Amateure sind das trotzdem nicht, sondern wirklich Profis mit 2. Staatsangehörigkeit.
Was schlimm genug ist. Das ist ja nicht die NM Curacaos, sondern Holland C (Holland B ist Marokko). Ich habe kein Problem damit, wenn Doppelstaatler den Verband wechseln, aber wenn der gesamte Kader oder alle Leistungsträger nur Spieler sind, die nie in dem Land gelebt haben, geschweige denn da ausgebildet wurden, dann fühkt sich das schon sehr falsch an.
Eine NM muss ja nicht die komplette Gesellschaft abbilden, kann sie ja auch nicht. Aber die NM eines Landes vertritt ja den jeweiligen Fußballverband und sollte schon den Fußball des Landes und vor allem seine Ausbildung spiegeln. Das ist mittlerweile bei vielen afrikanischen und karibischen Teams einfach überhaupt nicht mehr der Fall. Kap Verde (in den Payoffs) sind ja auch Portugal B oder C (je nachdem, wie man Angola bezeichnet). Surinam ist Niederlande D. Usw.
Bei solchen Gebilden halte ich dann auch nicht mehr zum Außenseiter, weil es mit dem Fußball des Landes einfach nichts mehr zu tun hat.
Die "normalen" Nationalmannschaftswechsel finde ich ja ok. Bei vielen Menschen mit Migrationshintergrund schlagen ja tatsächlich zwei Herzen in einer Brust, da muss man mit 16 oder 18 auch nicht wissen, was einem wichtger ist. Und wenn man einen Bezug zu zwei Nationen hat, ist es auch völlig ok, eine Karriereentscheidung zu treffen. So lange es einen Bezug gibt, belügt oder betrügt man da niemanden.
Bei Rani Khedira oder Chukwuemeka (oder vor ein paar Jahren Dahoud) sehe ich das anders. So lange Khedira Chancen auf die deutsche NM sah,konnte er in Interviews gar nicht deutsch genug sein (spreche nur deutsch, habe keine Verbindung nach Tunesien). Jetzt kann es nicht schnell genug gehen, für Tunesien aufzulaufen, weil die an einer WM teilnehmen und der deutsche Zug für ihn abgefahren ist. Wenn ich mich vorher so GEGEN Tunesien aus dem Fenster lehne, kann ich doch nicht in den Spiegel sehen und das bringen, oder?
Bei Österreich geht Wanner völlig klar, aber Chuck? der kennt da niemanden, hat keine Verwandschaft, wurde rein zufällig da geboren und das war's. der ist ja auch nicht in Österreich aufgewachsen, nichtmal in den Kindergarten gegangen. Das ist weniger Österreich als Paolo Rink deutsch war, sogar viel weniger. Und die Fans jubeln, das verstehe ich nicht.
Ich bin alles andere als ein Nationalist, aber wenn so überhaupt keine Verbindung da ist, dann hätte man anscheinend auch komplett fremde Spieler eingekauft, wenn es erlaubt wäre. Das hat Österreichdoch auch gar nicht nötig.
Es muss ja nun wirklich nicht Blut und Boden und Hand aufs Herz bei der Hymne sein, aber irgendeine reale Verbindung sollte es mMn schon geben. Die allerbeste ist, wenn man in dem Land das Fußball spielen gelernt hat, denn genau dafür steht eine NM ja. Oder wenn man als eingebürgerter Mensch in dem Land halt schon sehr lange Fußball spielt. Chuck verkörpert den österreichischen Fußball nicht, die österreichische Gesellschaft nicht, hat keine Erinnerungen an Österreich und hat auch keine österreichischen Verwandten, er spricht nur deshlab etwas deutsch, weil er imungeliebten Nachbarland sein Geld verdient. Und trotzdem finden es alle geil, das er jetzt für Österreich spielt. Fände ich in einem "deutschen" Fall nicht. Das ist einfach nur Söldnertum und das sogar ziemlich auf die Spitze getrieben.