Die Liebe zum Verbrenner kommt in erster Linie weil man sonst in allen Technologien abgehängt wurde...
Jetzt kann man sagen E-Autos sind nicht wirklich die Zukunft aber auch im Sektor Software und Elektronik ist man absolut abhängig von anderen Märkten. Ich glaube der Premium Gedanke kann noch funktionieren bei den Deutschen Herstellern.
Aber damit bist du halt nicht mehr auf dem absoluten Massenmarkt unterwegs.
Die Heulerei europäischer (und insbesondere deutscher) Fahrzeug-Hersteller kommt mehr oder weniger aus einer Grube, die man sich selbst geschaufelt hat.
Über Jahre hat man auf den nordamerikanischen PKW-Markt geschielt und den Kunden die SUVs als das Mantra des Autofahrens beworben. Der sportliche Wagen der alles kann und gleichzeitig noch Platz bietet. Zu blöd nur, dass die Geräte im Vergleich zu Limousinen und Kombis ordentlich schwere Spritschleudern sind (dem Kunden wird bei der Gelegenheit noch verraten, dass man sich mit weniger als 200PS auch nicht auf deutschen Autobahnen blicken lassen soll). Also macht man noch mehr oder weniger halbherzig bei den Plug-In-Hybriden und Elektroautos mit, um die von der EU geforderten CO2-Flottenwerte zu erfüllen.
Sparsame Verbrenner wie beispielsweise Kleinwagen verschwinden nach und nach vom Markt. Was will der Hersteller schon mit ihnen, wenn sie halb so viel Kraftstoff verbrauchen wie die SUV-Schlachtschiffe, aber gleichzeitig die Gewinnspanne deutlich kleiner ist? Eigentlich beliebte Modelle wie Ford Fiesta (größtenteils in Köln gebaut), VW up und VW Fox verlassen die Bühne.
Das Elektroauto wird für manch Hersteller eher Mittel zum Zweck. Man bringt Elektroautos auf den Markt, aber die Stückzahlen bleiben erstmal klein ... und das Produktionsvolumen auch. Während PKWs wie die von Tesla optisch eher biedern rüberkommen, toben sich europäische E-Auto-Designer in ihren Fabriken aus. "Sehr her, ich fahre ein E-Auto, ich bin progressiv!" ... das ist wohl das Denken, dass die Auto-Hersteller von ihren E-Auto-Kunden erwarten.
Autos wie z.B. BMW i3 und Renault Twizy sehen einfach scheíße aus.
Lange Zeit sind die E-Auto-Verkäufe dementsprechend schlecht. Manch Hersteller bietet einen E-Auto-Kleinwagen an. Peugeot und Citroen verkaufen den Mitsubishi i-Miev unter ihrem Branding als iOn bzz. C-Zero. Gewissermaßen das, was die Leute heute mehr oder weniger suchen, aber bei der Markteinführung werden der hohe Preis und die niedrige Reichweite (ca. 150km) kritisiert. Die Zulassungszahlen sind schlecht.
Wie reagieren die europäischen Autobauer? Ganz klar ... der Kunde will mehr SUVs. Also gib ihm mehr SUVs. E-SUVs, wer braucht sie nicht? Die Reichweite ist groß und die Werbebotschaften ansonsten ähnlich wie bei den Verbrenner-SUVs. Da klingeln die Euro-Zeichen in den Augen, da ist ne große Gewinnspanne.
Problem: Die Leute wollen keine E-SUVs.
Sie kaufen sich profane Limousinen wie den Tesla Modell 3, der gut 500km weit elektrisch fahren kann.
Sie kaufen sich Kleinwagen wie VW e-up! (eingestellt) und Renault ZOE. Modellreihen die lange eher Stiefmütterlich behandelt werden. Neue Hersteller drängen auf den Markt. Chinesische E-Auto-Marken ploppen hier und da auch und bieten mittlerweile auch nicht mehr Fahrzeuge die nur 1 Stern beim NCAP-Crashtest bieten, sondern die früheren Schwächen chinesischer PKWs vergessen machen.
Irgendwann klingelt es so langsam. VW verabschiedet sich von e-up, e-Golf, e-Passat. Einfach nen Elektromotor in nen Benziner packen reicht nicht aus. Benzintank und Batterie sind nicht das gleiche, sie wollen unterschiedlich in der Karosserie angeordnet werden.
Irgendwann bringt man dann mal rein als Elektro-Auto konzipierte und entwickelte Modelle. Man kopiert ein wenig von Tesla und packt den größten Fernseher in die Mittelkonsole, welche einen noch die Windschutzscheibe sehen lässt.
Aber warum kostet der VW ID.7 nun im Basispreis fast 10.000€ mehr als der VW Passat GTE?
Tjoa, so wird man hohe Absatzzahlen vielleicht auch nicht erreichen.
Die Konkurrenz aus Fernost ist fast schon etablierter und sogar auf dem Gebrauchtwagenmarkt präsenter ... falls man erstmal "probieren" will.
Tjoa, nun hat man keine günstigen Verbrenner-Kleinwagen mehr die Reichweite können und hat gleichzeitig keine E-Autos die - wenn sie Reichweite können - einen tief in die Kasse greifen lassen.
Ein Kompaktwagen wie der BYD e2 (400km Reichweite) kostet ab 13.000€. Sein Konkurrent, der VW ID.3 möchte mindestens das dreifache sehen.
Tja....