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Karriere-Ende ab 2019


Ich wundere mich oft darüber, dass Norweger (relativ) zeitig ihre Karriere beenden. Er wird sich das gut überlegt haben. Alles Gute für seine Zukunft!
 
Ich wundere mich oft darüber, dass Norweger (relativ) zeitig ihre Karriere beenden. Er wird sich das gut überlegt haben. Alles Gute für seine Zukunft!
Ich glaube das liegt in vielen Fällen an finanziellen Gründen, in Norwegen gibt es soweit ich weiß kein Sicherheitsnetz über Zoll und Polizei und persönliche Sponsoren gibt es auch nicht oder nur sehr begrenzt. Wenn man da nicht mehr im Kader ist oder längere Zeit als Fahrstuhlspringer zwischen COC und Weltcup hin und her wandert, zieht man dann wahrscheinlich schneller die Reißleine.
 
So ist es, selbst im B-Kader müssen viele Springer nebenbei arbeiten, weil es keine finanzielle Absicherung gibt. In wie weit Springer in welchem kader ihre Ausrüstung, die Trainingscamps etc. selbst zahlen müssen, weiß ich nicht. Aber irgendwo muss ja auf jeden Fall Geld für Miete, Lebensmittel etc. herkommen. Wenn sie da dann merken, dass sie ein paar Jahre keinen Durchbruch haben und auch jüngere sie überholen, dann kommen sie ins grübeln. Klar sieht man an Leuten wie Pius Paschke, dass ein später Durchbruch möglich ist, aber durch Polizei und Zoll ist da die finanzielle Situation einfach eine andere.
 
So ist es, selbst im B-Kader müssen viele Springer nebenbei arbeiten, weil es keine finanzielle Absicherung gibt. In wie weit Springer in welchem kader ihre Ausrüstung, die Trainingscamps etc. selbst zahlen müssen, weiß ich nicht. Aber irgendwo muss ja auf jeden Fall Geld für Miete, Lebensmittel etc. herkommen. Wenn sie da dann merken, dass sie ein paar Jahre keinen Durchbruch haben und auch jüngere sie überholen, dann kommen sie ins grübeln. Klar sieht man an Leuten wie Pius Paschke, dass ein später Durchbruch möglich ist, aber durch Polizei und Zoll ist da die finanzielle Situation einfach eine andere.
Es gab auch immer wieder Sportler:innen in Norwegen durch die Disziplinen hinweg, welche betont haben, dass es für sie auch finanziell wesentlich lukrativer und sicherer ist, sich in die freie Wirtschaft in Norwegen zu begeben als eine Karriere im Profisport anzustreben, selbst wenn sie in nem Studium erstmal weiter finanziell darben müssen.
Zuletzt auch Fossesholm im Langlauf, welche eigentlich nur auf ihren Medizinstudienplatz gewartet hat um dann ihre durchaus als vielversprechend geltende Karriere noch in jungen Jahren zu beenden.

Verübeln kann man es ihnen sicher nicht und ich bin mir persönlich auch nicht sicher ob ich den deutschen Weg der Sportförderung für super ideal halte. Klar den Punkt der größeren finanziellen Sicherheit hat er erstmal.
 
Ole Christian Wendel ist ja da auch so ein Vorzeige Kandidat.

Galt als das Übertalent in der NoKo, hat dann noch bevor die Karriere richtig los ging, den Stecker gezogen und ist nun Finanz und Bitcoin Firmen Inhaber in Norwegen :weghier:
 
Wenn man sich die Ergebnisse der letzten Jahre anschaut gibt es auch keine sportlichen Perspektiven weiterzumachen. Letzte Saison war er ausschließlich im COC unterwegs.
 
