Ideen für neue NoKo-Formate


Lena

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Auf die Diskussion im Olympiathread zur NoKo folgend, können wir hier ein wenig brainstormen und uns Wettbewerbe für das Überleben der Nordischen Kombination ausdenken :D

Ich fange mal an:

1. (Single-)Mixed Staffel

Das wären die aktuellen Teams, nach Weltcupplatzierung, für die Single-Mixed-Wettbewerb (W-M), bzw. Mixed-Wettbewerb (W-M-W-M)
Man könnte 5km Runden laufen, vielleicht auch 7,5km.

1: J.L Oftebro / I. M. Hagen 2: E.L Oftebro / Lund
1: Lamparter / Gruber 2: S. Rettenegger / Hirner
1: Schmid / Armbruster 2: Rydzek / Nowak
1: Herola / Korhonen 2: E. Hirvonen / H. Hirvonen
1: N. Malacinski / Brabec 2: Loomis / A. Malacinski
1: Yamamoto / Y. Kasai 2: Watabe / Kainuma
1: Costa / Gianmoena 2: Kostner / Dejori
1: Muhletaler / Brocard 2: Heinis / Baud
1: Vytrval / Koldovska 2: Konvalinka / Hradilova
1: Vhrovnik / Volavsek 2: Brecl / Pavec

Mazurchuk / Kozlova (nur Single-Mixed)

Für andere Nationen wie Estland oder China habe ich keine Starterinnen gefunden. Aber da kennt ihr bestimmt aussichtsreiche Kadidatinnen :)

2. Sprint-Wettkampf

1 Sprung Normalschanze, 7,5km Lauf (o. 5km?)

3. Einzelwettkampf

1 Sprung Großschanze, 10km Lauf (o. 7,5 km)

4. Endurance

2 Sprünge Großschanze, 15km Lauf (o. 12,5 km)

Es gibt ja auch noch Formate wie Massenstart, Compact, Team-Sprint und auch das ehemalige Hurricane, was aber Aufgrund von Platzproblemen an manchen Standorten wenig populär wurde.

Jetzt gern ihr! :)
 

Benjamin

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Das Penalty Race hast du noch vergessen! Als die Kombis Strafrunden laufen mussten, wenn sie zu schlecht gesprungen sind. Das war aber nicht zuende gedacht und widersprach auch ein bisschen dem Fairnessempfinden eines durchschnittlichen Kombi-Fans und wurde schnell wieder abgeschafft.

An wirklich neuen Formaten fällt mir ehrlich gesagt wenig ein; die FIS hat da ja in den letzten 15 Jahren viel herumexperimentiert - nicht immer mit durchschlagendem Erfolg. Eines gibt es allerdings, das ich hin und wieder mal gern sehen würde - und zwar den Intervall-Start. Analog zum Massenstart wird zuerst gelaufen, am besten wohl auch 10 km. Anschließend folgt ein Sprung auf der Schanze. Anders als beim Massenstart starten die Sportler aber zeitversetzt in einem Abstand von jeweils 30 s in die Loipe. Die Startreihenfolge ist die umgekehrte Reihenfolge der Best-Skier-Trophy, um ein Aufeinandertreffen und Windschattenlaufen in der Loipe nach Möglichkeit zu vermeiden, der Sportler soll allein gegen die Uhr kämpfen müssen.
Sinn des Formats wäre, die Sportler zu belohnen, die möglichst gleichmäßig laufen können, und weniger die, die am Schluss noch einen ausgeprägten Zielsprint antreten können.
 

Biathlon-Fan

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Beim Intervallstart würde ich aber auf 5km, maximal 7,5km reduzieren. Bei 10km und einer Laufzeit von knapp 25 Minuten geht das ganze bei 60 Startern schnell an eine Stunde Dauer. Das wird fürs Fernsehen schon recht unattraktiv. Einen 5er könnte man in der gewohnten Zeit von 30 Minuten unterbringen. Gerade auf einer anspruchsvollen Strecke wie hier im Tesero würde dieses Format auch sicherlich entsprechende Lücken bringen.

Ich bin ein Fan von Ausscheidungs-Rennen, also, dass nach jeder Runde Leute rausfliegen
Das würde in etwa einem Format entsprechen, welches dieses Jahr beim COC erstmals getestet wurde, wobei mir das zu kompliziert ist.

 

johnny

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Das würde in etwa einem Format entsprechen, welches dieses Jahr beim COC erstmals getestet wurde, wobei mir das zu kompliziert ist.
Dieses neue Format (Express Race) ist eine Kombination von einem Intervallstart mit einem Ausscheidungssrennen.
Es klingt kompliziert, man müsste es aber einmal im TV gesehen haben, um sich ein Bild davon zu machen.

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Diese Regel mit 80% der K-Weite ist zwar im Reglement drin, wurde aber in keinem der diese Saison ausgetragenen Wettkämpfe angewendet, weil sie ja keinen Sinn macht (das müsste eine Punkteregel nach Wind- und Gate-Kompensationen sein und nicht eine reine Weitenregel).

Auf jeden Fall ist es eine bessere Idee als das damalige Penalty Race ;)
 

Benjamin

Zahlenfreund
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Wobei dieser Hurricane Start aus meiner Sicht keinen wirklich neuen Aspekt mitbringt. Letztlich werden da die Punktabstände vom Springen nicht in Zeitrückstände, sondern in Wegrückstände umgerechnet. In den Lauf starten die Kombinierer dann nicht am selben Ort zu unterschiedlichen Zeiten, sondern an unterschiedlichen Orten zur selben Zeit, so dass die schlechteren Springer mehr Weg zurücklegen mussten.

