Ich frage mich eben, welchen sportlichen Wert solche gemischte Teams haben sollen. Was ich persönlich am Weltcup-System so gut finde, ist eben, dass jeder Sportler bei jedem Wettkampf Punkte sammelt - und am Ende der Saison erhält man dann eine Gesamtwertung, die sehr gut zeigt, wie stark die verschiedenen Sportler über die Saison hinweg waren. Zusätzlich fließen die Punkte in eine Nationenwertung, die zumindest noch widerspiegelt, wie gut die verschiedenen Verbände gearbeitet haben.
Daher sind für mich Einzelwettbewerbe nach wie vor am interessantesten; ihr Ergebnis fließt sowohl in den Einzelweltcup als auch in den Nationencup ein. Teamwettbewerbe mag ich schon weniger; denn ihre Ergebnisse fließen nur in den Nationencup ein, daher sind sie weniger relevant.
Einen Wettkampf, in dem Sportler aus verschiedenen Nationen in ein Team gepresst werden, könnte man aber weder sinnvoll zum Einzelweltcup noch sinnvoll zum Nationencup zählen. Ein solcher Wettkampf besäße für mich daher keinerlei Bedeutung. Und das heißt: Selbst dann, wenn der Wettkampf sehr eng wäre, weil durch einen glücklichen Zufall beim Losen viele ähnlich starke Teams entstanden sind, wäre er für mich nicht interessant, und ich würde ihn mir nicht ansehen.
Dieses ganze Zwangserfinden neuer Formate sieht so aus, als ob jemand beim IOC wirklich eine Art Sadist wäre und Freude daran hätte, wie sich die FIS hin- und her um sich schlägt, um irgendetwas zu erreichen, wobei das im Endeffekt null Bedeutung hat.
An sich ist die Kombination wirklich jetzt die spannendste in der Geschichte der Disziplin.
Zwar kann ein kurzer "Prolog-Sprint" oder wie auch immer das schlussendlich realisiert wird, eine tolle Abwechslung sein, aber im Grunde genommen denke ich wird immer alles am langen und langwierigen Springen mit öden minutigen Pausen zwischen den einzelnen Sprüngen scheitern (interessanterweise ist es beim Spezialspringen irgendwie nicht das Problem)
Eben, so sehe ich das auch. Das Problem der Kombination ist nicht unbedingt das generelle Format. Mit der Gundersen-Methode ist man meiner Ansicht nach schon nah am Optimum dessen, was in der Kombination überhaupt möglich ist.
Ich denke, die Kombination müsste da eher an Punkte wie „Social Media Engagement“ oder „Storytelling / Narrative Potential“ arbeiten, anstatt das Format so zu verschlimmbessern, dass auch noch die letzten alten Fans abspringen.
Das sind die europäischen Zeiten. Für die Zuschauer vor Ort ist es 13-15 Uhr.
Von den Zeiten her dürfte es schon passen:
Frauen Lauf 20 Minuten
Herren Lauf 15 Minuten
Herren Sprung 30 Minuten
Frauen Sprung 20 Minuten
Das sind ja die angekündigten 45 Minuten, wenn auch die 20 Minuten Pause bei den Herren dazwischen augenscheinlich nicht dazu zählen. Und da kommt direkt mein erster möglicher Todesstoß bei diesem Format. Du wirst keine andere Sportart in voller Länge in die 20 Minuten Pause bekommen. Und mit der Pause dazwischen sind es trotzdem wieder 60 Minuten - inklusive Frauen sogar 120 Minuten - sprich mit den Frauen bräuchte man ein riesiges TV-Fenster, dass man nicht bekommen wird. Es wird kein Sender durchgehend 120min Kombi zeigen, wenn auch Alpin oder Biathlon kommt.
Also das nächste Format, dass sich toll anhört, aber nicht die erhoffte Wendung bringt, sondern eher kontraproduktiv fürs Fernsehen ist?
Gut, aber wenn du natürlich Damen und Herren zusammenzählst, wirst du schon eine gewisse Mindestzeit brauchen. Ansonsten müsste man eben wie bisher stückeln und zusehen, dass man den Kombilauf irgendwie zwischen Biathlon und Skispringen unterbringt - in der Hoffnung, dass die Zuschauer, die die beiden „Hauptsportarten“ sehen wollen, dann zwischendrin nicht abschalten.
Was ich mich ja frage: Wenn ihnen so wichtig ist, dass es keine größeren Unterbrechungen gibt: Warum wechselt man dann nicht komplett durch, also in der Reihenfolge Damenlauf - Herrenlauf - Damensprung - Herrensprung? Damit müsste man die notwendigen Pausen doch noch weiter minimieren können.