gar nicht so fußballerisch so viel besser sein, um die körperliche Komponente aufzufangen. Daher sucht Klopp ja ganz bewusst auch die "robusteren" Spieler um eine bessere Mischung hinzubekommen, was halt auch bedeutet, dass nicht alle von Wirtz und Co. gleichzeitig auf dem Platz stehen können. Das ist halt auch ein Fehler der Nachwuchsausbildung der letzten 15 Jahre. Technisch starke Spieler welche sich alle ähneln, auch körperlich. Hier muss man im Nachwuchs auf mehr Diversität achten bzgl. Spielertypen aber auch "Spezialisten" für bestimmte Positionen fördern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also, laut @Micha38 bilden wir zu wenig physische Spieler aus, weil zu viel Techniker ausgebildet werden, laut @LeZ bilden wir zu wenig Techniker aus und laut Kahn wird die Persönlichkeit zu wenig gefördert. Hmmm... ;)

Ich will Euch damit nicht an den Karren fahren, aber es zeigt auf, dass das Thema halt nicht monokausal zu lösen ist. Vielleicht haben wir auch gar kein Nachwuchsproblem, sondern das Problem liegt ganz wo anders.
 
Ich wollte eigentlich gar nichts mehr dazu schreiben, aber das stimmt so nicht. Er hat Neuer schon öfter für mehrere Wochen am Stück vertreten, kam kalt in ein CL-Achtelfinale rein und hat Achtel- und Viertelfinale gespielt, hat im Jahr darauf wieder im CL-Achtelfinale gespielt und im DFB-Pokalfinale. Urbig ist kein normaler Ersatztorwart. Er hatte letztes Jahr 14 Ligaspiele (15 wären möglich gewesen, aber gegen Atalanta wurde er ja ausgeknockt und fehlte damit in Leverkusen), 3 Pokal- und 3 CL-Spiele. Im Jahr davor kam er erst im Februar, stand achtmal in der Liga im Tor und viermal in der CL. Er hat schon deutlich mehr Praxis als ein regulärer Ersatztorwart.
Ich glaub ich habe eine Menge zur Thematik geschrieben, auf das bisher nicht konstruktiv eingegangen ist. Muss auch nicht. Aber den nitpick zu machen, wo eigentlich klar ist worum es mir im Argument wirklich geht - nämlich Verantwortlichkeit im Tor. Wie du meinst.

Die Saison ging etwa von KW34 2025 bis KW20 2026. Das sind 38 Wochen, 20 Spiele von Urbig. Dann spielt er alle 2 Wochen.
 
Die Vermutung ist, dass Urbig jetzt Frontrunner auf die Nummer 1 ist. Sicherlich nicht weit her geholt, wenn jetzt zwei Torhüter keinen Einsatz kriegen. Wobei, Urbig Einsatzzeit zu geben, sodass er sich für den Verein fit spielt, ist ein noch besseres Argument.

Hat Klopp nicht ter Stegen mehr oder weniger zur Nr. 1 erklärt?
 
Ich glaub ich habe eine Menge zur Thematik geschrieben, auf das bisher nicht konstruktiv eingegangen ist. Muss auch nicht. Aber den nitpick zu machen, wo eigentlich klar ist worum es mir im Argument wirklich geht - nämlich Verantwortlichkeit im Tor. Wie du meinst.

Die Saison ging etwa von KW34 2025 bis KW20 2026. Das sind 38 Wochen, 20 Spiele von Urbig. Dann spielt er alle 2 Wochen.
Du gehst auf meine Argumente aber auch nicht wirklich ein. Im Endeffekt hättest Du halt gerne Atubolu im Nationaltor (der mir aktuell zu fehleranfällig ist) und ich Urbig (der Dir zu wenig Praxis hat). Vorschlag, warten wir mal ab, was in den nächsten Länderspielen passiert und reden dann weiter.
 