Ich habe mir das Ergebnis der Express Races beim COC in Schonach mal angesehen. Zunächst zu den Herren:


Meiner Ansicht nach müsste das Format noch ein bisschen besser austariert werden. Es qualifizieren sich ja die 30 besten aus dem Sprung und Heat 1 für Heat 2. Obwohl man hier eine Art Compact-Format für die Zeitabstände verwendet hat, ist diese "Qualifikation" recht sprunglastig:
Der 32. von der Schanze bekommt 55 Sekunden Rückstand, während zum Beispiel zwischen Platz 1 und Platz 32 im ersten Heat gerade mal 14 Sekunden lagen. Auf den ersten Blick klingt das zwar gar nicht schlecht, denn es gibt ja vier Heats, so dass es am Schluss etwas ausgeglichener wird. Aber es sorgt eben doch dafür, dass vor allem die guten Springer ins zweite Heat kommen: Unter den 30 Sportlern, die sich fürs zweite Heat qualifiziert haben, waren mit einer Ausnahme (Tom Rochat) nur Kombinierer, die bereits beim Sprung unter den besten 30 waren. Umgekehrt haben es aber 13 Kombis, die beim ersten Heat nicht unter den Top 30 (teilweise sogar nicht mal unter den besten 50) waren, geschafft, sich für Heat 2 zu qualifizieren.
Gleichzeitig wird dieses Austarieren gar nicht so leicht, denn wenn man beispielsweise den Umrechnungsfaktor ändert, also weniger Zeitrückstände pro Platz gibt, wird es am Schluss wieder zu lauflastig.

Ich schlage deshalb folgende Änderung vor: Die Zeitrückstände aus dem Sprung werden nicht vollständig nach dem ersten Heat zu den Laufzeiten addiert, sondern nach Heat 1 wird lediglich ein Drittel dieser Zeitrückstände addiert, nach Heat 2 dann ein weiteres Drittel und nach Heat 3 das letzte Drittel. Das wäre aus meiner Sicht fairer. Einfacher wird's dadurch allerdings eher nicht...

Bei den Damen sah es folgendermaßen aus:


Da waren natürlich viel weniger Athletinnen am Start, so dass ohnehin alle auch noch Heat 2 gelaufen sind, was das Ganze sogar fairer macht. Allerdings hat sich später aufgrund der großen Abstände die Reihenfolge kaum mehr geändert; die ersten fünf nach dem dritten Heat waren auch in exakt dieser Reihenfolge die ersten fünf nach dem vierten Heat. Wobei, das galt bei den Herren sogar für die ersten sieben. Allerdings waren da zumindest die Zeitabstände etwas geringer, so dass ein Platzwechsel zumindest möglich schien.

In dieser Form ist das für mich nicht für den Weltcup geeignet.
 

Benjamin

Zahlenfreund
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Ein weiteres Format ist mir tatsächlich noch eingefallen; ich nenne es mal den Handicap-Sprint. Angelehnt ist es an den Langlauf-Sprint und funktioniert folgendermaßen: Zuerst gibt es wie üblich einen Sprung. Die Athleten erhalten anschließend Strafsekunden, die - ähnlich wie beim Compact-Format - von der genauen Platzierung abhängen, sagen wir 0,3 s pro Platz.

Anschließend werden die besten 54 Kombinierer aus dem Sprung in 9 Viertelfinalgruppen (oder wollen wir Neuntelfinale sagen?) zu je 6 Personen eingeteilt und laufen dort dann die Sprintstrecke von 1,5 km. Im Gegensatz zum Langlaufsprint starten die Sportler allerdings nicht exakt gleichzeitig, sondern diejenigen, die auf der Schanze weiter hinten waren, bekommen zu Beginn ihre Strafsekunden aufgebrummt. Das heißt, wenn in einer Gruppe zum Beispiel die Kombis auf den Plätzen 1, 18, 19, 36, 37 und 54 starten, startet der 18. beispielsweise 5,4 s nach dem ersten usw.

Die besten zwei aus jeder Gruppe erreichen das Halbfinale (oder eben Drittelfinale); das sind acht Kombis, die dann wieder in 3 Gruppen zu je 6 Sportlern eingeteilt werden. Um das Problem aus dem Express Race zu verhindern, dass der Wettkampf am Anfang sehr sprunglastig ist und anschließend immer lauflastiger wird, spielen die Zeitabstände aus dem Viertelfinale keine Rolle; die Sportler starten aber auch ins Halbfinale mit genau den Strafsekunden, die sie nach dem Sprung bekommen haben.

Die besten zwei aus allen Halbfinals erreichen dann das Finale, das auch wieder mit sechs Sportlern gelaufen wird, die ihre Strafsekunden aus dem Sprung mitbringen.

Die 1,5 km und die 0,3 Sekunden sind natürlich Beispielwerte, die man gegebenenfalls ändern müsste, wenn es so nicht passt. Falls dem TV insgesamt 12 x 1,5 km zu lang sind, könnte man zumindest im Viertelfinale auch die Startintervalle verkürzen, so dass eine Gruppe immer schon startet, wenn die Vorgruppe noch unterwegs ist.
 
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