Internationale Ligen


Und wie will man das beweisen?

Bin kein Jurist, aber mir fällt es schwer sich eine Verurteilung vorzustellen.

Aber vlt. Kann mich ja jemand erhellen.

Theoretisch kann dann ja jeder Spieler für ein Foul verklagt werden.

Bin auch kein Jurist, aber das sind vermutlich erst einmal nur die üblichen reißerischen Meldungen. Es dürfte nämlich ziemlich normal sein dass im Falle eines Ablebens bei dem Fremdeinwirkung eine Rolle gespielt hat (haben könnte) die Kripo ermittelt.
In den meisten Fällen wird das dann einfach ziemlich schnell eingestellt, da hier die "Tat" quasi live im Fernsehen übertragen wurde und ein gewisses öffentliches Interesse vorliegt wird man hier wohl aber nochmal genauer drauf schauen.

Was genau untersucht wird, wird tatsächlich im Spox-Artikel relativ gut dargelegt:

Strafrechtlich drohen derweil nur Konsequenzen, wenn eine relevante Fahrlässigkeit festgestellt wird. Artikel 142 des spanischen Strafgesetzbuchs unterscheidet zwischen Totschlag durch grobe Fahrlässigkeit und Totschlag durch weniger schwere Fahrlässigkeit. Im ersten Fall sieht das Gesetz Freiheitsstrafen von einem bis zu vier Jahren vor. Im zweiten Fall ist eine Bewährungsstrafe von drei bis achtzehn Monaten vorgesehen.

Diese Strafen bilden den allgemeinen rechtlichen Rahmen, bedeuten jedoch nicht, dass Owono wegen einer dieser Straftaten angeklagt oder verurteilt wird. Damit eine mögliche Anklage Erfolg haben könnte, müsste geprüft werden, ob der Torwart die bei einer sportlichen Handlung erforderliche Sorgfaltspflicht in hinreichend schwerwiegender Weise verletzt hat, ob das Ergebnis objektiv vorhersehbar und vermeidbar war und ob der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem Tod besteht.

 
Damit eine mögliche Anklage Erfolg haben könnte, müsste geprüft werden, ob der Torwart die bei einer sportlichen Handlung erforderliche Sorgfaltspflicht in hinreichend schwerwiegender Weise verletzt hat, ob das Ergebnis objektiv vorhersehbar und vermeidbar war und ob der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem Tod besteht.
Wie soll man das nachweisen? Selbst wenn man sich einig ist, dass der Torwart vorsätzlich gefoult hat und dabei auch eine Verletzung in Kauf genommen hat, so wird ihm doch niemand unterstellen, dass er den Gegenspieler tödlich dabei verletzen wollte oder das vorhersehen konnte.

Dass Owono für den Rest seines Lebens damit klar kommen muss, für den Tod eines Menschen verantwortlich zu sein, ist bereits eine schwere Strafe. Vielleicht sogar die härteste. Möglicherweise ist auch seine junge Karriere damit beendet. Wie will er jemals wieder auf dem Platz stehen, wo es in jedem Spiel zu vergleichbaren Situationen kommen kann? Ist für mich persönlich schwer vorstellbar. Das wird er nie mehr aus dem Kopf rauskriegen.
 
Wie soll man das nachweisen? Selbst wenn man sich einig ist, dass der Torwart vorsätzlich gefoult hat und dabei auch eine Verletzung in Kauf genommen hat, so wird ihm doch niemand unterstellen, dass er den Gegenspieler tödlich dabei verletzen wollte oder das vorhersehen konnte.

Wenn er es "Wollte" würde man wegen vorsätzlicher Tötung ermitteln (also in Deutschland wegen Totschlag oder Mordes). Das wäre dann auch ein ganz anderer Strafrahmen (in Deutschland bei Mord: Lebenslang). Wenn Vorsatz bzgl. der Körperverletzung selbst bestünde, käme - in Deutschland! - auch Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht. Aber Totschlag oder Mord sind wohl gar nicht in der Diskussion.

