Alles zum Thema Doping


unicum

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Hürdensprint-Olympiasiegerin Brianna McNeal (USA) ist wegen Manipulation einer Dopingprobe von der unabhängigen Integritätskommission (AIU) des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics für fünf Jahre gesperrt worden.

 

LeZ

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Ich halte es praktisch für ausgeschlossen, dass die Dame absichtlich ausgerechnet mit Nandrolon nachgeholfen haben soll. Das ist ähnlich wie bei Baumann, hatte alles für Blutdoping und Einstellung von EPO-Derivaten auf dem Zimmer, und soll dann mit einem Uralt-Steroid aus dem Fitnessumfeld für Hochleistungs-Ausdauersport gedopt haben ?

Ich zitiere mal die Sporthochschule Köln:
Doping mit Nandrolon in Form von Injektionspräparaten (Dopotformen) ist mit der Dopinganalytik sehr lange nachweisbar, unter Umständen bis zu einem Jahr. Doping mit Depotpräparaten von Nandrolon ist im nichtkontrollierten Fitnessbereich bekannt. Entsprechende Schwarzmarkpräparate von Nandrolondecanoat werden beworben und gehandelt. Im kontrollierten Leistungssport werden Depotpräparate aufgrund der guten Nachweisbarkeit kaum eingesetzt. Im Vergleich zu Depotpräparaten werden oral angewendete Steroidhormone schneller ausgeschieden und die Nachweiszeiten nach der letzten Anwendung sind deutlich kürzer.

Orale Präparate von Nandrolon sind aber aufgrund des first pass-Effekts nicht effektiv und deshalb als therapeutische Mittel nicht auf dem Markt. Dagegen sind als orale anwendbare Substanzen sogenannte Vorhormone (Prohormone) von Nandrolon wie 4-Norandrostendion, 4-Norandrostendiol und 5-Norandrostendiol (s. Abb.3) seit 1998/99 in großen Mengen frei verfügbar und wurden als Nahrungsergänzungsstoffe in Amerika und anderen Länder gehandelt. Dagegen sind in Deutschland Prohormone nicht verkehrsfähig. Sie gelten als nicht zugelassene Arzneimittel und eine Weitergabe gilt als Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. In Amerika wurde der Handel mit Prohormonen ab 2006 ebenfalls verboten.
Ich sage mal, die Dame wurde von irgendwem abgeschossen. Wenn man dopen will und in der Weltspitze unterwegs ist, dann hat man ganz andere Mittel zur Verfügung, besonders wenn man Sponsoren hat.
 
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Masha

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Vorhin kam auf der Tagesschau ein kurzer Bericht: da wurden bei Tests an der Uni Köln Leute mit Doping Mitteln berührt. Also z.B. mit Hand am Hals. Und bei den Leuten waren die Dopingtests danach positiv. Das erschreckt mich. Falls die Tests plausibel/ seriös sind: Da sind Manipulationen Tür und Tor geöffnet …
 

Mjerumani

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Vorhin kam auf der Tagesschau ein kurzer Bericht: da wurden bei Tests an der Uni Köln Leute mit Doping Mitteln berührt. Also z.B. mit Hand am Hals. Und bei den Leuten waren die Dopingtests danach positiv. Das erschreckt mich. Falls die Tests plausibel/ seriös sind: Da sind Manipulationen Tür und Tor geöffnet …
Ich habe es noch nicht gesehen, aber es gibt bei der sportschau auch einen knapp einstündigen Beitrag dazu:
https://www.sportschau.de/geheimsache-doping/video-geheimsache-doping-schuldig---wie-sportler-ungewollt-zu-dopern-werden-koennen-100.html
 

LeZ

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Die Zweitprobe ist ja dann auch positiv, nur eben durch gezielte Kontamination des Körpers der Sportler durch Berührung mit einem speziell dafür hergestellten Kontaktgifts als Transportmittel. Genau so wurden früher ja auch Agenten oder Zielpersonen vergiftet.

Einzige Abhilfe, jeder Athlet muss quasi täglich oder in sehr kurzem Intervall Blut-, Haar- und/oder Urinproben hinterlegen, um festzustellen dass er nicht über längere Zeit mit Leistungsmitteln gedopt hat, und den Zeitpunkt einer externen Vergiftung feststellen zu können. Im Gegensatz zu echtem Doping vermitteln diese Kontaktgifte ja nur geringste Dosen um den Test ausschlagen zu lassen.

Allerdings hat das noch einen Nebenaspekt - die Täter müssen wissen wann Dopingtests erfolgen, damit die Exposition mit derart geringen Mengen erst unmittelbar vor der Probenentnahme erfolgt. Da muss es also undichte Stellen oder dergleichen geben.

Ups - jetzt ist auch klar, warum die attackierten Sportler fast immer mit Uralt-Mitteln wie Deca "erwischt" wurden. Das Zeug ist halt viel länger nachweisbar als aktuelle Hightech, was ja auch der Grund ist warum kein Leistungssportler der bei Verstand ist das immer noch verwendet.
 

LeZ

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Sagen wir mal so - von früher ist es (mir) bekannter. :/
 

theser

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Hab die Doku gestern Abend gesehen. Empfehlenswert. Die Corona-Abstandsregeln passen da doch grad super rein :clowns:

Ich konnte der Aussage der Doku aber nicht so weit folgen, dass das Anti-Doping-System nun grundlegend verändert werden muss. Ich glaube ,oder hoffe vielmehr zumindest, nicht, dass derartige "Attentate" häufig vorkamen oder nun vorkommen werden.
 

unicum

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Alex Quinonez aus Ecuador darf nicht bei den olympischen Leichtathletik-Wettbewerben in starten. Der WM-Dritte über 200 m ist am Mittwoch wegen dreier verpasster Dopingkontrollen binnen zwölf Monaten für ein Jahr gesperrt worden.

 

Pirkko

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