Hat Klopp nicht ter Stegen mehr oder weniger zur Nr. 1 erklärt?
Zur vorläufigen. Meine Vermutung ist, Ter Stegen macht die nächsten Länderspiele. Wenn er aber nicht durch die Decke geht und Urbig ab Sommer 2027 bei Bayern Nummer 1 wird und überzeugt, wird Urbig die Nummer 1 bei der EM. Für mich schaut es so aus, dass Klopp einen stark mitspielenden Torwart will. Ter Stegen ist das eigentlich, war aber vogelwild gegen Holland. Urbig ist in der Kategorie halt überragend. Und er scheint charakterlich halt echt top zu sein, darauf legt Klopp auch Wert. Gab wohl auch mal ein Testspiel von Fürth gegen Liverpool, wo er schon von Urbig angetan war.
 
Du gehst auf meine Argumente aber auch nicht wirklich ein. Im Endeffekt hättest Du halt gerne Atubolu im Nationaltor (der mir aktuell zu fehleranfällig ist) und ich Urbig (der Dir zu wenig Praxis hat). Vorschlag, warten wir mal ab, was in den nächsten Länderspielen passiert und reden dann weiter.
Ne, ich halte Atu nicht für die Nummer 1. Ich bin auch nicht sein größter Fan und vermute, dass wir mit Backhaus schon den besseren Torwart im Tor haben. Mir geht es explizit nicht um Atubolu oder um die Qualität von Urbig, sondern um den Vorgang. Ich persönlich finde, dass eine Basis geschaffen werden muss, in der man Spieler auch fair miteinander vergleichen kann. Den Werdegang beider Spieler hatte ich skizziert. Nichts davon ist bei Urbig beeindruckender gewesen als bei Atubolu. Jetzt schafft es Urbig alle zwei Wochen gut auszusehen, trägt dabei viel weniger Verantwortung und kriegt weniger aufs Tor. Weiß der Geier, wie sich Dahmen schlägt, wenn er mehr Zeit zum erholen hat. Batz hat letzte Saison bei Mainz gekilled und das in mehr Saisonspielen als Urbig. Reicht da die Grundlage, um ihn einzuschätzen? Ich denke der Wechsel ins zweite Glied zeigt, dass dem nicht so ist. Und für sowas eine Grundlage zu schaffen gibts das Leistungsprinzip. Oder halt nicht.
 
Naja, Leistungsprinzip ist für mich in Sachen Nationalelf ein Reizwort, schon immer. Wie ich weiter oben geschrieben habe, für mich ist Urbig aktuell der beste deutsche Keeper (von Backhaus halte ich übrigens nicht so viel, würde mich aber freuen, wenn ich mich irre). Wenn Klopp Urbig für den besten und für das System geeignetsten Keeper hält (halten würde), soll er ihn dann nicht nominieren, weil andere es mehr verdient hätten? Schwieriges Thema.
 
Er kann grundsätzlich machen, was er will. Wenn er aber fordert, dass die Nation hinter der Mannschaft stehen soll und er ein harmonisches Team haben will, dann sollte er auch nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Urbig zum Sommercamp mitzunehmen ist cool, aber ihn direkt zur 1 oder 2 zu machen, juckt mich halt.
 
Also fassen wir zusammen:
Kimmich soll weg weil manche meinen, dass er als Typ nicht passt und laut einigen hier auch nicht ins System von Klopp. Hier ist das Leistungsprinzip, laut dem er natürlich dabei sein müsste also egal, weil es ist halt der unsympathische Kimmich der bei Bayern spielt.
Auf der anderen Seite darf Urbig, der offensichtlich super ins System passt, noch viel Potential für die Zukunft mitbringt und den Klopp scheinbar auch als Person sehr schätzt auf keinen Fall Nummer 1 oder Nummer 2 (viele hier scheinen ja sogar eher der Meinung zu sein er dürfte gar nicht dabei sein) werden weil er zu wenig spielt. Hier ist das Leistungsprinzip (wobei es da ja sogar eher um die Quantität als um die Qualität geht) also wieder super super wichtig.
Ich finde beide Entscheidungen im Rahmen einer Nationalmannschaft übrigens völlig vertretbar. Für mich da ist nur "Leistungsprinzip" inzwischen wirklich zu einem absoluten Unwort geworden. Gerade auf NM geht es auch sehr viel um den Systemfit (man hat weniger Zeit alles einzuüben), den Fit in der Gruppe usw. und da finde ich es völlig ok wenn sowohl Spieler die im Verein absolut Top sind mal nicht dabei sind als auch wenn Spieler die im Verein (noch) nicht die allererste Geige spielen aber super ins System passen spielen oder zumindest für die Zukunft dabei sind
 