Verübeln kann man es ihnen sicher nicht und ich bin mir persönlich auch nicht sicher ob ich den deutschen Weg der Sportförderung für super ideal halte. Klar den Punkt der größeren finanziellen Sicherheit hat er erstmal.
Doch. Damit haben die Sportler die Möglichkeit, im Anschluss der sportlichen Karriere beim Staat unterzukommen. Und Polizei/Zoll/Bundeswehr profitieren ebenfalls davon denke ich. Sie bekommen fitte Leistungssportler, die Eigenschaften mitbringen, die gerade in diesen Berufszweigen wichtig sind. Ich finde das passt zusammen. Wer dann nach der Karriere doch etwas anderes möchte hat sicherlich die Option, aus diesem System auszusteigen.
 
Doch. Damit haben die Sportler die Möglichkeit, im Anschluss der sportlichen Karriere beim Staat unterzukommen. Und Polizei/Zoll/Bundeswehr profitieren ebenfalls davon denke ich. Sie bekommen fitte Leistungssportler, die Eigenschaften mitbringen, die gerade in diesen Berufszweigen wichtig sind. Ich finde das passt zusammen. Wer dann nach der Karriere doch etwas anderes möchte hat sicherlich die Option, aus diesem System auszusteigen.
Da wäre ich als linker Antifa Sportler der mit ACAB auf dem Helm die Schanze runterspringt, aber hart aufgeschmissen dann ;)
Nur Spass
 
Wenn man sich die Ergebnisse der letzten Jahre anschaut gibt es auch keine sportlichen Perspektiven weiterzumachen. Letzte Saison war er ausschließlich im COC unterwegs.
Aigner allerdings auch überwiegend seit x Jahren. Nur scheint der davon trotzden irgendwie leben zu können. Preisgelder + Förderung vermutlich. In Österreich oder anderen Ländern hat mans als B-Kaderspringer immer noch ganz gut.
 
Mit der Gesinnung findet man sich glaube ich eher nicht im Sport wieder, wo man für sein Land antritt.
Naja man hat da ja schlecht ne Wahl...
Kannst ja schlecht unter neutraler Flagge starten weil man sich als "Anti D" definiert.

War aber auch net Ernst gemeint und ich beziehe das mit dem "nicht ideal finden" des deutschen Systems auch eher auf den rein sportlichen Output im Vergleich zwischen Deutschland und Norwegen. Der ist ja nun in Deutschland nicht besser, trotz des norwegischen "seht zu wie ihr überlebt" Konzepts...
Mehr Sicherheit haben deutsche Sportler:innen, dass ist klar.
 
Naja man hat da ja schlecht ne Wahl...
Kannst ja schlecht unter neutraler Flagge starten weil man sich als "Anti D" definiert.
Ich denke, solche Leute schaffen es gar nicht erst in irgendwelche Leistungskader. Als Profisportler muss man sich nämlich unterordnen und Hierarchien akzeptieren können. ;)

Eine gewisse Identifikation mit Zoll/BW und Polizei gehört da einfach dazu, wenn man das System in Anspruch nimmt.
 
Da wäre ich als linker Antifa Sportler der mit ACAB auf dem Helm die Schanze runterspringt, aber hart aufgeschmissen dann ;)
Man muss halt manchmal im Leben Kompromisse machen. ;)
Aigner allerdings auch überwiegend seit x Jahren. Nur scheint der davon trotzden irgendwie leben zu können. Preisgelder + Förderung vermutlich. In Österreich oder anderen Ländern hat mans als B-Kaderspringer immer noch ganz gut.
Aigner ist bei der Polizei, wie Aschenwald. Das ist/war sein Absicherung. Oder Andreas Kofler, der bei der Polizei geblieben ist. Aigner ist dort auch nicht 2021/22 rausgeflogen, obwohl er für jene Saison den Kaderstatus verloren hatte. Um genau zu sein, gibt es in Österreich nur Nationalkader und A-Kader, wenn man als älterer Springer noch im Kader sein will. B und C-Kader sind altersmäßig begrenzt.
 
