Und beginnt eben mit Marsch, der die beste Abwehr der Liga übernommen hat, zwar verliert er den Abwehrchef, bekommt aber zwei hochtalentierte Leute und ändert eben die Formation, ohne die defensive Absicherung zu gewähren.
Das sehe ich auch so. Für mich ist der eigentliche Chef bei euch eh Orban, Upa war aber natürlich der individuell beste Abwehrspieler. Den Abgang hat man gut kompensiert, das finde ich auch. Dass es bei zwei so jungen Nachfolgern erstmal ein paar Abstimmungs- und Anpassungsprobleme gibt, ist ok und normal. Aber außer Upa sind ja hinten wirklich alle geblieben: dass die allgemeine defensive Statik überhaupt nicht mehr stimmt, hat dann nicht so viel mit dessen Weggang zu tun, das ist schon hausgemacht.
Marsch ist grundsympathisch, das finde ich auch. Er steht auch für den klassischen RB-Stil. Aber in der Ausführung wird in Leipzog ja nunmal auch ein ganz anderes Niveau verlangt, als in Salzburg. Zweimal das Double in Salzburg ist keine Kunst, demnach könnten auch Vogel oder Torsten Fink Top3-Teams in der BL trainieren. Mehr Qualitätsgefälle als zu deren Baseler Zeit oder eben seit ein paar Jahren in Österreich gibt es europaweit in keiner anderen Liga. Ok, in Moldau vielleicht. Das ist kein wirklicher Maßstab.
Ein Salzburger Trainer
kann natürlich fähig sein, zwei Stufen drüber zu performen. Aber das ist kein Selbstgänger. Ich habe bei Marsch so ein bisschen den Eindruck, als ob der Schritt ein bisschen zu groß ist. Er wirkt taktisch, aber auch in seinen Interviews irgendwie fast ein bisschen überrascht darüber, wie es in seinen neuen Arbeitsgefilden so zugeht. Auf und neben dem Platz.
Die Zeit bis zum Winter sollte man ihm aber natürlich geben und ich wünsche ihm und der Liga, dass er das hinkriegt. Ihm, weil er ein wirklich netter Typ zu sein scheint. Der Liga, weil wir jeden Contender brauchen, den wir kriegen können. National wie international.
Dass mein FC Bayern dies mit seiner Transferpolitik teilweise torpediert, ist mir bewusst. Aber ich spreche ja in erster Linie als Fußballfan. RB tut mir mit seinem Filialgeschäftsmodell auch nicht wirklich leid: aber trotzdem brauchen wir in D eben Clubs, die auf höchstem Level mithalten können. Und da gehört Leipzig zwingend dazu.