So, letzter Tag der Testfahrten läuft.
Meine grobe Vermutung zum Kräfteverhältnis:
Spitzenreiter:
1. Mercedes
2. Ferrari
Die beiden "großen" haben ihre Hausaufgaben gemacht. Ferrari kommt hier und da mit interessanten Ideen. Mercedes überzeugt bei den Longruns, während der Ferrari-Antrieb sich vom Turbo-Loch nicht groß beirren lässt und am Start scheinbar die Konkurrenz stehen lässt.
Beide Teams überzeugen mit Zuverlässigkeit.
Verfolger:
3. Red Bull
4. McLaren
Red Bull hat den Top Speed, aber in den Kurven ist man - denke ich - nicht an Mercedes und Ferrari dran. Man holt hier und da bei den Tests schnelle Zeiten, aber die Konkurrenz scheint etwas mehr "zaubern" zu können.
Das gilt auch für McLaren, wenn jene mal kurze Stints fahren. Vielleicht unterschätze ich die Papaya-Truppe auch gehörig.
Vielleicht zur Überraschung bereit:
5. Haas
6. Alpine
Haas wirkt wie Williams und Force India 2014. Man baut nen eigentlich ordentlichen Boliden, aber die Leute sprechen hauptsächlich davon, dass der Antrieb einen gut aussehen lässt. In der Tat hinterlässt auch der Haas bei Probestarts den Eindruck einer Rakete. Vielleicht ist was dran am Hype und das ersehnte erste Podium für das Team ist dieses Jahr greifbar.
Alpine wirkt nach manch schlechten Jahren vor der kommenden Saison deutlich besser aufgestellt. Hier und da wirkt man beinahe innovativ. Dass der Mercedes-Antrieb gut schnurrt hilft vermutlich.
Wohl eher das Midfield:
7. Racing Bulls
8. Williams
9. Audi
Es fällt mir schwer die Junior-RBs einzuschätzen. Sie fallen halt nicht besonders auf, könnte man sagen. Williams spult ordentlich Kilometer, aber es wirkt dennoch so, als fehle einem die Zeit in Barcelona.
Audi kann insgesamt zufrieden damit sein, dass der erste eigene F1-Antrieb besser funktioniert als z.B. der im Aston Martin. Dreht man ordentlich auf, dass sind auch mal flotte Zeiten drin. Aber im großen und ganzen, ist man wohl noch nicht weiter vorne dabei.
Hinten anstellen:
10. Cadillac
11. Aston Martin
Vom Potential her sehe ich Aston Martin vor Cadillac, aber das Team hat massive Zuverlässigkeitsprobleme bei verschiedenen Antriebskomponenten. Die erste eigene Gearbox streikt häufig und heuer kann man nur kurze Stints fahren, weil Honda nicht mehr genügend Ersatzteile hat.
Die Debütanten von Cadillac wirken zwar, als würden sie erstmal das Schlusslicht vom Grid bilden, aber ich halte es für wahrscheinlicher dass sie in Melbourne ins Ziel kommen, als dass dies bei AMR der Fall sein wird.
Aston Martin kann einfach nicht genug von der möglichen Performance abrufen oder ausreizen, um den Boliden derzeit zu entwickeln. Man bleibt erstmal ein mäßig geschliffener Diamant, während die Schleifscheibe ins Stocken gerät und andere Teams schon am polieren sind.