Der Ballon d´Or Thread


England ist da halt eine Anomalie. Weil ich es verstehen kann, dass man mit dem Team, das sie haben, halt eher Frankreich-like unterwegs waren, à la: "wir wollten eigentlich den Titel". Gleichzeitig ist es bei ihrem Palmares aber halt erst die zweite WM-Medaille ever, weshalb man schon sagen kann: "resultattechnisch wart ihr bisher eher Kroatien/Marokko/Türkei, als Frankreich/Deutschland/Spanien".
England war nahezu überall einer der Topfavoriten auf den Titel, die Kicker spielen bei Topklubs, fighten um die CL und die EL, der Rest besteht aus Leuten, die in der PL überzeugen. Warum sollte da die historische Bilanz irgendeine Rolle in der Wahrnehmung spielen?
Es ist doch eher das Selbstverständnis im Hier und Jetzt, was die Richtung vorgibt.
Deutschland hat dem Spiel um P3 2006 auch eine andere Bedeutung zugemessen, 2014 hätte das nach einem HF-Aus sicher anders ausgesehen.

Für Kane natürlich verdient, auch wenn er dank Klopp auf N11-Ebene leider keinen Titel mehr einsammeln wird. Der güldene Ball wird manch Wunde etwas heilen. Magdeburg wird jedenfalls nicht unterschätzt, Harry am nächsten Morgen frisch und nüchtern. Ist auch eher Papa als Player.
 
Nichts, was die Wahl ausschließen sollte, aber auch nichts, was irgendwie für einen tollen Charakter steht. Wäre kane Brasilianer und kein englischer vorzeigeschwiegersohn, würden die Reaktionen ganz anders ausfallen.

:crazy:

Dann müsste er sich aber auch auf dem Platz aufführen, wie dieser Brasilianer. Und da liegen ganze Universen dazwischen.
 
England war nahezu überall einer der Topfavoriten auf den Titel, die Kicker spielen bei Topklubs, fighten um die CL und die EL, der Rest besteht aus Leuten, die in der PL überzeugen. Warum sollte da die historische Bilanz irgendeine Rolle in der Wahrnehmung spielen?
Es ist doch eher das Selbstverständnis im Hier und Jetzt, was die Richtung vorgibt.
Deutschland hat dem Spiel um P3 2006 auch eine andere Bedeutung zugemessen, 2014 hätte das nach einem HF-Aus sicher anders ausgesehen.

Für Kane natürlich verdient, auch wenn er dank Klopp auf N11-Ebene leider keinen Titel mehr einsammeln wird. Der güldene Ball wird manch Wunde etwas heilen. Magdeburg wird jedenfalls nicht unterschätzt, Harry am nächsten Morgen frisch und nüchtern. Ist auch eher Papa als Player.

Weil man mit der WM Bronze immer noch das beste Resultat seit 1966 eingefahren hat. Das kann man doch nicht mit Deutschland vergleichen, dass gefühlt immer irgendwie im Finale stand.
 
:crazy:

Dann müsste er sich aber auch auf dem Platz aufführen, wie dieser Brasilianer. Und da liegen ganze Universen dazwischen.

Hab jetzt schon auch nicht den Eindruck, dass Brasilianer generell Hate abkriegen bei dieser Wahl. Bei Ronaldo, Rivaldo, Ronaldinho und Kaka hat man den Preis ja gerne vergeben. Und bei den Alternativgewinnern, wo man bestimmt hat, wer die Dinger vor 1995 geholt hätte, wenn damals Nicht-Europäer erlaubt gewesen wären, ging auch ein Titel an Romario, einer an Garrincha, und 2000 an Pelé.

Vini ist schon ein Spezialfall. Dort ist es mittlerweile auch ein Perpetuum Mobile. Dass er so viel Rassismus abkriegt, ist unter aller Sau. Gleichzeitig verhält er sich wie die Axt im Wald und begibt sich nachher nur in die Opferrolle und ist ja alles nur Rassismus, was so halt nicht komplett korrekt ist.

Sehe aktuell Vini aber auch nicht in der Nähe des Ballon d'Or. Brasilien hat aktuell halt einen historisch beschissenen Kader und er ist da der Eineinhalbäugige unter den Blinden.
 
Irgendwie ist es schon komisch, das Mbappe noch keinen hat und es punktetechnisch ja weniger als 41 Punkte Abstand waren zeigt ja auch, irgendwo kann da schon einer mal abfallen. Aber wenn die zwei Vereine, bei denen ich die letzten 5 Jahre war, insgesamt 4 CL Titel holen und ich bei keinem einzigen dabei war, ist das argumentativ schon ein ziemlicher downer.

Kane hatte irgendwie wirklich nicht so eine Weltfussballersaison, aber sonst halt auch keiner.
 
Weil man mit der WM Bronze immer noch das beste Resultat seit 1966 eingefahren hat. Das kann man doch nicht mit Deutschland vergleichen, dass gefühlt immer irgendwie im Finale stand.
Ich habe eigentlich nur Deutschland mit Deutschland verglichen, um zu zeigen, dass 1:1 die gleiche Historie (3-Facher WM und mehrfacher Finalist jeweils) zu anderer Wahrnehmung führen würde, je nach aktueller Form. Würde auch behaupten, dieser Blick auf die hist. Daten interessiert kaum jemanden, der auf dem Feld steht.
 