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Er kann grundsätzlich machen, was er will. Wenn er aber fordert, dass die Nation hinter der Mannschaft stehen soll und er ein harmonisches Team haben will, dann sollte er auch nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Urbig zum Sommercamp mitzunehmen ist cool, aber ihn direkt zur 1 oder 2 zu machen, juckt mich halt.
Ich verstehe den Ansatz aber finde es eben null schwer nachzuvollziehen warum man Urbig zumindest mal regelmäßig dabei haben will.
 
Also, laut @Micha38 bilden wir zu wenig physische Spieler aus, weil zu viel Techniker ausgebildet werden, laut @LeZ bilden wir zu wenig Techniker aus und laut Kahn wird die Persönlichkeit zu wenig gefördert. Hmmm... ;)

Ich will Euch damit nicht an den Karren fahren, aber es zeigt auf, dass das Thema halt nicht monokausal zu lösen ist. Vielleicht haben wir auch gar kein Nachwuchsproblem, sondern das Problem liegt ganz wo anders.

So habe ich das nicht gemeint. Eher das andere Nationen eben auch starke Techniker haben welche aber körperlich eine andere Hausnummer sind incl. Technik. Das körperliche schließt gute Technik ja nicht aus. Und unsere besten Techniker sind körperlich, nehmen wir da mal Frankreich, schon deutlich unterlegen ohne technisch überlegen zu sein. Wir haben praktisch alle ähnlich körperliche Voraussetzungen bei unseren "Technikern". Und bei körperlich robusteren Spieler fehlt dann die überragende Technik. Da stimmt einfach die Mischung nicht.

Wir bilden nicht zu wenige Spieler physische Spieler aus, sondern wir bilden zu viele physischen Spieler OHNE gute Technik aus.

Deshalb werden wir bei Klopp oft Spieler sehen welche "beides" etwas vereinen und dies sind dann halt weder die allerbesten Techniker noch die körperlichen Baumstämme. Und ja, es werden auch zwei vielleicht 3 Edeltechniker auf dem Platz sein, aber viel mehr Abstriche wird Klopp bei der Körperlichkeit da nicht machen wenn er sein "Heavy Metal" durchziehen möchte. Wobei Wirtz schon zugelegt hat in seiner Zeit bei Liverpool.

Was Kahn genau gesagt hat kann ich nicht beurteilen, weil ich es nicht gehört habe. Vielleicht meint Kahn mit Persönlichkeit auch einfach nur "Spezialisten" und da haben wir einfach zu wenig ausgebildet, dafür mehr einen Einheitsbrei. Strafraumstürmer, Außenverteidiger.................das wäre es schon gut wenn wir da mehr Spezialisten hätten. Aber wie gesagt, ich kann Kahns Worte jetzt nicht genau beurteilen und in welchem Zusammenhang er es gemeint hat.

Zur Persönlichkeit Allgemein: Es wäre schlimm wenn sich da keiner weiter entwickelt. Ist doch ganz normal. Man darf aber einen heute 20jährigen nicht mit einem 30jährigen Matthäus oder Sammer vergleichen. Diese brauchten auch Jahre um sich so zu entwickeln wie man sie später in ihrer "Prime" erlebte. Aber ich bin mir sicher, dass ein 30jähriger Wirtz auch eine andere Persönlichkeit sein wird als der heutige 23jährige Wirtz. Ist wie im echten Leben. Da werden oftmals Äpfel mit Birnen verglichen.
 