Hier wird es eher darum gehen, nachzuweisen, ob das Verhalten die beim Sport übliche Sorgfalt eklatant verletzt - das genügt ja für eine Verurteilung wegen einer Fahrlässigkeitstat. Das ist bei Sportereignissen nicht so leicht, weil man davon ausgeht, dass gewisse Regelüberschreitungen - also "übliche" Fouls - von allen Teilnehmenden hingenommen werden und damit nicht den Sorgfaltsrahmen verletzen. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Folge einer Tat an, sondern eben auf die Handlung, also konkret darauf, wie das Einspringen des Torhüters zu bewerten ist und ob es den Rahmen des fußballüblichen überschreitet (so zumindest für das deutsche Recht).
 
Ermittlungen in der Sache laufen ja bereits.
Bin mir ziemlich sicher dass man da den Fall aufmachen kann, dass es dem Torwart lediglich um die Verletzung des Gegenspielers ging.
Rechne mit einer Anklage.
Das würde mich sehr wundern.

Zivilrechtlich gibt es da Möglichkeiten. Ich erinnere mich an Entscheidungen zu überharten Fouls im Eishockey in denen Entschädigungen zugesprochen wurden.

Strafrechtlich dürfte da kaum was bei rumkommen. Wenn man bei Sport mitmacht, insbesondere im Profi-Bereich, willigt man in die Risiken, die mit dem Sport verbunden sind.

Man darf das auch nicht einfach nur vom Ergebnis her sehen. Solche Zusammenstösse zwischen dem herausstürmenden Torwart und Angreifer (Schumacher/Battiston, Neuer/Higuain) sind beim Fußball keinesfalls ungewöhnlich. Das kann völlig glimpflich ausgehen, oder in einer Katastrophe enden.

Beim "Kung-Fu Kahn" gegen Chapuisat war nichtmal Körperkontakt, allerdings hätte man da, wenn tatsächlich was passiert wäre, schon eher argumentieren können, dass das was Kahn da gemacht hat Absicht war und ein Stück weit eine Anomalie und weit von dem entfernt, was so dem üblichen Standard von harten Fouls entspricht.

Der hiesige Fall hat hingegen mehr was von einem tragischen Unfall. Da wird kaum nachzuweisen sein, dass hier ein gezielte Verletzungsabsicht dahintersteckt. Es scheint auch so auszusehen als ob der Torwart nur auf den Ball schaut und da rauf geht und den Stürmer gar nicht richtig wahrnimmt. Man könnte vielleicht argumentieren, dass er dadurch seine Sorgfaltspflicht verletzt hat, aber dieses Verhalten - den Ball beobachten und Gegen- und Mitspieler übersehen - scheint mir ein ziemlich weit verbreitetes Phänomen im Fußball zu sein und alles andere als atypisch. Sieht man auch bei Kopfballduellen regelmässig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann mich noch an den Tod von Eishockeyspieler Adam Johnson erinnern, der vom Schlittschuh eines Gegners am Hals getroffen wurde. Da konnte man im Videomaterial deutlich klarer das Argument bringen, dass da Absicht dabei war ... denn das sah regelrecht wie ein Kung-Fu Kick aus. Am Ende wurde der Spieler aber auch freigesprochen.

In diesem Fall kann ich auch verstehen, dass sich da manche strafrechtliche Folgen wünschen ... und mir ist auch klar, dass der Keeper jetzt bei vielen den Stempel des Mörders, Psychos oder was auch immer kleben hat. Aber ich hab auch ehrlich Mitgefühl mit ihm, auch, wenn schwer zu rechtfertigen ist, wie er da reingeht und sich "verschätzt". Wie gesagt, der muss jetzt ohnehin für den Rest seines Lebens damit klarkommen, was da passiert ist.
 
Strafrechtlich dürfte da kaum was bei rumkommen. Wenn man bei Sport mitmacht, insbesondere im Profi-Bereich, willigt man in die Risiken, die mit dem Sport verbunden sind.