Heisst das Aigner muss neben dem Training und den Wettbewerben noch wie jeder andere Dienst schieben in der Woche?
 
Heisst das Aigner muss neben dem Training und den Wettbewerben noch wie jeder andere Dienst schieben in der Woche?
Das wird sich bei Aigner in engen Grenzen halten. Aber im Frühjahr und im Sommer wird er schon ein bisserl was machen müssen. Auch wenns "nur" Ausbildungslehrgänge sind.
 
Die Frage, inwieweit die Sportförderung in Deutschland tatsächlich mehr Spitzensportler hervorruft als beispielsweise in Norwegen, finde ich auch interessant. Man hat ja manchmal doch den Eindruck, dass es oft genug Springer gibt, die jahrelang unterstützt werden, und am Schluss beenden sie ihre Karriere doch, ohne viel erreicht zu haben.

Andererseits... dass in Norwegen trotzdem ähnlich viel, wenn nicht vielleicht sogar mehr erreicht wird als in Deutschland, kann auch andere Gründe haben. Ich habe dazu spaßeshalber mal die KI (Gemini) befragt - ohne wirklich zu wissen, welche Qualität deren Antworten auf diese Art von Fragen haben. Auf die Frage "Wie viele Skispringer gibt es in Norwegen?" bekam ich die Antwort:

"Laut den aktuellen Mitgliederzahlen des Norwegischen Skiverbands (Norges Skiforbund) gibt es im Bereich Skispringen (Hopp) insgesamt 3.267 registrierte Mitglieder (sowie 1.294 Mitglieder in der Nordischen Kombination)."

Auf die Frage "Und wie viele Skispringer gibt es in Deutschland?" bekam ich zur Antwort:

"In Deutschland gibt es schätzungsweise nur zwischen 650 und 700 aktive Skispringerinnen und Skispringer."

Als Quelle hierfür wurde angegeben: https://wsv-badfreienwalde.eu/mitmachen/infos-fuer-eltern/ (wie aktuell das auch immer ist).

Es passt allerdings durchaus zu dem, was ich früher schon so manches Mal gehört habe... dass die schiere Anzahl der Skispringer in Norwegen einfach vergleichsweise hoch ist. Da funktioniert dann ein "seht zu wie ihr überlebt"-Konzept (@Marti ) möglicherweise tatsächlich. Man verliert damit zwar sehr viele Springer, es bleiben aber immer noch genug übrig, um eine Weltcup-Mannschaft zu füllen. In Deutschland, wo es von vornherein weniger Springer gibt, ist es aber deshalb vielleicht wichtiger, dass man darauf achtet, nicht zu viele zu verlieren. Man stünde also in Deutschland ohne Sportförderung wahrscheinlich noch schlechter da - und in Norwegen mit Sportförderung noch besser (und hätte im Endeffekt aber wahrscheinlich zu viele Leute, so dass man die gar nicht alle im COC oder FIS-Cup unterbringen könnte).

Für Österreich gibt Gemini übrigens rund 400 bis 500 aktive Vereins-Skispringerinnen und -Skispringer an - da muss man sich dann allerdings schon fragen, wie Österreich es schafft, so viel effektiver zu arbeiten als Deutschland. Oder inwieweit die Zahlen korrekt sind.
 
Registriertes Mitglied ist aber nicht zwingend das gleiche wie aktive Springerinnen und Springer.
Von daher würde ich diese Zahlen mit Vorsicht genießen.
 
Deutschland hat halt den Nachteil das es zwar extrem viele Einwohner hat, aber skispringen (und allgemein wintersport) auf einige wenige dünn besiedelte orte/Regionen beschränkt ist (die noch dazu wegen des Klimahnewandels immer weniger schneezeit haben.

Ich würde vermuten das in Norwegen trotz viel geringerer Einwohnerzahl wesentlich mehr Menschen hat die im Umkreis von 20-30km um eine skischanze wohnen als Deutschland.
 
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