So habe ich das nicht gemeint. Eher das andere Nationen eben auch starke Techniker haben welche aber körperlich eine andere Hausnummer sind incl. Technik. Das körperliche schließt gute Technik ja nicht aus. Und unsere besten Techniker sind körperlich, nehmen wir da mal Frankreich, schon deutlich unterlegen ohne technisch überlegen zu sein. Wir haben praktisch alle ähnlich körperliche Voraussetzungen bei unseren "Technikern". Und bei körperlich robusteren Spieler fehlt dann die überragende Technik. Da stimmt einfach die Mischung nicht.

Wir bilden nicht zu wenige Spieler physische Spieler aus, sondern wir bilden zu viele physischen Spieler OHNE gute Technik aus.

Deshalb werden wir bei Klopp oft Spieler sehen welche "beides" etwas vereinen und dies sind dann halt weder die allerbesten Techniker noch die körperlichen Baumstämme. Und ja, es werden auch zwei vielleicht 3 Edeltechniker auf dem Platz sein, aber viel mehr Abstriche wird Klopp bei der Körperlichkeit da nicht machen wenn er sein "Heavy Metal" durchziehen möchte. Wobei Wirtz schon zugelegt hat in seiner Zeit bei Liverpool.

Was Kahn genau gesagt hat kann ich nicht beurteilen, weil ich es nicht gehört habe. Vielleicht meint Kahn mit Persönlichkeit auch einfach nur "Spezialisten" und da haben wir einfach zu wenig ausgebildet, dafür mehr einen Einheitsbrei. Strafraumstürmer, Außenverteidiger.................das wäre es schon gut wenn wir da mehr Spezialisten hätten. Aber wie gesagt, ich kann Kahns Worte jetzt nicht genau beurteilen und in welchem Zusammenhang er es gemeint hat.

Zur Persönlichkeit Allgemein: Es wäre schlimm wenn sich da keiner weiter entwickelt. Ist doch ganz normal. Man darf aber einen heute 20jährigen nicht mit einem 30jährigen Matthäus oder Sammer vergleichen. Diese brauchten auch Jahre um sich so zu entwickeln wie man sie später in ihrer "Prime" erlebte. Aber ich bin mir sicher, dass ein 30jähriger Wirtz auch eine andere Persönlichkeit sein wird als der heutige 23jährige Wirtz. Ist wie im echten Leben. Da werden oftmals Äpfel mit Birnen verglichen.
Kahn meint mit Persönlichkeit, dass den jungen Leuten alles abgenommen wird und sich dadurch kein Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz oder Verantwortungsgefühl bilden können. Kann ich aus meinem Arbeitsalltag durchaus bestätigen.

Grundsätzlich sehe ich es halt so: Damit ein Spieler den Sprung in den Profifußball schafft, braucht es:
-Talent
-Einstellung (Mentalität, Arbeitseifer, Fleiß, sucht Euch was raus)
-Jugendtrainer, die gut fördern
-Profitrainer und Vereine, die gewillt sind, dem Nachwuchs eine Chance zu geben
-und vor allem auch Glück

An welcher Stelle es jetzt mehr oder weniger hängt, darüber kann man natürlich vortrefflich diskutieren. Fakt ist, wir jammern über fehlende Stürmer und dann schau mal in die Bundesliga, bei wie vielen ein Stürmer gesetzt ist, der in der Deutschen Nationalmannschaft spielen dürfte. Oder: Es waren jetzt 44 Spieler nominiert. Wie viel Leverkusener waren dabei und warum (nicht)?
 
Nichts davon ist bei Urbig beeindruckender gewesen als bei Atubolu.
Das stimmt halt so absolut auch nicht. Genauso wie Atubolu ganz klare Vorzüge hat (eben z.B. deutlich mehr Spielpraxis, dadurch auch deutlich mehr Anschauungsmaterial), die Urbig so nicht hat oder haben kann weil er bei Bayern spielt, gibt es auch andersherum klare Vorzüge wie z.B. mehr Erfahrung mit Spielern auf höchstem Niveau (täglich im Training) und auch Einsätze in der Crunch Time der CL, wo er auch noch extrem gut ausgesehen hat, gemessen daran, wie er da reingeworfen wurde.