An sich volle Zustimmung. Allerdings kommt man (aus deutscher Perspektive...) hier mit der Einwilligung wohl nicht weiter, weil zwar eine Einwilligung in einfache Körperverletzungen möglich ist - nicht aber in die eigene Tötung. Deshalb wäre der Fall, sofern man Fahrlässigkeit annimmt, anders zu beurteilen als die üblichen "Lehrbuchfälle" zu Sportverletzungen.
 
Ich konnte mir die Szene nicht anschauen. Wäre mir zuviel gewesen. Aber ich bin da bei @Max Power. Der Torwart wird psychisch so oder komplett fertig sein. Ich glaube der ist gestraft genug. Was für eine abartige Tragödie
 
Keine Ahnung, der Typ geht auch einfach vom Feld ohne sich nochmal zum gefoulten umzudrehen. Auch völlig unverhältnismäßig da am mittelkreis so reinzuspringen, völlig irre.
 
Keine Ahnung, der Typ geht auch einfach vom Feld ohne sich nochmal zum gefoulten umzudrehen. Auch völlig unverhältnismäßig da am mittelkreis so reinzuspringen, völlig irre.
Nachdem er mitbekommen hat, was da los war, hat er sich umgedreht und ist zum Spieler gelaufen. Viele Videos, die kursieren, haben davor den Cut gesetzt.
 
Ich kann mich noch an den Tod von Eishockeyspieler Adam Johnson erinnern, der vom Schlittschuh eines Gegners am Hals getroffen wurde. Da konnte man im Videomaterial deutlich klarer das Argument bringen, dass da Absicht dabei war ... denn das sah regelrecht wie ein Kung-Fu Kick aus. Am Ende wurde der Spieler aber auch freigesprochen.

Kein Plan wieso, aber das hat mir vor wenigen Tagen der Algorithmus in die TL gespült.

Bin ja generell hart im nehmen, aber das ist jetzt nichts, was ich in meinem Leben zwingend gebraucht hätte.
 
Dass die Hüter das Knie anziehen, kriegt man halt von klein antrainiert, weil das insbesondere im Fünfer auch einen gewissen Schutz bietet, falls da jemand zum Körper will. Allerdings - und da geht mein Verständnis halt komplett baden: Der nimmt 20 Meter Anlauf, springt eigentlich an ihn vorbei und nur durch das angezogene Knie wird De Miguel hier so brutal erwischt. Und da hört für mich auch das Verständnis auf, wenn man vom Unfall spricht. Es ist ein Unfall, wenn er nur auf den Ball schaut und dann irgendwie mit dem Stürmer kollidiert. Aber hier sieht es für mich klar so aus, als ob er weiß, dass er sich verschätzt und dann das Knie ausfährt, um De Miguel am Weiterlaufen zu behindern. Und dann eben mit dem Tempo, mit der Wucht. Seine Reaktion nach dem Foul spricht da auch Bände, weil er genau weiß, dass er das erreicht hat, was er wollte. Wenn es ein unbeabsichtigter Zusammenstoß gewesen wäre, wäre seine Reaktion doch ganz anders gewesen. (Dass er ihn auch noch mit der Hand im Gesicht trifft, unterschlage ich da etwas, weil das tatsächlich eher unglücklich aussah).

Klar kann man davon reden, dass er jetzt bis ans Lebensende gestraft genug ist, aber für mich geht das klar in eine Richtung, wo er extrem billigend eine schwere Verletzung (oder eben noch schlimmeres) in Kauf nimmt. Und das für mein Verständnis auch definitiv weitere Folgen haben sollte.
 
Ich glaube nicht das der torwart den spieler extra verletzen wollte. Er kam halt zu spät, extrem tragisch.

Für den torwart ist das auch schlimm, zumal er auch noch schwarz ist und den nächsten Monaten extremen rassistischen beleidigungen ausgesetzt sein wird.
 
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