Bei den ganz jungen geht es erstmal darum, dei Freude am Spiel zu fördern, darum ist mehr Kleinfeld wichtig, weil es mehr Ballkontakte für den Einzelnen bringt. Dann muss das Ergebnisdenken bei U8 bis U14 komplett weg, weil genau das dazu fühert, dass nur eine Jahrgangshälfte gefördert wird. Mit 10 oder 12 macht ein halbes Jahr körperlich viel aus und bis jetzt war es ja tatsächlich so, dass eine Geburt in der falschen Jahreszeit die Chancen zum Profitum eklatant verringert hat. Das ist statistisch nachweisbar. Und das liegt einzig und allein am Ergebnisdenken der Vereine, nicht am Verband, der jetzt versucht, die Vereine mit eienr grundsätzlich neuen Regelung dazu zu zwingen, auch (noch) körperlich schwächere, aber vielleicht technisch begabte Jungs zu fördern. Was komplett richtig ist.
Watzkes (der im Moment mächtigste Mann im DFB) Kommentar dazu: "jetzt dürfen die Jungs nichtmal mehr gewinnen!" Da sieht man doch schon, wo das Problem bei den Proficlubs und den Entscheidern ist und wieviel Arbeit, auch Überzeugungsarbeit vor Mertesacker und den guten Leuten in der Jugendarbeit (die es ja nach wie vor gibt) liegt.
Wir müssen in der Jugend viel mehr Spaß am Spiel und viel mehr Spiel MIT dem Ball vermitteln. Dazu einen viel größeren Mut zu Fehlern haben, wie Thomas Broich das sehr richtig dargelegt hat. Du kriegst keinen Olise, wenn er in der Kindheit nicht die Chance hatte, seine "Tricks" zigmal falsch zu machen, bevor sie irgendwann klappten. Kreativität entsteht durch Ausprobieren, nicht durch "es muss von Beginn an ums Gewinnen gehen" oder "gut ist, was Erfolg bringt" bei einer U11 oder U16.
Und wir brauchen bessere Jugendtrainer, die in den Proficlubs auch gut bezahlt werden. Die Clubs müssen dafür sorgen, dass 40 Jahre Jugendtrainer ein finanziell guter Job sein kann. Und Trainer dürfen die Leistungsjahrgänge U17, U19 und U21/23 nicht für ihre eigene Karriere zum Erstligatrainer missbrauchen. Wir brauchen da keine Farkes, Tuchels, ect, sondern Menschen wie Elgert oder Gerland, nur jünger. Überzeugungstäter. Ausbildung muss wieder Berufung werden, nicht Sprungbrett für junge, ehrgeizige Trainer - denn dann geht es wieder nur um Erfolg, nicht um Förderung. Und sie muss finanziell attraktiv sein, die Vereine müssen dringend weg von diesem Honorartrainerdreck im Jugendbereich und endlich mal ihren sportlichen und pädagogischen Auftrag zur Ausbildung ernst nehmen.
Beim DFB gibt es da genug zu tun und ich bin sehr froh, dass mit Merte jetzt jemand geholt wurde, der Vorbildfunktion und Legacy als Weltmeister, aber eben auch richtig gute fachliche Expertise mitbringt. Das ist als Konstellation ziemlich ideal.
Der eigentlich Ball aber liegt nach wie vor bei den Vereinen, die am Zustand des deutschen Fußballs auch viel mehr Schuld haben, als der DFB. Und dass Watzke da immer noch die Fäden zieht, erfüllt mich mit echter Sorge, Für mich ist Watzke an der DFB Spitze ein viel größeres Problem als Neuendorf. Leute wie Watzke oder Uli H. dürfen bei einer Neuausrichtung des Fußballs in D überhaupt keine Rolle spielen, Und Sammer schon gar nicht, Sammer als aller, aller letztes. Alles, wofür Sammer steht, ist das genaue Gegenteil von dem, was der deutsche Fußball brauch.