Ich persönlich finde, dass eine Basis geschaffen werden muss, in der man Spieler auch fair miteinander vergleichen kann.
Das ist halt schwierig, weil die Situation wie oben beschrieben so komplett unterschiedlich ist.
Klar kann man sagen es sei unfair Atubolu es irgendwie zum Nachteil zu machen, dass er nicht bei Bayern spielt und somit nicht die Spiele auf höchstem CL-Niveau bekommen kann, ist ja nicht seine Schuld. Genauso könnte man sagen Urbig hat aktuell genau deshalb weil er bei Bayern spielt auch nicht die Chance auf so viel Spielpraxis, weil Opa noch ne Runde drehen möchte und aufgrund seiner Karriere den Status "Unantastbar" hat, selbst wenn Urbig im nächsten Spiel die 0 hält inkl. 10 gehaltener Elfer.

Ein objektiver Vergleich ist dadurch kaum möglich, aber es ist ja noch ein bisschen Zeit bis zum nächsten großen Turnier. Ich denke die Fachkompetenz von Klopp ist gut genug, um ihm da erstmal zu vertrauen, ich sehe auf jeden Fall nicht, was er bisher völlig abwegiges getan hat. Wir werden sehen.
 
Auf der anderen Seite darf Urbig, der offensichtlich super ins System passt, noch viel Potential für die Zukunft mitbringt und den Klopp scheinbar auch als Person sehr schätzt auf keinen Fall Nummer 1 oder Nummer 2 (viele hier scheinen ja sogar eher der Meinung zu sein er dürfte gar nicht dabei sein) werden weil er zu wenig spielt. Hier ist das Leistungsprinzip (wobei es da ja sogar eher um die Quantität als um die Qualität geht) also wieder super super wichtig.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich finde es bei einem Torhüter befremdlich (ohne es jetzt genau begründen zu können wieso).

Zumal es jetzt ja auch nicht vergleichbar mit einem Jens Lehmann ist, der jahrelang super Leistungen zeigte bevor er dann bei Arsenal auf der Bank gelandet ist.

Bei einem Feldspieler finde ich das deutlich weniger schlimm.

Mit Burkardt kann ich bspw. gar nichts anfangen, da dürfte dann von mir aus gerne ein Woltemade als Ersatzspieler in der Hierarchie vorne sein.
 
Er kann grundsätzlich machen, was er will. Wenn er aber fordert, dass die Nation hinter der Mannschaft stehen soll und er ein harmonisches Team haben will, dann sollte er auch nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Urbig zum Sommercamp mitzunehmen ist cool, aber ihn direkt zur 1 oder 2 zu machen, juckt mich halt.

Zählt am Ende nicht wie gut das Team spielt? Wenn Klopp es schafft ein funktionierendes Team zu bilden das erfolgreich und attraktiv spielt, dann wird es doch kaum jemanden jucken ob Urbig, Backhaus oder Dahmen im Tor steht
 
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Reaktionen: MRB
Zu den Torhütern:

Ich sehe da noch keinen gesetzten und klar vor den anderen.

-Urbig muss erst einmal bei Bayern beweisen wenn er ständig die Nr. 1 ist, dass er es dauerhaft auf den Platz bringt. Von Kraft und Rensing dachte man dies auch. Dafür waren mir halt auch schon zu viele Wackler in der geringen Spielzeit. ABER kann natürlich auch sein, dass diese weg sind mit mehr Spielpraxis.

Klar ist, wenn er es bei Bayern auf Dauer schafft, dann hat er die besten Karten. Aber es ist halt noch einmal was anderes in einem Spiel bei Bayern nur 3-4 Szenen zu haben, als in der N11 vielleicht mal unter Dauerbeschuss zu sein.

-Atubolu hat seine Schwächen und Stärken. Hat sich verzockt mit dem Wechsel und muss erst einmal sehen das er einen weiteren Schritt macht.

