Gut du sagst die Alternative Brandenburg darf kein Druckmittel sein, weil Hertha eben ein Berliner Verein ist. Mal abgesehen davon, dass mittlerweile ein Großteil unserer Fans aus Brandenburg kommen und der Anteil in Zukunft wohl eher noch steigen wird, würde sich daran doch überhaupt nichts ändern. Es geht um einen Alternativplan/Druckmittel bei dem nur unsere Spielstätte (!) und nicht unsere Trainingsanlagen und Vereinseinrichtungen etc. ein paar Kilometer von der Stadtgrenze entfernt wären. Wohlgemerkt wir reden hier vom Berliner Speckgürteil mit direktem Anschluss an das Berliner Nahverkehrssystem. Wenn wir ein Stadion am anderen Ende der Stadt in Köpenick oder Marzahn bauen würden wäre da der Aufschrei genauso groß? Marzahn ist gerade mal seit Ende der 70er überhaupt ein Berliner Stadtbezirk und Köpenick zählt nach Meinung einiger Berliner nicht mal zu Berlin (nicht ernst gemeint). Oder gäbe es dann den nächsten Vorschlag zur Satzungsänderung: "Hertha ist ein West-Berliner Verein und darf seine Spiele ausschließlich in den Stadtbezirken ... austragen." ? Klingt alles lächerlich? Genau das ist diese Diskussion doch auch.
Betrachten wir das Problem mal ganz nüchtern. Hertha braucht ein modernes Fußballstadion (50k+) mit Anschluss an den Nahverkehr und bestenfalls ausreichend Fläche für einige Tausend Parkplätze. Der Spaß darf darüberhinaus auch noch nicht zu teuer sein. So jetzt schauen wir mal wo wir in der Metropole Berlin, also einer Stadt mit unveränderlichen Grenzen bei gleichzeitig hohen Bevölkerungswachstum und bereits jetzt mangelhaften Bauflächen für Wohnungen, so etwas finden. Wenn man also nicht den Grunewald oder den Tiergarten roden will gibt es scheinbar nur eine einzige realistische Möglichkeit: der Olympiastandort (aber selbst da ohne die Parkplätze). Also fragen wir mal bei dem Senat nach. So die Hertha möchte in Zukunft nicht mehr die Melkkuh des Berliner Senats sein aber gleichzeitig die Erlaubnis für ein neues Stadion direkt neben dem Oly bekommen? Da stehen die Chancen für vermutlich irgendwo zwischen "Nur über meine Leiche" und "Vorher friert die Hölle zu".
Das Problem ist also Hertha braucht dieses Druckmittel um in Berlin zu bauen weil es sonst schlicht und ergreifend keine anderes Druckmittel hat und der Senat auch keinen Grund hat daran etwas zu ändern. Ganz im Gegenteil. Hertha ist quasi alleiniger Nutzer des Oly. Eines Stadions das niemals für den Betrieb als Spielstätte eines Fußballvereins erdacht worden war, sondern lediglich als Austragungsort für Leichtathletik und Aufmarschevents der Nazis. Wir müssen aber dort notgedrungen spielen weil wir kein anderes Stadion in Berlin haben das einerseits eine Kapazität von 50k+ fasst und andererseits von der DFL genehmigt würde. Das Land Berlin weiß das und nutzt das auch kräftig aus. Wir haben das bereits bei den Mieterhöhungen von 2016 gesehen und das geht in Zukunft fleißig so weiter.
Wie kann man sich angesichts dessen hinstellen und Romantik und/oder Lokalpatriotismus als Beweggründe für die Sabotage des Vereins anführen? Es gibt in der Anhängerschaft eine kleine aber gut organisierte Gruppe, die lieber die Zukunft des Vereins gefährden als sich 10 km außerhalb Berlins aufzuhalten. Tut mir Leid da habe ich überhaupt kein Verständnis für. Ich kann auch nicht verstehen warum man sich ausgerechnet jetzt aus jeglicher Diskussion um den Verein verabschiedet nur weil es Fans mit einer anderen Meinung gibt. Ehrlicherweise hätte man sich dann bereits vor einem Jahr oder spätestens nach der Präsentation über die Vorschläge zum Standort verabschieden müssen. Da gab es bereits mehr als genug Stimmen hier die den Weg der eigenen Sabotage nicht mitmachen wollen.[/]