Ist das eigentlich erlaubt, dass jemand ohne Tattoos und mit die-Haare-einfach-nach-hinten-gekaemmt-"Frisur" so einen Preis gewinnt? Denkt denn keiner an die Kinder? Was sollen die mit so einem Unc anfangen?
 
Ich glaube, dass wir uns weitesgehend einig sind. Für Teams wie Frankreich ist so ein Spiel eher naja, weil man noch nicht ganz fertig ist mit Wunden lecken, da man wusste, dass der Titel eigentlich machbar war und noch enttäuscht ist, dass es damit nichts wird.

Für Länder wie Kroatien ist es was anderes. Bevor wir 2018 und 2022 nochmal den Pimmel auf den Tisch geknallt haben, hatten wir ja nur die Bronze von 1998. Und selbst 2022, wo wir als Vizeweltmeister ins Rennen gingen und Bronze 2018 schon getoppt hatten, wollte man zumindest den 3. Platz, weil drei Medaillen ist geiler als 2.

Marokko hätte sicher auch nichts dagegen gehabt, nicht nur als erstes afrikanisches Team ins Halbfinale vorgedrungen zu sein, sondern auch als erstes afrikanisches Team mit einer Medaille von einer WM zurückzukehren.

Frag mal einen Türken, was ihm die Bronze von 2002 bedeutet. Sie sind immer noch auf dem Trip, auf dem wir vor 2018 waren. "Wir haben ja sonst nichts."

England ist da halt eine Anomalie. Weil ich es verstehen kann, dass man mit dem Team, das sie haben, halt eher Frankreich-like unterwegs waren, à la: "wir wollten eigentlich den Titel". Gleichzeitig ist es bei ihrem Palmares aber halt erst die zweite WM-Medaille ever, weshalb man schon sagen kann: "resultattechnisch wart ihr bisher eher Kroatien/Marokko/Türkei, als Frankreich/Deutschland/Spanien".
Es geht mir gar nicht um die Bedeutung von Platz 3. Der ist natürlich alles andere als unbedeutend, immerhin musste man dafür bis ins Halbfinale vorrücken. Aber ob man da jetzt den 3. Platz noch ausspielen muss oder einfach zwei 3. Plätze verteilt macht für mich jetzt nicht den großen Unterschied. Dass Kroatien auf die 3. Plätze besonders stolz sein kann (oder auch die Türkei) steht für mich außer Frage.
 
Ich habe eigentlich nur Deutschland mit Deutschland verglichen, um zu zeigen, dass 1:1 die gleiche Historie (3-Facher WM und mehrfacher Finalist jeweils) zu anderer Wahrnehmung führen würde, je nach aktueller Form. Würde auch behaupten, dieser Blick auf die hist. Daten interessiert kaum jemanden, der auf dem Feld steht.

Worüber reden wir? Wenn du das historisch zweitbeste Ergebnis aller Zeiten für deine Nation einfährst, ist das immer noch ein Erfolg. Klar will jeder Sportler das beste Ergebnis. Aber die Historie spielt sehr wohl eine Rolle, wie man einen Erfolg wahrnimmt. Deutschland hat 12 WM-Medaillen. Je 4 von jeder Farbe. Da reiht man sich halt lieber bei den Helden von 1954, 1974, 1990 und 2014 ein, als bei den Bronzegewinnern von 2010, die keine Sau mehr interessieren.

England hat einen WM-Titel, den man im eigenen Land geholt hat, mit Hilfe eines Tores, über das heute noch gestritten wird, ob es eines war. Danach kam nix. Da darf man sich durchaus freuen, wenn man eine Medaille holt, egal welcher Farbe, weil das abgesehen von den 1966ern niemand geschafft hat.

Hätte Kroatien 17 WM-Titel, würde ich mir auch keinen auf eine Bronze runterholen. So ist es aber irgendwie geil für ein kleines Land, wenn man zumindest das holt.
 
Es geht mir gar nicht um die Bedeutung von Platz 3. Der ist natürlich alles andere als unbedeutend, immerhin musste man dafür bis ins Halbfinale vorrücken. Aber ob man da jetzt den 3. Platz noch ausspielen muss oder einfach zwei 3. Plätze verteilt macht für mich jetzt nicht den großen Unterschied. Dass Kroatien auf die 3. Plätze besonders stolz sein kann (oder auch die Türkei) steht für mich außer Frage.

Im ersten Moment fühlt sich ein 3. Platz sogar paar Prozent besser an, als ein Zweiter. Immerhin beendest du das Turnier mit einem Sieg. Und zwei 3. Plätze ist irgendwie nicht das Gleiche. Zumindest nicht so, wie man es bei der EM macht. In der Türkei spricht ja niemand davon, dass man 2008 gemeinsam mit Russland Bronze geholt hat. Man war einfach Halbfinalist.

Als Kampfsportler habe ich es jeweils begrüsst, wenn der 3. Platz nicht mehr ausgekämpft wurde. Das Bedürfnis nach dem Halbfinale noch einmal verdroschen zu werden, hielt sich in Grenzen.
 
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