-Backhaus spielt U21 und ist jetzt schon weiter als Atubolu zur gleichen Zeit war. Ich sehe ihn Stand jetzt nicht für Schlechter als Atubolu, eher noch für mehr Entwicklungspotenzial weil auch jünger und wenige Erfahrung. Abseits der "Atubolu-Jünger" in Freiburg, sind die Fans sehr angetan von Backhaus und sehen ihn auch als besser an, weil er beweglicher ist, nicht wie eine Bahnschranke fällt usw.

Auch einige andere junge Torhüter müssen sich erst einmal beweisen.

-MaTS hat die Erfahrung und ist normalerweise auch gut mit dem Fuß. Wenn er da stabil bleibt und eine gute Zeit bei Ajax hat, sehe ich ihn zumindest für die EM als Stammkeeper. Er ist vorerst die Nr. 1 und andere müssen besser sein, nicht nur gleichgut um da vorbeizuziehen. Vielleicht wird er jetzt, ohne den Druck mit Neuer konkurrieren zu müssen, auch in der NM befreiter spielen. Nach der langen Auszeit benötigt er auch Spielpraxis um sein Niveau zu erreichen.

Rein Menschlich wünsche ich ihm eigentlich ein Turnier als klare Nr. 1. Aber klar, es muss nach dem Leistungsprinzip gehen.


Da ist auf der TW eigentlich alles offen. Meine Prognose wäre MaTS zur EM und danach sind die Karten absolut neu gemischt.
 
Ich kann nur für mich sprechen, aber ich finde es bei einem Torhüter befremdlich (ohne es jetzt genau begründen zu können wieso).
Das geht ja nicht nur Dir so. Fußball hat eben viel mit Emotionen zu tun und mit Gefühl. Außerdem, auch wenn wir das Gegenteil behaupten, natürlich beeinflusst uns die Vereinsbrille. Schon alleine deswegen, weil wir die Spieler "unseres" Vereins am besten einschätzen können. Mir gibt es z.B. ein gutes Gefühl, wenn Urbig im Tor steht. Aber eben Gefühl.
 
Kahn meint mit Persönlichkeit, dass den jungen Leuten alles abgenommen wird und sich dadurch kein Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz oder Verantwortungsgefühl bilden können. Kann ich aus meinem Arbeitsalltag durchaus bestätigen.

Grundsätzlich sehe ich es halt so: Damit ein Spieler den Sprung in den Profifußball schafft, braucht es:
-Talent
-Einstellung (Mentalität, Arbeitseifer, Fleiß, sucht Euch was raus)
-Jugendtrainer, die gut fördern
-Profitrainer und Vereine, die gewillt sind, dem Nachwuchs eine Chance zu geben
-und vor allem auch Glück

An welcher Stelle es jetzt mehr oder weniger hängt, darüber kann man natürlich vortrefflich diskutieren. Fakt ist, wir jammern über fehlende Stürmer und dann schau mal in die Bundesliga, bei wie vielen ein Stürmer gesetzt ist, der in der Deutschen Nationalmannschaft spielen dürfte. Oder: Es waren jetzt 44 Spieler nominiert. Wie viel Leverkusener waren dabei und warum (nicht)?

Im Grunde beschreibt er Probleme unserer Gesellschaft und ja es kann sein, dass in anderen Ländern man mehr von diesen Eigenschaften benötigt, aber es ist in allem wohl ein Funken Wahrheit. Und Fußball war schon immer auch ein Abziehbild der Gesellschaft bei uns.

Ein gewisse Menge an Mentalität und Einstellung muss ja vorhanden sein, sonst kommt man nicht so weit. Aber vielleicht ist der Weg tatsächlich bequemer geworden als früher und mit wenig Widerstand verbunden. Und Widerstand muss man eben auch lernen zu überwinden und sich nicht abschrecken zu lassen. Ich denke, dass die Umstände dann auch von Fall zu Fall unterschiedlich sind.

Leverkusen halte ich für einen Witz. Die bauen eine neue Mannschaft auf nach der Alonso Ära und es sind so gut wie keine Spieler dabei welche für die deutsche NM spielberechtigt sind. Fällt mir echt schwer dies noch ernst zu nehmen oder hier Sympathie zu entwickeln. Da fällt es mir sogar schwer die Leistung anzuerkennen.
 
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